Essensverhalten wenn Oma anwesend ist

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von jenny133 26.04.11 - 21:25 Uhr

Hallo

erstmal vorweg: Ich bin wohl selbst Schuld an meinem Dilemma weil ich selbst noch zu sehr unter dem Scheffel meiner Mutter stehe. Mit meinem Thread wollte ich euch einfach mal fragen ob es tatsächlich am Verhalten meiner Mutter liegen könnte, das wir so ein Theater beim essen haben und was ich ab nächstem Monat verändern kann um das Abendessen fester zu gestalten.

Aalso im Moment isst mein Sohn drei mal die Woche bei Oma, weil sie ihn betreut während ich arbeite. Über die Probleme beim Essen hab ich hier schon öfter mal geschrieben. Aber heute war es für mich eigentlich eindeutig. Vor einigen Wochen war ich beim Einkaufen mit Nico wo eingekehrt zum Essen. Er hat gut gegessen und er war relativ anständig. Heute mit meiner Mutter war es zu spät zum heimfahren und Kochen und ich hab das gleiche vorgeschlagen. Erstmal stellt sie sich !drinnen! quer und sagt sie isst nicht mit weil sie ja zuhause genug zu essen hat :-(
Und dann hat mein Sohn auch kaum was gegessen und wieder nur rumgeturnt auf seinem Stuhl. Mir ist extrem aufgefallen, das sie sich ganz anders verhält, wenn er sowas macht, als wenn ich alleine mit ihm bin.

Da wird an ihm rumgetütelt und geflötet: Ess doch noch was! Ich kauf dir auch noch eine Überraschung. Du bekommst doch später dann auch noch eine Süßigkeit... Komm, sonst ess ich dir das weg...
Bei mir hat er einfach nur auf dem Platz sitzen zu bleiben und wenn er sagt er will nichts essen mach ich auch nicht lange rum. Es kommt dann höchstens auch nur einmal der Hinweis, das er JETZT die Chance hat was zu essen und es später auch nichts süßes als Ersatz gibt.

Ab Mitte Mai bin ich dann zuhause in Elternzeit und will mein "PROBLEM" dann wirklich in Angriff nehmen. Er wird dann bis zwei Uhr im KiGa bleiben und ein Vesper mitbekommen und ich koche abends was anständiges. Das heisst, das die Essen mit meinen Eltern zusammen weitestgehend unterbunden werden.

Könnt ihr mir Tipps geben, wie ich dann da endlich anfange strenge Regeln beim Essen durchzusetzen? Für mich wäre es zb. wichtig, das er beim essen sitzen bleibt bis er satt ist, was meint ihr? Ich dachte immer, das es einfacher sei, wenn mehrere Menschen am Tisch sitzen. Aber dann werden häufig nur ich und mein Sohn dort sitzen, weil mein Mann oft lange Arbeiten muss. Aber das ist sicher bei vielen von euch ähnlich?

Also was meint ihr? Hab ich noch Chancen auf ein angenehmes Essklima oder ist bei uns Hopfen und Malz verloren?!

LG
Melanie mit Nico (3,5 Jahre)

Beitrag von zahnweh 26.04.11 - 21:43 Uhr

Hallo,

verloren ist nur was, wenn du aufgibst ;-)

Ansonsten: die Idee, nicht ständig an ihm rumzumachen beim Essen finde ich gut.

Lebe ihm vor, dass Essen eine schöne Erfahrung ist. Mach nicht zu viel dran rum und lass ihn einfach machen. Er wird schon merken, wann es was gibt und wann nicht ;-)

Wir haben nicht viele Regeln beim Essen. Was wichtig ist setze ich durch (sind zu zweit)

1. Sitzen bleiben beim Essen. Aufstehen = satt (ausgenommen, jemand holt sich Nachschlag)
a) besonders wenn der Mund voll ist

2. der Tisch ist zum Essen (malen, schreiben, lesen), nicht zum Klettern

3. beim Essen wird nicht gespielt! (so lange ich koche, dürfen auch manche Spielsachen mit an den Küchentisch - keine Autos/Fahrzeuge und keine Bälle, wegen Stolpergefahr). Sobald ich das Essen auf den Tisch stelle, kommen alle Spielzeuge wieder ins Kinderzimmer bzw. die Kochspielsachen in die kochspielkiste

4. wir essen gemeinsam. Wir beginnen gemeinsam. wer fertig ist, darf aufstehen (wobei dann 1. greift)

5. beim Essen darf geredet werden. Wobei ich da inzwischen bremse, weil sie da mehr redet als isst. Also schon unter Dauerbeschallung fällt...
a) nicht mit vollem Mund reden gilt für alle

6. wenn kein Besuch da ist, darf auch mal mit den Fingern gegessen werden (z.B. wenn die Nudeln so gar nicht an der Gabel haften wollen oder ähnliches). Sie weiß aber genau: woanders oder bei Besuch nur mit Besteck! Macht sie auch nicht täglich ;-)

7. sie bestimmt wie viel sie isst! Egal ob das 2 Löffelchen pro Mahlzeit sind oder 4 Erwachsenenportionen je Mahlzeit
a) aufessen muss nicht sein
b) ich teile von vornherein KLEINE Portionen aus (auch mir), nachschöpfen jederzeit erlaubt.
c) Süßes gibt es unabhängig der Essensmenge und nur selten direkt nach dem Essen. Nachtisch = Zwischenmahlzeit. Mal Obst, mal was anderes. (Erdbeeren mit Naturjoghurt, Pudding, Banane pur, Stück Schokolade...)

8. sie muss nichts probieren. Entweder sie isst was oder nicht. Extrawurst gibt es nicht. Nur wenn mal gar überhaupt nichts dabei sein sollte, was sie mag, dann gibt es ein Butterbrot. Aber nur Butterbrot.

Bisher kam das nur vor, dass ich mit Butterbrot da saß und mein eigenes Gekochtes furchtbar fand, während mein Kind sich drauf stürzte.

Für sie ist fast immer was dabei, was sie mag. Und wenn es die Nudeln pur sind. Ich bin da schon wählerischer und koche auch mal, was ich gar nicht mag, sie aber sehr gerne (Fisch)

Wenn ich mir etwas dazu tue z.B. rote Bohnen zur Tomatensoße, darf sie probieren, muss aber nicht. Sie fragt sowieso von sich aus, wenn sie neugierig wird.

9. locker bleiben. Essen soll Genuss sein, dann kommt das meiste von selbst #mampf

10. Guten Appetit #koch

Beitrag von pauli1983 26.04.11 - 22:03 Uhr

Das sind ja tolle Regeln,die werde ich mir alle merken. Supi. Vielen dank.

Beitrag von miss_bucket 26.04.11 - 22:06 Uhr

Toller Beitrag :-)

Beitrag von jenny133 26.04.11 - 22:21 Uhr

Finde ich auch!
Werde ich viel davon aufnehmen!
Danke und

LG
Melanie

Beitrag von kroetenfix 26.04.11 - 22:05 Uhr

Hallo Melanie,

zu Deiner Anfangsfrage ob dieses Problem am Verhalten Deiner Mutter liegen könnte, sage ich hier mal ganz klar : JA!!

So wie Du schreibst, verhält sich Dein Sohn ja "ordentlich" wenn Ihr zu zweit esst, oder Deine Mutter eben nicht dabei ist.

Wir haben hier das gleiche Problem: Sind meine Eltern da, ist Jana ein komplett anderes Kind..sie wird von hinten bis vorne betüdelt, sie wird an-und ausgezogen (mit fünf Jahren!!!!),sie wird in Schutz genommen wenn wir sie mal tadeln und und und.
Sie "vergisst" die einfachsten Regeln, tanzt allen auf der Nase rum usw.

Dass Oma und Opa anders sind, und sie verwöhnen etc. ist klar, aber nicht in diesem Maße!!!

Essen ist bei uns auch ein ganz großes Thema....mein Mann und ich legen an sich auch Wert darauf,daß am Tisch sitzen geblieben wird, man mit Messer und Gabel ist, nicht mit vollem Mund gesprochen wird usw
"Normal" eben,wie ich finde und nicht übertrieben.
Wenn Jana sagt sie ist satt,dann ist sie für mich satt. Meine Mutter kommt aber dann auch grundsätzlich mit " Willst Du was anderes? Soll ich dir was machen? Wir können ja noch ein Eis essen.......

-Nein,sie hat gesagt sie ist satt
Meine Mutter dann wieder: Aber das kann doch nicht genug sein,das Kind geht doch hungrig ins Bett usw.....

Sooooo, also eigentlich hilft nur ein klares Wort zu Deiner Mutter, wie Du das siehst, mach ihr klar was für Dich wichtig ist und dass ihr an einem Strang ziehen müsst.

Unsere Kinder sind nämlich ganz schön clever...die wissen schon bei wem sie sich was erlauben können, wo es Konsequenzen gibt und überhaupt wie der Hase läuft.

Es bringt ja nichts, wenn Du die Sache "angehen" möchtest, und sobald Dein Sohn wieder bei Deiner Mutter ist (und isst), geht das Theater wieder los.

Also,sprich mit ihr...auch wenn es unangenehm ist.
Bei uns zeigt es nach fünf Jahren auch langsam Wirkung ;-)

Alles Liebe

Bea

Beitrag von jenny133 26.04.11 - 22:24 Uhr

Das Verhältniss zu meiner Mutter ist mittlerweile richtig angespannt. Irgendwie kommt sie nicht damit klar, das ich nun erwachsen bin und eigene Regeln aufstelle. Natürlich gebe ich ihr auch mal kontra, aber sie reagiert dann immer sauer und zieht sich zurück.

Sobald ich zuhause bin wird es wie geschrieben mehr von den Essen mit mir alleine oder zu dritt mit seinem Vater geben. Ich denke mal, das wenn er "meine" Regeln verinnerlicht hat wird das durch ein Essen bei den Großeltern nicht wieder komplett umgeschmissen. Wie er sich dort verhält ist mir mittlerweile echt egal, denn ich hab das Gefühl die lernen das nie #augen . Keine Ahnung wie die uns so groß gezogen haben...

LG
Melanie

Beitrag von querulantin123 26.04.11 - 22:17 Uhr

Ich versteh das Problem nicht. Meine Kinder essen, so viel und wann sie möchten, sitzen bleiben muss hier niemand. Und trotzdem laufen unsere Mahlzeiten sehr gesittet ab, es kann aber sein, dass mal ein Kind neben dem Tisch auf dem Boden spielt, weil es gerade keinen Hunger hat - what shells?

Beitrag von jenny133 26.04.11 - 22:28 Uhr

Ich denke, das mein Sohn nur dann anständig mit isst, wenn ihm klar ist, das ich kein großes aufhebens drum mache und er danach auch sicher nichts anderes bekommt.

Wenn er weiss, das meine Mutter dabei ist und ihn dann umgarnt nur weil er mal nichts essen will macht er Theater. Ausserdem kann ich sagen was ich will (ist schon soweit gegangen, das ich mein Kind geschnappt hab und heim gegangen bin) wenn er zehn Minuten nach dem Mittagessen (das er ja nicht mitgemacht hat) wieder Hunger hat bekommt er einen Apfel oder gar einen Donout :-( Wenn ich arbeite bekomme ich sowas gar nicht mit!

Verstehst du nun mein Problem?