Frage wegen Kredit zur Hausfinanzierung,ich steig da net durch!

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von pssst77 26.04.11 - 18:59 Uhr

Hallöchen!

Wir haben heute unser erstes Finanzierungsangebot von einer Bank bekommen...
da schreiben die,wir würden 180000 Euro über ein Annuitätendarlehen bekommen und 80000 Euro über die KfW Bank und wir würden dann in 37 Jahren monatlich 1350 Euro zurückzahlen!
Kann mir mal jemand erklären,wie die rechnen?
Da zahl ich ja in den 37 Jahren knapp 600000 Euro zurück...da muß doch ein Fehler vorliegen?

Grüßle
Sylvia

Beitrag von miau2 26.04.11 - 19:06 Uhr

Hi,
ich habe jetzt deine Rechnung natürlich nicht vorliegen, aber überleg mal selbst:

wenn du 1% tilgst (das ist es bei Euch ja wohl bei einer Laufzeit von 37 jahren, oder?) und vielleicht 4,5% Zinsen zahlst - dann ist der Zinsteil ein vielfaches höher als die Tilgung (anfangs zumindest, das Verhältnis verändert sich ja langsam zugunsten der Tilgung).

Und daher beträgt das, was man insgesamt zurückzahlt ein vielfaches dessen, was man als Kreditsumme aufgenommen hat.

weniger wird das nur, wenn man höher tilgt - oder einen besseren Zinssatz bekommt.

Wenn man mehr tilgt zahlt man auf jeden Euro Kreditsumme nur für einen kürzeren Zeitraum Zinsen.

Viele Grüße
miau2

Beitrag von curlysue1 26.04.11 - 19:10 Uhr

Das ist schon richtig, das sind die Zinsen, man kann auf 30 Jahre immer das doppelte an Rückzahlung rechnen und Ihr zahlt sogar 37 Jahre.

Rechne doch mal mit der normalen Zinsformel, das sind dann über 300 000€ Zinsen.

Grüßle

Beitrag von moeriee 26.04.11 - 19:12 Uhr

Hallo Sylvia!

Nein, das ist schon korrekt so. Du ja nicht nur den aufgenommenen Betrag ab, sondern auch Zinsen. Bei euch scheinen es in etwa 5,5% Zinsen zu sein. Das macht bei einem Betrag von 260.000€ pro Jahr ca. 14.300€. Und das sind NUR Zinsen. Dann habt ihr noch nichts abbezahlt. Nach dem ersten Jahr habt ihr nicht einmal 2.000€ abgezahlt, obwohl ihr insgesamt 16.400€ geblecht habt. Insg. kommt ihr in 37 Jahren also auf etwa 600.000€. 260.000€, die ihr aufgenommen habt, und 340.000€ Zinsen.

Liebe Grüße #herzlich

Marie

Beitrag von moeriee 26.04.11 - 19:13 Uhr

Du kannst die Daten ja mal hier eingeben: http://www.zinsen-berechnen.de/kreditrechner.php

Beitrag von vwpassat 26.04.11 - 19:21 Uhr

Endlich mal jemand, der es ausrechnet und vorher merkt. #huepf

Und willst Du immer noch?

Beitrag von gh1954 26.04.11 - 22:35 Uhr

Hast du dir mal ausgerechnet, was du in den nächsten 37 Jahren noch an Miete zahlen wirst?

Mein Haus ist bezahlt, ich habe jetzt schon ein schönes Geldpolster im Rücken, statt einem anderen Hausbesitzer das Haus abzubezahlen.

Aber ich weiß, du bist bekennender Mieter. :-)

Beitrag von fuxx 27.04.11 - 08:37 Uhr

Ich hab mir das ganze alles mal durchgerechnet. Und wenn ich weiterhin Miete zahle, parallel spare, kann ich mir mit spätestens 65 Eigentum leisten, es bar zahlen und hab noch eine ganze Menge Geld unterm Strich gespart, da ich nicht jahrelang Zinsen an irgendeine Bank zahlen muss.
Kaufen ohne ausreichend EK ist absolut hirnrissig!!
37 Jahre lang monatlich 1350 Euro zahlen würde ich niemals nie machen.
Was, wenn die TE arbeitslos wird?

Bei Dir scheint alles super gelaufen zu sein, das ist gut, ist aber leider nicht bei Jedem der Fall.

Beitrag von schnuffinchen 27.04.11 - 09:25 Uhr

Du zahlst vielleicht nicht direkt Zinsen an eine Bank, aber mit Deiner Miete tilgst Du das Darlehen Deines Vermieters #aha.

Beitrag von windsbraut69 27.04.11 - 09:52 Uhr

Du zahlst keine Zinsen?
Es hieß nicht umsonst mal "Mietzins" - und je nach Finanzierung und Umständen macht es keinen großen Unterschied, ob ich mit dem, was Du jetzt zur Seite legst, tilge oder eben dann in 30 Jahren kaufe, wenn ich dann noch leben sollte...

LG

Beitrag von fuxx 27.04.11 - 10:44 Uhr

es macht eben doch einen Unterschied.
Voraussetzung ist natürlich, dass man relativ günstig zur Miete wohnt und das gesparte Geld zu einem guten Zinssatz über möglichst lange Zeit anlegt.
Ist alles einfach via Excel auszurechnen und sogar Mieterhöhungen würden meine Ersparnisse noch abfedern.

Was die Leute mit Eigenheimen auch oftmals vergessen ist, dass es in den 30 Jahren nicht beim Kaufpreis allein bleibt. Da muss es mal eine neue Heizungsanlage oder ein neues Dach sein. Ich als Mieterin rufe einfach beim Vermieter an und es wird gemacht.

Ich stäube mich auch nicht grundsätzlich gegen einen Kauf, aber man muss es sich eben leisten können und auch auf lange Sicht in der Lage sein, die Bankraten zu begleichen.

Beitrag von gh1954 27.04.11 - 10:09 Uhr

>>>37 Jahre lang monatlich 1350 Euro zahlen würde ich niemals nie machen.
Was, wenn die TE arbeitslos wird?<<<

Das würde ich auch nicht machen.


Deine Rechnung, schön und gut...
Wenn du z.B. bis zu deinem 65. Lebensjahr 250.000 Euro zusammensparen willst, musst du ab jetzt ca 700 Euro jeden Monat zurücklegen. Wenn du deine Miete dazurechnest, kommt du auch locker auf über 1000 Euro, hast aber kein Eigentum. Und in den nächsten 30 Jahren werden noch einige Mietsteigerungen auf dich zukommen.

Du must das so sehen, dass man in jüngeren Jahren mehr von einem Haus mit Garten hat, vor allem, wenn Kinder da sind. Dass man diesen Komfort bezahlen muss, ist klar. Für mich ist die Lebensqualität in einem Haus größer und diese habe ich, wenn ich 65 bin, seit über 30 Jahren schon gehabt.

Wenn ich bis 65 Jahren in einer Mietwohnung gelebt hätte und die Kinder aus dem Haus sind, hätte ich kein Interesse mehr an Eigentum.

Beitrag von eisflocke 27.04.11 - 18:01 Uhr

Sehe ich ganz genauso, im Gegenteil, im Alter will man sich vielleicht eher wieder verkleinern. Ich genieße es sehr im eigenen Haus zu wohnen, gerade mit Kindern. Keiner der rummeckert, die Kinder sind zu laut, die machen nur Lärm, die machen nur Dreck. Nein ganz im Gegenteil, wir haben hier alle Freiheiten und im Alter, brauch ich die dann in dem Umfang? Nein, Miete kommt für mich nie mehr in Frage. Ich habe null Interesse daran, meinem Vermieter den Urlaub zu finanzieren.

Beitrag von verzweifelte04 27.04.11 - 09:12 Uhr

hallo!

also ich bin zwar hausbesitzer aber wenn ich 37 jahre lang an einen kredit zahlen müsste und dann noch mehr als doppelt so viel wie ich aufgenommen hab, dann würd ich lieber mieter bleiben.

in diesen 37 jahren kommen ja noch zusätzliche kosten auf einen zu - es gibt immer was zu renovieren, auszubessern etc... das fällt bei einer miete weg.

aber gut, jeder wie er will ;)
wir haben uns 7 jahre am riemen gerissen und unseren hauskredit getilgt und nun läuft nur mehr die förderung vom land, die man leider nicht vorzeitig tilgen kann, sonst würden wir das machen....

lg
Claudia

Beitrag von kleine1102 26.04.11 - 23:49 Uhr

Genau- alle anderen Hauskäufer/Kreditnehmer "blicken" es gar nicht oder frühestens nach zwanzig Jahren.

Wohl denen, die Zeit ihres Lebens fremden Leuten ihre Häuser oder Wohnungen finanzieren (man nennt das auch "Mieten")- denn DIE wissen auf jeden Fall, was sie tun #rofl :-p!

Midlife-Crisis, oder warum sind fast alle Deine Beiträge so "anti" und pessimistisch #kratz?? Egal, ob es um das leidige Thema "Kind" geht oder um Wohneigentum- scheinen für Dich ja erstmal alles totale "no go"s zu sein- kann ich absolut nicht nachvollziehen...

... das Leben kann durchaus schön sein, wenn man auch mal etwas positiv sieht #pro!

In diesem Sinne: viele Grüße #sonne!

Beitrag von eisflocke 27.04.11 - 18:08 Uhr

Ach, der will nur provozieren. Ist mit allem unzufrieden und muss ja auch irgendwo seinen Frust rauslassen..;-)

Beitrag von curlysue1 27.04.11 - 07:43 Uhr

Ich finde es kommt immer auf die Vorraussetzungen an, wir sind wenn es schlecht läuft mit 39, wenn es läuft wie geplant mit 35 Schuldenfrei, da erkenne ich doch einen richtigen Vorteil gegenüber einem gemieteten Haus #huepf

Wenn man allerdings bis 70 die Finanzierung laufen hat, würde ich es auch nicht machen, also man kann nicht alles über einen Kamm scheren.

Beitrag von anarchie 26.04.11 - 20:04 Uhr

Nö, das stimmt schon.

Deswegen so wenig wie möglich aifnehmen und wenigstens die ersten Jahre so viel wie möglich tilgen.



lg

melanie

Beitrag von anna031977 26.04.11 - 21:22 Uhr

1% Tilgung ein Witz auf sowas würd ich mich gar nicht einlassen.

2% Tilgung mit einer Zahldauer von 27 Jahren ist schon ein Witz...

Also mindestens 2% sonst Finger weg...

Beitrag von wolke151181 26.04.11 - 21:40 Uhr

Hallo Sylvia!

Ganz ehrlich? Mich wundert es, dass sich die Bank da drauf einlässt auf sooo lange Zeit eine Finanzierung aufzustellen.
Ihr seid da schon lange in Rente und müsst immer noch 1350 € blechen.

Ich verstehe, dass man sich ein Eigenheim wünsch. Wir bauen auch momentan. Aber bei dieser Konstellation hätten wir definitiv die Finger davon gelassen. zumal man ja auch Rücklagen bilden muss, wenn man z.B. neue Fenster, neue Heizung etc. braucht. Und leben will man ja auch.
Ein Leben lang verzichten, nur damit die Kinder mal ein 50 Jahre altes Haus erben. Das würde ich nicht aushalten!

Ich weiß ja nicht, wie eure finanzielle Möglichkeiten aussehen, aber, wie schon eine Dame schrieb: So wenig wie möglich aufnehmen und so viel wie möglich zurückzahlen.

Wir zahlen im Monat 900 € auf 22 Jahre.


Liebe Grüße und alles Gute!

Claudia

Beitrag von gh1954 26.04.11 - 22:32 Uhr

Du strebst eine Finanzierung an, die du zahlen musst, bis du 70 bist?

Normalerweise sollte ein Haus lange vor Renteneintritt schuldenfrei ein, damit man dann keine Mietzahlungen mehr leisten muss.

Beitrag von wemauchimmer 27.04.11 - 08:10 Uhr

Schau Dir lieber mal die Verträge noch genauer an.
Hast Du überhaupt über die 37 Jahre Zinsbindung? Oder steht da irgendwo, daß nach 10, 15 Jahren die Zinsen an den Markt angepasst werden? Dann ist es nämlich u.U. so, daß Du nach Ablauf dieser Zinsbindung noch deutlich mehr als 1350€ pro Monat zahlen musst (wahrscheinlich). Wenn Du wirklich eine Zinsbindung bis zum Ende der Laufzeit hast, kostet das halt nochmal extra ein paar Zinspünktchen.
Wie schon andere schrieben, ist eine Anfangstilgung von 1% beim heutigen niedrigen Zinsniveau letztlich eine extrem teure Angelegehenheit, das hast Du schon richtig gerechnet.
LG

Beitrag von lilly.131 27.04.11 - 14:23 Uhr

Hallo,

wir machen das Thema auch gerade durch.
Was mir wichtig erscheint:

- Möglichst lange Zinsbindungsfrist (aber nicht zu lang, da dadurch der Zinssatz wiederum steigt). Gut erscheinen mir derzeit ca. 10 -12 Jahre.
- auf jeden Fall bezahlbare Raten mit kostenfreiem Sondertilgungsrecht (falls Du z.B. mal was erbst, kannst Du eher zurückzahlen)
- natürlich ein möglichst geringer Zinssatz (derzeit ca. 4 %) und daran angepasster Tilgungssatz (der sich natürlich durch die gleich bleibende Annuität (=Rate) zu Euren Gunsten stetig verändert).

Bei der KFW-Bank habt Ihr bei den meisten Krediten die Möglichkeit ein bis mehrere tilgungsfreie Jahre zu haben (und ein jederzeitiges Sondertilgungsrecht inklusive). Die tilgungsfreie Zeit würde ich auf die Zeit begrenzen, in der Ihr noch Miete zahlt, damit die Doppelbelastung ausbleibt. Ansonsten kann ich mich anschließen: Möglichst wenig aufnehmen und schnell zurückzahlen. Aber lasst die Raten in einem bezahlbaren Rahmen, die kann man nämlich nicht mal eben aussetzen! Seht es als Ersatz für Eure Mietzahlungen.

Viel Erfolg beim Jonglieren! Und immer dran denken: Die Bank leiht Euch das Geld nicht, weil sie so gnädig ist, sondern weil sie Ihre Kohle damit verdient! ;-)

Lilly

Beitrag von moeriee 27.04.11 - 14:34 Uhr

Hallo Lilly!

Bei deinen wichtigen Punkten wollte ich noch anmerken, dass man vielleicht auch an die Zeit nach der Zinsfestschreibung denkt. Denn was, wenn die Zinsen dann nicht mehr bei 5, sondern 10% stehen? Dann sieht man leider alt aus, es sei denn, man verdient ordentlich Geld. Deshalb haben wir z.B. einen Bausparer abgeschlossen (mit niedrigem Zinssatz), der die Summe abdeckt, die wir der Bank nach dem Auslaufen der Zinsfestschreibung noch schulden. Diesen besparen wir derzeit und somit sichern wir uns auch für die Zeit "danach" günstige Konditionen.

Liebe Grüße #herzlich

Marie

Beitrag von lilly.131 27.04.11 - 15:27 Uhr

Hmmm...
hört sich ganz gut an... mir wurde von einer befreundeten Sparkassenangestellten - derzeit im Erziehungsurlaub - generell eigentlich von Bausparprodukten abgeraten. Aber Dein Tipp könnte dennoch gut sein. Ich werde sie nochmal fragen, was Sie dazu meint.
Bausparverträge haben ja immer das Manko, dass sie eine sehr hohe Abschlussgebühr haben, was ich schmerzlich feststellen musste, als ich zu Beginn meiner Ausbildung mit VL-Bausparen anfing. :-( Fand ich nicht lustig, da die ersten Beiträge erstmal dem Bänker in die Tasche flossen, der den Vertrag mit mir gemacht hat und mich darüber natürlich nicht informiert hatte.

Ich mache mich kundig, danke Dir erstmal für die Anmerkung!

Lilly