Friederike 08.02.2011

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von paulchenmc 24.04.11 - 21:54 Uhr

Hi, ich wollte meinen auch mal posten :) In meinem Blog steht er schon ewig, also kopier ich ihn jetzt auch mal rein ... *ACHTUNG LANG*

Friederikes Geburt - a neverending story ...
Am 08.02.2011 kam endlich unsere Tochter Friederike zur Welt.
Sie wog 3770g
bei einer Größe von 50cm und
hatte einen Kopfumfang von 36,5cm.

Aber der Weg dahin war hart und steinig und ich ließ dabei einiges an Nerven.

Am Montag, 31.01. (38+5) war ich nochmal in der GynAmbulanz zum Ultraschall. Geschätzt wurde sie schon auf gut 3,5kg plus etwa 300g (hatte ja am Ende auch etwa gestimmt) und hatte damit bei weitem nicht so viel zugenommen wie befürchtet. Wir einigten uns mit dem Oberarzt trotzdem darauf, aufgrund des Zuckerproblems, es nicht noch länger laufen zu lassen, sondern unser Kind ein wenig anzustupsen. Am 01.02. gab es wohl noch Kapazitäten zum Einleiten, weshalb wir den Termin gleich nahmen. Am nächsten Morgen sollte ich also gegen 9 zum Einleiten da sein. Gut, dass ich nicht geahnt habe, was da alles auf mich zukommen sollte ...

Am Dienstag, 01.02. (38+6) fanden wir uns also gegen 9 im Kreißsaal ein. Da wurde mir schon mit geteilt, dass es wohl schlecht aussieht mit Einleitung, da noch andere laufen würden, die sich schon ne Weile hinziehen würden. Es wurde erstmal CTG geschrieben, dann musste ich mich anmelden für die stationäre Aufnahme und hatte dann das Aufnahmegespräch. Da wurde mir dann halt nochmal gesagt, dass es heute mit Einleiten nichts mehr wird, aber am nächsten Tag mit Gel eingeleitet werden soll. Stattdessen gabs homöopathische Nelkenöltampons (die bei mir irgendwie kaum was bewirkt haben ...), mehrfach CTG (wie die nächsten Tage auch) und verschiedene Aufnahmedinge wurden noch gemacht - Blutkontrolle, Urin, Gewicht etc. Viel mehr geschah nicht.

Am Mittwoch, 02.02. (39+0) sollte dann die Einleitung stattfinden. Leider wurde ich an diesem Tag immer wieder vertröstet - erst hieß es, gegen Mittag, dann am Nachmittag, doch schlussendlich geschah gar nix. Also ein weiterer vertaner Tag ... stattdessen CTGs ... weiter war nix ...

Am nächsten Tag, Donnerstag, den 03.02. (39+1), sollte ich gleich früh gegen 7 zum CTG kommen. Ich war ja nun schon ganz schön deprimiert und ging ohne größere Erwartungen rüber ... gegen 7:30 war dann drüben Visite und es hieß, heute wird eingeleitet. Und es war auch so. Wurde nochmal kurz auf Station geschickt, dann bekam ich so ein schickes Hemdchen an, Kontrolle vom Muttermund fand statt, der noch total unreif und fest war, und dann wurde ich mit Gel eingeleitet. Dann lag ich für 2h am CTG. Dann konnte ich wieder eine Stunde rüber und dann zurück für ein erneutes CTG (30 Min) ... ich merkte, dass sich was tat und ruckte, aber es reichte nicht. Wie jeden Tag war Marcus nachmittags zu Besuch, wir liefen viel rum (soll ja helfen und die Klinik hat ja auch ein schönes Parkgelände), aber gelangt hats nicht. Nach einer Dusche am Abend waren die "Wehen" wie weggeweht ... also warens wohl noch keine echten Wehen ...

Am Freitag, 04.02. (39+2) war Pause. Da das Gel wohl 48 Stunden wirkt, wird ein Tag Pause nach einer Einleitung eingelegt, um nicht eventuell eine Überstimulation auszulösen. Stattdessen gabs wieder Nelkenöltampons und halt die üblichen täglichen CTGs... so langsam fühlte ich mich lästig im Kreißsaal, da ich da ja dauernd auflief und immer wieder ergebnislos ging ...

Am Samstag, 05.02. (39+3) wurde wieder nichts unternommen, ich wurde immer wieder nur vertröstet. In der Nacht davor dachte ich ja, es geht von selber los, aber nix war. Nach gut 2h war wieder Ruhe ... Beim CTG musste der Sensor aber schon ziemlich tief angesetzt werden - und ich merkte auch, dass der Bauch sich schon ganz schön gesenkt hatte. Da hatte ich immer noch Hoffnung, dass sich unser Snorkfräulein von selber auf die Reise macht.

Sonntag morgen (06.02., 39+4) war ich wieder früh um 7 im Kreißsaal. Hatte komischerweise die Erfahrung gemacht, dass dann was gemacht wird, wenn ich früh im KS bin. Und es war auch so. Es sollte erneut eingeleitet werden. Also wieder Muttermundkontrolle. Der Befund war schon besser, aber noch lange nicht die Sahne. Wieder 2h CTG, Pause, 30 Min. CTG. Nachmittags wurde dann nochmal die Hälfte vom Gel nachgelegt, nachdem ich einen Einlauf bekam und duschen gehen sollte. Im Nachhinein hatte ich erfahren, dass anstelle des 2. Gels gleich der Wehentropf gesetzt werden sollte, doch sie hatten sich dann doch nochmal für das Gel entschieden. Wieder 2h CTG, Pause, 30 Min CTG. Ich kullerte da quasi den ganzen Tag nur rum ... und es tat sich nichts ... Es wirkte zwar stärker, aber langte nicht ... hatte abends ordentlich zu tun mit Wehen, bekam sogar ein Schmerzmittel ... aber auch diese waren dann wieder weg :-(

Während unserer Wanderungen über das Klinikgelände entdeckten wir aber einiges an Viecherei. Enten liefen Schlittschuh, als der See noch zugefroren war, der Graureiher war da, der Fuchs wohnt dort, Eichhörnchen, Spechte ... wie im Zoo dort :-)

Montag (07.02., 39+5) geschah bis auf Tampons und CTGs wieder nix.

Am Dienstag, 08.02. (39+6) war ich dann wieder früh um 7 zum CTG im Kreißsaal. Währenddessen wurde ich von der Visite überfallen und da wurde mir auch gleich prophezeit, dass nochmal per Gel und später dann mit Tropf eingeleitet werden sollte. Also wieder Gel an den Muttermund, der immer noch nicht viel besser aussah. Dieses Mal wurde ich aber gleich im Kreißsaal gelagert - wohl in Voraussicht, da ja noch der Tropf dran sollte. 2h CTG, Pause. Als ich zurück kam, wurde dann gegen 12 gleich der Tropf angeschlossen, dessen Intensität nach und nach gesteigert wurde. Und was war am frühen Nachmittag? Ich merkte NIX! Die Hebammen meinten dann, dass bis maximal 18 Uhr der Tropf weiter laufen wird und wenns nichts wird, wieder auf Station. Ich war fix und fertig, überlegte schon, ob ich nicht doch die Ärzte zu nem KS überreden konnte, wenn das jetzt - wie es lange aussah - wieder nix wird. Immerhin war das dann schon die 4. Einleitung ... Hebammen und Schwestern schauten schon die ganze Zeit mitleidig - war ja schon ewig da und nie tat sich was ... doch plötzlich wurde alles anders.

Friederikes Geburt

Um gegen 3 kam mein Mann des Weges, wir quatschten und mit einem Mal gingen diese mörderischen Schmerzen los, die kaum Pausen ließen. Ich wand und krümmte mich. Zwischendrin wollte ich dann auch mal aufs Klo - beim 2. Mal kamen wir kaum von der Toilette zurück, da ständig neue Wehen kamen. Auf dem Weg zurück zum Bett musste ich ständig stehen bleiben, mich an der Wand festhalten und so weiter. Sämtliches Zeitgefühl war dann eh schon gewichen. Gegen 5 hat die Hebamme nochmal untersucht, da war der Muttermund dann plötzlich bei 3cm auf. Ne PDA wollten wir dann noch legen lassen, die Anaestesistin war auch schnell da, doch aufgrund meiner Faktor-V-Mutation zögerten die Ärzte, mir diese Betäubung zu geben. Dies war dann auch gar nicht mehr nötig, denn nur kurz nach der letzten Untersuchung war der Muttermund schon bei 8cm! Ruckzuck gings dem Ende zu, die Presswehen kamen. Leider kam der kleine Presskopf nicht durch, weshalb schonmal prophylaktisch betäubt und dann auch geschnitten werden musste. Doch das war dann egal. Um 18:07 war der kleine Tintenfisch dann schon da und auch die Plazenta kam ohne Probleme.

Papa zögerte erst, die Nabelschnur durchzuschneiden, doch dann haben wir ihn dazu genötigt. Er sagte, es wäre wie Geflügel durchschneiden *ggg* Dann wurde mir Kind auf die Brust gelegt und meine Wunden genäht. Kaum lag Snorki auf meiner Brust, gingen abwechselnd zögernd die Augen auf. Papa rann sogar ein Tränchen die Wange herunter. War dann ja doch alles schneller als gedacht und plötzlich war unsere Tochter da.

Dann wurde mir noch die riesige, tellergroße Plazenta gezeigt und erläutert und dann erstmal rausgeschleppt. Kurz darauf kam die Hebammenschülerin wieder rein und fragte, ob wir sie mitnehmen wollen. Ich winkte dankend ab ;-)

Noch eine ganze Weile hielten wir uns im Kreißsaal auf - erst gegen halb 9 ging es rüber auf Station. Mir ging es erstaunlich gut, konnte sofort aufstehen, rumlaufen, keine Kreislaufprobleme. Auch mit der Naht komme ich gut klar. Fakt ist, dass keiner mit so einem raschen Ablauf der Geburt gerechnet hätte, aber es ist umso schöner, dass die großen Schmerzen nur so relativ kurze Zeit anhielten und die Sache dann schnell beendet war. Dennoch muss ich in nächster Zeit erstmal keine Geburt weiter haben. Im Vorfeld hatte ich übrigens Akupunktur - vielleicht hat das ja in der entscheidenden Phase (beim Öffnen des Muttermundes) wirklich was gebracht.

Die nächsten Tage waren dann toll. Endlich Kind da, bis jetzt ists immer noch so unglaublich, dass das unser Kind ist. Haben ja auch lange genug drauf warten müssen. Und sie ist soo toll.

Am Freitag, 11.02., durften wir dann endlich nach Hause und nun genießen wir hier unsere Zeit zu dritt.

Beitrag von paulchenmc 24.04.11 - 21:55 Uhr

achja, ihr seht: alles wird gut, egal wie lang es dauert :D

Beitrag von francie_und_marc 25.04.11 - 09:44 Uhr

Hallo!

Na da hast du auch so einiges durch. ;-) Kenne ich leider auch zu genüge. #augen Mein erster Sohn wurde ab ET+8 eingeleitet, jeden Tag mit Gel und nach 4 Tagen kam er dann. Da lässt man Nerven und ich hatte dann wo es losging auch diese durchgängigen Wehen ohne Pause.#schwitz

Und mein kleiner Marten war ja eine Stille Geburt da hat es über 4 Tage gedauert mit insgesamt 42 Tabletten Cytotec. Aber wir waren froh ihn natürlich zur Welt gebracht zu haben. So konnten wir uns verabschieden.

Mal schauen wie lange sich meine kleine Prinzessin Zeit lässt. Vielleicht hab ich ja mal Glück und es dauert nur 3 Tage? ;-)

Ich wünsche dir eine wunderschöne Zeit mit deiner kleinen Friederike. Das erste Jahr ist so schnell um. #schmoll

Alles Liebe Franca mit Marc fest an der Hand, Marten still geboren 21.SSW am 19.09.2010 tief im #herzlich und Marlen #baby 22.SSW inside.

Beitrag von paulchenmc 25.04.11 - 17:01 Uhr

Ich drücke dir ganz doll die Daumen, dass es dann ruckzuck geht - ist ja immerhin schon die 3. Geburt :)

Aber 42 Tabletten Cytotec ist schon heftig :O Tropf oder so wollten sie dir da nicht geben, damit es etwas schneller geht???

LG und alles gute dir :)

Beitrag von francie_und_marc 25.04.11 - 19:39 Uhr

Den Tropf können sie erst geben wenn sich am Muttermund überhaupt was getan hat und mein Körper ist nicht so einfach zu überzeugen eine SS zu beenden. Was ja auch wieder Vorteile hat. ;-) Frühwehen brauche ich nicht zu befürchten. :-)

Also nur kurz erwähnt, sie haben dann versucht mit einem Ballonkatheder und vorheriger PDA (da man die Schmerzen sonst nicht aushält) den Muttermund mit Macht aufzumachen. Und dann habe ich irgendwann einen Tropf bekommen. Hat alles eben lange gedauert aber für eine SS ist mein Körper natürlich supi, nur für eine Geburt eben nicht. #augen

Die Cytotec waren für mich übrigens wie Smarties sie haben nur Durchfall bewirkt, aber nicht viel mehr. Nun gut die Geburt meiner kleinen Prinzessin dauert bestimmt nur drei Tage. :-p

LG Franca

Beitrag von derhimmelmusswarten 25.04.11 - 13:36 Uhr

Das bestätigt mich in der Meinung, dass ich nicht einleiten lasse. Meine FÄ hat das vorgeschlagen, da meine erste Tochter am Schluß stecken blieb und sie meinte, ne Woche vorher hätte das Kind dann etwas weniger Gewicht und die Geburt wäre leichter... Aber wenn man dann, so wie du, tagelang im Krankenhaus liegt und sich trotzdem nix tut, bringt einem das ja auch nix. :-)

Beitrag von paulchenmc 25.04.11 - 16:39 Uhr

naja, es war halt ne woche eher und es war nix geburtsreif ... ich würde es bei nem 2. kind garantiert nicht nochmal vor termin machen lassen - es sei denn, es wäre wirklich nötig (und das war es rückblickend definitiv nicht) #winke

Beitrag von derhimmelmusswarten 25.04.11 - 20:56 Uhr

Wenn es total nötig wäre, könnte man ja immer noch einen Kaiserschnitt machen. Ich verstehe echt nicht, warum so viele Ärzte so gern und vehement zur Einleitung raten. Man hört ja immer wieder, dass es so lange dauert und die Kinder u.U. total gestreßt sind und dann nach der Geburt Probleme und Anpassungsschwierigkeiten haben.

Beitrag von paulchenmc 26.04.11 - 08:49 Uhr

Das hatten wir zum Glück nicht und spontane Geburt ist ja schonender für den Körper als ein KS - besonders wenn man übergewichtig ist, dann ists ja mit der Heilung der Narbe auch etwas komplizierter bzw kann komplizierter sein ... rückblickend war die spontane Geburt schon schön - da ich danach wieder sofort fit war und mich kümmern konnte.

Beitrag von serafina.nr.1 01.05.11 - 11:46 Uhr

fragen wie ihr auf den schönen vornamen gekommen seid??
ein name aus der familie, mit tradition und vorgeschichte??
mit liebem gruss!!!
von serafina.

Beitrag von paulchenmc 22.05.11 - 20:14 Uhr

Wir waren im Oktober - kurz nach dem Outing - in Griechenland und diskutierten dann auch über Namen. In Kos am Hafen sahen wir ein Schiff liegen, was "Friederike" hieß - und irgendwie wurde es dann unser Name :)

LG