Sternenmama...wie erklär ich es meinem 3 Jährigen Sohn???

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von tatiii 25.04.11 - 13:20 Uhr

Seit ein paaar Tagen bin ich auch eine Sternenmama! :(( Ich war in der 13. Woche! :(
Ich habe noch drei ältere Kinder. Ich habe Ihnen gesagt das das Baby jetzt im Himmel ist, mein Sohn und meine Tochter haben es verstanden und reden nicht mehr davon....aber mein jüngster, 3 jähriger, fragt immer wieder :"Mama wo ist Baby, Warum ist es im Himmel, es kommt doch wieder!" Ich weiß nicht recht was ich sagen soll, außer das es von uns gegangen ist, gestorben. Aber er versteht das Wort und die bedeutung vom Tod ja noch nicht!!

Vielleicht kann mir jemand von Euch eine Antwort darauf geben, wie man es Ihm ein bißchen verständlicher erklären kann??
Danke Euch

Lg

Beitrag von sonnenstrahl70 25.04.11 - 14:07 Uhr

Als erstes zünde ich eine #kerze für euer #stern an - lass dich #liebdrueck

Es ist eine schmerzliche Situation für alle und die Kleinsten können natürlich mit dem Wort Tod nicht viel anfangen.

Als ich meine Letztes #stern hab ziehen lassen müssen (in der 11. SSW) haben wir ein kleines weisses Papiersternchen ans Fenster geklebt und unserem Sohn (er ist 4 Jahre alt) gesagt, das Baby ist nun wieder zu den Sternen in den Himmel gegangen.

er spricht immer noch vom Baby, aber nach einiger Zeit hat er nicht mehr gefragt wo es ist, er ist aber nach wie vor davon überzeugt, dass das Baby wieder zu uns zurück kommt.... darauf sage ich immer, dass ich nur weiss, dass das Baby wieder zu den Sternen gegangen ist, aber nicht weiss ob es wieder kommen kann... mit dieser Antwort gibt er sich zufrieden (ich denke wir müssen nicht immer auf alle Fragen eine Antwort haben)

Ich wünsch dir viel Kraft für die kommende Zeit!!! #liebdrueck

LG #sonne mit 3 #verliebt an der Hand und 10 #stern im Herzen

Beitrag von nici1176 25.04.11 - 14:10 Uhr

Hallo,

ich bin zwar noch keine Mutter, mußte aber den Kindern in meiner Kita-Gruppe erklären, warum ich wieder da bin (MA in der 11. SSW).
Ich habe den Kindern erklärt, das das Baby noch ganz klein war und das es jetzt im ´Himmel ein Engel ist und auf mich aufpasst... vielleicht kannst du sagen, das es auf deine Kinder aufpasst? Die Kinder meiner Gruppe sind zwischen 2 und 4 Jahre alt und haben eigentlich schon verstanden, was es heißt, das es gestorben ist. Aber nachgefragt haben sie immer wieder, ich hatte das Gefühl, sie brauchten immer die Bestätigung.
Hoffentlich kann ich dir damit ein wenig weiterhelfen, es ist bestimmt schwer für dich und deine Familie.#liebdrueck

Beitrag von isa90 25.04.11 - 14:31 Uhr

Eine #kerze für dich und dein #stern

Ich bin auch eine Sternmama und habe ein Sternkind. Ich habe es am 1.april erfahren müssen.

Gestern schrieb ich einen Brief darüber (hat mir sehr geholfen) und darin stand das es noch nicht bereit war und noch dinge erledigen müsse

Ich würde vorschlagen deinem Kind zu erklären das es noch nicht so weit war und das Sterne am himmel sind, somit auch dein stern

liebe grüße ich hoffe es hilft dir

lg isa90

Beitrag von lieke 25.04.11 - 16:15 Uhr

Hallo,

ich persönlich halte nicht so viel davon, Kindern Dinge als Wahrheit zu verkaufen, die wir selber nicht kennen. Bei meinen eigenen Kindern bin ich damit ganz schön auf die Nase gefallen, weil ich es anfangs einfach nicht besser wusste und eine schlimme Zeit hinter mir hatte. Mein Sohn ist nach schwerer Krankheit in der 30. SSW verstorben und auch das haten meine Kinder hautnah mitbekommen.

Meine Grossen waren damals 3,5. Natürlich weiss man zuerst nicht was man sagen soll....aber Kinder können in dem Alter noch nicht abstrahieren und nehmen alles wörtlich.
Im Himmel - dann nehmen wir doch ein Flugzeug und fliegen hin?
Ein Stern - Kind will nachts nicht mehr schlafen, weil nur dann der Bruder da ist. Begraben - dann kriegt er doch keine essen und trinken mehr, wenn er unter dem Sand liegt. Tot - nach einem Jahr fragten sie, ob er denn jetzt wieder nach Hause kommt.

Ich würde heute ganz klar das körperliche und nicht körperliche trennen. Ich habe verglichen, mit einer Blume die verwelkt, wenn sie verblüht ist. Sie stirbt und ist nicht mehr schön, deshalb kann man sie nicht behalten. Deshalb muss ein toter Körper begraben werden. Wenn wir zum Grab gehen, sagen ich, das ich mir vorstelle, dass der Bruder uns sehen kann, oder eben dass ich es schön finde, es zu glauben. NIEMALS sage ich, dass es so ist, denn das weiss ich nicht und ich möchte ihnen den Raum für ihre eigenen Gedanken nicht nehmen.

Bei dir ist es vielleicht anders, ich da deine Kinder das Baby vermutlich nicht gesehen haben und du sicherlich keine individuelle Beerdigung hattest. Weisst du, wo das Kleine jetzt ist? Vielleicht könnte auch eine symbolische Handlung, oder eine Pflanze/ Dose mit kleinen Erinnerungsstücken/ Kerze/ US Bild zur Erinnerung den Kindern eine Art Anker geben, um ihre Gefühle herauszulassen, wenn sie sie nicht in Worte fassen können. Du wirst sehen, mit der Zeit lassen die Fragen nach und das Leben geht weiter, zumindest für die Kleinen....

LG

Beitrag von simisa 25.04.11 - 18:48 Uhr

Ich habe meinen Kindern erst im 5. Monat gesagt, dass ich ss bin.
So hätte ich im Falle einer Fehlgeburt gar nichts erklären müssen und ihnen so eine Konfrontation mit etwas erspart, was sie nicht verstehen können.
Ich bin nicht gläubig und Kindern etwas von Himmel und Sternen zu erzählen, läge mir fern.
Kleine Kinder sollte man ganz mit solchen Themen verschonen und eine frühe Fehlgeburt mit sich selber abmachen, meine ganz subjektive Einstellung.
Meine Schwägerin hatte eine Todgeburt im 7. Monat, das haben meine schon etwas älteren Kinder mitbekommen und ich habe ihnen gesagt, dass das Baby gestorben ist und beerdigt wird.
Eine Freundin hatte selber eine Todgeburt und hat das ihren Kindern auch genauso gesagt: das Baby ist tot, ihr habt einen Bruder bekommen, aber er lebt nicht mehr.
Sie hat natürlich sehr gelitten und viel geweint, hat das auch nicht verbergen wollen und können, aber für die Kinder war das Thema schnell abgehakt, es war halt kein Bruder da und für sie ging das Leben weiter wie bisher.
Sie gehen aber regelmäßig zum Friedhof und wissen, dass ihre Eltern sehr traurig sind, sie selber merken nur die Trauer der Eltern, empfinden den Verlust selber aber kaum ,da sich nichts verändert hat in ihren Augen.
Es ist ein schwieriges Thema, aber man kann es von kleineren Kindern fernhalten, in dem man ihnen erst so spät wie möglich von einer SS erzählt, und das ist nur meine ganz persönliche Meinung, so habe ich es gehandhabt.

Beitrag von lieke 25.04.11 - 19:38 Uhr

Verstehe nicht ganz, warum du mir das erzählst. Mein Sohn ist in der 30.SSW gestorben, was wohl keineswegs eine frühe FG ist. Auch erzähle ich ihnen nichts von Himmel und Sternen, und würde mich selber niemals als Sternenmami bezeichen. Ich habe auch kein Sternenkind, sondern einen Sohn, der verstorben ist und 2 FGen.

Von meinen frühen FGen habe ich ihnen aus den von dir genannten Gründen nichts erzählt, da bin ich ganz deiner Meinung. Dennoch hat die TE es ja getan und fragt um Rat, wie sie nun damit umgehen soll. Es nützt ja jetzt nichts, zu sagen, was man hätte machen können.

Man hat ja unter Umständen nicht im Griff, was den Kindern als "Erklärung" von aussen aufgetischt wird, ob man nun gläubig ist oder nicht. Man muss dann reagieren. Ich habe mich geärgert, wenn jemand meinen Kindern erzählt hat, dass ihr Bruder jetzt auf einem Stern sitzt und habe gesagt, dass das nicht stimmt. Trotzdem, ich hatte weiss Gott andere Probleme, als die "Lügen" anderer auch noch aufzuklären.

Zu sagen, dass ich mir das manchmal vorstelle, halte ich für etwas sehr verschiedenes. Ausserdem muss man ja, bei allem Verständnis für die Kinder, auch selber mit dem Geschehenen weiterleben und für sich selber irgendwie Antworten finden.

LG