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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von klara123 22.04.11 - 10:02 Uhr

Hallo!

Folgende Situation:
Ferien, es ist 7:30 Uhr früh.
Das Baby hat die halbe Nacht geschrien, da es zahnt. Die Eltern waren dementsprechend relativ schlaflos. Das 7jährige erstgeborene Kind hat dies auch mitbekommen, aber eigentlich gut geschlafen.
Das große Kind kommt also um 7:30 Uhr morgens zu den Eltern ins Schlafzimmer um zu sagen, es ist wach. Die Mutter erlaubt, dass das 7jährige Kind ausnahmsweise gleich morgens den Fernseher anmachen darf. Sie erhofft sich, damit eine halbe Stunde Schlaf gewonnen zu haben. Das Baby wird allerdings kurz danach wach, also heißt es aufstehen.
Kaum hat Mutter einen Zeh ins Wohnzimmer gesetzt kommt vom Kind der Satz: "Ich habe Hunger!".
Vater geht erst mal aufs Klo, Mutter setzt das Baby auf den Boden und kuschelt sich kurz zum großen Kind und sagt "Guten Morgen".
Reaktion: "Wann gibts Frühstück?"
Vater kommt rein: "Ich räum noch die Spülmaschine aus, dann mach ich Frühstück"
In den nächsten zwei Minuten wiederholt das 7jährige Kind mehrmals "Ich will jetzt was essen"
Die Einwände der Mutter, dass es gleich was gibt, ignoriert das Kind großzügig.
Also macht der Vater einen Toast für das Kind, und stellt diesen dem Kind hin.
Reaktion: "Na eeeendlich!"
Vater deckt den Tisch. Für Mutter und Vater.
Kind, inzwischen war der Toast fast vollständig gegessen, sagt: "Ich will aber auch noch was essen!"
Vater: "Ja, einen Moment" und möchte noch ein Gedeck holen.
Kind: "Ich will JETZT noch was!"
Vater mach dem Kind noch einen Toast, stellt ihm diesen hin.
Inzwischen deckt der Vater auch noch Eierbecher auf. Für Mutter und Vater.
Kind schreit: "Ich will aber auch ein Ei!"
Vater: "Du hast nicht warten können, du hattest Toast. Es gibt für dich kein Ei."
Kind: "Das ist so unfair!"
Vater: "Ich weiß."
Kind: "Warum kriegt ihr Eier und ich nicht?"
Vater: "Weil wir warten können und du nicht."
Kind: "Aber ICH will ein Ei!" (Betonung auf dem ICH)

So, hätte das Kind nun gesagt "Es tut mir leid, darf ich bitte auch ein Ei haben?" oder etwas ähnliches in der Richtung, dann hätten Mutter oder Vater sicher gesagt "Du kannst eines von meinen Eiern haben" (denn Vater kocht immer zwei Eier pro Person).

Nein, das Kind wiederholt im Sekundentakt "ICH will ein Ei" Immer wieder mit der Betonung am ICH. Als wollte sie sagen "Ich will ein Ei, ihr dürft keines essen."

Also gibts es kein Ei für das Kind. Das Kind fängt an zu brüllen und zu weinen, beruhigt sich gar nicht mehr. Die Situation ist außer Kontrolle, der Vater mehr als genervt.
Mutter schnappt das Kind, setzt es ins Kinderzimmer und erklärt, wenn sie sich beruhigt hat und normal sprechen kann, darf sie raus kommen und dann sprechen wir nochmal darüber.
Das Kind brüllt und schreit in seinem Zimmer, tritt gegen Wände und Möbel.
Mutter hält Vater davon ab, ins Kinderzimmer zu gehen, damit das Kind sich beruhigen kann.

So, und nun meine Frage an euch:
wie seht ihr die Situation? Was wurde falsch gemacht? Wurde falsch oder richtig reagiert? Wie hättet ihr reagiert?

Ich schreibe euch das bewusst ohne Vorgeschichten, ohne Geschlechterangabe, ohne sonstige Informationen.

Rein aus der Situation heraus, was würdet ihr machen?

Beitrag von redrose123 22.04.11 - 10:31 Uhr

Ich hätte nach dem dritten mal gesagt komm mit und helf damit es schneller geht. Und nachdem es aus Zorn und ungeduld gegen Möbel tritt wäre heut erstmal was gestrichen, sowas gab es hier noch nicht, klar wenn ich aufsteh fragen sie auch wann gibts essen, dann sag ich sofort und wir machen es gemeinsam.

Gut warum macht Ihr ihr denn nciht einfach ein Ei mit ? Das sie da gefrustet ist kann ich auch verstehen, das war total unnötig meiner Meinung nach, ich hätte gefragt wer will ein Ei heute und gut.

Beim protestmit ich habe hunger bezieht sie mit ein dann gehts auchs chneller....Eier Frage hab ich ja schong esagt wie ich es gemacht hätte....Ihr macht euch damit unnötig stress, haben wir als Kind immer danke und bitte gesagt wenn man morgens noch muffelig ist?

Beitrag von redrose123 22.04.11 - 10:32 Uhr

Ich tippe bei dem 7 jährigen Kind auf ein Mädchen oder? :-P

Beitrag von lisasimpson 22.04.11 - 10:38 Uhr

"Kaum hat Mutter einen Zeh ins Wohnzimmer gesetzt kommt vom Kind der Satz: "Ich habe Hunger!". "

Meine reaktion: dann hol schon mal 3 teller, ich decke dann das besteck und stecke schon mal toast rein.
wollen wir heute eier machen?

der "erstgeborene" erlbt, daß dsa bedrüfnis "hunger" beim baby egal wann und wie artikuliert SOFORT befriedigt wird.
Seien eifersucht kanalisiert er also auf dieses thema.

wenn ich hugner habe und jemand beitet mir dann kuscheln an, komme ich mir persönlich verarscht vor.
wenn ein 7 jöhriger sein bedürfnis nach essen artikuliert, dann finde ich es merkwürdig, daß er/ sie nicht in den prozess eingebunden wird (hier wird auf ihn wie ein baby reagiert aber eben nicht mit der dringlichkeit und schnelligkeit)

Ich würde versuchen mein 7 jähruiges kind zum einen altersgerecht zu behandeln und zum anderen den faktor "eifersucht" mit einfließen lassen.

Sähe dann so aus- dann dem "ich habe hunger" - hätte er/ sie einen job bekommen (tisch decken, eier kochen, toast reinstecke...) und ich hätte erklärt, warum ich gerade so gerädert bin und hätte gefragt, (während des gemeinsamen frühstück vorbereitens), ob er/ sie denn gut geschlafen hätte, weil es ja sehr laut war in der nacht.

und dann ein bißchen das drama rausnehmen.
mein gott- ja, wenn ich sehe, daß jemand anders ein ei ißt, dann kommt bei mir plötzlich auch der hunger auf ei- er/ sie war ja nicht fertig mit dem frühstück, sondern gerade mittendrin.
ihr gebt kein feedback zu dem "ton" der forderungen, bietet keine alternative an (ich möchte gerne daß du so und so mit mir sprichst, ich möchte, daß du dies und das dazu beiträgst)- das alles soll der 7 jährige erstgeborene erraten, ebenso wie ihr euch nach der nacht fühlt und was das für ihn bedeutet.
da verlangt ihr meiner Meinung nach zu viel und gleichzeitig behandelt ihr ihn wie ein baby

ja, ich wäre auch sauer und würde mich nicht ernst genommen fühlen- das kann ich gut nachvollziehen.

ich als 7 jähriger würde mir mehr Klarheit, mehr Verständnis für meine situation, mehr Einfühlungsvermögen und mehr kommunikation wünschen- ich würde mir wünschen, daß ich nicht vor dem fernseher geparkt werde, nur weil das baby schreit, daß auf meien bedürfnisse altersgerecht reagiert wird und daß das gemeinsam ziel sein sollte, gemeinsam harmonisch zusammen zu sein, sich gegenseitig zu unterstützen und teil dieses systems zu sein

lisasimpson

Beitrag von hedda.gabler 22.04.11 - 14:25 Uhr

#pro

Beitrag von blackpanther32 22.04.11 - 10:41 Uhr

....Kind ist wach, kommt rein -> darfst Fern schauen
....Baby ist wach schreit -> Mama steht auf!!!
....Kind hat Hunger -> warte .....
....Baby wird sicher gleich versorgt.

....Kind ....ICH ICH ICH ICH ( Hallo Eltern - ICH bin auch da!!!)

Ihr könnt von eurem Kind nicht erwarten, dass es schon soo reif ist und Verständnis dafür hat, das ihr die halbe Nacht nicht geschlafen habt und dementsprechend gerädert seid.

Es sieht wie Ihr auf das Baby reagiert und wie auf ihn/sie.
Es fühlt sich zurückgesetzt und dementsprechend versucht es sich in den Vordergrund zu drängen, was bestimmt nicht böse gemeint ist.

Und ehrlich gesagt, das mit dem Ei find ich doof.

Es ist nicht einfach - aber es wird besser #pro Viel erklären und immer wieder loben wie groß es schon ist und helfen lassen,....

Es gibt Kinder die wieder anfangen in die Hose zu machen, wenn ein Kleines da ist oder versuchen, das Baby "zu entsorgen".


Ihr kriegt das schon hin - auch die kurzen Nächte nehmen ein Ende^^

Frohe Ostern und LG Blackpanther

Beitrag von hustinetten 22.04.11 - 10:41 Uhr

Das Kind ist sieben Jahre alt und nicht sieben Monate. Beim ersten "Ich hab Hunger" hätte die Reaktion auch einfach sein können "Dann geh in die Küche und mach dir ein Brot!". Meine Tochter schmiert ihre Brote selbst, seit sie drei Jahre alt ist, kam und kommt allerdings noch nicht an den Kühlschrank, aber das sollte mit 7 ja kein Problem mehr sein.

lg

Beitrag von dominiksmami 22.04.11 - 11:08 Uhr

Huhu,

hmm ich hätte am Anfang anders reagiert.

Wenn mein Sohnemann mit 7 auf die Idee gekommen wäre mich mit einem "Ich habe Hunger" zu begrüßen und auf ein "Guten Morgen" meinerseits mit einem "Wann gibt es Frühstück" seinerseits zu reagieren.... dann wäre meine Reaktion ein schlichtes "Du weißt ja wo alles ist", fang schonmal an den Tisch zu decken" gewesen und ich hätte alle weiteren Tiraden schlicht ignoriert.

Schon wäre die Situation gelöst, wer nicht warten kann muß eben schonmal anfangen Frühstück zu machen.

liebe Grüße

Andrea

Beitrag von dominiksmami 22.04.11 - 11:11 Uhr

also ich weiß auch nicht.... da fehlt schon wieder was ( irgendwie passiert mir das in letzter Zeit häufiger das Plötzlich Sätze die ich geschrieben habe wieder weg sind...ich werde wohl alt oder so)


Ich denke mal das Kind möchte Aufmerksamkeit und die soll es auch bekommen, aber es muß eben gleichzeitig lernen das es dafür auch zum Familienleben beitragen muß, weil es ja eben kein Baby mehr ist und vor allem...das positive Aufmerksamkeit ( gemeinsames Tischdecken etc.) viel schöner ist als negative ( schimpfen, Diskutieren etc.)

lg

Andrea

Beitrag von derhimmelmusswarten 22.04.11 - 11:11 Uhr

Ich wäre von vornherein nicht auf das Spielchen eingegangen. Ein 7jähriges Kind ist in der Lage in die Küche zu gehen und sich ein Brot zu schmieren. Ganz einfach. Entweder hätte das Kind gewartet bis wir als Eltern den Tisch gedeckt haben oder es wäre in die Küche gegangen und hätte sich selbst einen Toast oder ein Brot gemacht. Zu der Situation mit dem Ei wäre es dann gar nicht gekommen. Ich würde meinem Kind grundsätzlich kein Ei oder irgendwas anderes vorenthalten, was es essen will. ABER ich würde solch ein Theater nicht mit machen und meinem Kind nach der Pfeife tanzen.

Beitrag von jazzbassist 22.04.11 - 11:28 Uhr

Also ich finde die Gesamtsituation an sich schon interessant. Denn zusammengefasst: Sie sind morgens aufgestanden, haben gefrühstückt, und, dabei ist es wegen einem Ei eskaliert. Wenn man also allein das Ergebnis betrachtet (und die Entwicklung dahin mal außen vor lässt), denke ich schon, dass sich die Frage: »Ist hier alles richtig gelaufen« von selbst erübrigt. Ein Familienmorgen an einem Feiertag sollte m.E. etwas erholsamer und harmonischer verlaufen. Aber - das zahnende Babys einem den letzten Nerv rauben, weiß ich auch noch recht gut; daher hoffe ich einfach mal, dass das nicht jeden Morgen bei Ihnen so verläuft :-p

Was mir zunächst einmal auffällt, haben Sie so ganz nebenbei geschrieben: Der Erstgeborene ist wach - die Familie möchte lieber weiterschlafen. Der Zweitgeborene ist wach - das Familienleben beginnt. Das ist an sich ziemlich normal, da ein 7-Jähriger durchaus mal ein paar Minuten auf seine Bedürfnisse warten kann, und ein Baby das entsprechend nicht kann. Trotzdem kriegt das ein 7-Jähriger natürlich mit, und ich denke schon, dass solche Situationen dazu beitragen, dass ein 7-Jähriger dann aus Eifersucht/Trotz etc. etwas gewöhnungsbedürftig regiert. Denn der Große sieht nur: »Wenn das Baby schreit, springt Mama sofort auf; wenn ich Hunger habe, kann das warten«. Warum das so ist, sieht ein 7-Jähriger nur bedingt; er kann halt noch nicht beurteilen, dass ein Baby da seine Bedürfnisse eben nicht zurückstellen kann.

Also hier wäre Meine Lösung gewesen - auch wenn es total schwer fällt - dass einer der beiden Elternteile dann aufsteht und sich um den 7-Jährigen kümmert (auch wenn es nach einer langen Nacht wirklich schwer fällt), oder aber, dass man den 7-Jährigen einfach noch ins elterliche Bett holt - vielleicht gewinnt man dadurch noch etwas ruhe und schlaf. Aber ihm in Sinne von: »Lass mich in Ruhe, ich möchte schlafen.« auf sich alleine gestellt in den Wohnzimmer zu schicken, halte ich für den falschen Ansatz. Egal, ob er dort dann mit Lego spielt, oder Fernsehe guckt. Ich finde, Eltern sollten immer für Ihre Kinder da sein, wenn diese Eltern brauchen. Und, wenn der Große zu ihnen ins Schlafzimmer kommt, um sich anzumelden: »Da bin ich, ich bin wach« ist das nichts anderes, als ein »Ich brauche jetzt eure Hilfe.«

Bei ihrem »guten Morgen« wäre ich wahrscheinlich wesentlich sturer gewesen.

Papa: »Guten Morgen«
Sohn: »Ich hab Hunger«
Papa: »Guten Morgen, Sohn«

Dort vielleicht einfach mit der Stimme und der Gestik spielen; und das eher spielerisch lösen. Dann sollte sich ein 7-Jähriger eigentlich irgendwann darauf einlassen. Es sollte sich nur nicht zu einem Machtkampf entwickeln. Notfalls kann man das »gute Morgen« auch durch drakonischer Folter erpressen. Spielerisch geht das z.B., in dem die Mama mal kurz das Kitzelmonster wird. Das lachen dabei hilft auch gut, die ganze Anspannung aus dem Morgen zu nehmen. Das hat zumindest bei meinem Junior immer total gut geholfen.

Auf ein: »Wann gibt’s Frühstück« mit dem danach gefolgten »Ich will jetzt essen« … ich finde, da kann man entweder versuchen, dass Kind irgendwie mit einzubeziehen: »Komm, ich räume die Spülmaschine aus, und, du deckst schon mal den Tisch - dann geht alles schneller.« oder aber auch, einzusehen, dass ein 7-Jähriger sich ruhig selbst schon mal etwas zum Frühstück machen kann, wenn es so großen Hunger hat. Die Konsequenz davon ist dann halt, dass er alleine essen muss und danach zusehen muss, wie seine Familie isst und sich langweilt. Da diese Konsequenz m.E. nicht so schön für ein Kind ist, wird es vielleicht daraus lernen. Aber, kein Lösungsansatz wäre für mich: »Also wenn ich die Wahl habe, die Spülmaschine auszuräumen, oder, meinem Kind etwas zum essen mache, entscheide ich mich natürlich für das Wichtigere: Die Spülmaschine auszuräumen #kratz«. Es ist halt ein Familienleben, und, dort sollte jeder auf die Anderen Rücksicht nehmen. Kindern kann das total schwer fallen, da die in der Regel an »sich selbst« denken (Ich will, Ich hab…). Nur, ein Kind lernt dieses Familienleben nicht dadurch, sich dann selbst auf das Niveau eines 7-Jährigen herabzulassen und absichtlich ein Kind warten zu lassen. Ich denke, mit guten Vorbildern können Kinder in diesem Alter wesentlich mehr anfangen.

Und - was die Situation mit dem Ei angeht. Also - ich wäre auch nicht erfreut über das Benehmen des Großen an diesem Morgen gewesen. Trotzdem finde ich, dass man sich als Erwachsener durchaus auch mal wie einer Benehmen kann. Denn, wie Kinder solche Probleme lösen: »Dann darfst du halt nicht mitspielen, bääääh« lernt der Erstgeborene sowieso in Kindergarten und Grundschule. Denn, zum Familienleben gehört auch, gegenseitig Rücksicht zu nehmen und zu erkennen: »Oh, Mama und Papa sind heute gar nicht gut drauf, dann schalte ich erstmal einen Gang zurück«. Das sind m.E. Dinge, die man erst lernen muss, und, zu denen man von der Reife auch überhaupt erst in der Lage sein muss, diese Dinge lernen oder verstehen zu können. Aber ob: »Oh, mein Kind ist selbst etwas mürrisch drauf, also, nehmen wir da auch mal keine Rücksicht drauf« dort das adäquate Mittel ist, dass einem Kind beizubringen… Was lernt es dadurch? M.E. eher das Gegenteil: »Eine Familie zahlt sich dadurch aus, eben nur an sich selbst zu denken und eben keine Rücksicht auf die Anderen zu nehmen.«

Beitrag von juniorette 22.04.11 - 11:29 Uhr

Hallo,

mein 4jähriger Sohn ist in der Lage sich Toast aus einem hochstehenden (!) Kühlschrank zu holen (er holt sich einen Stuhl, damit er dran kommt) und genauso den Toaster zu bedienen (auch dafür braucht er einen Stuhl).

Ihr scheint euer erstgeborenes Kind sehr zur Unselbständigkeit erzogen zu haben.

"Wann gibts Frühstück?"
Vater kommt rein: "Ich räum noch die Spülmaschine aus, dann mach ich Frühstück" "

Es wäre wohl sinnvoller gewesen, nur das benötigte Geschirr und Besteck aus der Spülmaschine zu holen und sofort Frühstück vorzubereiten.
Für mich als Erwachsene klingt das so, als wolltet ihr euer 7jähriges Kind bestrafen, weil es sich nicht perfekt benommen hat.

Wenn du in ein Restaurant gehst, und dir ein Steak bestellst, möchtest du doch auch nicht hören "ja, kommt gleich, wir müssen das Rind noch einfangen". So ungefähr muss das "erst Spülmaschine, dann Frühstück" für dein hungriges Kind geklungen haben.

Und dass ihr dem Kind das Ei verboten habt, finde ich kindisch. Wenn es euch um eventuelles Übergewicht geht, hättet ihr die Toasts verbieten müssen bzw. später selbst auf Eier verzichten müssen.

Was ich gemacht hätte?
"Du kannst dir schon mal Toasts machen." und "Wir haben auch ein Ei für dich gekocht!"

LG,
J.

P.S.: ich veranstalte auch manchmal unsinnige Machtkämpfe mit meinem Sohn und bin deswegen alles andere als eine perfekte Mutter. Aber nach dem Machtkampf ist mir dann selber klar, was schiefgelaufen ist.

Beitrag von sarahg0709 22.04.11 - 11:30 Uhr

Hallo,

zum einen: Warum deckt der Vater nur für die Mutter und sich? Ist ein größeres Kind da, gehört auch für dieses ein Gedeck mit auf den Tisch. Am besten darf es das selber decken.

Man fragt: "Möchtest Du heute auch ein Ei? Dann hol Dir Eierbecher und Löffel."

Kein Zank, kein Streit.

Wenn Töchting (auch 7) viel Hunger hat und vorab was will, gibt es schnell einen Becher Kakao, dann sind die Gemüter erst einmal beruhigt und man kann dann gemeinsam zum Frühstück schreiten.


LG

Beitrag von ajl138 22.04.11 - 11:47 Uhr

Sorry aber auch wenn es beabsichtigt ist.Die Erzählform rollt mir die Fussnägel hoch.

Bei dir kommt erst das Baby zuerst,und das "große" Kind bekommt das mit.
Ihr verlangt zuviel Verständnis von einem 7-jährigem Kind.

Andererseits hätte ich bei dem Theater am Tisch eigentlich nur in Richtung Kinderzimmer zeigen müssen,damit meine Kids merken würden,dass nun die Grenze erreicht ist.

Ihr habt viel zu spät eingegriffen,deswegen ist die Situation so eskaliert.

Beitrag von hedda.gabler 22.04.11 - 14:24 Uhr

Hallo.

Ich denke über eine solche Situation:

Eltern sind selber Schuld, wenn sie eine solche Situation zum Eskalieren bringen ... mit etwas mehr Gelassenheit und weniger Korinthenkackerei (was dann z.B. das Ei anbelangt) hätte es sich wohl weniger hochgeschaukelt.

Und ich denke, selber schuld, wenn sie den/die 7-Jährige(n) zu einem kleinen Pascha erzogen haben, der sich anscheinend noch nicht einmal selbst einen Toast macht oder machen kann ...
... und warum wird der/die Kleine nicht in den Haushalt eingebunden, wie z.B. Spülmaschine ausräumen oder Tisch decken.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von loonis 22.04.11 - 18:23 Uhr




Ich hole unseren Großen dann noch zu uns ins Bett ,wenn er möchte ...
da darf er dann auch mal ein wenig TV schauen bis wir alle zusammen aufstehen...
od. er hört noch einen Moment Hörspiel im Bett od. zieht sich schon mal an...

Wir decken ,wenn wir frei haben ,oft gemeinsam den Tisch ....u. essen immer
zusammen...
Ich denke ,man kann sehr wohl von einem 7 jährigen Kind erwarten,dass es sich noch einen Moment bis zum Frühstück geduldet ....
Wenn alle fix mithelfen ,ist das Frühstück ratz fatz fertig vorbereitet ...

So hätte ich das gelöst ...

LG Kerstin




Beitrag von anyca 22.04.11 - 19:55 Uhr

Verstehe ich nicht. Wieso kriegt das Kind kein Ei, bloß weil es schon Toast hatte? Meine Kinder dürfen essen, so viel sie wollen (außer Süßkram etc. natürlich).

Was hat das Ei mit dem Rest der Story zu tun?

Beitrag von ajl138 23.04.11 - 09:39 Uhr

DAS war wohl die Erziehungssache.
Alles andere ist genauso daneben,doch das Kind wurde bestraft.
Irgendwie tut die Kleine mir leid.

Beitrag von clautsches 25.04.11 - 22:02 Uhr

Hallo!

Mein Sohn ist 4 und macht sich sein Frühstück alleine, wenn´s ihm nicht schnell genug gehen kann. Insofern wäre eine solche Situation bei uns wohl gar nicht erst aufgekommen..

Und das mit dem Ei.. warum sollte es denn keins mehr geben, wenn sowieso grad welche gekocht werden / wurden und das Kind gern eins möchte?

Gruß,
Claudi

Beitrag von paula74 28.04.11 - 10:30 Uhr

Wie sind ansonsten Eure Regeln zu gemeinsamen Mahlzeiten? Esst ihr immer hintereinander? Bei uns muss gewartet werden. Einzige Ausnahmen: vorm Mittag- oder Abendessen wird bei Heisshunger als erstes Gemüse geschnipselt und das schon mal gegessen.

Bei uns wäre es so gelaufen: Wir hätten alle super-schnell gemacht, damit das Frühstück auf den Tisch kommt. Die Spülmaschine kann warten, unsere 4.5-Jährige kann helfen. Begonnen wird mit allen zusammen (wenn sie denn wach sind). Generell kann unsere Grosse morgens auch gut nörgeln, aber da wir alle Morgenmuffel sind, versuchen wir es zu ignorieren. Sobald das Essen auf dem Tisch ist, wird auch die Laune besser. Daher funktioiert das Prinzip der gemeinsamen Mahlzeit am Besten.

Vater: "Du hast nicht warten können, du hattest Toast. Es gibt für dich kein Ei."
Dieser Satz ist wirklich total unfair! Denn der Vater hat dem Kind ja Toast gemacht und dann "bestraft" er es im Nachhinein dafür! Er hat ja nicht vorher angekündigt, dass solche unlogischen Konsequenzen drohen! Ich denke, spätestens dort ist die Lage richtig gekippt!



LG Paula

Beitrag von benutzername27 28.04.11 - 13:03 Uhr

Was falsch gemacht wurde:
Nichts. Vater und Mutter haben es erwarten können und Kind nicht.
Aber vielleicht hätte Kind nicht so reagieren solle...

Was anders gemacht werden könnte:
Ins Zimmer rein gehen und das Kind davon abhalten, die Möbel zu schrotten.

Ich persönlich lasse meine große sich selbst ein Brot schmieren. Im Gegenzug deckt sie den Tisc und richtet alles her (Geht zum Bäcker holt Semmeln, nimmt ein Glas Babybrei aus dem Schrank, Nimmt Wurst und Käse aus dem Kühlschrank und stellt es auf den Tisch...)
UNd bei uns gibt es kein ,,Ich will"
Sondern ein ,,Mama, darf ich bitte... haben?"

Beitrag von ayshe 29.04.11 - 12:58 Uhr

Ich sehe das wie lisasimpson.

Und euer Kind hat recht, ja es ist total unfair von euch.


Meine Tochter gehört auch zu den Leuten, die kaum die Augen auf schon Hunger haben und essen wollen, na und?


Entweder man hat zügig den Tisch gedeckt und kann zusammen anfangen oder ein Kind kann auch früher anfangen und dann zum gemeinsamen Essen einsteigen.

Ich finde, ihr macht ein Gewese daraus.