Johann Emil - 21.03.2011

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von -enie- 22.04.11 - 17:57 Uhr

Hallo ihr Lieben,

jetzt schaffe auch ich es endlich mal meinen Geburtsbericht zu verfassen. Die Geburt ist mittlerweile viereinhalb Wochen her aber ich muss sagen, dass ich immer noch viel daran denken muss. Also zum Bericht...

Ich muss dazu sagen, dass mir mein Arzt schon vier Wochen vor der Geburt immer wieder sagte, dass der Kleine bestimmt früher kommen würde und, dass alles so schön weich sei, dass es sicher schnell gehen würde, wenn die Wehen einsetzen würden. Letztlich gingen wir sechs Tage über Termin, ET wäre nämlich der 15. März gewesen. Zu dem Zeitpunkt lagen meine Nerven langsam blank und wir hätten an dem Montag eigentlich das Gespräch mit dem Oberarzt der Station gehabt um zu besprechen, wie es jetzt weitergehen sollte. Da hatte Johann sich es dann aber Gott sei Dank spontan anders überlegt und wollte doch lieber von alleine ausziehen...

In der Nacht vom 20. auf den 21. März, also von Sonntag auf Montag, wachte ich in der Nacht um halb zwei auf und merkte, dass mein Bauch regelmäßig hart wurde und, dass das im Rücken und im Unterlkaub mensartig zog. Ich dachte mir, das ist jetzt doch anders als alles mit dem ich mich die Wochen vorher so rumgeschlagen habe und bin erstmal aufgestanden, um vom Bett auf dei Couch zu wechseln, damit ich die Uhr besser im Blick hatte und das Ganze ein bisschen beobachten konnte.

Mein Mann stand um halb vier auf, um mal nach mir zu sehen, geriet dann ein bisschen in Panik, als ich ihm mitteilte, dass es jetzt wohl losgehen würde. Aber er ging dann doch noch duschen und kochte sich einen Kaffee. Ich wollte auf Nummer Sicher gehen und ging auch nochmal duschen, um zu gucken, ob die Wehen nicht wieder weggingen, wie die Tage zuvor. Und siehe da sie blieben und wurden auch intensiver, so dass ich mich schon aufs Atmen konzentrieren musste.

Um kurz vor fünf Uhr morgens kamen wir in der Klinik an. Die Hebamme schrieb CTG "Das sieht doch schon gut aus, das geht auf alle Fälle heute los!" und stellte fest, dass der Muttermund schon drei Zentimeter offen war. Wir sind dann nochmal durch den Schloßpark geschlendert. Schneller ging auch nicht und mit regelmäßigen Pausen um die Wehen zu veratmen. Dann wieder CTG. Wehen schon ganz schön doll aber Muttermund noch immer bei drei Zentimetern. Na ja gut die erste Geburt dauert eben, habe ich mir sagen lassen... Wir sind dann ins Wehenzimmer, konnten noch ein bisschen verschnaufen, mein Mann hat nochmal die Augen zugemacht und ich habe versucht mich ein bisschen zu entspannen, damit der Muttermund auch entspannt. So viel zum weichen muttermund und alles geht schnell!

Um halb zehn fühlte ich mich dann im Wehenzimmer nicht mehr so gut aufgehoben und wir wechselten wieder in den Kreißsaal. Um das Ganze abzukürzen: Es hat sich bis halb zwei nichts getan, trotz Buscopan und heftiger Wehen im Minutentakt. Dann schlug mir die Hebamme eine PDA vor. In dem Moment hätte ich heulen können. Das war das was ich nciht wollte aber mir war auch klar, dass, wenn nciht bald etwas passieren würde ich zu viel Kraft verliere oder sie gleich einen Kaiserschnitt machen und da hatte ich noch weniger Lust zu. Hätte ich da geahnt was mich erwartet!

Mein Mann wurde für zwanzig Minuten rausgeschickt, ich in ein schickes OP-Hemdchen verfrachtet, mit Jod eingepinselt, habe für drei Waschmaschinen oder so unterschrieben und dann begann die Tortur. Eine Stunde hat der Anästhesist gebraucht um mir diese beschissene Nadel in den Rücken zu stecken. In der Zeit saß ich vornübergebeugt, die Hebamme, die an meinen Schultern zog vor mir, auf der Bettkante und versuchte die Wehen zu veratmen. Irgendwann war mir alles so egal, mir liefen die Tränen übers Gesicht und ich wünschte mir ncihts sehnlicher, als, dass alles endlich vorbei sein würde. Als die PDA dann aber endlich saß, hätte ich dem Erfinder die Füße küssen können. Ich konnte ein bisschen Luft holen und war die nächsten zwei Stunden schmerzfrei und außer dem Druck nach unten war es ganz angenehm. Dann wurde nachgespritzt, der Oberarzt kam, stellte fest, dass der Muttermund acht Zentimeter offen ist und stach die Fruchtblase auf. Um halb sechs wurde das letzte Mal nachgespritzt, dann gab es noch ein Infusion, da es mir nciht mehr so richtig super ging und um sieben, als die PDA raus war wurde der Wehentropf angehängt.

Ab da ging es in meinen Augen wirklich schnell. Die Presswehen kamen kurz nachdem der Tropf hing. Die ersten musste ich noch lautstark veratmen und dann durfte ich endlich mitmachen. Das war so eine Erlösung, denn bis dahin fühlte ich mich fast wie ein Statist bei der ganzen Sache. Das Mitmachen tat unheimlich gut und nach sechs Presswehen war Johann endlich da. Um halb neun, nach neunzehn Stunden Tortur und einem Auf und Ab an Gefühlen konnte ich meinen kleinen Süpatz endlich in die Arme schließen. Sie legten mir dieses nasse, schmierige, vollkommene kleine Wunder auf den Bauch und diese Gefühl lässt sich keinem beschreiben, der es nicht selbst erlebt hat. Und schon da hab ich gesagt ich mache das jeder Zeit wieder, wenn mir am Ende so etwas Perfektes geschenkt wird.

Der Dammschnitt war nur minimal und das bei den stolzen Maßen:
4125g
56cm
37,5cm KU

Was lange währt wird endlich gut! Johann brauchte eben die sechs Tage mehr und beim nächsten Kind bin ich dann hoffentlich entspannter und lasse mich nicht mehr zu sehr von den Meinungen der Ärzte irritieren, Kinder haben ihre ganz eigene Uhr!

Hui, ist doch viel länger geworden als ich dachte :-)

Enie

Beitrag von sarahwong 27.04.11 - 05:50 Uhr

Schoener Bericht! Macht MUt! Wobei das mit der PDA schon heftig war.. 1 stunde!! wow...
;-)

LG sarah