Mehrgenerationenhaus - wie klappt's bei euch?

Archiv des urbia-Forums Familienleben.

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von singa07 26.04.11 - 16:16 Uhr

Hallo!

Wir sind (aus verschiedensten Gründen) am Überlegen, mit den Schwiegereltern unter ein Dach zu ziehen - großes Grundstück, getrennte Wohnungen. Wir haben schon immer ein gutes, enges Verhältnis, sind oft mehrere Tage am Stück dort und jetzt kam eben die Idee auf, dass wir zusammenziehen könnten. Wir würden ihr Haus umbauen, sie bekämen eine ELW, ... beide sind Anfang 60, Rentner, keine Hobbys außer ihrem Garten und ihrem Enkel, rüstig (aber wie lange noch?) und momentan wohnen wir runde 60km voneinander entfernt.

Meine Frage: wer von euch wohnt mit verschiedenen Generationen unter einem Dach? Wie funktioniert es? Was sind die Dinge, die ein Zusammenleben harmonisch machen?

Danke für alle Beiträge,
Singa

Beitrag von cocoskatze 26.04.11 - 16:43 Uhr

Huhu#winke

Aus genau einer solchen Wohnsituation befreien wir uns gerade ;-)

Hat lange geklappt, obwohl es immer kleine Differenzen gab. Aber im März ist die Situation derart eskaliert, dass wir so nicht mehr wohnen wollen.

Das Verhältnis zu meinem Vater hat sich auf null abgekühlt ( ist eine komplizierte Geschichte, die ich hier nicht breittreten mag).

Mein Mann lebt derzeit bei einem Kumpel, da ihm das Zusammenleben mit meinem Vater nicht mehr zuzumuten ist.

Ehrliche Meinung?
Nein! Tu es nicht!

Es hat fast unsere Ehe gekostet, und diesen Preis bin ich nicht bereit zu bezahlen.

LG
Simone

Beitrag von singa07 26.04.11 - 17:13 Uhr

O weh, das hört sich nicht gut an. Klar, wenn es solche Differenzen gibt, dann muss man sich trennen - ggf. von den eigenen Eltern. Denn meine Ehe würde ich damit auch nicht gefährden.

Ich wünsche dir viel Kraft!
Singa

Beitrag von huggy81 26.04.11 - 16:47 Uhr

Hallo Singa !

Wir Wohnen in einem 4 Generationenhaus ,und was soll Ich sagen es ist sehr schön aber manch mal auch sehr anstrengend zumal mein Mann 3 Schicht macht und das nicht immer einfach ist .Er schläft und die anderen ziehen durchs Haus .Das ganze muss gut überelgt sein Aber ich kann es nur empfehlen .Zumal sich auch unser Sohn daruber freut.


Lg

Beitrag von singa07 26.04.11 - 17:15 Uhr

Hi!

Danke für deine Antwort.
Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir nicht Schicht arbeiten. Mein Mann macht sich nicht viel aus Gartenarbeit - SchwieVa und ich schon. Mein Mann und SchwieMu kochen/ backen dafür gerne. Ich mag keine Hausarbeit, meine SchwieMu kauft nicht gerne ein... Mein SchwieVa bastelt gerne an allem rum, ist aber technisch eher...naja. Mein Mann kann's besser.
Aber ich denke, bei uns wäre das Problem wohl eher, dass wir es einander zu sehr recht machen wollen (vor allem SchwieMu ist so ein Geber-Typ)

Ich denke auch, klare Absprachen sind essentiell.
LG
Singa

Beitrag von silbermond65 26.04.11 - 18:26 Uhr

Ich hab ein paar Jahre mit meinen Exschwiegerletern in einem Haus gewohnt.
Ganz ehrlich? Nie ,nie,niemals wieder !

Beitrag von leonie1984 26.04.11 - 18:42 Uhr

Hallo Singa,

das klingt alles schön und gut, aber ganz ehrlich: Es ist etwas anderes Tag ein Tag aus unter einem Dach zu wohnen als mal für ein paar Tage zu Besuch zu sein!
Was ist, wenn sich deine Schwiegereltern ständig in die Kindererziehung einmischen? Oder wenn dein Kind dauernd zu Oma und Opa will, wenn es bei euch etwas nicht darf? Das sind typische Alltagsprobleme, die auf euch zukommen könnten. Ich weiß wovon ich rede... bei mir sind es zwar meine Eltern, aber trotzdem, das Problem ist das gleiche...

Überlegt es euch gut! Ihr könntet ja auch in die Nähe der Schwiegereltern ziehen, falls mal was sein sollte, seid ihr auch schnell dort.

LG Leonie

Beitrag von schwammerlkind 26.04.11 - 20:31 Uhr

Hallo

Wir wohnen seit 3 Jahren mit meinen Eltern in einem Haus. Haben uns eins zusammen gekauft. Und ich bereue es auf keinen Fall. Sicher gibt es mal Unstimmigkeiten, dann geh ich eben in unsere WOhnung und gut ist. Es vergeht bei uns KEIN Tag wo ich nicht bei meinen Eltern bin. Schon weil unser SOhn (10Mon) seine Oma und seinen Opa über alles liebt. Mein Bruder wohnt auch noch mit in dem Haus.

SIcher gibt es Unstimmigkeiten mit dem Garten oder so, aber bis etz haben wir alles klären können.
Wir fahren auch meistens zusammen in den Urlaub.

Kann es nur empfehlen.

LG Schwammerlkind

Beitrag von clautsches 26.04.11 - 21:49 Uhr

Hallo!

Ich lebe in einem 4-Generationen-Haus.

Mein Sohn (4), meine Mama und meine Großmutter (beide nicht mehr berufstätig) und ich.

Es klappt einfach wunderbar, wir haben alle eigene Wohnungen und Hauseingänge, das Grundstück ist riesig. Wir müssten uns also nicht jeden Tag sehen - tun es aber eigentlich trotzdem.. #schein

Also, mit meiner Familie - jederzeit und immer wieder!
Ich kenne sie und weiß z.B., dass sie sich nie einmischen oder mich bevormunden würde. Umgekehrt sehe ich sie nicht als "Babysitter" oder dergleichen..

LG Claudi

Beitrag von klackbusch 27.04.11 - 13:54 Uhr

Hi

Nein nie wieder#zitter
Jung und Alt das passt nicht.
Es wird immer nur ein Paar geben was nachgeben muß#zitter
neee,wir befreien uns jetzt davon.


Lg Nic

Beitrag von havanna0804 27.04.11 - 15:01 Uhr

Hallo,

ich selbst wohne selbst zwar nicht in solch einem Mehrgenerationenhaus, habe aber im näheren Umfeld 4 Beispiele parat:

Fall 1: Tante (46) arbeitet im 3-Schicht-System wohnt mit Mutter (86) und jüngstem Sohn (Schule) in einem Haus, Tochter (Ausbildung) nur am WE daheim. Funktioniert ganz gut.

Fall 2: Tante (58) wohnt mit Mann und jüngster Tochter zusammen mit ihren Eltern (über 80) in einem Haus. Funktioniert ganz gut, auch wenn der Altersstarrsin ihrer Eltern sie manchmal zum Verzweifeln bringt.

Fall 3: Tante (52) verwitwet, wohnt mit neuem Lebensgefährten und Mutter (72) in einem Haus. Nach dem Tod des Mannes hatte sie Angst, das Haus (abbezahlt) nicht mehr halten zu können#kratz. Total überstürtzer Zusammenzug erfolgte. Nun ist das frischverliebte Pärchen mehr als genervt, und in jeder freien Minute auf der Flucht. Mutter ist meisst allein daheim.

Fall 4: Tante (50) lebt mit Mann und Vater (77) zusammen. Kinder nur noch sporadisch zu Hause. Holzhaus, hellhörig. Vater trinkt und poltert, wenns mal wieder zuviel war. Starkraucher in seiner ELW, aber als militante Nichtraucher haben sie trotzdem was davon. Um jede Schönheitsreparatur und jeden Gebührenbescheid wird sich gezofft.
War eigentlich gedacht, um ihre Mutter zu pflegen. Diese starb aber bereits vor 10 Jahren. Nun haben sie den ollen Stiesel immer noch an der Backe, und der denkt nicht dran, umzufallen. Es ist wirklich so schlimm.

Zwei von den vieren, würden wenn sie die Zeit zurückdrehen könnten, heute alles anders machen. Ich selbst würde es auf Grund dieser Erfahrungen auf jeden Fall lassen.
Aber es kann auch funktionieren. Aber einfach auf Dauer, ist es glaub ich nie. Überlegt es euch gut und überstürzt nichts. Ihr müsst Euch schon sehr sicher sein!

Alles Gute!
LG Sandra

Beitrag von grundlosdiver 27.04.11 - 15:37 Uhr

Mmh, eher nein.
Wir wohnen mit meiner Mutter und ihrem Freund Tür-an-Tür. Auf "einem" Grundstück, aber jeder hat das eigene Haus. Zweifelsohne hat es seine Vor- und Nachteile. Meine Mutter mischt sich gern mal ein oder hat schlaue Sprüche drauf, dann rasselts bei uns heftig und ich würde gerne woanders wohnen. Für die Kinder ist es schön, weil sie ihre Omi öfter mal sehen. Sie unterstützt viel bei den Tieren und wir können unbesorgt in den Urlaub!
Und wenn die Kinder mal bei ihr sind, hat es Vorteile, dass sie gleich nebenan wohnt. Wenn jeder seinem Job nachgeht, gibt es auch Tage, wo wir uns so gut wie gar nicht sehen/sprechen. Und ich hab Gesellschaft und bin nicht nur allein mit den Kindern, wenn mein Mann wie so oft nicht da ist!
Allerdings muss ich auch ehrlich sagen, dass ich meiner Mutter definitiv nicht mehr alles erzähle, was mein Leben/meine Pläne/ meine Gefühle betrifft, sondern mich lieber Freundinnen anvertraue, eben weil sie sich oft so schlau findet und sich gern einmischt. Meine Oma ist aber noch schlimmer, ist mit dem Alter so gekommen... Sie wohnt woanders, kommt aber fast jeden Tag mit dem Fahrrad und sie ist so ein richtiger "General" - wenn es nicht so gemacht wird, wie sie will, ist es nicht richtig. Wollte ständig bei mir in der Bude putzen usw., den Zahn hab ich ihr aber gezogen, weil sie a nur Mist gemacht hat und b es mich verdammt gestört hat. Könnte ich mich noch mal entscheiden, würde ich woanders bauen. Obwohl es zahlreiche Vorteile gibt und wir nicht mal im gleichen Haus leben!
Trotzdem viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung!!!

Beitrag von sequoia 27.04.11 - 21:57 Uhr

Hallo,

wir wollten das auch machen, allerdings zogen unsere beider Eltern nicht mit - zu unterschiedliche Lebensentwürfe.

Generell find ich die Idee toll, glaube aber, das es in der heutigen Zeit nicht mehr so einfach ist, da sich die meisten Familein zu sehr von einander entfernt haben und es vielen nicht mehr möglich ist, sich derart auf jemanden anderen einzulassen.


Grüße

Beitrag von schokostreusel 28.04.11 - 00:21 Uhr

Hallo!

Aus meiner Erfahrung kann ich nur abraten.
Wir wohnen mit meinen Eltern unter einem Dach und haben uns davor immer gut verstanden. Wir wohnten auch nur einen Hauseingang voneinader entfernt, aber es war anders.

Ich würde es nicht noch mal so machen. Anfangs wurde ich regelrecht krank durch den ständigen Ärger untereinander, mittlerweile hat sich die Situation gelegt. Wobei ich dazu sagen muss, dass es nun kein "Mehrgenerationenhaus" mehr ist, sondern dass jeder einfach sein Leben lebt, aber ich sehe meine Eltern ehrlich gesagt seltener bzw. eher mehr zufällig und nebensächlicher als früher, wo wir noch nicht in einem Haus gelebt haben.

Beitrag von singa07 28.04.11 - 10:46 Uhr

Ich danke an dieser Stelle schon mal für die Beiträge.

Was ich so heraushöre, sind es wohl wirklich elementare Dinge, die stimmen müssen, damit es klappen kann.
Also deutliche Absprachen, Grenzen die nicht überschritten werden, Wahrung der Privatsphäre und "klare Verhältnisse".

Ich selbst bin jahrelang in einem Mehrgenerationenhaus groß geworden und fand es toll - es war für mich entsetzlich, als die Oma ausgezogen ist (sie hat aber ihr Elternhaus geerbt und zog dann um).

Interessanterweise gibt es in der Straße, in die wir ziehen würden, noch vier andere Familien, die mit mehreren Generationen zusammenleben. Ich werde mich wohl mal mit denen auch noch unterhalten.

Ich beobachte übrigens einen gegenläufigen Trend: gerade in unserem Bekanntenkreis gibt es viele, die nun doch wieder in die unmittelbare Nähe der Eltern ziehen - und teilweise mit diesen in ein Haus.

Mal sehen. Wir werden uns das ganze jedenfalls gut überlegen!
Ich danke euch.
Singa

Beitrag von claudeline78 28.04.11 - 16:53 Uhr

Hallo,

meine Mutter lebte mit ihrer Oma, Bruder in einer kleinen Wohnung zusammen und es war für sie schön. Ich selbst habe mit meinen beiden Geschwistern in der Nähe meiner ganz, ganz lieben Oma gewohnt. War für uns Kinder sehr schön. Die Mutter meines Vaters wohnte auch in der Nähe, hatte aber für die Enkelkinder nicht viel übrig.
Nun wohnen meine Eltern und mein Bruder nebeneinander - getrennte Häuser und getrennte Gärten. Meine Mutti ist eine ganz liebe Oma für alle ihrer 5 Enkelkinder - und trotzdem klappt es nicht. Sie läßt die beiden machen, steht nicht ständig auf deren Matte und kümmert sich trotzdem liebevoll um die Kinder meines Bruders, die sehr gerne zur Oma kommen. Für die Schwiegertochter alles selbstverständlich und trotzdem redet sie schlecht von ihrer Schwiegermutter und ist ständig (und dies wirklich ohne Einmischung oder sog. gute Ratschläge) am meckern.
Es muss also nicht nur an den Eltern oder Schwiegereltern liegen!!!!

Beitrag von singa07 28.04.11 - 17:04 Uhr

Nein, ganz sicher nicht!

Ich denke, wenn, dann müssen es alle wirklich WOLLEN und auch bereit sein, dafür etwas zu tun (und sei das, die Klappe zu halten!).

Danke!
singa