Bekannte 10 Jahre ohne Verhütung kinderlos - reden oder raushalten?

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Beitrag von ilva08 26.04.11 - 16:44 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich gehöre nicht hierher. Naja... obwohl ich auch lange gebraucht habe, um schwanger zu werden.

Genau deshalb beschäftigt mich der Fall eines befreundeten Paares und ich würde gerne eure Meinung dazu hören:

Beide haben nach eigener Auskunft vor 10 Jahren beschlossen: "Watt passiert passiert" und haben nicht mehr verhütet. KiWu war nicht riiiesig, aber sie hätten auch nichts dagegen gehabt, wenns passiert wäre.

Inzwischen ist die Frau 34. Neulich habe ich mit dem Mann gesprochen und der meinte mehr oder weniger:

"Wir haben ja noch sooo viel Zeit, wir schauen mal obs passiert... wir würden schon gerne Eltern werden, aber wenn nicht, ist auch gut.
Und die Medizin ist ja so prima, da kann man selbst mit 40 noch was machen und bis dahin ist noch Zeit..."

Ich habe mich selbst damals, nachdem es bei uns ein Jahr lang nicht geklappt hatte, mit den Behandlungsmethoden auseinandergesetzt. Ich brauche euch wohl nicht zu erklären, dass die Vorstellungen meines Bekannten alles andere als realistisch sind.

Ich habe dann vorsichtig angesetzt und versucht ihm klarzumachen, dass sie nicht mehr viel Zeit haben zum "Abwarten und schau mer mal". Ich bin da allerdings auf eine ziemliche Blockade gestoßen, ich weiß gar nicht, wie ich es beschreiben soll.

Er meinte:

1. Es sei überhaupt nicht schlimm, wenn es nicht klappen würde

2. Sie würden sich schon freuen über Kinder, bereits vor 10 Jahren hätten sie sich Namen zurechtgelegt.

3. Sie würden das beide total entspannt sehen und wenn sie sich versteifen würden, würde es ja eh nicht klappen. Und sie hätten ja noch mindestens sechs Jahre Zeit.

Ich hab eigentlich ziemlich wenig geredet, nach Punkt drei hab ich mich auch nicht mehr so recht getraut.;-)
Im Nachhinein frage ich mich, ob ich es nicht doch hätte tun sollen. Bzw. ob ich es nachholen soll.

Zum Beispiel hätte ich gerne noch gesagt, dass die Option "klappt vielleicht noch" seeehr unwahrscheinlich ist, wenn man schon seit 10 Jahren nicht mehr verhütet hat und nicht schwanger geworden ist.

Ich mache mir halt Sorgen, dass sie in 3-4 Jahren einen unglaublich großen KiWu bekommen und es dann zu spät ist, Behandlungen fehlschlagen usw.
Klar, das liegt nicht in meiner Verantwortung - aber ich fände es so traurig und würde den beiden zumindest gerne die Infos weitergegeben, die ich habe. Damit sie sich JETZT damit auseinandersetzen, BEVOR es zu spät ist.

Andererseits denke ich mir, ich habe ein klares Signal bekommen. Projeziere wahrscheinlich nur meine eigene Situation auf andere Leute, denen ich mit meinen "Infos" gar keinen Gefallen tue. Nur weil ICH es furchtbar gefunden hätte, kinderlos zu bleiben, muss das schließlich nicht für alle gelten.

Sorry, dass es so lang geworden ist...

Also, meine Frage: Würdet ihr euch nochmal melden und das Thema vertiefen? Oder das Abblocken als Wunsch nehmen und respektieren, mit dem Thema in Ruhe gelassen zu werden?

Danke für eure Antworten!

Und: Ich wünsche euch allen alles, alles Gute!!! #klee #klee #klee Ich hab und werde nicht vergessen, wie nervenzehrend die Zeit der Ungewissheit und des Wartens war!!!!!!!

LG #herzlich

Beitrag von kra-li 26.04.11 - 16:51 Uhr

Du hast glaube ich schon angedeutet, das du dich mit dem Thema schon beschäftigt hast, dann würde ich jetzt nichts mehr dazu sagen, außer es ergibt sich wieder, offensichtlich ist es ihnen wirklich noch egal ob oder ob nicht...

Beitrag von sunnysunshine1984 26.04.11 - 16:55 Uhr

Hallo,

ich glaube, du hast dir selbst die Antwort schon gegeben...

"Andererseits denke ich mir, ich habe ein klares Signal bekommen. Projeziere wahrscheinlich nur meine eigene Situation auf andere Leute, denen ich mit meinen "Infos" gar keinen Gefallen tue. Nur weil ICH es furchtbar gefunden hätte, kinderlos zu bleiben, muss das schließlich nicht für alle gelten."

Du hast geschrieben, "dass sie nicht mehr viel Zeit haben zum "Abwarten und schau mer mal"."

Ich glaube, wer so damit umgeht, wie es der Mann beschreibt, hat schon seine Vorstellung davon, wie es wäre, wenn sie wirklich kinderlos blieben. Ob diese Einstellung auch nach 6 Jahren die gleiche ist, kann er nicht wissen und du erst recht nicht.
Eine andere Variante ist natürlich, dass dies ein "Abwehrversuch" ist, wie ihn hier sooo viele Frauen schon beschrieben haben, die mit anderen über ihren KiWu und erst recht den unerfüllten KiWu samt Behandlungen etc, nicht reden WOLLEN.

LG
Sunny

Beitrag von murphy96 26.04.11 - 16:56 Uhr

Hallo,
na ja, die beiden sind ja offensichtlich alt genug und haben sich bestimmt schon ihre Gedanken gemacht. Es klingt auf jeden Fall sehr klar was er sagt. Dumm sind sie jawohl auch nicht. Und eventuell machen Sie es einfach so wie mein Mann und ich: man redet zwar mit einigen über den Kinderwunsch und all damit verbundenen Maßnahmen, aber mit anderen nicht. Und gerade aktuell während unserer ersten ICSI sprechen wir mit keinem darüber das wir gerade in der WS sind- das schraubt nämlich die Erwartungen hoch und alle würden ständig nachfragen. Vielleicht machen Deine Bekannten es genau so? Zumal Du ja auch noch schwanger bist....vielleicht die falsche Ansprechpartnerin?
Ich würde mich da nicht einmischen, es sei denn, ich werde gefragt.
Alles andere finde ich ein bisschen anmaßend.
Liebe Grüüse, Murphy

Beitrag von -anonym- 26.04.11 - 16:58 Uhr

Hallo
Ich würde es ansprechen wobei ich lieber der Frau etwas tiefer ins Gewissen reden würde. Sie wird dann schon ihren Mann überzeugen.
Ich habe auch 4 Jahre lang "geübt" ist zwar jetzt nicht so lange aber hätte mir eine gute Freundin nicht gesagt.

Du guck mal es gibt Kinderwunschkliniken die darauf spezialisiert sind Paaren zu Schwangerschaften zu helfen hätte es sicher noch länger gedauert bis ich von alleine diesen Schritt gegangen wäre.

Ich habe mich auch immer von meinem Mann abspeissen lassen.
Wenns passiert dann passiert. Ich habe schon ein Kind mit meiner Exfrau.
Naja 4 Jahre ist nichts passiert und dann habe ich gesagt ich will nicht mehr und ich möchte das wir uns Hilfe holen. Erst war er dagegen meinte.. Also SG gebe ich nicht ab usw..

Als wir dann aber beim Termin waren hat er alles gemacht was die Ärztin sagte. Sogar zu einer TESE hat er sich überreden lassen. Es hat sich nämlich herausgestellt mein Mann ist zu 99,99% Unfruchtbar. Ich hätte also noch weitere Jahre "üben" können ohne das etwas passiert.

Wir sind auch jetzt schon 3 Jahre in Behandlung.. Aber wir kommen unseren Ziel immer näher und das ist alles was zählt.

Beitrag von marilama 26.04.11 - 16:59 Uhr

Hallo,

nicht einmischen, würde ich aus tiefster Überzeugung sagen.
Auch wenn es dir schwer fällt, aber die beiden müssen das für sich entscheiden.
Ich kann es auch überhaupt nicht leiden, wenn andere beim Thema Kinderwunsch sich bei einem einmischen und nach 2 Jahren KIWU würde ich nie wieder jemanden fragen, wie es mit Kindern ausschaut, entweder die erzählen es von selbst oder eben nicht.

Wenn man sich für Behandlungen wegen unerfüllten KIWU entschließt, muss man davon selbst überzeugt sein, sonst hält man das nicht durch. Es ist bei manchen schon schwierig, mit dem eigenen Partner über so ein Thema zu sprechen.

Für mich ist es auch nicht nachvollziehbar, warum manche so lange Warten können, bis sie sich z. B. in eine KIWU-Praxis begeben, aber die haben eben eine andere Einstellung zum KIWU-Thema als ich und damit muss man sich abfinden.

Ich finde es sehr nett, dass du dir Sorgen um die beiden machst, brauchst du aber wirklich nicht. Die finden ihren Weg für sich schon.

Grüße

Beitrag von sassi31 26.04.11 - 19:13 Uhr

Hallo,

ich sehe das wie du. Es hat sich niemand einzumischen, wenn es um den Kinderwunsch eines Paares geht. Es liegt allein beim betroffenen Paar, wie weit sie gehen möchten, um sich den Wunsch zu erfüllen. Da braucht man keinen Schubs "in die richtige Richtung".

Wenn der Kinderwunsch bei dem Paar wirklich sehr groß wäre, hätten sie längst verschiedene Dinge unternommen, um schwanger zu werden. So aber klingt es, als wären sie mit der Situation nicht unzufrieden.

Gruß
Sassi

Beitrag von ilva08 26.04.11 - 17:32 Uhr

Hallo,

danke für eure Antworten.

Vielleicht ums kurz klarzustellen: ER hatte mit dem Thema angefangen, ich selbst wäre nicht auf die Idee gekommen. Aus genau den Gründen, die ihr genannt habt.
Wir haben uns, seit ich schwanger bin zweimal zufällig getroffen und beide Male hat er von sich aus mit dem Thema begonnen. Jetzt, beim zweite Mal, hab ich etwas dazu gesagt. Und dann blockte er ab. ;-)

Ja, eigentlich hatte ich mir die Antwort schon selbst gegeben... aber es war mir wichtig, nochmal die Meinung Betroffener zu hören. Vielen Dank dafür! #blume

Ich denke, von mir aus werde ich jetzt nichts mehr unternehmen. Ich werde aber, wenn ich die Frau das nächste Mal treffe genau hinhören und dann nach Baugefühl entscheiden, was ich tue.

Selbstverständlich habe ich nicht vor, irgendwen von irgendwas zu überzeugen, um Himmels Willen. Es ging mir mehr um die Weitergabe von Infos.

Liebe Grüße #winke

Beitrag von nani. 26.04.11 - 19:22 Uhr

huhu,

ich würde mich da auch nicht einmischen,
du hast das Thema einmal angesprochen und
wenn da Redebedarf besteht kommt das Paar
ja vielleicht nochmal auf dich zu.

LG

Beitrag von malko 26.04.11 - 22:21 Uhr

Ich kann dazu nur sagen: Jeder ist seines eigen Glückes Schmied!

Und Kinderwunsch ist eine sehr private und persönlich Angelegenheit und geht nur, und zwar ausschliesslich, die beiden etwas an!

Es ist schön, dass es Menschen gibt, die sich um andere sorgen und mitfühlen. Aber wenn sie Dich nicht um Rat oder Deine Meinng fragen, musst Du Dich raushalten!!!

Liebe Grüße

Beitrag von ilva08 26.04.11 - 23:22 Uhr

Danke auch dir.

Es ging mir bestimmt nicht darum, den beiden zu erzählen, sie sollten doch bitte eine KiWu-Klinik aufsuchen. ;-)
Und nochmal: ER hatte das Thema begonnen, nicht ich.

Mich alarmierte der offensichtlich schlechte Wissensstand: "Wenns nicht klappt bis wir 40 sind, und wir wollen dann, können wir ja immer noch zum Arzt gehen."

Aber dazu habe ich ihm ja nun auch etwas gesagt.

Ich habe auch nicht ein BEDÜRFNIS, mit ihnen darüber zu sprechen. Es fällt mir auch keinesfalls "schwer", es nicht zu tun.
Ich war mir nur nicht sicher, ob ich es mit meinem Wissenstand nicht tun SOLLTE.

Und diesbezüglich habe ich hier ja nun eindeutige Antworten bekommen. :-)

Nach euren AWs denke ich: So blauäugig, wie ich es befürchtet hatte, sind die beiden wohl doch nicht. ;-)