Schwanger in Fernbeziehung

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von amelanchia 26.04.11 - 10:55 Uhr

hallo

Ich durchlebe gerade einen großen Frust und mag ihn mir einfach mal von der Seele schreiben.
Ich habe seit 2 Jahren eine Fernbeziehung mit meiner "Jugendliebe" ,also wir waren früher vor 10 Jahren lange Zeit ein Paar und haben auch zusammengelebt.
Ich habe ihn damals wegen eines anderen verlassen,was unsere heutige Beziehung immer noch belastet.Nun reicht es eben nur noch für eine Fernbeziehung.
Ich bin in der 14. Woche schwanger und wäre durchaus bereit zu ihm zu ziehen,aber er möchte das nicht.Für ihn wäre es o.k. wenn ich in der gleichen Stadt wohne ,aber in einer eigenen Wohnung.ansonsten zieht er die Variante ,dass wir 250 km auseinander wohnen vor und er nur Wochenendpapi ist.
Nun frage ich mich ,ob so eine Beziehung überhaupt Sinn macht.
Es tut mir weh ,dass es anscheinend nicht möglich ist so etwas wie eine gemeinsame Zukunft zu planen. Ich fühle mich so ungeliebt.
Allen denen ich davon erzählt habe,haben mir abgeraten in seine Stadt zu ziehen,wohl weil sie keine Zukunft für uns sehen.
Es tut mir weh ,dass er nicht einmal bereit wäre seine Wohnung aufzugeben,während ich sogar bereit wäre meinen Wohnort zu wechseln.
Was meint ihr dazu?

Beitrag von sehrgründlichüberlegen 26.04.11 - 11:26 Uhr

Hallo,

wenn ich darf kann ich dir meine Erfahrung mit einer Fernbeziehung erzählen.

Also ich bin nach 2 Jahren Wochenendbeziehung zu meinen Freund gezogen, der ca. 130 km von mir entfernt wohnte.
Ich hatte mir dort einen akzeptablen Job gesucht, der mir keinen Spass machte (vor dem Umzug, sonst wäre ich gar nicht erst umgezogen) und meinen tollen Job in meinem Heimatort hab ich gekündigt.
Ich war der Meinung wir würden immer zusammen bleiben, leider hat er mich nicht so unterstützt beim einleben wie ich es mir gerne gewünscht hätte. Er war wirklich sehr froh, dass ich jetzt bei ihm lebte und er liebte mich auch, dass stellte ich nie in Frage, aber er hat nicht auf Anhieb verstanden, was ich von ihm erwartete (und ich habe es ihm mit den einfachsten Worten direkt ins Gesicht gesagt) und das war einfach nur für mich da zu sein. Doch er war einfach nicht da für mich, sondern immer unterwegs beim Nachbarn.
Mir fiel die Umstellung nach dem Umzug sehr schwer. Ich bin von der Großstadt in ein kleines Dorf gezogen, wo jeder jeden kennt und alle immer über alles Bescheid wissen. Seine Freunde und Familie haben mich auch sehr herzlich aufgenommen und auch unter meinen neuen Kollegen habe ich liebe Menschen gefunden, mit denen ich mich sehr gut verstand.
Ich vermisste meine Freunde und Familie und wenn wir am Wochenende mal bei meinen Eltern waren zu Besuch, dann war er meistens im Hintergrund und wir haben auch nicht viel mit meinen Freunden gemacht, weil er keine Lust dazu hatte.

Es war auch klar, dass wenn wir zusammenziehen, ich zu ihm ziehe, weil er Eigentum hat und ich auch nicht wollte, dass er es verkauft.

Das Ende vom Lied war, dass ich grade mal ein Dreiviertel Jahr bei ihm lebte und dann wieder zurück in meinen Heimatort gezogen bin und einen Job annehmen musste, der mir auch nicht viel Spass macht, aber von dem ich wenigstens gut leben kann (meinen alten Job habe ich nicht mehr bekommen können).
Die Liebe war einfach erkaltet über seine Gleichgültigkeit.

Ich möchte dir mit meiner Geschichte einfach zeigen wie es kommen kann. Ich für meinen Teil weiß, dass ich so etwas nicht mehr machen würde. Aus Liebe habe ich alles aufgegeben, statt es erstmal zu testen (die Möglichkeit hätte ich vom Job her sogar noch gehabt).
Die Zeit mit meinem Ex möchte ich nicht missen und bin auch froh, dass ich ihn hatte, aber dennoch würde ich die Entscheidung bezüglich des Umzugs heute noch rückgängig machen. Und es quält mich jeden Tag.

Ich will dir nicht raten dich dafür oder dagegen zu entscheiden, ich kann dir nur raten es dir gut zu überlegen.
Wäre bei uns ein Kind im Spiel gewesen und es dennoch gleich gelaufen wie es nunmal gelaufen ist, wäre ich auch von ihm weggezogen, denn ich bin lieber eine glückliche Mutter für mein Kind und fahre mit diesem zu dem Vater, als das ich eine unglückliche Mutter bin in einer unglücklichen Beziehung.

Ich wünsche dir alles, alles Gute und ganz viel Kraft für deine Entscheidung. #klee

Beitrag von amelanchia 26.04.11 - 12:25 Uhr

Hallo ???

Danke für deine Antwort.
Doch einen Satz verstehe ich nicht ganz.Du schreibst,dass du deine Entscheidung zu ihm zu ziehen bereust,oder ?
Hättest du dir denn für immer und ewig nur eine Fernbeziehung vorstellen können?
Ich wünsche mir schon etwas anderes, ich bin wohl der Typ Mensch ,der dem Partner gerne viel Platz im eigenen Leben einräumt.
Und jetzt mit dem Kind würde ich uns gerne als Familie sehen.
Es wäre wahrscheinlich ja schon eher eine familiäre Situation wenn wir in der gleichen Stadt leben würden als 250km entfernt,aber es kränkt mich so sehr dass er dann nicht mit mir zusammenleben möchte und es lässt mich an der Tiefe seiner gefühle zweifeln . Deshalb habe ich auch Angst daheim alles aufzugeben und letztendlich hält die Beziehung doch nicht.

Liebe Grüße

Beitrag von daisy80 26.04.11 - 12:40 Uhr

"Deshalb habe ich auch Angst daheim alles aufzugeben und letztendlich hält die Beziehung doch nicht."

Das ist natürlich echt schwierig. Aber die Garantie kann Dir halt niemand geben.
Letztendlich musst Du abwägen, was Deine Prioritäten sind.

Ich lebe auch seit über 7 Jahren in einer Fern, bzw. Wochenendbeziehung. Seit knapp anderthalb Jahren auch mit Kind.
Es geht derzeit nicht anders. Ich möchte hier vorerst nicht wegziehen und mein Partner kann auch nicht hierher ziehen.

Es ist okay. Funktioniert ganz gut und ist auch bisher kein Problem fürs Kind.
Wie langfristig ich das möchte, kann ich jetzt noch nciht absehen, aber das kann man nie. Bei keiner Beziehung.

Es gibt übrigens Menschen, denen reicht eine solche Beziehung völlig aus. Das muss überhaupt nicht heißen, dass Dein Partner wenig oder keine tiefen Gefühle für Dich hat. Es ist eben ein anderer Ansatz oder ein anderes Bedürfnis. Frage ist eben, inwiefern Du dich darauf einlassen möchtest.

Ich bin auch der Meinung, dass eine Schwangerschaft nicht der Zeitpunkt oder Anlass sein sollte, solche "großen" Entscheidungen und Veränderungen anzustreben. Da hat frau genug mit anderen Dingen zu tun.
Mach erstmal langsam und warte ab, was sich ergeben wird.

Beitrag von amelanchia 26.04.11 - 13:04 Uhr

Hallo Daisy

Ich kenne meinen Freund schon Über 20 Jahre, von denen wir früher ja auch schonmal mehrere Jahre zusammengelebt haben. In seinen Beziehungen davor und dazwischen hat er auch mit der jeweiligen Frau zusammengelebt.
er ist also nicht der klassische "ich brauche unbedingt meine eigene Wohnung " Typ.
Aber natürlich verändern sich Menschen und ihre Bedürfnisse oder sie sind auch nicht zu jeder Zeit gleich.
Seine Mutter meint er sei von seiner letzten Beziehung traumatisiert ,weil da zum Schluss ziemlich die Fetzten flogen.

Aber ich finde schon ,dass eine Schwangerschaft bzw. ein gemeinsames Kind ein guter Grund ist zusammen zu leben. Natürlich darf das nicht der einzige Grund sein,aber wenn man sich liebt .

Womit du sicher Recht hast ,ist dass ich mich jetzt vorallem mal auf mich und das Kind konzentrieren sollte,denn das ist ja das was wirklich da ist.


Beitrag von daisy80 26.04.11 - 13:23 Uhr

"Ich kenne meinen Freund schon Über 20 Jahre, von denen wir früher ja auch schonmal mehrere Jahre zusammengelebt haben."

Stimmt, hast Du ja geschrieben... #schwitz

Naja, möglicherweise spielt die Vermutung seiner Ma mit hinein. Ich glaube viele Männer haben in solchen Situationen auch irgendwie Muffe.
Mein Partner hat mir mal sinngemäß gesagt, dass ein Kind so etwas "endgültiges" hat. Jetzt kann man(n) halt nicht mehr einfach mal tun und lassen was er möchte und MUSS Verantwortung übernehmen (oder sich eben davor drücken und mit dem schlechten Gewissen klarkommen). Mit der Frau ist man im Endeffekt sein Leben lang (über das Kind) verbunden - auch wenn man sich trennt.

Ich bin kein Mann und kann auch nicht in Köpfe gucken, obwohl das manchmal bestimmt sehr hilfreich wäre.
Aber ich denke, ein Kind, Zusammenziehen und alles war da so dranhängt ist für die meisten Männer doch ein wirklich großer Schritt und viele haben da richtig Angst.
Möglicherweise muss oder möchte er sich selber erstmal ordnen.

Beitrag von sehrgründlichüberlegen 26.04.11 - 13:32 Uhr

Nein eine Fernbeziehung auf Dauer hätte ich mir nicht vorstellen können, dafür bin ich einfach nicht der Typ.
Im Nachhinein betrachtet hätte ich es darauf hinlaufen lassen das die Beziehung irgendwann beendet wird, von ihm oder von mir, aber ich wusste eben vorher nicht das er sich so verhält und das ich die Entscheidung mit dem Umzug irgendwann bereuen würde.
Mein Bauchgefühl hat mir damals mitteilen wollen, dass ich den Umzug eigentlich gar nicht will, aber mein Herz wollte ihm zeigen wieviel mir an ihm liegt und ich habe mehr auf mein Herz, als auf meinen Bauch gehört.

Wir sind uns nicht ganz unähnlich, denn ich räume meinem Partner auch gerne viel Platz in meinem Leben ein und das habe ich auch gemacht,
nur habe ich es leider nicht ansatzweise zurückbekommen.

Wie ich schon geschrieben habe, möchte ich dir keinen Ratschlag dafür oder dagegen geben, weil die Entscheidung letztlich von dir gefällt werden muss.
Ich wollte dir nur erzählen wie es bei mir gelaufen ist.

Das du gerne deine kleine Familie zusammenführen willst kann ich sehr gut verstehen.
Wenn dein Partner keine gute Erfahrung bei seinen bisherigen Beziehungen und dem Zusammenleben hatte, dann will er vielleicht auch erstmal den Abstand mit 2 Wohnungen in der Stadt um zu schauen, wie ernst du es mit der Familienzusammenführung meinst.
Und vielleicht ändert er auch seine Meinung wenn du mit Kind erstmal vor Ort bist.

Ich wünsche dir auf jeden Fall alles, alles Gute und das du die für dich richtige Entscheidung triffst.

Beitrag von lichtenstein 26.04.11 - 13:48 Uhr

Ich glaube, das Problem bei euch ist nicht die Entfernung sondern die Tatsache, dass das Vertrauen weg ist. Dein Freund ist nicht mehr bereit, sich ganz und gar auf eine Beziehung mir Dir einzulassen. So für ab und zu ist okay, aber mehr will er nicht und kann er vielleicht auch nicht mehr geben.

An dieser Haltung wirst Du auch mit Kind wohl nichts mehr ändern können. Eine gemeinsame Zukunft würde mich mir aus dem Kopf schlagen und lieber im gewohnten Umfeld bleiben.

Grüßle

Lichtenstein