vertrauen beweisen

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von rs 26.04.11 - 08:42 Uhr

hallo zusammen,
ich brauche mal ein paar infos von euch... bin ganz frisch mit meinem freund zusammen, wir sind beide mitte 30, haben ne lange beziehung hinter uns und beide ein kind...
er wurde jahrelang verarscht und gedemütigt und ausgenutzt von seiner ex und hat richtig angst, dass ihm sowas nochmal passiert. ich bin überhaupt nicht der typ für sowas, also bin ehrlich und würde sowas nicht machen; zumal ich mir sicher bin, dass er der richtige ist.
so, wie verhält man sich denn am besten, wenn der neue freund ganz viele schlechte erfahrungen gemacht hat?
also, ich weiß er kann mir vertrauen aber er weiß das nicht..
brauch mal tipps..

Beitrag von ganz normal 26.04.11 - 08:54 Uhr

"wie verhält man sich denn am besten"
Verhalte dich so, wie es deinem Wesen entspricht.
Du bist nicht für das Verhalten seiner Ex veranwortlich, also verbiege dich nicht.
Wenn er nicht in der Lage ist, Vertrauen zu fassen, ist das sein Problem, helfen kannst du ihm nicht.
Ihn zu therapieren ist nicht deine Aufgabe, das würde eine Schieflage in der Partnerschaft nach sich ziehen.

Beitrag von rs 26.04.11 - 09:01 Uhr

danke für deine antwort!
nein, therapieren will ich ihn nicht, will einfach nur, dass er merkt, dass nicht alle so schlimm sind wie seine ex und das er sich nicht ständig gedanken machen muss. durch sie hat er total komplexe, weil er denkt, er sei nicht gut genug, aber das ist völliger quatsch!

Beitrag von ganz normal 26.04.11 - 09:08 Uhr

"will einfach nur, dass er merkt, dass nicht alle so schlimm sind wie seine ex"
Das muss er selber merken, dabei kannst du ihm nicht helfen.
Manche Frauen überschlagen sich anfangs, um ihrem Partner zu beweisen, dass sie "nicht so sind" und manövrieren ich damit in eine devote Haltung, immer nachgiebig, immer verständnisvoll, bis sie irgendwann nicht mehr rauskommen.
Bei jedem Aufbegehren könnte er sagen "Du bist wie X" und hat sie damit voll in der Hand.

Beitrag von seelenspiegel 27.04.11 - 12:56 Uhr

Hätte ich ähnlich formuliert !

Beitrag von ciocia 26.04.11 - 09:35 Uhr

Hallo

warum hat er "jahrelang" das Verhalten der Frau geduldet und über sich ergehen lassen?

Beitrag von rs 26.04.11 - 09:47 Uhr

tja warum...??
gute frage, weil er jung war und dumm und immer gehofft hat, dass alles gut wird; der traum von einer heilen familie..
habe halt auch angst, nie an diesen "status" zu kommen, den sie hatte :-(

Beitrag von stormkite 26.04.11 - 10:05 Uhr

Als ich meinen Freund kennengelernt habe, da hatte er auch dieses "Vertrauensproblem", weil er einige negative Erfahrungen gemacht hat.

Verschwunden sind die erst mit der Zeit: Der erste "Durchbruch" war, als ich ihn nach 3 Monaten Beziehung im November gefragt habe, ob wir im Sommer zusammen Urlaub machen wollen. Da hat er festgestellt: Ok, die will länger was von mir.

Geholfen hat natürlich, das er sich sehr in mich verliebt hat. er ist ja nun nicht der Typ, der ständige Liebeserklärungen macht, aber man merkt es einfach, wie ihm hin und wieder heute noch die Knie wackeln vor Glück, wenn ich ihn anlächle. Wir sind inzwischen fast 5 Jahre zusammen.

Ob er sich so richtig in dich verliebt, und daraus eine richtig tiefe Liebe erwächst - das kannst du leider nie voraussehen. Dazu muss es irgendwo "klick" machen, und dann muss es geklickt bleiben. Es gibt genügend Menschen, die aus der Anfangsverliebtheit heraus in eine Beziehung begeben, und dann drin hängen bleiben. Und bei denen aber dann nicht genug Zuneigung da ist, um dem Partner wirklich dauerhaft ins Zentrum des eigenen Lebens zu stellen.

Gebt euch Zeit, euch kennenzulernen. Du bist, wer du bist: Wenn es passt, dann kommt kommt auch die Liebe - wenn nicht, kannst du es nicht erzwingen.

Kite



Beitrag von rs 26.04.11 - 10:18 Uhr

danke dir für die antwort. hört sich gut an, was du geschrieben hast!
planen machen wir auch; wollen im juni ein paar tage ohne die kinder verreisen und nächstes jahr evtl. urlaub zusammen machen.
so ein gefühl wie mit ihm hatte ich noch nie und das macht mir angst. ich glaube, ihm geht es genauso; wir haben die gleichen ziele und vorstellungen und sind uns so ähnlich und haben wahrscheinlich beide angst, aus dem traum zu erwachen...
lg

Beitrag von stormkite 26.04.11 - 11:12 Uhr

Hört sich doch gut an - und alles andere kommt mit der Zeit. Eine wirkliche Beziehung wächst langsam.

Man kann so ne Beziehung nicht "anknipsen" und kriegt Vertrauen, und gemeinsame Lebensplanung, und alles gleich mitgeliefert. Jedenfalls nicht mehr, wenn man sich nicht als Teenager kennenlernt. Und ich finde das gut. Wenn du dich so verhältst, wie du bist - nämlich ehrlich, und offen - dann wird dein Freund dir auch das Vertrauen entgegenbringen, das du verdienst.

Wenn er das nicht lernt, dann benutzt er das "Misstrauen" um dich zu kontollieren, oder er ist selber nicht Vertrauenswürdig, und denkt, andere Menschen sind so wie er selber. In beiden Fällen ist er eh kein Mensch, den man als Partner haben sollte.

Kite



Beitrag von clautsches 26.04.11 - 10:07 Uhr

So sein wie man ist, reden - und Zeit verstreichen lassen. Viel Zeit!

LG Claudi