Wann ist für Euch ein Kind "verzogen"?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von vanillie 24.04.11 - 20:00 Uhr

Hallo zusammen,

Frage steht ja schon oben - ab wann ist in Euren Augen ein Kind verzogen? Natürlich frag ich aus gegebenem Anlass. Maja ist jetzt 2 1/2 Jahre alt. Sie hat Trotzanfälle und hängt manchmal ordentlich die Zicke und Prinzessin raus, soll heissen sie spricht dann nicht mit jedem oder irgend etwas muss unbedingt haargenau so sein, wie sie es sich gerade vorstellt - sonst gibt es Tränen. Teilen klappt auch nicht immer, manchmal braucht sie ihre Zeit, um sich von einem Gummibärchen zu trennen - und manchmal klappt es auch gar nicht. Eigentlich dachte ich, das wäre so ganz normal für ein Kind in ihrem Alter. Ich dachte auch, mein Mann und ich wären zwar entspannte Eltern, aber nicht nachlässig. Heute gab es dann beim Osterfest Probleme, weil Maja beim Kuchenessen auch einen gerade eben geschenkt bekommenen Schokohasen aufmachen und essen durfte - und die Kinder meiner Schwester aus irgend einem Grund nicht. Meine Schwester meinte nachher zu mir, sie hätte Probleme ihren beiden Kindern (sechs und vier Jahre) immer zu erklären, weshalb sie etwas nicht dürfen, was Maja darf - zum Beispiel eben den Schokohasen essen oder vom Tisch aufstehen, wenn noch nicht alle fertig sind mit essen. Maja darf nicht jeden Tag Schokohasen futtern - aber heute war Ostern, sie hatte sich total darauf gefreut und liebt Schoko-Schmunzelhasen. Ich fand überhaupt nichts schlimmes dabei, dass sie ihren Hasen an der Kuchentafel essen durfte - den Kuchen fand sie ja trotzdem noch gut. Vom Tisch aufstehen darf sie auch, wenn andere noch essen - ich animiere sie, solange sitzen zu bleiben, wie sie kann. Aber sie hat wirklich Hummeln im Popo, und es ist manchmal schon eine Herausforderung für sie,solange sitzenzubleiben, bis sie satt ist - so sehr treibt sie das Entdeckertum. Manchmal bleibt sie auch sitzen, bis alle fertig sind - aber das ist eher selten. Bisher dachte ich immer: Na, sie ist ja erst zweieinhalb - mit ein bisschen Übung wird sie wohl irgend wann solange am Tisch sitzen, bis alle fertig sind mit essen. Wenn sie das mit vier oder fünf Jahren immer noch nicht macht, obwohl wir es versuchen - dann würd ich mir Sorgen machen. Meine Schwester meinte, Maja sei eine Diva und sie könne es kaum ertragen, wie mein Mann und ich mit ihr umgehen. Ich war ziemlich geschockt. Klar mache ich nicht alles richtig, und wenn ich mich selbst einschätzen müsste würde ich auch sagen, dass ich nicht sonderlich streng bin. Aber dass meine Schwester unser elterliches Verhalten als so unzumutbar empfindet, hat mich stark getroffen. Ihre Kinder sind auch nicht perfekt - sie sagen bitte und danke, sitzen brav am Tisch und können hervorragend teilen. Aber sie sind auch schon vier und sechs Jahre alt, und soweit ich mich erinnere, mussten die beiden auch nicht am Tisch sitzen bleiben, als sie noch kleiner waren. Sie haben - wie jedes Kind - auch ihre Macken, schreien herum, streiten sich wie die Kesselflicker, schreien schonmal hysterisch und bis zum Blauwerden. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, meiner Schwester das vorzuwerfen und zu sagen, das sei nicht normal. Es sind halt Kinder, und jedes hat sein eigenes Temperament. Im Vergleich zu den beiden Kindern meiner Schwester erlebe ich Maja meist als Leisetreter (obwohl sie zu Hause schon ordentlich die Sau rauslassen kann). Ich bin gerade ziemlich unglücklich mit dem, was meine Schwester gesagt hat, und horche die ganze Zeit in mich hinein, ob sie Recht hat. Maja ist eine verzogene kleine Diva und mein Mann und ich sind viel zu nachlässig. Ich fürchte, dass ich vielleicht einen Scheuklappenblick habe, weil ja jeder seine Kinder nach bestem Wissen und Gewissen erzieht. Und ich will Maja auf keinen Fall zu einer verzogenen Diva erziehen. Schon gar nicht so, dass meine eigene Schwester die Situation unzumutbar findet.

Wann sagt Ihr, dass Kinder verzogen sind? Was ist für Euch "normale" und was nicht? Wann denkt Ihr von Kindern anderer Leute, dass sie verzogen sind?

Viele Grüße und noch ein schönes Osterfest
Vanillie

Beitrag von fruehchenomi 24.04.11 - 20:08 Uhr

Also - für eine 2 1/2 jährige leg ich einen anderen Maßstab an als für 4 und 6jährige -logisch. Ein Machtkampf am Tisch mit der Sitzenbleiberei ist auch zwecklos, aber oft hat meine Tochter ihre Leonie dann einfach auf den Schoß genommen, bis man mit dem Essen fertig war.
Wenn Deine Maja aber offensichtlich immer alles bekommt, was sie will, wobei ich nun gerade überspitze, wird sie sicher eine verwöhnte Prinzessin.
Regeln kann so eine kleine Maus auch schon lernen. Im Moment seh ich den Schokihasen aber auch nicht als Drama an.
Warum Deine Schwester zu dem Urteil "Diva" kommt, weiß ich nicht. Wie oft seht ihr euch, habt ihr ein gutes Verhältnis und sie meint es vielleicht gut ? Oder sind da eher Spitzfindigkeiten usw ein Problem ?
Ansonsten würde ich sie mal direkt fragen, was sie meint.
An einem Schokihasen allein kanns nicht liegen.
Was "normal" ist -liegt sowieso im Auge des Betrachters.
Aber dass ein Kind eben nicht "alles dürfen" sollte, ist klar - aber immer auch im Rahmen des Alters gesehen.
Mal sehen, was die anderen so schreiben :-)
LG Moni

Beitrag von vanillie 24.04.11 - 20:27 Uhr

Hallo Moni,

wir sehen uns nicht oft. Die Familiensituation ist ein bisschen angespannt. Maja darf viel, aber nicht alles - mein Mann und ich brechen keine Kämpfe vom Zaun, wo es um nichts geht. Sie will den blauen Schlafanzug heute nicht anziehen, sondern den in Rosa? Darf sie. Sie bettelt vor dem Schlafengehen um noch eine weitere Gutenachtgeschichte? Macht sie in der Regel nicht, kriegt sie. Sie jammert, dass sie keinen Apfel will sondern Erdbeeren? Wir teilen den Apfel und sie bekommt noch ein paar Erdbeeren - ich freu mich ja, dass sie überhaupt Obst isst, kenne viele Kinder, die das gar nicht wollen. Aber: Sie will mit ihren weissen Sandalen unbedingt über die Wiese? Darf sie nicht, die werden vorher mit - meist nicht entgegengenommener Erklärung - ausgetauscht, auch wenn es Tränen gibt. Sie will keine Zähneputzen nach einem Naschtag? Die Zähne werden geputzt!!! Sie will die Haare mal nicht gekämmt haben? Die Haarbürste versucht, sie freundlich zu überreden - wenn das nicht nutzt, gibt es eben ein paar Tränen, Haarekämmen muss sein. Sie wirft etwas auf den Boden vor Wut? Dann ist es weg! Wir haben ein kleines Mädchen, das sich meist problemlos Baden und Duschen und die Haare kämmen lässt, sie geht problemlos abends ins Bett und schläft prima ein und durch. Sie isst meist gut, ist sehr liebevoll, sagt meist bitte und danke... Machtkämpfe gibt es nur da, wo es mir wichtig scheint - an manchen Tagen also gar nicht, an anderen Tagen bei jedem Pups. Ehrlich gesagt weiss ich nicht, wie meine Schwester darauf kommt, Maja bekäme immer ihren Willen. An manchen Tagen - meist bei Entwicklungsschüben, bei denen sie plötzlich ein paar Tage später irgend etwas neues kann oder irgend etwas deutlich besser kann als vorher - mache ich abends drei Kreuze, wenn die Kleine im Bett ist, weil es wegen jeder Kleinigkeit Machtkämpfe gibt. Klar wäre es leichter, sie immer alles machen zu lassen was sie will - und ihr immer alles zu geben. Damit würd ich mich - kurzsichtig gesehen - als Mama beliebt machen und könnte mir die tränenreichen "Auseinandersetzungen" sparen. Aber Erziehung gehört eben dazu, wenn man Kinder hat - auch wenn mir das manchmal noch weniger Spaß macht als Maja. Ich drücke mich da immer wieder bewusst nicht drumherum und überlege zugegebenermaßen schon hin und wieder: Hmmm, wenn ich ihr jetzt ein Gummibärchen gebe, ist Ruhe... aber gleich gibt es Abendessen... Oft gibt es bei uns auch Kompromisslösungen - Maja will eine Handvoll Gummibärchen, aber es gibt gleich Essen. Dann gibt es schonmal ein einzelnes Gummibärchen, damit das Warten aufs Essen nicht ganz so schwerfällt, psychologisch gesehen. Ich hätte das bisher nicht als verziehen betrachtet...

Viele Grüße
Vanillie

Beitrag von fruehchenomi 25.04.11 - 12:57 Uhr

Also ich sehe da keine größeren "Auffälligkeiten" :-p.
Wie gesagt, so lange sie nicht ALLES darf - ist das schon okay.
LG Moni

Beitrag von altehippe 24.04.11 - 20:14 Uhr

Ich kenn deine Maja ketzt ja nicht, aber glaub auch kaum, dass sei verzogen ist. Bislang ;-)
Ne, im Ernst. Meine Zwillies sind auch grad 2 1/2 und wenn wir allein (also nur wir als Familie) in der Küche essen, dann bleiben sie sitzen und da leg ich auch irgendwo Wert drauf. Wenn Besuch da ist, oder wir zum Beispiel im Garten grillen ist das was anderes. Man isst dann ja automatisch länger und es macht mehr Stress als alles andere, das Kind zum Sitzen zu zwingen.
Dann sollen sie lieber spielen und wir alle haben dafür eine ruhige Mahlzeit ohne Geschrei. Solang gefragt wird, ob man aufstehen darf ist doch alles bestens in Butter. Und wenn nicht, dann hab ich halt auch verzogene Kinder ;-)

Achja, bei meinem Großen hab ich es genauso gemacht und er bleib sitzen....scheint also zu klappen.


Lieben Gruß

Beitrag von altehippe 24.04.11 - 20:16 Uhr

Fast vergessen...die Osterhasen wurden heut schon beim suchen gegessen...Also nichts mit erst zum Tisch nehmen...gleich im stehen aufgerissen. Aber es sind ja auch keine Kunstwerke zum hinstellen.

Beitrag von zahnweh 24.04.11 - 23:44 Uhr

stimmt, vor 2 Jahren (als meine 1,5 Jahre alt war) wurden die Schokosachen auch sofort beim Suchen gegessen.

Da war es so heiß, dass sie schon fast geschmolzen waren.

Beitrag von sternchen1208 24.04.11 - 20:18 Uhr

Hallo,

und ein schönes Osterfest dir noch :-)...

tja wann sind Kinder verzogen? Ich glaube es kommt auf die Eltern an, was hat man selber für eine Erziehung genossen, wo liegen bei einem selber die Grenzen, was sind die eigenen Wertevorstellungen wie ein Kind erzogen sein sollte....

Ein Kind mit zweieinhalb brauch noch nicht die ganze Zeit ruhig am Tisch sitzen bis alle aufgegessen haben, da man dies noch nicht verlangen kann, ein Kind mit drei dagegen (unser Sohn ist auch drei und sehr verständig) kann durchaus schon ein bisschen länger sitzen bleiben, hält jedoch auch nicht immer komplett durch. Auch das Teilen kann mit 2 1/2 Jahren noch nicht klappen, da das Kind von der Entwicklung noch gar nicht so weit denken kann, in diesem Alter ist es alles "Meins" für die kInder und erst langsam mit drei Jahren fangen sie an zu lernen das es auch noch andere Leute gibt mit denen man teilen muss. Nur soviel dazu.

Für mich ist ein KInd verzogen, wenn es überhaupt nicht hört, alles bekommt was es will zu jeder Zeit ( KInd sieht was und Eltern kaufen sofort ohne darüber nachzudenken) und die Eltern dem Kind keine Grenzen mehr aufzeigen können.

So wie du es beschrieben hast, denke ich nicht dass ihr eure Tochter "verzieht", jeder erzieht anders und wenn deine Schwester andere Vorstellungen von Erziehung hat, als ihr, dann ist das eben so...

LG Sternchen #stern

Beitrag von serafina.nr.1 24.04.11 - 20:37 Uhr

ist ein kind verzogen, wenn es-

( ich denke da an ein ganz hübsches mädchena us dem sandkasten auf dem spielplatz vor vier jahren...;-)...)

wenn es ohne grund andere kinder, die sich nicht mir ihm/ ihr beschäftigen runtermacht, ständig aufmerksamkeit braucht, sich nicht alleine ohne unzufriedenheit zu zeigen beschäftigen kann, sich ständig in den mittelpunkt stellen muss um sich wohlzufühlen, generell immer die beste/erste sein muss, keine rücksicht auf jüngere nimmt, die anderen grundlos rumkommandiert, und ungefragt bemäkelt und bemotzt und ständig versucht sich in den vordergrund zu spielen...

ich kritisiere wirklich nicht leicht ein kind.... aber damals dachte ich echt, wenn ich so ein kind zuhause hätte...- allerdings dachte ich mir dann auch, so ein kind hätte ich gar nicht zuhause- denn dieses kind war drei und bis zu diesem alter hätt ich ihm schon längst erklärt was wir machen und was wir nicht machen, und auch warum, und mein kind würde sich definitiv anders verhalten.

ich kann nur ohne deinen beitrag genau gelesen zu haben sagen, im familienverband herrscht oft zwischen schwägerinnen ein konkurrenzverhältnis das besonders gern über die kindererziehung ausgetragen wird. versuch das auseinanderzuhalten was jemand über dein kind sagt um dich zu bekritteln, und wann es wirklich sachliche kritik ist.

meine erfahrung sagt, sobald eine schwägerin die andere beneidet, kommt kritik auf. egal was, es wird gemotzt und bemäkelt. das zeigt oft nur eines: wie unzufrieden diese person im vergleich ist, die eben motzt und mäkelt:-)
vielleicht findet sie dich hübscher,:-) deinen mann toller,:-) euer haus schöner :-)oder deinen beruf beeindruckender..- oder sonst noch irgendwas von immenser wichtigkeit...:-),-

und muss sich selbst wieder, um sich etwas besser zu fühlen, dann wenigstens in kommentaren über dein hübsches kind luft machen um wenigstens vor den anderen als die bessere mutter dazustehen:-)

die frage ist.... vor wem hat sie das geäussert...kann es sein, dass sie diese leute beeindrucken will um vor ihnen im vergleich zu dir besser dazustehen ....oder um dir zu demonstrieren ob dein mann zu dir hält oder eher dazu schweigt wenn du/ dein kind/ deine erziehung angegriffen wird...?

soweit meine assoziationen dazu.
mit liebem gruss!!!
vons erafina.

Beitrag von meinemupfi 24.04.11 - 21:01 Uhr

Hallo,

ich finde nach allem was ich gerade gelesen habe, dass du/ ihr nach meiner Einschätzung euer Kind überhaupt nicht verzieht.

Ich finde es toll, dass du es einfach in vielen Fällen nicht auf einen Machtkampf ankommen lässt, sondern einen "goldenen Mittelweg" findest. Ich handele oft ebenso, wie du es schilderst. Ich muss niemandem beweisen, dass ich die Macht und das Sagen über mein Kind habe, ich versuche auch immer einen Weg zu finden solchen Machtkämpfen aus dem Weg zu gehen.
Ich wurde dafür in der Vergangenheit auch häufig als zu "lasch" kritisiert, aber das ist mir egal. (gerne von meiner kinderlosen Schwester :-) )

Ich mache mit eine Dreijährigen kein Theater, wenn sie vom Tisch aufsteht, würde mich aber auf Ärger einlassen, wenn sie zum Beispiel keine Zähne putzen will oder wenn sie Kinder ärgern/schlagen würde. Für mich gibt es einfach auch wichtigere Dinge, als mein Kind zum Sitzenbleiben zu zwingen oder an Ostern (!) ihr ihre Schokolade am Tisch zu verbieten!

Von mir bekommste grünes Licht, finde deine Ansichten absolut okay!

Viele Grüße und schöne Ostern mit viiiiiiiel Schoki für die Kinder...:-p

Beitrag von arienne41 24.04.11 - 21:47 Uhr

Hallo

Erziehe dein Kind so wie du es für richtig hälst.
Erziehe dein Kind so das du immer dahinter stehst.

Jeder erzieht sein Kind anders und für jeden ist es so richtig :-).

Meine beste Freundin und ich erziehen unsere Kinder nicht gleich.
Wir haben auch andere Ansichten und jede von uns akzeptiert und respektiert es so wie es ist.

Deine Schwester muß deine Erziehung akzeptieren und du ihre.
Ich sehe kein Grund das Ostern nicht der Schokohase gegessesn wird :-)

Beitrag von engelshexle 24.04.11 - 21:47 Uhr

Hallo Vanillie,

hab mir deine beiden Beiträge durchgelesen und hab das Gefühl, daß du ganz genau weisst was und warum du etwas tust...Es liest sich für mich total klar und strukturiert und ich les daraus, daß du keine unnötigen Machtkämpfe mit deiner Süßen ausfechtest; gute Kompromisse eingehst und auf die Bedürfnisse deines Schatzes eingehst.....Aber nur bei Dingen, über die man auch diskutieren kann bzw bei denen Kompromisse machbar sind...

Ich hab mich in der Beschreibung deiner Erziehungsmethode total wiedergefunden und schon deshalb bin ich überzeugt, daß du auf dem richtigen Weg bist #schein

Natürlich gibt es in der Erziehung kein "richtig" und "falsch", weil es auf die individuelle Situation und auf die Persönlichkeit des Kindes ankommt ; aber mit viel Liebe, Geborgenheit und Wertschätzung können wir die Kleinen stark fürs Leben machen....

Liebe Grüße vom engelshexle

Beitrag von zahnweh 24.04.11 - 23:40 Uhr

Hallo,

meine ist jetzt 3 Jahre 8 Monate.

Am Tisch sitzen bleiben, muss/soll sie, bis SIE fertig gegessen hat. Wenn sie aufsteht, heißt das, dass SIE ihre Mahlzeit beendet hat. Egal ob andere noch essen oder nicht.

Wichtig ist: wir beginnen gemeinsam. Aufstehen darf wer fertig ist.


Schmunzelhasen wurden heute von allen Kindern sofort gegessen. Gummibärchen geteilt und manche auch nicht. Das Hauptessen wurde gut gegessen und selbst wenn, es ist Ostern!! Da dürfen auch mal zuerst die Süßigkeiten gegessen werden und abends dann das Abendbrot.

Einziges: irgendwann wurden die Süßigkeiten etwas weggepackt ;-)


Verzogen wäre für mich bei deinen konkreten Beispielen:

Kind steht auf, rennt um die Essenden herum (also nicht wo frei ist, sondern wirklich über Tische und Bänke) und keiner sagt was.
Spuckt ins Essen anderer.
Kommt alle zwei Minuten, möchte was anderes essen, bekommt was frisches, lässt es nach einmal anbeißen liegen, steht auf, kommt wieder, will wieder was neues...

Aufstehen und fertig sein mit essen, finde ich ok.


Dass man seinen eigenen Kindern Dinge erklärt, die andere dürfen, das kommt TÄGLICH vor. Ist doch nichts schlimmes dabei. Meine darf manche Sachen, die andere nicht dürfen (da bin ich eine Rabenmutter, weil nicht "konsequent") und darf vieles nicht, was andere dürfen (Rabenmutter, weil viel zu streng und kann nicht locker lassen) ;-)


Mit 2,5 Jahren durfte sie noch einiges mehr. Nein, ich war in einigem lockerer/nachsichtiger. Bsp. wenn sie etwas nicht mochte, durfte sie es zwei mal probieren und dann mit der Hand aus dem Mund nehmen. Jetzt möge sie den nicht schmeckenden Bissen doch bitte runterwürgen, aber dafür keinen zweiten probieren (sie weiß ja, dass es nicht schmeckt), dafür ist sie im Umgang mit Gabel so sicher, dass sie die auch ohne große Aufsicht nutzen kann.
Ich bin strenger, weil ich mehr erwarte und lockerer, weil ich ihr mehr zutraue.

Erklären, dass andere anderes dürfen, mache ich täglich.

andere haben ein Hochbett, sie wird keines bekommen (aktuelles Thema)
1jähriges Kind darf im Essen rummatschen, meine darf das nicht mehr (sie durfte das früher auch! das versteht sie... na ja fast:

"als ich Baby war, habe ich das auch gedurft. Wenn ich wieder Baby bin, darf ich das auch wieder. Und wenn du wieder Baby bist, Mama, dann darfst du das auch wieder. Jetzt dürfen wir das nicht, weil wir sind schon groß, du und ich Mama"


"Mama, schau mal die darf...." ... ja, die ist auch älter und geht schon zur Schule und kann schon...

Es ist anstrengend, keine Frage. das wusste ich schon, bevor ich ein Kind hatte. Damit müssen wir leben: andere machen es anders. Mein Kind kommt gut damit klar.

Beitrag von golm1512 25.04.11 - 18:01 Uhr

Hat dir denn deine Schwester begründet, warum der Schokohase nun nicht gegessen werden darf? Ich finde es leicht komisch, den Kindern einen zu schenken, der dann nicht verzehrt werden darf? Das ist doch doof. Ich denke auch, dass Kinder zwischen Kuchen und Schoko wählen dürfen bzw. an Festen wie Ostern einfach auch mal über die Stränge schlagen dürfen. Meine sind jetzt 5 und 7 und damit schon groß, aber eigentlich konnten sie schon immer mit Ausnahmeregelungen umgehen. Die finden sie immer ganz großartig und beim nächsten Mal gelten wieder die festgelegten Regeln.

Außerdem würde ich ungefragte Äußerungen zur Erziehung meiner Kinder grundsätzlich nicht ernst nehmen. Und ich tue NIEMALS meine Meinung zur Erziehung von anderen KIndern kund, weil es mich schlicht nichts angeht. Jede Familie hat ihre Schwerpunkte und Eigenarten. Ich finde es total pannefischig, wenn man bis zum Ende des Essens sitzen bleiben muss. Wozu? Entweder ist die Gesellschaft interessant, dann bleiben meine Jungs sowieso freiwillig und artig sitzen oder es ist ein reines Erwachsenenereignis. Dann sind wir fast froh, wenn sie aufstehen und sich selber beschäftigen statt sich zu langweilen und zu nerven.

Ein schlecht erzogenes Kind wäre für mich eins, das z.B. immer im Mittelpunkt stehen muss. Eines, das ohne Grund loshaut vielleicht? Ich kenne eigentlich keine schlecht erzogenen Kinder. Alle haben ihre Stärken und ihre Macken.
Jetzt in den Osterferien war da ein Mädchen, was ich auf den ersten Blick "hasste", weil sie sich permanent in den Mittelpunkt spielte und total eifersüchtig auf andere Kinder war. Ich habe mich ein bisschen reingesteigert....bis meine Söhne am nächsten Tag mit ihr spielten, weil sie auf die Jungs zugegangen ist. Die drei haben dann den lieben langen Tag zufrieden Frösche gefangen und waren sehr glücklich ohne sich auch nur einmal zu streiten. Plötzlich fand ich das Mädchen völlig normal. Sie war halt am Vortag eifersüchtig, aber vielleicht war sie ja nur unsicher und allein?
So richtig auffällige Kinder haben ja meist auch bekloppte Eltern und sind eher unglücklich als unerzogen.

Gruß
Susanne

Beitrag von jokie 26.04.11 - 09:38 Uhr

Hallo,

ich finde die Aussage deiner Schwester merkwürdig, sie hätte Probleme ihren Kindern zu erklären, warum deine Tochter etwas darf, was ihre Kinder nicht dürften. Das ist aber doch das Problem deiner Schwester und nicht dein Problem. Wenn sie ihren Kindern nicht erlaubt den Schokohasen zu essen, dann sollte sie doch zu ihrer Meinung stehen und nicht von dir erwarten, daß du dich ihrer Meinung anpasst, oder #gruebel?

Nach deiner Beschreibung hört sich deine Tochter für mich nicht verzogen an #winke.

LG Jokie