Angst vor Trennung

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von ankamati 25.04.11 - 12:58 Uhr

Hallo,

ich bin neu hier.
Bin ziemlich verzweifelt.
Mein Mann stellt mich vor die Wahl,entweder er oder mein 10-jähriger Sohn ,den er vor 4 Jahren adoptiert hat.
Der Junge ist schon schwierig und nicht der Sohn,den sich mein Mann vorstellt.
Wir haben noch eine kleine 5-jährige gemeinsame Tochter,die totel vorgezogen wird,mein Sohn ist das Kind 2.Klasse.
Es gibt nur noch Streit um alles.Werde total kontrolliert und habe kein eigenes Geld,das wird mir knapp zugeteilt.
Mein Mann spielt hier nur den Tyrannen und Macho,ist total cholerisch,will alles bestimmen,sieht nix ein,Paartherapie findet er affig.
Ich liebe ihn nicht mehr,aber traue mich nicht,mich zu trennen .
Er hat gedroht,uns zu`` vernichten``,wenn ich gehe,und wie soll ich die Trennung durchziehen?
Ich habe keinen Job,er wollte,dass ich zu haus bleibe und für alles hier zuständig bin,aber das macht mich krank und hat unsere Ehe kaputt gemacht.Das ist keine Partnerschaft auf Augenhöhe.
Er will die sowieso nicht,findet meine Abhängigkeit doch gut.
Wie komme ich hier raus und fange ein selbstbestimmtes Leben wieder an?
Ich war jahrelang als Musikerin selbstständig,erfolgreich und lebenslustig.Davon ist nix mehr da,nur Angst und Unsicherheit und eine grosse Depression.Habe auch kein soziales Netz,keine Familie im Rücken.

Ist alles ein bischen konfus,aber vielleicht könnt Ihr mir helfen,endlich die kraft zu finden und die Anlaufstellen,um den letzten Schritt zu tun? Lg

Beitrag von harveypet 25.04.11 - 13:30 Uhr

du suchst dir eine 75qm Wohnung , gehst zu einem guten Anwalt (du hast natürlich Kontoauszüge und seine Gehaltsnachweise kopiert) und läßt am Tag deines Auszuges mit den Kindern deinen Anwalt den ausgerechneten Unterhalt einfordern. Da er garantiert nicht zahlen will dackelst du schon vorher zum Jobcenter und beantragst AlG2 ab dem Monat deines Auszuges.

Ein böser Tipp : du hast Kontovollmacht??dann räum alle Konten ab die ihr habtund zwar 2-3 Tage VOR dem Auszug!!!!

Beitrag von silbermond65 25.04.11 - 16:21 Uhr


Ein böser Tipp : du hast Kontovollmacht??dann räum alle Konten ab die ihr habtund zwar 2-3 Tage VOR dem Auszug!!!!

Da er ihr die Kohle knapp zuteilt,dürfte das nichts werden.
Verdient hätte er es.

Beitrag von silbermond65 25.04.11 - 16:23 Uhr

Wenn du es alleine nicht schaffst ztu gehen ,such dir eine Beratungsstelle wie z.B. Caritas.
Oder du schnappst dir erstmal die Kinder,paar Klamotten und ihr geht ins Frauenhaus. Dort kann man dir helfen neu anzufangen.

Beitrag von ankamati 25.04.11 - 16:54 Uhr

Danke für Eure Antworten,es tut schonmal gut,dass ich endlich darüber reden kann.
Nach Aussen sieht alles so toll aus,und wenn ich hier mal doch was erzähle,werd ich schief angeguckt,keiner im Umfeld glaubt das.
Der tolle Herr Dr.

Und die Kohle abräumen geht nicht.
Aber ich krieg immer mehr Mut,hier auch mal was rauszulassen.Ja,und ich war heut im Netz auf Wohnungssuche,und hab im Jugendamt um Hilfe gebeten.Da gehe ich hin zur Beratung.
Hätte nie gedacht,dass ich mal soviel Angst haben könnte und so einzuschüchtern bin.

Beitrag von babylona 25.04.11 - 18:52 Uhr

Hey du,
will dir nur Mut zusprechen. Trau dich! Du schaffst das! Du wirst staunen, was in dir steckt, im Angesicht der Chance auf ein neues, frei(er)es Leben! Sicher wird es kein Spaziergang, aber so viele haben das schon geschafft! Und genauso viele vergeuden ihr Leben, wenn sie es nicht schaffen.
Also: Nur Mut! Hole dir beratende Hilfe und mache auf Basis dessen strategische Pläne, wann du was genau erledigen willst. Das wird dir Sicherheit geben.
Alles Gute! #klee

Beitrag von ankamati 25.04.11 - 19:27 Uhr

Danke für Deinen Zuspruch.

Vom Kopf her weiss ich das auch alles,aber es tut weh,den Traum von heiler Familie zerplatzen zu sehen,um den ich die ganzen Jahre immer wieder gekämpft hab.
Ich wollte nie alleinerziehend sein,bin selbst ein Scheidungskind mit Alkoholikerstiefvater und einer psychisch kranken Mutter.Das hat mich in meinem leben schon immer genug blockiert,da wollte ich wenigstens eine ``glückliche``Familie auch für meine Kinder,deshalb hab ich das alles ausgehalten,auch das Kleinhalten durch meinen Mann.
In meinem Kopf reifen aber Tag für Tag mehr ,so wie Du sagst``strategische Pläne``und ich hab auch Freundinnen,die zuhören und helfen,heut hab ich mich getraut,mal offener zu reden.Das ist krass,wie ich jetzt plötzlich aufwache.
lg#sonne

Beitrag von babylona 25.04.11 - 19:30 Uhr

#kleeSehr gut! Das ist wichtig! Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Nimm Hilfsangebote auch an, auch wenn es schwer fällt!
Und: Alleinerziehend sein ist gar nicht so schlimm ;-)! Ich finde es mittlerweile sogar ziemlich schön, bin viel entspannter mit meinem Kind, auch wenn es natürlich manchmal anstrengend ist.
Alles Gute!

Beitrag von ciocia 25.04.11 - 21:09 Uhr

Aber ihr seid keine heile Familie! Das ist eine Wunschvorstellung von dir, eine Illusion.

Denk an deinen Sohn. Er hat auch das Recht eine glückliche Kindheit zu haben, akzeptiert und geliebt zu werden.

Wir leben zum Glück in Deutschland, du hast hier viele Möglichkeiten dir und deinen Kindern ein neues Leben aufzubauen. Und nur, weil jemand einen Doktortitel hat, ist er noch lange kein besserer Mensch

viel Glück (du hast schon gute Tippst bekommen, sei mutig)

Beitrag von catch-up 25.04.11 - 19:26 Uhr

Also wie es sich anhört, kann es ja nur besser werden!

Vielleicht springt an Unterhalt ja noch mehr raus, als dir jetzt von ihm zugeteilt wird! :-p

Sprich nur nicht mit ihm drüber und verwische Spuren!

Beitrag von ankamati 26.04.11 - 11:43 Uhr

Das wäre schön,aber er hat gedroht,sofort aufzuhören zu arbeiten.Er ist Freiberufler...und kann dann tricksen ohne Ende.Das kann ich grad bei einer Freundin beobachten.
Damit wir nix kriegen.,ist ihm jedes Mittel recht.Seine Exfrau mit 3 Söhnen hat ihn ausgenommen,und tut das immernoch,wir sind nur die projektionsfläche,das hab ich schon genug analysiert.Aber das ändert nix an dieser Auswegslosigkeit.
Wie kann ich einen Mietvertrag kriegen ohne Gehaltsbescheinigung?Wo bekomme ich die Kaution her?
Ins Frauenhaus will ich nicht...

danke für Eure Antworten
lg

Beitrag von silbermond65 26.04.11 - 14:15 Uhr

Das wäre schön,aber er hat gedroht,sofort aufzuhören zu arbeiten.Er ist Freiberufler...und kann dann tricksen ohne Ende

Versuch irgendwelche aktuellen Verdienstnachweise zu kopieren. Er kann nicht einfach so auhören zu arbeiten.Er ist unterhaltspflichtig und wird dann nach dem eingestuft ,was er jetzt hat.

Wie kann ich einen Mietvertrag kriegen ohne Gehaltsbescheinigung

Erkundige dich bei der ARGE ,wie groß bzw. teuer eine Wohnung für euch sein darf. Versuch dann am besten eine Wohnung über eine Wohnungsbaugesellschaft zu finden. Findest du eine passende,läßt du sie dir von der ARGE genehmigen.
Dort kannst du auch die Kaution als Darlehen bekommen.

Beitrag von ankamati 26.04.11 - 14:30 Uhr

Liebe Silbermond,
danke für deine Antwort,ich werd das alles lernen,mir die Hilfe zu holen,die ich brauche.
Bin heut schon viel ruhiger,hab mehr geduld mit den kindern,weil nicht mehr alles so aussichts-und trostlos ist.
ja,ein klein wenig bin ich sogar schon gespannt auf das neue Leben,auch wenn da noch furchtbar viel Angst ist...
lg#danke

Beitrag von witch71 26.04.11 - 14:35 Uhr

Der Punkt, an dem Du Dich befindest, kam ja nicht von heute auf morgen, sondern schleichend. Mach Dir klar, dass nahezu jeder Mensch an diesen Punkt gebracht werden kann, wenn das Gegenüber das richtig anstellt.

Wichtiger ist jetzt auch, es zu beenden. Kopf hoch, Brust raus, Hintern zusammen kneifen, tief durchatmen und erst einmal Infos und Hilfe holen.
Und jeden Morgen in den Spiegel schauen und laut sagen: "Ich werde das schaffen!".

Beitrag von ankamati 26.04.11 - 19:06 Uhr

das Schlimme ist,er will mich ja nicht verlieren,er will sich nicht trennen .Er ist in seiner ``Komfortzone``.Ich hab ja immer schön alles gemacht,aber das war nie genug,an allem wurde rumgemeckert...
Und das schlimmste ist,dass mein Sohn darunter so gelitten hat,er hat auch nie was richtig gemacht.
Genau,das kam so schleichend.Ich bin an dem Punkt,wo ich froh bin,wenn er nicht da ist.Dann ist es hier ruhig und friedlich.Vor allem mein Sohn artikuliert das immer wieder.Ich merke,es geht ihm gut,wenn wir allein sind,dann ist er total süss und lieb.
Wird er aber `` angeschossen``von meinem Mann,dann ist es hier unerträglich.Ich hab dann immer meinen Sohn zurechtgewiesen,schliesslich ist er adoptiert...Und erst jetzt wird mir immer klarer,was ich dem Kleinen angetan hab.Ich wollte,dass er perfekt funktioniert,und hab damit das Gegenteil erreicht.Der Junge ist total blockiert durch seine Wut.
Und meistens krieg ich die ab.Ich bin die einzige Konstante im Leben des Kindes.
Beim Jugendamt tun die aber nicht wirklich was,das schleppt sich...sind ja auch grad Ferien.
Muss wohl immer wieder Druck machen.
Die Kinderärztin meint,der Junge ist traumatisiert durch ein Internat und die schlechte Behandlung durch meinen Mann und braucht dringend eine Therapie.Das hat mein Mann aus Kostengründen untersagt und verboten.
Daraufhin hab ich beim Jugendamt angerufen.

Beitrag von ankamati 26.04.11 - 19:11 Uhr

Und weil ich ihn aus dem Internat genommen hab,hat mein Mann mich vor die Wahl gestellt,entweder er oder der Junge#schock