Kleiner Denkanstoss zum Thema Flexibilität

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von italyelfchen 22.04.11 - 14:21 Uhr

Hallo zusammen,

ich mache mir gerade Gedanken zu den Familien, die wirklich jahrelang jeden einzelnen Mittag und jede einzelne Nacht mit ihren Kinder zuhause verbringen, weil die Kinder nur zuhause schlafen können. Kein Urlaub, kein Besuch oder Ausflug, der länger als ein paar Stunden dauert? Das finde ich schon sehr heftig! Dass man versucht, im Normalfall zuhause zu sein, zum Essen und Schlafen, völlig verständlich! Aber keinerlei Ausnahmen?

Also ich finde es ja schön, dass man sich nach seinem Kind richtet. Ich denke aber, dass da oft die mangelnde Flexibilität der Kinder schlicht angenommen wird und vorgeschoben, um den eigenen Mangel an Flexibilität zu überspielen! Ich weiß, da lehne ich mich weit aus dem Fenster und es mag Ausnahmen geben, aber dann hätte man es doch wahrscheinlich wenigstens probiert! Woher weiß man sonst, dass es nicht klappt! Wir legen auch großen Wert auf gewissen "Konstanten" vor allem auf regelmäßige Zeiten und auch unsere Nähe (Familienbett, Tragen, gemeinsame Mahlzeiten und gemeinsame Aktivitäten, die eigentlich immer nach Sophias und später auch Davids Wünschen sind)

ABER

wollt ihr euren Kindern nicht ein wenig von dieser schönen und spannenden Welt zeigen? Und zwar genau in diesem Alter, wo sie noch ohne jede Wertung und mit großer Neugierde auf alles zugehen? Ich meine, man muss es ja nicht gleich so extrem machen wie wir, aber bei so starrer zeitlichen und räumliche Abgrenzung, kommt man ja kaum in die nächste Stadt! Ich bin überzeugt davon, dass die Kinder unglaublich daran wachsen, eine wenig "rum" zu kommen!

Sophia hat von Sibirien bis zur Wüste schon so viel gesehen und erlebt. Wird weder vor Schapka noch Burka je Angst haben, hinter jeder Hautfarbe den Menschen und nicht die Herkunft sehen. Sie weiß, dass es die verschiedensten Kulturen gibt und wird ihre eigene zwar leben doch nie auf eine andere herab sehen. Sie wird auf jeden zugehen, egal welche Sprache er spricht und einen Weg finden, sich zu verständigen. Sie weiß um die Nöte anderer Menschen und wird immer schätzen, was sie selbst hat im Vergleich. Ist das nicht Gold wert in der heutigen Welt? Es wird wohl kaum möglich sein, einem Kind das zu vermitteln, ohne dass es die entsprechenden Erfahrungen selbst machen darf!

Wie gesagt, ich weiß, dass nicht jeder ein solches Leben führen kann/will, dass wir ein Extrem leben, aber ich muss sagen, das andere Extrem ist mir unheimlich! Kein Tagesausflug, kein Urlaub, kein Besuch, der länger als ein paar Stunden dauert? Wann soll das Kind anfangen zu erfahren, wie groß und vielfältig die Welt ist? Wann wollt ihr damit anfangen? Selbst wenn der Mittagsschlaf irgendwann vorbei ist, ist der Nachtschlaf wahrscheinlich heilig...

Liebe Grüße aus einem abgelegenen Ecklein dieser Welt,
Elfchen

Beitrag von hopelove 22.04.11 - 14:35 Uhr

Hallo!

Das hast du sehr schön geschrieben.
Ich versuche die Zeiten meines Sohnes im Normalfall wirklich zu 100 % einzuhalten. ABER Normal gibt es auch bei uns nicht jeden Tag.
Besuche bei Oma, Ausflüge und Urlaube kommen bei uns auch vor. Aber ich mache keine Arzttermine, Friseurtermine und Einkäufe in der Schlafenszeit. Da richte ich mich nach meinem Sohn.
Die Welt ist so flexibel geworden, so hektisch, so ohne Regel, so unberechenbar. Da will ich meinem Sohn so weit wie möglich Konstante im Leben bieten.
Nicht stur und nicht eingeschränkt aber er soll sich auf manche Dinge verlassen können.

Darf ich fragen warum ihr so in der Welt rumkommt?
Ich finde es schön, dass ihr das eurer Tochter bieten könnt.
Wir werden in den nächsten Monaten in die USA reisen und ich bin gespannt wie es klappt.

Lg hopelove

Beitrag von italyelfchen 22.04.11 - 16:57 Uhr

Hallo,

ja, Termine liegen bei uns auch nie in der Schlafenszeit und wir richten uns auch sonst nach den Zeiten der Kinder (nach Sophias natürlich mehr als nach Davids). Die einzige Party, auf der ich seit der Geburt meiner Tochter war, war meine eigene Hochzeit und selbst da haben wir uns ein Bein ausgerissen, um ihre Schlafsituation zu perfektionieren. Am Ende war es ein geliehenes Wohnmobil, in dem ihr Reisebett stand.
Aber mit ihrer Bettausstattung reisen wir dann eben rum! Sie kann überall schlafen! Wo ihr Reisebett nicht hinpaßt (Flugzeug zum Beispiel ;-) ), schläft sie meist in meinem oder Papas Arm. Wo könnte ein Kind geborgener schlafen?

Was uns durch die Welt treibt ist der Beruf meines Mannes, also nicht reines Fernweh! Trotzdem bin ich mir sicher, dass wir auch sonst viel reisen würden!
Ich wünsche euch eine tolle Zeit in den Staaten (da war Sophia zum Beispiel noch nicht)! Das klappt bestimmt!

Liebe Grüße
Elfchen

Beitrag von singa07 22.04.11 - 16:31 Uhr

Hallo Elfchen.

Ich denke, die Mischung macht es.
Gerade in dieser schnelllebigen Welt, in der ständig neue Reize und Entwicklungen auf die Kleinen einprasseln, ist es doch (auch) unsere Aufgabe als Eltern, den Kleinen der Fels in der Brandung zu sein.

Auch ich halte nichts davon, das komplette Familienleben ausschließlich auf das Ess-Schlaf-Windel-Verhalten von Kindern auszulegen, aber Rhythmisierung, Rituale, Konstanz und Verlässlichkeit sind nicht umsonst Eckpfeiler in der Entwicklung.

Und ob Toleranz und Akzeptanz jetzt zwingend und ausschließlich dadurch erreicht werden, dass man dem Kind reale Begegnungen bietet (wer hat schon die Möglichkeit?!),...

Rübe ist auch im Ausland geboren und wir haben immer sehr viel unternommen - er "kennt" (wenn man das bei einem Kleinkind sagen kann) halb oder eher dreiviertel Asien. Macht ihn das zu einem besseren Menschen? Ich hoffe. Aber wahrscheinlich kann er sich nicht einmal bewusst daran erinnern. Wie ein Kind sich entwickelt, ob es ein empathischer, sozial engagierter, toleranter und in sich ruhender und vor allem GLÜCKLICHER Mensch wird, hängt doch nicht davon ab, wo es schon alles war, sondern vielmehr davon, ob und wie seine Eltern ihm die Welt (incl. Religionen, Weltanschauungen und Lebensentwürfen) erklären.

Und ich bin schon der Meinung, dass Rituale und Konstanz wichtig sind. Zumal unsere Leben ja durch Job und "Termine" auch rhythmisiert sind - Flexibilität und Spontanität bleibt da oft auf der Strecke und ist immer etwas "Besonderes" das manche Kinder aus der Bahn wirft. Wichtig ist doch dann, dem Kind den Halt zu geben.

LG
Singa

Beitrag von italyelfchen 22.04.11 - 17:07 Uhr

Hallo,

ja, die Mischung macht's! Ich denke, wären wir nicht "gezwungen", so zu leben, würden wir es zumindest einen Tick ruhiger angehen lassen! Spätestens jetzt im Kindergartenalter!
Ja, Toleranz und Akzeptanz kann man auch vorleben und so eine Menge erreichen! Aber ganz selbstverständlich geht man wohl nur mit dem um, was man wirklich kennt! Das sehe ich an mir selbst! Meine Eltern sind auch mit uns gereist, aber etwas weniger weit! Ich habe überall eine Weile gebraucht, mich auf neue Kulturen einzulassen und nicht immer zu vergleichen alla "das machen wir besser, das machen wir schlechter". Auch im ersten islamischen Land, das wir besucht haben, habe ich eine Weile gebraucht! Sophia plappert dagegen ohne jedes Zögern die total verschleierten Mamis ihrer Spielkameradinnen an! Aber Du hast schon recht, dass auch viel von der Erziehung abhängt! Es gibt sogar Expats, die zwischen ihren Kindern und der einheimischen Umwelt eher Mauern bauen, als sie heran zu führen!

Hach, Asien ist auch spannende! Wir haben es mit den Kindern nur bis kurz hinter den Ural geschafft! Unser Umzug nach Korea ist kurz vor der Abreise geplatzt.

Liebe Grüße
Elfchen

Beitrag von skiddydelphi 22.04.11 - 16:40 Uhr

Hallo Elfchen,

wir hatten noch bis vor ca einem halben Jahr das Problem, dass unsere Tochter tatsächlich nur daheim schlafen konnte.
ABER: Wir haben trotzdem zumindest Tagesausflüge unternommen (dann hat sie halt keinen Mittagsschlaf gemacht) und wir haben es immer wieder versucht z. B. bei meiner Mutter zu übernachten.

Bei unserer Maus war es auch nicht nur ein kleines Problem: Sie schlief vor diesem Urlaub tatsächlich nur das Nötigste, sobald wir nicht daheim waren. Dies bedeutete Mittags gar nicht (macht sie heute noch, wenn wir nicht daheim sind) und Nachts max 2 Std und sogar dies nur mit Unterbrechungen.
Das hielt sie auch bereits 5 Tage durch. Dann brachen wir damals den Urlaub bei meiner Mutter ab, da die Kleine, mein Freund und ich total am Ende waren, es aber abzusehen war, dass es sich erst mal nicht ändern würde.

Anfang diesen Jahres bin ich dann mit meiner Tochter zu einer Freundin geflogen. Ich war mir bewusst, dass es evtl sein kann, dass meine Kleine extreme Schwierigkeiten bekommen könnte, was das Thema Schlafen betrifft. Und ja, davor hatte ich ziemlich Bammel!
Und doch nahm ich diese "Gefahr" in Kauf, denn ich will genau das erreichen, was Du beschrieben hast: Meiner Tochter die Welt, verschiedene Leben und Menschen zeigen. Und das geht nun mal nicht, wenn ich in so einer Situation nicht immer und immer wieder versuche, etwas zu ändern.

....und ich bin so froh, dass ich es gewagt habe!
Denn siehe da, meine Tochter hatte vom 1. Tag überhaupt kein Problem in einem fremden Haus, an einem fremden Ort, bei einer ihr völlig fremden Person zu übernachten! Und somit hatten wir eine wunderschöne Urlaubswoche #huepf

Ich denke, es gibt mit Sicherheit Kinder wie meine Tochter, welche tatsächlich Probleme haben, woanders zu übernachten.
Man muss jedoch unbedingt einfach dran bleiben und es immer und immer wieder probieren. Dann klappt es früher oder später - mit Sicherheit zumindest beim Großteil! :-)

LG #blume

Beitrag von italyelfchen 22.04.11 - 17:09 Uhr

Hey,

das finde ich super, dass ihr das nochmal gewagt habt und schön, dass ihr belohnt wurdet! Ja, ich denke schon, dass es Kinder gibt, die da wirklich Schwierigkeiten haben! Aber allzu oft ist das Problem "anerzogen" und schlicht "angenommen"!

Liebe Grüße
Elfchen

Beitrag von missy0675 22.04.11 - 16:50 Uhr

Na ja, bißchen übertreibst Du da meiner Meinung nach schon. Ob ein Kid mal ein offener, rücksichtvoller, kommunikativer mensch wird, weiß man nicht und lässt sich bestimmt nicht (nur9 damit erklären ob /er sie mehr wenbiger von der Welt gesehen hat als kleines Kind.
Ich finde heimat wesentlci hwichtiger als viel rumzukommen, aber das leigt auch daran daß ich Kidn eines ehemaligen Bundeswehrsoldfaten bin und schon daher öfters umgezogen bin.

Und ich kenne eigentlich niemand der keinen Tahgesausflug oder Urlaub oder Besuche über mehr als ein paar Stunden unternimmt mit seinem Kind/Kindern..da gibts eigentlich immer mal Ausnahmen und im Urlaub kann man ja auch zur gewohnten Zeit essen, Mittagsschlaf machen etc...

Ja, udn wie groß und vielfältig die Welt ist kriegt so oder so mit früher oder später. es gibt doch kaum Kidner die ohne Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der familie aufwachsen, allein schon i mKidnergarten meiner Tochter kommen die Kinder glaub ich aus mind. 8 verscheidenen Nationen (also deren Eltern) was man auch am Akzent zb hören kann, da fragen doch die kidner zb warum der/dei etwas nicht soo korrekt formuliert (zb meine Tochter) oder wo Vioetnam liegt weil das neue Kind bzw. dessen Familie daher stammt...Und medien gibts ja heutzutage auch noch, irgendwo/irgendwann sieht jdes Kidn doch mal fern oder hört Radio, Internet etc...und Schule gibts ja dann auch noch..

Wie gesagt, Deine Euphorie bzw. leicht verklärte , "romantische" Sichtweise kann ich nicht so ganz nachvollziehen, aber das ist wohl allgemein nicht so das meine....

grüsse,
missy

Beitrag von italyelfchen 22.04.11 - 17:20 Uhr

Naja,
ich bin mir schon bewußt, dass wir etwas extrem leben! Ja, viel ist auch Erziehung und auch in Deutschland kann man anderen Kulturen kennen lernen! Trotzdem finde ich die Erfahrungen, die unsere Kinder machen, sehr sehr wertvoll und ich bin mir sicher, dass diese sie mehr prägen als es jede Erklärung und Erziehung kann, selbst von bewegten Bildern unterstützt.
Heimat ist für mich nicht unbedingt an eine Ort gebunden! Wir haben ganz viel Heimat dabei, unsere Familie und unsere Art zu leben.

Aber ja, man kann auch ein sehr offener Mensch werden, wenn man immer in Deutschland wohnt und von dort aus reist! Aber ein wenig "raus" kommen, sollten die Kinder doch wirklich. Was wird das sonst für ein Riesenschritt, wenn man mit 4-5 Jahren das erste mal den eigenen Landkreis verläßt! Vom Flachland in die Mittelgebirge allein, oder umgekehrt...

Liebe Grüße
Elfchen

Beitrag von tauchmaus01 22.04.11 - 17:41 Uhr

Naja, ich finde Du bist da etwas kurzsichtig. Jedes Großstadtkind kennt Menschen verschiedener Kulturen. Aber jetzt schon zu behaupten dass Dein Kind sein Leben lang nun nur den Menschen sieht statt die Hautfarbe....

Dein Kind ist erst 3 Jahre alt, reden wir in 15 Jahren nochmal darüber.
Ich finde es nicht so erstrebenswert mit einem 3 jährigen Kind schon die ganze Welt zu erkunden, es ist so für Dein Kind ja sicher schon gar nichts besonderes mehr.

Ich sehe da auch keinerlei Zusammenhang zu dem Mittagsschlaf den manche Kinder eben daheim besser machen. Da ein Mittagschlaf ja so oder so gemacht wird, spielt es auch keine Rolle ob daheim oder neben einer Burkaträgerin.

Ich wünsche Dir dass Deine Tochter all Deine Eigenschaften leben wird, aber nur weil Du sie durch die ganze Welt schleppst wird sie kein besser Mensch als Tante Erna von nebenan die noch nie im Ausland war.

Mona

Beitrag von italyelfchen 22.04.11 - 19:06 Uhr

Das ist Deine Meinung, und völlig in Ordnung so! Aber warum so abwertend? Ich bin mir bewusst, dass einige nicht gut heißen, wie wir leben und von "durch die Welt schleppen" reden!

Mein Kind schläft allerdings nicht irgendwo neben irgendwem, sondern in 95% der in ihrem Bett, die Frage ist nur, wo es steht.
Ich finde es auch nicht befremdlich, wenn ein Kind an 95% der Tage in einem Bett in Deutschland schläft, aber ich finde es doch sehr komisch, wenn es wirklich 100% sind und man nicht mal wirklich die Stadt verläßt, weil man binnen 5 Stunden wieder zuhause sein muss.

Was ist ein "besserer Mensch"? Ein Mensch kann sich durch so vieles auszeichnen! Darum bin ich nicht so vermessen, zu behaupten, meine Tochter wird ein guter Mensch! Ich bin aber überzeugt, dass sie sich in dieser Welt besser zurecht finden wird als viele andere! Ich kann nicht 15 Jahre in die Zukunft schauen, wer kann das schon und muss man das? Ich lebe und erziehe meine Kind aus meiner momentanen Überzeugung heraus und hoffe das Beste...

Liebe Grüße
Elfchen

Beitrag von tauchmaus01 22.04.11 - 20:02 Uhr

"Ich lebe und erziehe meine Kind aus meiner momentanen Überzeugung heraus und hoffe das Beste..."

Eben, und das tun doch im Grunde auch die Mütter die eben der Meinung sind dass das Kind ins eigene Bett gehört.

Meine Kinder hab ich auch überall mitgenommen und wenn sie Mittags schlafen mußten, haben sie das auch bei Oma oder im Kinderwagen getan, ebenso auf der Autofahrt oder im Tragetuch im Supermarkt.

Ich denke auch dass kleine Babys von Beginn an ihren Rythmus brauchen, aber der nicht ortsabhängig sein braucht.

Mir erschließt sich aber bei Deinem Text nicht, was es damit zu tun hat ob Dein Kind schon in der Wüste oder sonstwo war. Ein 3 jähriges Kind interessiert es eben auch nicht ob die Frau neben Dir im Bus eine Burka oder einen Bikini anhat.

Jeder macht es so wie er es für richtig hält. Mir ist es egal ob ihr durch die Welt bummelt, ist doch im Grunde auch was feines, oder ob ihr Euch ne Erdhöhle buddelt und da drin wohnt. Wir Menschen sind eben so unterschiedlich wie die Sterne am Himmel. Und jeder Stern leuchtet eben auf seine Weise.

Daher finde ich Deinen Beitrag eher vermessen, denn Du urteilst über die Mütter die ihre Kinder gerne daheim in ihrem Bett schlafen lassen wollen.
Ist doch echt nicht Dein Problem, oder?

Mona#winke

Beitrag von italyelfchen 22.04.11 - 20:40 Uhr

"Mir erschließt sich aber bei Deinem Text nicht, was es damit zu tun hat ob Dein Kind schon in der Wüste oder sonstwo war."

Ich wollte einem Extrem ein anderes gegenüber stellen und so dessen Vorteile verdeutlichen! Wenn man mit dem Kind zu wirklich jedem Schlaf wieder zuhause ist, kann man ihm kaum die nächste Stadt zeigen! Evtl. ist so nichtmal ein Zoobesuch, eine Bootsfahrt oder eine Bergwanderung drin! Finde ich schade!

"Ein 3 jähriges Kind interessiert es eben auch nicht ob die Frau neben Dir im Bus eine Burka oder einen Bikini anhat."

Da stimme ich voll und ganz zu! In dem Alter nehmen sie es einfach hin und genau da ist der Punkt! Denn eine 15-jährige, die zum ersten Mal eine völlig verschleierte Frau sieht, wird wahrscheinlich mit Angst oder zumindest Unwohlsein reagieren. Eine 15-jährige, die das alles als 3-jährige schon oft und völlig selbstverständlich gesehen hat, wird dieser Frau nicht anders begegnen als jeder anderen Frau, und genau das ist doch schön, oder nicht?

"Daher finde ich Deinen Beitrag eher vermessen, denn Du urteilst über die Mütter die ihre Kinder gerne daheim in ihrem Bett schlafen lassen wollen. "

Das Recht zu urteilen habe ich nicht, das stimmt! Aber aufmerksam machen, wie eingeschränkt man ist und wie frei man sein könnte, das finde ich, darf ich! Ich lasse meine Kinder auch gern zuhause im Bett schlafen! Tu sie auch fast (!) immer, aber WENN mehr sehen will als den eigenen Landkreis muss man da Ausnahmen machen! Entscheidet eine Familie, dass ihnen das noch nicht so wichtig ist, gut, da sollte ich mehr Verständnis haben, da hast Du recht!

Gruß,
Elfchen

Beitrag von loonis 22.04.11 - 18:14 Uhr




Schön geschrieben!!!

Ich hatte ja unten auch einer Mama schon geschrieben ,dass man
sich oftmals viel zu viele "Sorgen" bezügl. des Schlafens /Essens unterwegs/woanders macht ....es kommt meistens anders als man denkt ...

Wir sind viel unterwegs ,von Anf. an ....
Beim 1.Kind habe ich mir auch viel mehr Gedanken übers Schlafen ,essen /trinken etc. gemacht ...
Aber es klappte fast immer reibungslos ...

Wir sind auch schon früh mit den Kids in d.Urlaub geflogen ...
die Oma wohnt 300 km weiter weg ,so sind sie 2-3h Autofahrt auch
von Anf. an gewöhnt ...

Im Urlaub wurde sich eben zusammen hingelegt mittags od. es wurde unterwegs im Buggy/KiWa geschlafen und und und ...

Je entspannter d.Eltern,so entspannter d. Kinder...meine Meinung ...

Urlaub/Erholung ist auch für d.Eltern wichtig u. es ist soooo toll
die Kleinen z.Bsp. am Strand butschern zu sehen ,zauberhaft ...

Wir haben auch kleine Städereisen mit Kleinkindern gemacht ...
eben kindgerecht ...Ausflüge dort dann in Zoo's ,Schwimmbäder & Co
standen eben auch auf dem Plan ...

LG Kerstin


Beitrag von italyelfchen 22.04.11 - 19:08 Uhr

Ganz meine Meinung!

Und das sowieso:
"Je entspannter d.Eltern,so entspannter d. Kinder"

Ich denke nämlich oft, dass die Eltern sich das selbst im Weg stehen und nicht die Schlafgewohnheiten der Kinder...

Liebe Grüße

Beitrag von junisonne10 22.04.11 - 19:35 Uhr

"Kein Tagesausflug, kein Urlaub, kein Besuch, der länger als ein paar Stunden dauert? Wann soll das Kind anfangen zu erfahren, wie groß und vielfältig die Welt ist? Wann wollt ihr damit anfangen? Selbst wenn der Mittagsschlaf irgendwann vorbei ist, ist der Nachtschlaf wahrscheinlich heilig... "

ganz schön intollerant für jemanden, der sein kind doch so tollerant erzieht! jedem das seine!

liebe grüße

Beitrag von italyelfchen 22.04.11 - 19:45 Uhr

Danke für den Anstoss, da hast Du allerdings recht! Ich habe dafür nicht wirklich Verständnis, sollte man als wirklich toleranter Mensch aber haben!
Ich hoffe, dass die eine oder andere Familie doch mal was "riskiert", darf aber natürlich nicht werten, wenn sie es am Ende nicht tun!

Beitrag von delfinchen 22.04.11 - 20:35 Uhr

Hallo,

ich denke, es kommt auch auf das Alter der Kinder an. Ich hab 1,5jährige Zwillinge, der Papa ist täglich von 6 bis 19 uhr außer Haus (außer am WE), da ist es nicht soooo einfach, alleine einen auf flexibel zu machen.

Ich hab die Erfahrung gemacht, dass meine beiden woanders nicht schlafen können, außer bei meinen Eltern. Da sind wir oft, da hat jede ihr eigenes Bettchen in einem "eigenen" Zimmer - da schlafen sie fast schöner als daheim, wo sie sich ein Zimmer teilen.

Aber wenn ich ab dem Kindergartenalter anfange, sie "in die große weite Welt" einzuführen, dann reicht das völlig. Kleine Kinder sind mit sich und dem allernächsten Umfeld genug beschäftigt. Meine beiden haben ja immer einen Spielkameraden, da brauche ich nicht täglich zu anderen Familien, zumal es anderen ja auch nicht zuzumuten ist, ständig zusätzlich zwei Kleinkinder bei sich zu haben.
Ausflüge sind eben noch schwierig, weil sie alle 3 - 4 Stunden schlafen MÜSSEN (habs schon anders probiert, war ne Katastrophe inklusive hochgradig gestörtem Nachtschlaf und das eben mal zwei!) und von Anfang an nicht im Auto oder Kinderwagen schlafen.

Vielleicht habt ihr mit eurem Kind Glück, weil es besodners unkompliziert scheint, aber es gibt eben Kinder, die wirklich einen strukturierten und geregelten Tagesablauf brauchen und den sollen sie dann auch bekommen.

LG,
delfinchen

Beitrag von italyelfchen 22.04.11 - 20:46 Uhr

Ja, danke, dass Du mir die andere Seite etwas näher gebracht hast! Dann habt ihr es ja tatsächlich ausprobiert und wartet jetzt eben noch etwas, bis ihr es wieder probiert! Vielleicht ist ja bald schon ein etwas längerer Ausflug drin und ich drücke die Daumen, dass ihr es alle genießt!

Liebe Grüße
Elfchen

Beitrag von delfinchen 22.04.11 - 21:02 Uhr

hallo,

ja, das wird schon werden. bin da recht zuversichtlich. manchmal schaffen sie auch cshon 6 stunden am stück, allerdings ist dann das bettgehen eine einzige katastrophe. aber wir probierens immer wieder mal aus .-)

frohe ostern und genießt eure flexibilität!

lg,
delfinchen

Beitrag von tosse10 22.04.11 - 21:03 Uhr

Hallo,

was hat die Möglichkeit zu reisen / woanders zu leben denn damit zu tun ob man flexibel und tolerant ist? Auch wer nicht die Möglichkeit hat rumzukommen kann doch sein Kind an Offenheit und Toleranz heranführen. Ob man nun nur zu Hause schläft oder auch woanders hat doch damit nichts zu tun? Für mich sind das zwei völlig verschiedene Dinge!

Wir haben nicht die Möglichkeit als Familie groß Urlaub zu machen. Ich glaube auch nicht das man im Pauschalurlaub wirklich die Länder und Sitten kennen lernen kann. Mit viel Vorbereitung und Organisation schaffen wir evtl. 4-5 Nächte einmal im Jahr am Stück weg zu kommen. Mein Mann ist Landwirt. Wir sind somit nicht wegen der Kinder so gebunden. Und genauso wie du Eure Art zu Leben als Ideal empfindest, empfinde ich unseren Lebensentwurf als den perfekten für uns. Unsere Kinder wachsen naturnah auf. Auf dem Hof leben drei Generationen (Mein Mann und ich samt 2 Kindern, meine Schwiegereltern, mein Schwager, meine Schwägerin samt Familie wohnt nur einen Steinwurf entfernt). Familienleben und Zusammenhalt/Rückhalt ist bei uns sehr wichtig. Meine beste Freundin aus Kindertagen wohnt in einer Großstadt. Sie hat dort auch eine Familie gegründet. Sie empfindet ihren Lebensentwurf für sich auch als Ideal. Vielfalt, Flexiblität, viele Angebote, kurze Wege,.... Jeder hat doch seine eigenen Vorstellungen was wichtig ist und was nicht. Am besten kann man den Kindern doch das vermitteln was einem selbst wertvoll ist!

Was die alltägliche Flexiblität angeht sind wir wohl eher "normal" veranlagt. Unsere Kinder kommen halt mit mir mit. Wenn ich glaube es ist für den Großen zu viel, dann bleibt er halt zu Hause bei Oma. Bei meiner Mutter übernachtet er auch ab und zu. Der Kleine ist ja in dem Alter wo er noch überall mit hin kann und im KiWa schläft. Aber gewisse Dinge sind mir sehr wichtig, wie z.B. gemeinsame Mahlzeiten ganz in Ruhe. Wo die stattfinden ist zweitrangig.

LG

Beitrag von schullek 22.04.11 - 23:47 Uhr

hallo,

wir leben recht flexibel. in jedweder art. unser sohn war anstrengend, von anfang an. udn da er anstrengend war, egal, wo wir waren, waren wir überall:-)
wir sind viel unterwegs und lieben es. für ihn war eigentlich immer nur wichtig, dass mama (vor allem) und papa da waren. dann war und ist alles ok für ihn. mittlerweile 'reichen' auch andere bezugspersonen.
ich bin auch manchmal überrascht, wie wichtig absolt eigehaltene tagespläne fü+r manche familien sind. ich kenne einige, da gibt es immer zur selben zeit essen, es wird immer zur selben zeit schlafen gegangen, keine abweichung etc. das fänden wir schrecklich, werden dafür aber ioft kritisch von eben diesen beäugt.
ich bin allerdings der meinung, dass muss jeder so handhaben, wie es zu seiner familie am besten passt. zu uns passt ne angenehme flexibilität. und die kann auch mal bedeuten, dass das kind mit auf ner feier bleibt, bis es sich selbst schlafen legt.

lg

Beitrag von annezz 23.04.11 - 23:31 Uhr

Hallo Elfchen,

das klingt ja sehr spannend.

Ich hoffe, dass Deine Erwartungen an Deine Kinder auch in Erfüllung gehen. Ich kann ganz kurz berichten. Ich bin als Kind auch viel rumgekommen und auch bei mir war zuhause immer da, wo meine Familie war (war ja die einzige Konstante). Es ist toll zu erzählen, wo man überall war und was man dort erlebt hat.
Seit ich ein eigenes Leben habe wohne ich in der selben Stadt und habe die selben Freunde. Es fällt mir sehr schwer mich zu trennen. Ich vermisse es "Sandkastenfreunde" zu haben, mit den ich immer noch befreundet bin und werde immer ein bisschen traurig, wenn man mich fragt wo ich herkomme, da ich darauf keine Antwort habe und mich "Heimat" auch ein bisschen vermisse.

Es ist eine ganz tolle Erfahrung, die Du und Deine Familie machst, aber erwarte nicht, dass Deine Kinder ausschließlich voller Ehrfurcht und Dankbarkeit für diese Erfahrungen sind.

Glaube mir, ich hab auch ganz schöne viel gereiste "Idiotenkinder" kennengelernt. Aber solche Exemplare hast Du bestimmt auch schon getroffen.
Es ist wichtig, was man seinen Kindern vermittelt und vorlebt. Egal wann Mittagsschlaf gemacht wird ;)

Meine Schwester hält das mit den Kindern auch so streng und ich muss akzeptieren, dass sie eben einen anderen Weg geht als ich. Sie hat bestimmt auch bei uns was auszusetzen.

Wir alle haben Defizite. Man muss nur genau hinsehen ;)

Liebe Grüße an das weit entfernte Stückchen Erde.
Anne