Könntet ihr das verzeihen / vergessen / ...? Freundschaftsfrage

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Beitrag von moeriee 26.04.11 - 12:12 Uhr

Hallo ihr Lieben! #winke

Ich weiß, das Thema gehört hier nicht hin. Es gibt aber hier bei Urbia keine richtige Kategorie, in die es passen würde und da ihr selber mal schwanger wart, habt ihr vielleicht eine Vorstellung davon, was in meinem Kopf vorging bzw. noch immer vorgeht. Und zwar geht es um Freundschaften. Vor meiner Schwangerschaft hatte ich nicht übermäßig viele Freunde, denn ich halte nichts davon, falsche Freundschaften zu pflegen. Bekanntschaften sind da was anderes. Und schließlich kommt es nicht auf Quantität, sondern auf Qualität an. Es waren insg. vier Freundinnen, zu denen ich häufiger Kontakt hatte. Drei davon nahmen sehr viel Anteil an meiner Schwangerschaft, eine davon meine beste Freundin. Wir telefonierten häufig, redeten über Neuigkeiten und jeder war eigentlich immer an News interessiert. Dann kam ich jedoch ins Krankenhaus und als klar war, dass ich dort bis zum Ende der Schwangerschaft bleiben muss (also mind. zwei Monate) und ich voraussichtlich eine Frühgeburt haben würde, riss der Kontakt mir dreien der vier Freundinnen ab. Ich rief sie noch ein paar Mal an, aber von ihnen kam gar nichts mehr. Meine beste Freundin rief täglich an. Manchmal sogar mehrfach. Sie wohnt relativ weit weg (ca. 100 km), überraschte mich aber dennoch hin und wieder und kam mit ihrem Mann zu Besuch. Mit den anderen dreien (die alle um die Ecke wohnen) hatte ich dann gar keinen Kontakt mehr, denn irgendwie sah ich es nicht ein, dass immer nur ich mich melde. Ich wollte ihnen mit meinen Problemen auch nicht zur Last fallen. Im Endeffekt besuchte mich in der ganzen Zeit keine Einzige von ihnen. Einen rief zwei Tage vor Louis' Geburt noch einmal an, fragte (während ich schon Wehen hatte), wie es mir so ginge. Ich kürzte das Gespräch ab, denn ich wollte nicht, dass sie mitbekommt dass ich schon Wehen habe, und teilte ihr nur mit, ich müsse abwarten, wie es weitergeht. Sie sagte dann noch, sie käme uns selbstredend nach der Geburt im KKH besuchen. #schock Super! Jeden Tag war sie nur ca. 500 Meter von mir entfernt, aber kam nicht einmal vorbei, aber nach der Geburt wollte sie direkt kommen... Na ja, als Louis dann auf der Intensiv landete, hörte ich von ihr auch nichts mehr, aber sie meldete sich per E-Mail, als wir dann gerade mal zwei Tage zuhause waren und fragte, ob sie noch in derselben Woche kommen dürfe. Eine andere Freundin von diesen dreien kam in der zweiten Woche zuhause direkt vorbei. Sie war der erste Besuch, den wir überhaupt hatten. Ich bot ihr nichts zu Trinken und auch keinen Sitzplatz an und war froh, als sie wieder gegangen war. Denn irgendwie war mir die Situation unangenehm. Ich wollte sie nicht mehr in meiner Nähe haben.

Mädels, ich weiß gar nicht, wie ich am besten beschreiben soll, wie es mir in dem Moment ging. Die ganze Zeit über hatte mich niemand im KKH besucht. Es hat keine dieser drei Freundinnen interessiert, wie es mir ging. Der Kreis derjenigen, auf die man sich wirklich verlassen konnte, war erschreckend klein. All die Menschen, die man vorher geschätzt hatte, haben sich in dieser Zeit rar gemacht. Ich war und bin ziemlich traurig und verletzt. Im Endeffekt habe ich den Kontakt zu allen abgebrochen, die vorher meine Freunde waren, aber sich dann nicht einmal haben blicken lassen oder angerufen haben. Wortlos, denn dafür fand ich keine Worte mehr. Ich war einfach nur enttäuscht. Doch eine von ihnen habe ich in letzter Zeit extrem vermisst. Wir sind oft an ihrem Haus vorbeigefahren und mir tat es irgendwie leid, dass ich alles so hatte schleifen lassen. Aber in dem Moment erschien es mir richtig. Ich fasste mir letzte Woche Donnerstag ein Herz und rief sie an. Sie war total erschrocken, weinte am Telefon und versuchte die ganze Zeit über, sich zu erklären. Sie tat mir fast schon ein wenig leid. Sie möchte sich diese Woche mit uns treffen und in dem Moment, als ich das Treffen mit ihr vereinbart habe, erschien es mir richtig. Aber immer wieder kommen Zweifel hoch, dass es falsch sein könnte.

Versteht mich bitte nicht falsch! Ich habe ein sehr weiches Herz und kann nur schwer Menschen wirklich böse sein. Aber in all dieser Zeit hätte ich seelischen Beistand bitter nötig gehabt. Ich weiß auch, dass es nicht jedem leicht fällt, solche KKH-Besuche zu machen. Aber gerade wenn man befreundet ist, sollte doch wenigstens ein Besuch drin sein. Und es waren zwei Monate. Wer in all der Zeit keine Gelegenheit findet... Ich weiß ja auch nicht. Zwingen kann man niemanden... Und was mir wirklich den Rest gegeben hat, war dieses Drängeln, kurz nach Louis' Geburt, gleich vorbeikommen zu wollen. Als unser Baby noch nicht da war, war ich offensichtlich nicht so wichtig, dass man sich die Zeit für einen Besuch nehmen wollte. Aber als Louis dann geboren war, hatte selbstredend jeder Zeit und Lust...

Nun die spannende Frage: Wie würde es euch in so einer Situation gehen? Könntet ihr so ein Verhalten einfach vergessen? Oder verzeihen? Wobei ich das Wort "verzeihen" in dem Moment irgendwie unpassend finde, denn es hat ja keine aktive Handlung stattgefunden, wegen der man sauer sein könnte. Aber vielleicht ist das genau der Punkt... Das eben überhaupt gar nichts stattgefunden hat. Oder bin ich da einfach noch zu sensibel und muss noch ein wenig Zeit ins Land streichen lassen? Ich weiß nämlich, dass es ein langer Prozess ist, diese ganze Zeit zu verarbeiten. Bleibt die Frage: Was sind solche Freundschaften wert? Was, wenn ich einmal wieder in eine solche Situation komme? Stehe ich dann wieder alleine da?

Ich #danke denjenigen, die sich durch den ganzen Text gekämpft haben und würde mich freuen, wenn ihr ein kurzes Statement dazu abgeben würdet.

Liebe Grüße #herzlich

Marie mit #baby-Louis (20 Wochen alt) #verliebt

Beitrag von panoramama 26.04.11 - 12:30 Uhr

Hallo Marie
Ich freue mich für Dich, dass die schwierige Zeit im Krankenhaus jetzt vorbei ist und Du mit Deinem Sohnemann zu Hause bist.
Ich denke es ist auf alle Fälle eine gute Idee nochmal zu reden. Wie es dann letztendlich ausgeht und ob Eure Freundschaft zu retten ist wird die Zeit zeigen, aber es wird auch Dir guttun mal sagen zu können wie alleine Du Dich gefühlt hast und was Du Dir an Unterstützung gewünscht hättest.
Ich glaube, dass Probleme in einer Schwangerschaft ein ganz großes "Tabu" Thema sind, viele Leute haben Angst, dass was schief geht und wollen nicht stören, nicht belasten. Aus der Unsicherheit resultiert dann der Rückzug- auch wenn es schöner wäre wenn derjenige einfach mal nachfragen würde, was man selber sich wünschen würde.
Und dann ist es nur folgerichtig, dass sie vor der Tür steht sobald klar ist, dass es "gut gegangen" ist. Schließlich hat sie Dich bestimmt auch vermisst.
Verstehe mich nicht falsch, ich kann gut nachvollziehen, dass Du verletzt bist- ich denke nur das muss keine böse Absicht gewesen sein. Fazit: Nochmal reden ist auf alle Fälle gut und den Rest kannst Du eh nicht erzwingen, entweder Du wirst im Laufe der Zeit damit Frieden schließen und die Freundschaft wird wieder aufleben, oder eben nicht. Aber solange Du sie vermisst, ist es einen Versuch doch wert, oder?

Alles Gute panoramama

Beitrag von jindabyne 26.04.11 - 12:36 Uhr

Hallo Marie,

hm, ich bin da eher der konfrontative Typ: Ich frage, WARUM jemand sich so verhält, wie er sich verhält.

Ich hatte auch keine leichte SS, ich musste drei Monate wegen drohender Frühgeburt liegen. Und auch ich kann an einer Hand abzählen, wer mich in der Zeit besucht hat. Nach ein paar Wochen allein zu Hause hab ich aber von mir aus Kontakt aufgenommen und nachgefragt, warum sie sich rar gemacht haben. Da kam von meinen Freunden (unabhängig voneinander!) meistens die Antwort: "Wir dachten, es wird Dir zu viel und du brauchst Ruhe!" Das nehme ich den meisten auch ab, dass sie einfach Rücksicht nehmen wollten, weil es mir nicht gut ging. Als ich die Leute dann eingeladen hab und gesagt habe, dass ich Abwechslung brauche, kamen sie auch vorbei.

Irgendwie glaube ich, du brauchst noch Zeit, um alle erlebnisse zu verarbeiten. Die letzten Monate waren ja auch nach der Geburt nicht gerade ein Zuckerschlecken, wie ich aus Deiner VK entnehmen konnte. Da sind die Freunde nur ein kleiner Teil Deiner Enttäuschung. Aber wenn Dir die Menschen wichtig sind, dann rede mit ihnen, verzeih ihnen und halte den Kontakt, insofern er Dir gut tut.

Lg Steffi

Beitrag von sanma78 26.04.11 - 12:43 Uhr

Hallo,
kann mich der Vorrednerin nur anschließen. Die Situation war sicher verletzend für dich, aber noch mehr würde es dir wehtun, wenn du nach 10 Jahren zurück blickst und denkst, was wäre wenn... Ich denke auch, erzähl ihr, wie du dich dabei gefühlt hast und höre dir an, was sie dazu sagt, der Rest entscheidet dein Herz !!!!
Ich habe mich auch vor 10 Jahren mit meiner besten Freundin total zerstritten, der Kontakt brach ab, keiner wollte auf den anderen zugehen. Ich hatte sie dann von Jahr zu Jahr mehr vermisst und habe dann vor ca. 2 Jahren wieder vorsichtig E-Mail Kontakt aufgebaut. Wir verstehen uns wieder gut, aber so wie früher, wirds nimmer....
Viel Glück für Dich und alles Gute !
Sanma

Beitrag von mondfluesterin 26.04.11 - 13:37 Uhr

Also ich sehe das nicht so locker wie die anderen Mütter hier. Zwei Monate KH sind eine lange Zeit und wenn man es nicht einmal schafft, jemanden zu besuchen, obwohl man in unmittelbarer Nähe wohnt, sollte einem das zu denken geben.
Ich denke, Du warst ihnen relativ gleichgültig und ein Handy hat ja wohl fast jeder... man hätte sich einfach melden können!
Ich bin in den letzten zehn Jahren auch deutlich kritischer geworden, was Freundschaften anbelangt. Ich hatte eine Freundin, die es nicht geschafft hat, mir zur Geburt des zweiten Kindes zu gratulieren, jeden vereinbarten Termin mit einer blöden Ausrede absagte - bis ich sie mit meinem Kindern dann zufällig auf einem Volksfest traf (wo sie aber ihre Schwiegereltern nicht stehen lassen wollte und deshalb mich auch weitesgehend missachtete) - diese Freundschaft habe ich guten Gewissens aufgegeben. Und ich bin froh darüber. Ich habe sehr gute Freunde, die mich im Notfall auch unterstützen würden und für die ich dasselbe tun würde bzw. auch schon getan habe. Diese Menschen sind mir wichtig, die anderen sind mir inzwischen relativ egal...

Beitrag von sweetlady0020 26.04.11 - 13:44 Uhr

Hallo Marie,

ich finde es wahnsinnig traurig, dass es scheinbar beim Thema Freundschaften noch mehr Menschen so geht wie mir und es sich irgendie immer wiederholt...

Seit Beginn meiner Schwangerschaft hat sich ganz extrem die Spreu vom Weizen getrennt und als meine Kleine auf der Welt war erst richtig...

Ich bin einfach der Meinung, dass es nicht schwer sein kann, mal das Telefon in die Hand zu nehmen und seine Freundin anzurufen, wenn ich weiss, dass sie im Krankenhaus ist. Noch schlimmer ist wohl dann, wenn man nur 500m entfernt wohnt und es nicht mal schafft vorbei zu kommen. Die Ausrede mit der Ruhe etc. pp lasse ich nicht gelten...das sind für mich fadenscheinige Gründe...

Ich weiss wie schwer es ist und ja es tut verdammt weh, aber meiner Meinung nach, kann man auf solche Freunde verzichten... Ich persönlich brauche lange bevor ich eventuell verzeihen könnte...aber das liegt an jedem selbst...

Und ja ich bin auch der Meinung, dass solche Menschen sich nicht ändern werden und egal in welcher Situation wieder mal bist...ich tippe fast es würde wieder so kommen...Du brauchst ja angeblich Deine Ruhe...#augen

Ich würde meine Konzentration auf die Menschen setzen, die da waren...diese sind es Wert an Deinem Leben UND dem von Louis teilzuhaben...alle anderen sollten sich zum Teufel scheren...

Ich drück Dich mal ganz fest#liebdrueck

Aber soll ich Dir mal sagen: Ich habe solche Familienmitglieder...das ist genauso schlimm...#schmoll

LG aus Potsdam

SweetLady0020#klee mit Astronautin 7 Wochen auf dem Arm

Beitrag von jiny84 26.04.11 - 13:49 Uhr

Ich kann dich voll und ganz verstehen.

Als ich mit meinem Louis Schwanger war,hatte ich am anfang wirklich schwierigkeiten,mir ging es nicht gut,habe mich zurück gezogen.
Hab mich bei niemandem gemeldet,nur zwischen durch mal,um ein Lebenszeichen von mir zu geben.
Meine beste Freundin machte deswegen ein Riesen theater,weil ich mich nicht gemeldet habe,sie sich aber in der Zeit auch nicht.
Sie verstand meine Situation einfach nicht.Irgendwann brach sie den Kontakt zu mir Komplett ab und das nach 20 Jahren Freundschaft.
SIe hatte für meine Situation garkein Verständnis.

Manchmal denke ich,sie ist eifersüchtig,ich habe 2 wunderbare Kinder,bin verheiratet,alles läuft perfekt.
Sie Wohnt mit 27 noch zuhause,hat 3 Grosse Hunde in eier 40 qm Wohnung,ihre Beziehung geht dauernd auseinander,totales hin und her.
Bei ihr läuft halt einfach nichts und dann bin ich Schwanger,mit unserem absoluten Wunschkind und auf einmal bricht der Kontakt.
Aber sie hat sich auch nach der Geburt von dem kleinen nicht mehr gemeldet,ich habe ihr bescheid gegeben,Fotos geschickt,nichts,keine Reaktion,echt traurig.

Versucht euch auszusprechen,denn einen Freund zu verlieren tut sau weh.

Beitrag von samea 26.04.11 - 14:39 Uhr

Wenn man bei jeder Unstimmigkeit und jedem Problem gleich die Flinte ins Korn wirft, bleibt am Ende nicht viel mehr übrig als der Frust, den man aus manchen Antworten hier herauslesen kann... #kratz

Klar gibt es Leute, die ändern sich nicht, die ziehen faule Ausreden heran, die sind unzuverlässig. Aber Du sprichst hier von scheinbar guten, engen Freunden, die sich in der Vergangenheit als zuverlässig erwiesen haben, nicht von Freundschaften, die immer schon fragwürdig waren, oder?

Ich schreib das jetzt absichtlich mal provokativ, Du hast in der SS und danach echt viel durchgemacht und ich will Dich nicht in die Pfanne hauen, sondern zum Nachdenken anregen:

Ist Dir schon mal der Gedanke gekommen, dass nicht nur die anderen auf DICH einen bestimmten Eindruck machen, sondern dass auch DU bei anderen einen Eindruck hinterlässt? Manchmal verhält man sich selber missverständlich, da kann schnell ein falscher Eindruck bei anderen entstehen. Man macht es sich sehr einfach, wenn man den Grund immer nur beim anderen sucht.

Frag Dich, wie "schlimm" das Vergehen Deiner Freundinnen tatsächlich war. Konnten sie wissen, dass Du sie vermisst und brauchst? Oder hatten sie Grund zur Annahme, dass Du lieber für Dich sein willst? Viele Leute wollen niemanden sehen, wenn sie im KKH sind. Ich habe einige Freunde, die mich richtiggehend ausgeladen haben, als sie selber im KKH waren, weil sie nicht wollten, dass jemand sie in einem solchen Zustand sieht. Hast Du sie explizit ins KKH eingeladen? Hast Du um Hilfe und Unterstützung gebeten oder hast Du Dich selber auch weniger gemeldet, als Du ins KKH gekommen bist, und hast so den Eindruck wecken können, dass Du für Dich sein willst?

Eines solltest Du auch berücksichtigen: Für Dich waren zwei Monate eine lange Zeit, weil die Tage leer und voller Sorge waren. Für andere vergehen zwei Monate wie im Fluge, weil sie im Alltag drinhängen.

Die Leute, die sich in der letzten SS weniger bei mir gemeldet haben, sind heute die Leute, die mich am meisten unterstützen. Da wär ich ja schön blöd gewesen, hätte ich all diese Freundschaften weggeworfen.

Also: Ich würde Deiner Freundin eine zweite Chance geben, weil ich mich selber nicht für unfehlbar halte, weil ich weiß, welche Kontakte mir gut tun und welche nicht, weil ich weiß, dass ein frustriertes Zurückziehen mich nicht glücklich macht. Du hast auch jetzt noch Redebedarf und bräuchtest gerade jetzt eine gute Freundin an Deiner Seite, wie man Deinen Zeilen entnehmen kann.

Denk darüber nach und folge Deinem Herzen.

Beitrag von moeriee 26.04.11 - 15:26 Uhr

Ja, du hast sicher Recht! Jede der hier genannten Möglichkeiten hatte ich in Betracht gezogen. Ich kann aber nicht bei jeder Freundschaft dieselbe Entscheidung treffen, denn bei allen dreien gab es ganz unterschiedliche Voraussetzungen. Die Freundin, die direkt nach dem KKH auf der Matte stand, habe ich aus meiner Freundesliste endgültig gestrichen. Da war vorher schon zu viel vorgefallen. Sie hat Geheimnisse von mir ausgeplaudert, mir Dinge nachgesagt, die überhaupt nicht stimm(t)en, etc. pp. Kurz vor der Schwangerschaft startete ich einen letzten Versuch, diese Freundschaft aufrecht zu erhalten. Aber wie man sieht, hat es nicht lange gehalten. Sie schlug dann hier auf, war fett erkältet, hat meinem Kind ins Gesicht gehustet und erzählte mir noch, wie krank sie sei, wo ich mir nur dachte: "Klasse! Danke für die Rücksichtnahme." Wir hatten zwar kein Extremfrühchen, aber trotz allem muss eine Erkältung für ein so kleines Baby nicht zwingend sein. Da hat es mir dann endgültig gereicht. Sie hat sich auch nur noch einmal gemeldet und zwar als wir wieder ins KKH mussten, um zu fragen, warum wir denn schon wieder in der Klinik wären. Aber ich hatte auf den Zirkus keine Lust mehr. Von meiner Seite aus gab's da nie Probleme, aber sie hat sich immer eingeredet, dass ich etwas gegen sie hätte. Keine Ahnung warum... Im Endeffekt hat sie mir auch gesagt, dass sie es sche*ße findet, dass ich immer all das habe, was sie nicht hat: Eine tolle Hochzeit, ein eigenes Haus, ein Auto, ein Baby, ... Bei ihr lief es halt nicht so gut, aber ich hab' es sie nie spüren lassen. Im Endeffekt wollte ich keinen Kontakt mehr. Ich grüße sie noch, wenn ich sie sehe, wünsche ihr frohe Ostern (z.B. über Facebook), bin weiterhin freundlich zu ihr, aber dass ich aktiv den persönlichen Kontakt zu ihr suche, das ist nicht der Fall.

Bei der Freundin, zu der ich letzte Woche den Kontakt gesucht habe, ist es irgendwie anders. Sie fehlt mir! Ich konnte früher alles mit ihr besprechen und es tat gut, ihre Stimme zu hören. Es tat mir auch total leid, dass sie so geweint hat. Ich habe gemerkt, dass es ihr unendlich leid tat. Sie hatte anfangs ein paar Mal gesagt, dass sie kommen würde und ich habe ihr auch gesagt, dass ich mich darauf freue. Aber dann meldete sie sich nicht mehr. Sie hat am Telefon gesagt, dass sie mit der Situation einfach nicht klarkam. Sie hätte nicht gewusst, womit sie mich hätte trösten sollen oder was sie hätte sagen sollen. Ich weiß auch, dass es nicht einfach ist, denn ich selber gehöre auch zu den Menschen, die überhaupt nicht gerne KKH-Besuche machen, weil ich immer nicht weiß, was ich sagen soll. Aber ich denke, ich habe es den Menschen nicht so schwer gemacht, auch wenn ich nach einer bestimmten Zeit nicht mehr wusste, was ich erzählen sollte, denn mein Tagesablauf war immer gleich. Mal mehr, mal weniger News von Arztseite, mal ein Missgeschick einer Krankenschwester oder Hebamme... Aber es war nie langweilig bei uns. Meine Bettnachbarin war auch so eine Liebe. Es war zwar eine schwere, aber auch lustige Zeit. Aber wie gesagt: Ich kann es irgendwo auch verstehen und ich hatte bei ihr auch nicht das Gefühl, dass es nur so daher gesagt ist. Ich musste mir nach der Geburt ziemlich viele "Ausreden" anhören, obwohl ich nie gefragt habe: "Warum warst du nie mal zu Besuch!" Jedes Mal, wenn ich jemanden wiedergetroffen habe, ging die Leier der Ausreden ungefragt los, sodass ich zum Schluss gar keine Lust mehr darauf hatte. Und oft wusste ich: Es war tatsächlich nur, damit derjenige sein eigenes Gewissen beruhigt hat. Nicht für mich.

Ich habe ihr gerade eine SMS geschickt, wann sie konkret kommen will, damit ich einen #torte backen kann. Wir haben zusammen Abi gemacht, zusammen studiert... Das will ich nicht aufgeben, auch wenn es möglicherweise nie mehr sowie vorher wird. Allerdings wird das die Zeit zeigen.

Beitrag von estelle-miriam 26.04.11 - 15:25 Uhr

Hallo Marie,

ich kann Deine Traurigkeit und auch Deine innere Zerrissenheit sehr gut verstehen.

Ich würde mich an Deiner Stelle jetzt wo die Geburt schon einige Zeit hinter Dir liegt und es Dir und dem Kleinen gut geht auf jeden Fall mit jeder der vier Freundinnen mal einzeln treffen. Frag' sie bitte alle, warum sie in dieser schwierigen Zeit nicht für Dich da waren / sein konnten und ermutige sie vor allen Dingen ganz offen und ehrlich zu sein. Beginne jedes Treffen / Gespräch mit einem positiven Satz wie: "Schön, dass Du heute Zeit für ein Treffen hast." Das nimmt erstmal die erste Anspannung.

Du glaubst gar nicht wie viele Leute nicht wissen wie sie mit solch kritischen nicht alltäglichen Situationen umgehen sollen. Da sind so viele unausgesprochene Ängste nicht nur für Dich ist die Situation schwierig - auch für die anderen. Sie wissen oft nicht, was sie Dir Gutes tun können und trauen sich auch nicht zu fragen. Man malt sich als Nichtbetroffener oftmals Horrorszenarien aus, die nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen, z. B. in welch' schlechtem Zustand man jemanden, den man im KH besuchen will, antrifft.

Gib ihnen die Chance sich zu erklären, aber akzeptiere keine fadenscheinigen Ausreden.

Danach entscheide mit wem Du noch Kontakt haben willst und mit wem nicht. Ich würde mich freuen nochmal von Dir zu hören, was die vier Gespräche ergeben haben.

Übrigens spreche ich aus eigener Erfahrung, was den Umgang von "Freunden" mit nicht alltäglichen Situationen angeht. Einmal wollte mir eine "Freundin" vorschreiben wie ich um meine verstorbene Mutter zu trauern habe. Derzeit geht es mir mit meinem Kleinen so. Hendrik ist für seine knapp 8 Monate sehr klein, hat eine Muskelhypotonie unbekannter Herkunft und ist deshalb in seiner Entwicklung verzögert. Es ging soweit, dass schon ein Gendefekt vermutet wurde, der zum Glück vor 2 Wochen ausgeschlossen werden konnte. Nun kommen aus dem Freundeskreis ständig so Kommentare wie: "Du kannst gern zum Kaffee kommen, aber nicht traurig sein, wenn die anderen Babys viel mehr können als er." Nicht sehr sensibel, aber ehrlich. Oder aber im Hinblick auf seine Entwicklung: "Naja bei Hendrik ist das ja eh was anderes." Auch keine sensible Wortwahl, aber ehrlich.

Meine allerbeste Freundin ist da eine echte Ausnahme. Ihr ist es egal, was der Hendrik schon kann oder auch nicht - sie hat ihn genauso lieb wie ich - einfach so und das sagt sie auch immer wieder. Sie denkt sich auch immer ganz tolle Sachen aus, womit man Hendrik noch fördern oder einfach was Gutes tun kann. Für so eine Freundin kann man 100 andere in die Tonne stecken.

Wenn Du magst, schreib' mir - vielleicht können wir uns ein wenig austauschen.

LG
Romy mit Hendrik, der am 5. Mai 8 Monate alt wird

Beitrag von himmelblau85 26.04.11 - 18:07 Uhr

Meine beste Freundin hatte ab mitte meiner Schwangerschaft auch keine Zeit mehr für mich, obs telefonisch war oder mal vorbei kommen. Selbst wenn ich vorbei kommen wollte hatte sie immer was vor. Ich fragte sie immer ob irgendwas wäre, sie verneinte immer.

Als ich dann meine Prüfung bestanden hatte und kurz vor der Geburt stand platze mir die Hutschnur und ich hab ihr am Telefon gesagt das ich auf so eine Freundschaft verzichten kann. Sie nahm es so hin und als ich vor ein paar Wochen bei ihr anrief um ihr zu sagen das sie mir bitte das verliehene Navi zurück schicken sollte, legte sie innerhalb von 1 Min. auf und tat als wären wir im größten Streit auseinander gegangen. Sie zeigte mir sozusagen weiterhin dessinteresse.

In einer SMS schrieb ich ihr wie sehr ich sie vermisst hatte und wie schade ich alles fand usw. Es interessierte sie nicht. Sie machte sich bei anderen sogar drüber lustig.

Für mich ist es immernoch die richtige Entscheidung gewesen den Kontakt abzubrechen, denn auf Freunde die in wichtigen Lebenslagen kein interesse an einem haben habe ich kein interesse.

Meiner Meinung nach sind Freunde unter anderem dazu da auch in schweren oder guten Zeiten bei einem zu sein (nicht unbedingt Körperlich).

In 2 Monaten nicht ein mal lang kommen finde ich persönlich auch nicht ok, aber sieht hier jeder anders.

Du musst dich selber Fragen ob du die Freundschaft so noch führen kannst und willst. Ich meine 2 Monate sind 60 Tage und als Freundin hilft man seiner Freundin doch durch schwere Zeiten und kommt nicht erst zum Baby gucken und betüdeln.

Beitrag von kanojak2011 26.04.11 - 20:27 Uhr

Liebste Marie,

ich glaube, ghier is es das allererste Mal, da merke ich, dass du jung bist. Deine Gedanken, alles was du schreibst, ist so sehr gut nachhvollziehbar.

Weisst du, mein Vater hatte zwei besten Frteunde, sie haben miteinader studiert. Du kannst dir denken, dass mein Vater jenseits der 60 ist. Der eine ist ein Architekt, sie hatten miteinader geschaftlich zu tun und er hat meinen Vater mehrmals ganz fies und bose angelogen.Ich ging zu meinem Vater und sogart mein Mann schuttelte den Kopf, weil mein Vater dadruch sehr schlecht vor seinen Kunden aussah...also ich ging zu meinem Vater und fragte, wie er noch mit so einem MEnschen reden kann..
Es kam zu dem Zeitpunkt von ihm eine seltsame Ansage: Ich habe nicht viele Freunde, wenn ich nicht in der LAge ware zu verzeihen und immer das Maximum erwartet hatte, ware ich jetzt alleine..
MEin Vater wusste, warum er log, es andert nichts an der Situation aber damals konnte ich ihn noch nicht verstehen..jetzt ja. Man wird alter und wenn du tausend Freunde hast, dann kannst du mal wie mit einem Sieb das beste rausssuchen...jetzt ist dem nichts so, du hast eine grosses Verlangen nach etwas...sie hat geweint. Sie erkannte ihre Verfehlung. Wir alle sind Menschen und auch in den besten Freundschaften wir es sowas geben..
Wenn ihr daruber kritisch reden konnt und du den Eindruck hast ,diese Beziehung kann dir noch etwas geben, breche keinen __????? uber sie. Ich bin glaubig und denke dabei oft an JEsus und in dem Moment denke ich, wenn ich selbst ein Verlangen nach etwas habe, dann scheint die Bezihung noch nciht tot zu sein.
Du kannst umso mehr nach neuen Freundschaften suchen. Du bist in einer neuen POhase mit Kind, i nder soweiso viele Freundschaften mit kinderlosen kaputten gehen, sie verandern sich auch aber dieses rigoroses Verhalten, ich weiss nicht, wie man es sich leisten kann.

Was du erlebt hast, ist sehr traumatisierend. Bei mir war es mit meiner besten Freundin ahnlich. ICh glaube, sie ahben nicht mal eine Ahnung, wi belastend es ist..sie haben nicht die Ahnung, dass bereits ein Anruf gut tun wurde...an sich sehr traurig, dem ist es aber so..
Trotzdem brauche ich sie..wir konnen und schon seit mehr als 20 Jahren, unsere Kinder sind ein MOnat auseinander..

In deinem Alter hatte so ein Verhalten nicht toleriert. Man wird aber alter...

Ganz ganz ganz liebe Grusse libestwe Marie, ich halte dir fur dich die Daumen, dass du einen ,,Neuanfang´´ wagen kannst.

Beitrag von mamatier77 27.04.11 - 02:09 Uhr

Hallöchen,
Es freut mich das du die Zeit so gut überstanden hast.Und das es euch gut geht.

Ich habe auch sowas ähnliches erlebt.Ich war im krankenhaus und habe meinen Sohn per kaiserschnitt bekommen.Da hat man bei mir was festgestellt und zwei Tage später wurde ich Krank.Ich lag im sterben.
Meine beste Freundin die mir immer erzählte wie lieb sie mich hat und ihre Schwester bin hatte es nicht nötig mich zu besuchen.Obwohl ich im sterben lag.Sie hätte mich nie wieder gesehen.Was soll ich davon dann halten.Trotz allen hatte ich mit ihr gesprochen als ich wieder zuhause war.Und dahcte mir so kann es ja nicht enden sie fehlt mir so.Heute habe ich den kontakt komplett abgebrochen weil ich einsehen musste das mir mehr an der Freundschaft lag als ihr.

Ich würde mich treffen und dann einfach sehen wie es wird.

LG Melli