Tschernobyl

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von scrapie 26.04.11 - 20:58 Uhr

Heute vor 25 Jahren war das Tschernobylunglück.

In Gedenken an alle, die ihr Leben lassen mussten deswegen, an alle, die jemanden verloren haben deswegen, an alle, die auch heute noch ihre Liebsten verlieren deswegen, an alle Kinder, die behindert zur Welt kamen deswegen und an alle Kind...er, die deswegen noch behindert zur Welt kommen werden.
Kaum einer von ihnen bekommt von den Verantwortlichen den Respekt gezollt und kaum einer bekommt diesen Schaden auch nur annähernd entschädigt. Sie werden allein gelassen vom Staat und sterben früher und teilweise umsonst, weil sich niemand verantwortlich fühlt.

Schade drum :(

An einen Menschen sende ich besonders viel Kraft nach Kiev, auf dass er die Leukämie besiegt. Niemand hat verdient so früh zu sterben!

Beitrag von lorelei_fv 26.04.11 - 21:53 Uhr

Seh ich genauso....ganz viele #kerze

Beitrag von pupsik_1984 27.04.11 - 11:41 Uhr

Hallo,

das Unglück trifft mich besonders, denn ich habe zu dem Zeitpunkt der Katastrophe dort gelebt.
Genauer gesagt waren es 18 km von dem Reaktor.
Als mein Vater von dem Unglück erfuhr, hat er uns (meine Mutter und meine Geschwister) zu meinen Verwandten in die Ukraine gebracht. Und ist dann wieder zurück, um die restlichen Sachen abzuholen.

Damals war ich gerademal 2 Jahre alt, mein Bruder 1 Monat.

Mir wurde gestern ganz schlecht, als ich die Sendung gesehen habe. Denn bisher wusste ich nicht, welcher Gefahr wir ausgesetzt waren.

Gruß Irene

Beitrag von scrapie 27.04.11 - 12:08 Uhr

#winke

Ein Bekannter von mir hat auch ganz in der Nähe gewohnt, er war auch 2 Jahre alt, als es passierte. Nun ist er 27 und hat seit 2 Jahren Leukämie:-(:-(:-( Er wohnt in Kiev und die Chancen, dass er es schafft sinken täglich #schmoll#schmoll

Aber glaub mal nicht, dass sich irgendjemand drum schert. Die Eltern mussten das Geld schon fast zaubern für die Chemos etc... nur ein Verein hilft ihm ein ganz klein wenig. Alle meine Anfragen hier in Deutschland an Tschernobyl- und Krebsvereine waren für die Katz... ich habe zusammen mindestens 1000 Emails versendet an Krankenhäuser und Vereine und mindestens so viele Telefonate versendet. Ich saß fast 3 Monate dran... und was habe ich erreicht? Ein Verein konnte Kontakt zu einer Medikamentenfirma herstellen, die bereit war nötige Medikamente zu spenden... aber als die gehört hat, dass er Hilfe von einem anderen Verein bekommt, hat sie alles abgesagt und man hörte nie wieder etwas von ihr.

Ah ne... besser ich reg mich jetzt nicht drüber auf, könnte nämlich mich nämlich seitenweise über sowas aufregen#aerger

Beitrag von pupsik_1984 27.04.11 - 14:05 Uhr

Oh ne, das ist echt beschissen!!

Ja, man muss da für alles selber zahlen. Für jede Spritze, Pflaster, Verband.

Hab Verwandte die in Kiev wohnen.

Jetzt nach der Sendung gestern hab ich auch Sorge mal an Krebs, ect. bekomme.

Beitrag von scrapie 27.04.11 - 14:32 Uhr

Japp, für jeden Handschlag vom Arzt kriegt man ne saftige Rechnung und die Chemomedikamente sind schweineteuer.

Welche Sendung hast du denn gestern gesehen? Gestern liefen viele Sendungen. Die ganze Familie von ihm ist arm dran. Der Vater hat Herzprobleme (keine Ahnung ob die von der Strahlung kommen), sein jüngerer Bruder leidet unter sehr starkem Asthma und die arme Mutter musste bis vor kurzem noch die sehr alte und sehr kranke Oma pflegen... die Mutter muss eine sehr große Last tragen... keine Ahnung wie sie es schafft.





Beitrag von pupsik_1984 27.04.11 - 14:43 Uhr

Die Sendung lief auf 3 Sat ab 20.45 Uhr.

Wir und unsere Verwandte sind bisher alle gesund. Ich hoffe, wir bleiben es auch.

Meine Mutter war vor 2 Jahren dort. Hat sich mit Genehmigung das Dorf indem wir wohnten angeschaut. Sie hat alles gefilmt. Meine Spielsachen lagen noch da, Kinderbettchen. Sogar ein Stiefelchen von mir lag auf der Fensterbank.

Als wir das Video sahen, war uns ganz mulmig. Ist schon 25 Jahre her, aber fast noch immer so, wie man es verlassen hat.

Beitrag von scrapie 27.04.11 - 14:46 Uhr

Ja, ist schon traurig das alles :-(

Dann hoffen wir, dass ihr weiterhin alle gesund bleibt :-)

Beitrag von catch-up 28.04.11 - 21:36 Uhr

Ich zünde auch eine Kerze an! #kerze

Meine Familie ist auch von den Folgen der Katastrophe betroffen! Mein Bruder kam im Jahr 1988 zur Welt.

Ziemlich am Ende der SS hat man in der DDR erst ein Ultraschall gemacht. So auch bei meinem Gruder. Dort wurde festgestellt, dass seine Nieren nicht richtig ausgebildet sind. Außerdem hatte er einen großen Tumor am Hals, welcher mit der Hauptschlagader verbunden war.

Die Ärzte gaben ihm nur eine geringe Überlebenschance. Und wenn er überlebt, dann nur mit schwersten Behinderungen.

Unser Glück war, dass meine Omi Tagesmutter war und viele Kinder von Ärzten betreute. Dadurch kannte sie Hinz und Kunz in den Kliniken! Mein Bruder konnte dadurch von den besten Ärzten betreut werden. Für diesen Glücksfall bin ich sehr dankbar!

Heute habe ich einen kerngesunden und rotzfrechen kleinen Bruder von 23 Jahren! #verliebt

Ich weiß, dieses Glück hatten nur sehr wenige Familien! All denen möchte auch ich gedenken!