Wann fängt Erziehung an???

Archiv des urbia-Forums Kleinkind.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von hj26 25.04.11 - 20:35 Uhr

Hi,

ich muss sagen ich bin ziemlich streng und konsequent erzogen worden und wollte das aber auch an mein Kind weitergeben. Ich bin einfach der Meinung ein gewisses Benehmen ect. sollte auch bei Kindern vorhanden sein, bzw. sollten diese wissen wo ihre Grenzen sind.
Ich hoffe ich komm jetzt nicht wie so ein Monster rüber :-):-p
Aber wo fängt Erziehung an? Mein Kind ist jetzt ein Jahr und wenn ich mal schimpfe weil es was macht was es nicht darf, dann lacht es mich aus (oder kommt mir zumindest so vor). Oder wenn es seinen Willen nicht kriegt dann rastet die Kleine total aus und heult - muss ich jetzt schon "hart" bleiben und konsequent oder bin ich mit meinen erzieherischen Ansätzen viel zu früh?? #schwitzOder wenn es mit dem Essen spielt und rumwirft statt zu essen. Weiß sie schon was ich meine wenn ich dann schimpfe oder ist sie noch zu klein um zu verstehen?
Ich hab nur Angst dass ich den Zeitpunkt verpasse und mir die Kleine mal auf der Nase rumtanzt.

Ich hoffe ihr versteht wie ich das meine.....

hj26

Beitrag von sillysilly 25.04.11 - 20:45 Uhr

Hallo

Erziehung beginnt auf jeden Fall schon früher - du bist schon mittendrin

Erziehung heißt doch das Kind begleiten und ihm zu helfen sich in Situationen zurecht zu finden, es zu begleiten, den Weg zu bereiten mit seinem eigenen Willen durch ein von Regeln geprägtes Leben zu finden.
Soziale Regeln, Sicherheitsregeln, ect.

du wirst deinem Kind jeden Tag aufs Neue und meistens mehrmals täglich zeigen müssen was eben geht und was nicht geht.
du wirst dir überlegen müssen was ist dir wichtig, was willst du unbedingt und wo aber läßt du deinem Kind den Raum selbst Entscheidungen zu treffen

Je mehr eigener Wille vom Kind dazu gekommt, desto mehr müßt ihr Euch miteinander und aneinander reiben. Deswegen genau überlegen was willst du und was "kämpfst" du dann auch durch

z.B. Essen wird nicht geworfen - 2 bis 3 Ermahnungen dann wird das Essen eben kurz weg gestellt -
sie macht was was eben wirklich nicht geht - dann mußt du genau und unmittelbar darauf reagieren

und manchmal ist es für die Kinder eben ein Spiel - Ursache und Wirkung - dann brauchst du den längeren Atem, das in Ruhe durch zu stehen


daß sie sauer werden ist doch total normal, die werden auch richtig wütend - denn sie verstehen ja noch nicht warum sie etwas nicht dürfen und nicht sollen


Warte nur ab, das wird noch viel - viel extremer werden - wenn erst die Trotzphase richtig beginnt #zitter

Ein bewußtes Nein zur Außenwelt ist ein bewußtes Ja zu sich selbst


Grüße Silly

Beitrag von jeanie25 25.04.11 - 20:51 Uhr

Hallo,

ich denke da sollte man einfach auf sein Gefühl hören. Das lässt sich nicht pauschalisieren, jedes Kind ist da anderst.

Ich habe meiner Motte mit 1 Iahr noch sehr viel durchgehen lassen, da haben manche schon den Kopf geschüttelt. Aber ich hatte eben das Gefühl das sie das einfach braucht, ausprobieren u.s.w. Schimpfen hätte da in meinen Augen nix gebracht (vor allem was das Essen angeht)

Heute, sie ist 19 Monate, weiß sie schon ganz gut was sie darf und was nicht. Sie hört teilweise Wortlos auf mich ( Z.B wenn sie mit den Gläsern von Oma spielen will, zeig ich ihr nur das sie dann sofot neben mir sitzen muss, schwupps ist sie lachend weg und die Gläser sind vergessen, denn sitzen ist doof)

Beitrag von nana141080 25.04.11 - 20:52 Uhr

Schau mal, hier kannst mal gut ein wenig nach lesen was wann angebracht ist und verstanden wird!

http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Erziehungsfragen.html

Ich halte nix von Strafen und Machtspiele. Ich lebe meinen Kindern einfach alles vor und wenn sie bestimmte Grenzen übertreten, die sich natürlich im Zusammenleben ergeben, dann rede ich mit ihnen oder nehm sie aus der Situation raus. Aber immer zu mir.

Je älter sie werden, desto mehr siehst du was für ein "Typ" dein Kind ist. Meinen Großen brauch ich nur schief angucken und er lenkt ein, mein Kleiner war da von anfang an gaaaanz anders ;-) Dem steck ich öfter die Grenzen neu.

VG Nana

Beitrag von gussymaus 25.04.11 - 21:40 Uhr

erziehung beginnt sobald dein kind ein bisschen verstand bekommt, und das ist schon passiert,...

also er weiß z.B. dass dieser schutzreflex "lachen" funktioniuet.. .denn ein kinderlachen ist unglaublich entwaffnend... musst du halt gcken wo du dann sagst "ok, er ist klein und dumm", und wo eben nicht...

nehmen wir mal deine beispiele: mit essen werfen habe ich nie toleriert. das gibt ein zwei abmahnungen "lass es oder du fliegst raus" und dann wurde auch beendet. je nach dem, entweder teller wegnehmen - dann kommt geplärr, teller gibts wieder wenn nicht mehr geworfen wird.
"mach ich nicht" teller hin, werfen, teller weider weg. das mach ich ein zwei mal dann kommts kind aus dem hochstuhl. rennt meist plärrend weg oder wirft sich auf den boden. entweder ist der huinger dann groß genug sich zu setzen und zu essen, oder eben nicht. wenn der hunger zum sitzen und essen (ja kinder dürfen kleckern aber eben nicht mutwillig rumwerfen usw man weiß ja was das kind kann und was nicht) nicht groß genug ist wird das mahl eben beendet... spätestens wenn der hunger kommt bevor die nächste mahlzeit auf dem tiosch steht funkt es irgendwann....
dies war bei unseren 3en immer deutlich VOR dem zweiten geburtstag...

schimpfen wissen kind sehr gut zu deuten... meine süße weiß dass sie süß ist, und das es oberniedlich ist wenn sie sich beide hände vor die augen hält wenn ich sie bei was verbotenem erwischt habe. trotzdem schützt das nicht vor wieder-aufsammeln-müssen wenn sie zum x-ten mal meine schubladen ausgeräumt hat oder so... auch wenn ich mir das lachen echt kaum verkneifen kann wenn sie da so steht... und auch mein kleiner wusste ganz genau dassich immer kurz davor war nachzugeben wenn er seinen ich-werf-mich-hin-und-schreie-ohren-betäubend-anfall zum besten gab - aber auch da bin ich meist hart geblieben und so wurden die "anfälle" dann irgendwann weniger heftig und seltener. hat aber auch gedauert... und er KANN das immerncoh... nur rennt er jetzt schimpfend davon satt sich auf den boden zu werfen weil er begriffen hat dass es eh nichts bringt aber dennoch stinksauer ist wenn ich den fillm für den nöchsten tag streiche weil sie heute nicht nach der vereinbarten zeit abschalten woll(t)en...

also: fang lieber jetzt an, noch ist das kind und der wutanfall klein ;-)

Beitrag von elistra 25.04.11 - 21:44 Uhr

ein kind lernt in dem man es ihm vorlebt, also im grunde fängt man doch mit erziehen von geburt an an. in dem man da ist, sein leben lebt und dem kind zeigt wie die welt funktioniert.

will man z.b. das ein kind respektvoll mit anderen menschen umgeht, dann muss man selbst genau das tun, anderen menschen und dem kind gegenüber. und ein kind respektvoll zu behandeln, heißt eben auch seine bedürfnisse/grenzen zu achten

ein einjähriges schimpfen halte ich für ziemlich unsinnig. es versteht doch gar nicht, was das soll, bzw. warum muttern auf einmal laut wird.

ein kind lernt durch ständige wiederholung, es begreift die welt in dem es sich selbst regeln aus dem ableitet, was passiert.

sprich es geht z.b. an den blumentopf und holt erde raus. nun kommt mama und meckert, das sagt dem kind ja nun erstmal nix. also macht es das nochmal und nochmal und nochmal usw. irgendwann begreift es vielleicht, was die immer gleiche reaktion der mutter bedeuten soll. aber dafür müßte die reaktion auch immer gleich sein.

ich würde also hingehen, wenn das kind an den blumentopf geht, entweder den blumentopf so platzieren das es nicht dran kann (wäre in meinen augen das optimum) oder ich würde hingehen und das kind jedesmal da wegholen und mit etwas anderem interessanten ablenken.

ideal ist es, gerade wenn die kinder so klein sind, die umgegebung so zu gestalten, das man den forscherdrang der kinder möglichst wenig einschrännken muss, also kaum gezwungen ist nein zu sagen.

wegen des spielens mit dem essen, auch das gehört zum normalen lernverhalten dazu. die kinder erforschen das essen mit allen sinnen und dazu gehören auch die finger. sie wollen es nicht nur schmecken und sehen, sondern auch fühlen, testen was für eine konsistenz es hat, wie es sich anfühlt, ob es warm oder kalt, hart oder weich ist. ob es sich zermatschen läßt oder umrühren usw. das ist völlig normal und gehört in meinen augen zum lebensmittel kennenlernen dazu.

genauso wie das bliebte spiel, mit dem dinge wegwerfen, das machen die kinder ja nicht um den erwachsenen zu ärgern, sondern sie betreiben forschung, sie testen ob wirklich alles runterfällt, was man losläßt. sie versuchen also die schwerkraft für sich zu begreifen.

ich will damit jetzt nicht sagen, das man den kleinen alles ermöglichen soll, sondern das man eben das gemeinsame leben so gestaltet, das jeder entspannt leben kann. das man die persönlichen grenzen zwar wahrt und auch dem kind signalisiert, hier ist meine grenze. aber eben nicht ständig nein,nein,nein sagt und nicht ständig in den normalen forscherdrang des kindes eingreift und eben das kind kind sein läßt und nicht sofort einen kleinen erwachsenen heranziehen will.