Finanzieller Ausgleich zwischen unverheirateten Partnern

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von lilly.131 27.04.11 - 15:57 Uhr

Hallo!

Ich bin gerade in einer äußerst blöden Situation und wollte ein paar Meinungen einholen dazu:

Ich lebe mit meinem Mann unverheiratet zusammen und wir haben einen gemeinsamen Sohn (3). Wir tragen beide einen Teil zu unserem gemeinsamen Einkommen bei, wobei mein Schatz aufgrund meiner Haupttätigkeit als "Hausfrau und Mutter" natürlich mehr arbeitet und mehr verdient. Er macht auch etwas Hausarbeit aber - naja - ich würde sagen ca. 70-80 % bleiben an mir hängen. Finanziell ist die Lage in etwa umgekehrt, also er ca. 70 % (er ist selbständig, daher kann das auch sehr unterschiedlich sein) und ich 30 %.

Da wir ja nicht verheiratet sind, stellt sich mir die Frage, wie es mit der Altersversorgung aussieht. Habe ich ein Recht darauf, dass er meine Rente mit finanziert?

Und wie mache ich ihm begreiflich, dass Hausarbeit auch ihren Wert hat und er nur mehr verdienen kann, weil er mehr Zeit hat und den Rücken freigehalten bekommt?

Wie regelt Ihr das? Bekommt Ihr "Haushalts-" oder "Taschengeld" oder sowas? Ich verdiene ja selber was und möchte auch gern auf eigenen Füßen stehen. Aber ganz ohne Unterstützung geht das nicht. Zumal, wie gesagt, die Rente ja auch privat aufgestockt werden muss. Er sagt immer, er arbeitet ja so hart und will davon dann auch was haben "wenn ich mich mal von ihm trenne" (was wir beide eigentlich nicht vorhaben). Schließlich müsse er an seine Rente denken. An meine scheint er nicht in dem Sinne zu denken.

Einerseits möchte ich gern auf eigenen Füßen stehen können. Andererseits sehe ich die Ungerechtigkeit darin, dass er sein Geld für sich bunkert und ich nichts davon habe, dass ich für ihn das "Hausmütterchen spiele". Das kann es doch nicht sein, oder? #schmoll

Liebe Grüße,
Lilly

Beitrag von jennykannsauch 27.04.11 - 16:05 Uhr

Geh mehr arbeiten; DAS Problem seh ich nicht, außer du willst es eben nicht und bleibst lieber zu Hause, dann ist es mit der Rente DEIN Problem #augen

Beitrag von fuxx 27.04.11 - 16:50 Uhr

Was ist denn das bitte für ein Bullshit?

Und jetzt sucht sich die TE einen gut bezahlten Job in dem Sie auch noch Reisen und Überstunden machen muss und wer kümmert sich ums Kind?
Und bestimmt hilft Ihr der Mann jetzt mehr bei der Hausarbeit, weil sie ja nun selbst voll berufstätig ist. Is klar.

In einer Beziehung mit Kind ist es normal, dass einer der beiden Partner zum Wohle der Familie seine Karriere (und somit auch seine Gehaltsansprüche) zurückstellt. Warum soll die TE nun auch noch dafür bestraft werden?

Ich selbst lebe in einer langjährigen Partnerschaft. Wird es in absehbarer Zeit ein Kind geben, werde ich weiterhin voll arbeiten, mein Partner bleibt daheim. Für mich ist vollkommen klar, dass mein Geld auch ihm gehört. Wie könnte ich sonst den Wunsch nach Kind UND Beruf unter einen Hut bringen??
Manchmal frage ich mich, was so manche Leute hier unter dem Wort Partnerschaft eigentlich verstehen...

Beitrag von cateye82 27.04.11 - 18:45 Uhr

<In einer Beziehung mit Kind ist es normal, dass einer der beiden Partner zum Wohle der Familie seine Karriere (und somit auch seine Gehaltsansprüche) zurückstellt. >

Das verstehe ICH nicht. Was spricht dagegen nach der Elternzeit wieder zu arbeiten, zum Einkommen beizutragen und damit auch seine Rente SELBER zu sichern.

Dann sind wir unnormal, weil bei uns läuft es so.

Beitrag von fuxx 28.04.11 - 08:24 Uhr

um himmels willen, es spricht natürlich NICHTS dagegen, nach der Geburt wieder arbeiten zu gehen! Das habe ich so auch nie behauptet.
Aber in den meisten Fällen ist es doch die Frau, die danach einen Halbtagsjob antritt. Und somit kann Sie zu Ihrer Rente nicht mehr so viel beisteuern, wie vor der Geburt.

Beitrag von sissy1981 28.04.11 - 09:26 Uhr

WWir leben mittleriwele in einem Land in dem eine Frau gottlob nicht mehr dazu gezwungen ist so zu handeln.

Wenn man selbst aber dann lieber einen Halbtagsjob - aus welchen gründen auch immer- vorzieht, muss man auch mit den Konsequenzen, auch hinsichtlich der Altersvorsorge, leben.

Beitrag von fuxx 28.04.11 - 10:02 Uhr

Dann gehörst Du scheinbar zu den Glücklichen, deren Kinder den ganzen Tag versorgt sind: sei es in der KITA, durch Eltern/Schwiegereltern oder eine Kinderfrau. Dann kannst Du natürlich auch Vollzeit arbeiten und Deine Rente selbst erwirtschaften
Dieses Privileg haben aber nicht alle Eltern.

Beitrag von sissy1981 28.04.11 - 10:48 Uhr

Auch dann muss ich mich entweder mehr kümmern oder mit den Konsequenzen - die einem im Vorfeld schon bewusst sind - leben.

Spätestens mit Kind/ern ist Eigenverantwortlichkeit existenziell. Kinderbetreuung ist mittlerweile ja zum Glück ein Punkt an dem wir uns GSD an andre Staaten angepasst haben und nicht mehr so stark hinterherhinken. Aber natürlich muss man sich auch dahingehend rechtzeitig kümmern.

Beitrag von hedda.gabler 27.04.11 - 18:55 Uhr

Hallo.

>>> In einer Beziehung mit Kind ist es normal, dass einer der beiden Partner zum Wohle der Familie seine Karriere (und somit auch seine Gehaltsansprüche) zurückstellt. <<<

In welchem Jahrhundert lebst Du denn ... meine hochqualifizierten Freundinnen (und auch Mütter) und die meisten Mütter hier aus dem Kindergarten würden Dir bei der Aussage was husten ...

... alles nur eine Frage der Organisation, dann muss niemand zurückstecken.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von fuxx 28.04.11 - 08:28 Uhr

Im Zweifelsfalle wird dann wohl das Kind zurückstecken müssen, wenn beide Eltern Vollzeit arbeiten gehen. Oder willst Du mir jetzt erzählen, dass die Kinder es toll finden, wenn Sie Ihr Eltern abends nur noch kurz vor dem Zubettgehen sehen? Denn darauf wird es hinauslaufen.

Beitrag von hedda.gabler 28.04.11 - 09:56 Uhr

Hallo.

Mensch, Deine Kristallkugel hätte ich auch gerne ... was Du nicht alles weißt, worauf es hinauslaufen wird.

Ich hatte auch Karriere machende Eltern und meine Geschwister und ich haben mitnichten zurückstecken müssen. Meine Eltern waren so organisiert, dass sie immer ansprechbar waren ... und es gab ganz hochwertige Familienzeiten.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von jennykannsauch 27.04.11 - 19:50 Uhr

Hinterwäldler #augen

Gut, dass das so ziemlich JEDE hier anders sieht #rofl

Arbeiten und was für seine Rente tun und sich nicht auf nen Mann verlassen...wo leben wir denn #augen

Beitrag von fuxx 28.04.11 - 08:32 Uhr

Ich bin nicht der Meinung, dass JEDE das hier anders sieht.
Vielleicht bin ich auch falsch verstanden worden:

Natürlich soll die Frau (oder der Mann) arbeiten gehen. Aber ein Halbtagsjob kann die Rentenkasse nicht so befüllen wie ein Ganztagsjob - und hier muss meines Erachtens ausgleichende Gerechtigkeit walten.

Beitrag von lilly.131 28.04.11 - 13:24 Uhr

Ja, das sehe ich auch so.
Zumindest so lange es nicht anders geht!

Beitrag von anyca 27.04.11 - 20:15 Uhr

"Für mich ist vollkommen klar, dass mein Geld auch ihm gehört."

Das ist der Knackpunkt. Für den Partner der Ausgangsposterin scheint das ja nicht so klar zu sein.

Wobei in einer unehelichen Beziehung eben die Frage bleibt, was ist, wenn die Beziehung zerbricht? Ist es dann immer noch "vollkommen klar", daß das Geld beiden gehört? Oder "muß" der weniger verdienende Partner dann im Zweifel gute Miene zum bösen Spiel machen, um seine finanzielle Basis nicht zu gefährden?

Beitrag von lilly.131 28.04.11 - 10:23 Uhr

Tja, ich fürchte, genau das ist der Punkt!
Männer sehen meist wohl eher nur ihren Standpunkt! Sich in andere - geschweige denn in eine Frau - hineinzuversetzen, das klappt bei den meisten nicht. Und bei meinem eben auch nicht.
Er meint ja auch, ICH sei stur, weil ich mich eben nicht auf seine Variante der Vermögensplanung (oder wie man es bezeichnen sollte) einlassen will. Sehr interessant, oder?

Was ich auf alle Fälle nicht will (und er auch nicht -interessanterweise!) ist, das unser Sohn unter unserer Art unsere Arbeit zu erbringen leidet. Und wer hier meint, er müsse (oder könne auch nur) sein Kind den ganzen Tag und zu x-beliebigen Zeiten "abgeben" und auch noch gut betreut wissen, der lebt meines Erachtens im TRAUMLAND, meine Damen! Also unsere KiTa hat bis um max. 17 Uhr geöffnet, und zwar Mo - Fr, was auch schon lange ist im Vergleich. Mein Halbtagsjob findet aber freitags und samstags statt, und freitags bin ich erst um 20 Uhr zu Hause! Was wir da mit dem Kleinen machen? Er ist bei Oma, wo er sich sehr wohl fühlt. Möchte ich das jeden Tag mit ihm machen? Nein! Kann ich auch nicht, wenn ich ihn nicht gleich von ihr adoptieren lassen will.

So lange Kinderbetreuungszeiten und Arbeitszeiten in für Frauen verfügbaren Jobs nicht zusammen passen ( man braucht nur an den Platz an der Supermarktkasse zu denken, der ja teilweise bis 22 Uhr besetzt sein muss - meist von einer FRAU natürlich!), KANN das nicht funktionieren!

Also: Liebe Kampf-Karriere-Muttis! Bleibt auf dem Teppich und denkt auch mal realistisch, bitte!
Ein weiterer Punkt ist die Zeit unmittelbar vor und nach der Geburt eines Kindes: Wo bleibt da sofort und ausschließlich der Vater zu Hause? Also selbst mit Muttermilch-Abpumpen funktioniert das nicht! Und das ist auch gut und natürlich so!
Die Männer sollten umdenken! Denn die Beziehung von Mutter und Kind ist mE so wichtig wie kaum etwas anderes auf der Welt! Und in den ersten 6-12 Lebensmonaten, finde ich - hinterwäldlerisch oder nicht - gehören Mutter und Kind einfach zusammen!

Die meisten Männer haben einfach nicht genug Verantwortungsgefühl. Und als Frau sollte man sich schützen davor! Durch eine vernünftige und rechtzeitige Absicherung. Ich fand gestern noch diesen Artikel:
http://www.urbia.de/magazin/recht-und-finanzen/altersvorsorge-fuer-frauen
Sehr lesenswert!

ALso wir gehen erstmal zum Anwalt nächste Woche und halten das schriftlich fest, was dabei herauskommt! Ich bin gespannt!

LG, Lilly


Beitrag von kathi.net 28.04.11 - 10:35 Uhr

Wo ist denn jetzt eigentlich dein Problem? Was hindert dich, selbst für deine Altersversorgung aufzukommen?

Dein TZ-Modell verstehe ich auch nicht so ganz; KiTa bis 17 Uhr..... davon träumen andere - und du nutzt sie nicht? Geht dein Kind denn in den KiGa?

So wie sich das jetzt liest, willst du dich ja geradezu von deinem Lebensgefährten abhängig machen. Warum organisierst du dich nicht ein bißchen anstatt rumzujammen?

Ich weiß ja nicht, was du dir von einem Anwalt erhoffst?

Beitrag von lilly.131 28.04.11 - 13:19 Uhr

Wer hat denn gejammert?

Ich habe lediglich eine Frage gestellt, die jede Menge Aufruhr verursacht zu haben scheint: das alte Rabenmutter-Karrierefrau-Problem! Die einen sehen es so, die anderen so. Darum ging es mir aber gar nicht!
Ich finde es nur ungerecht, dass ich mich auf Wunsch (!) meines Mannes und in Absprache mit ihm um Haushalt und Kind gekümmert habe, 16 Monate lang gestillt habe, um dann mit viel Theater um Betreuung am Fr/Sa durch seine Mutter erst TZ arbeiten gehen konnte. Ein KiTa-Platz für U3-Kinder oder eine Wochenend-Tagesmutter ist nicht so mal eben gefunden, falls Du es noch nicht bemerkt hast!

Es geht mir prinzipiell auch nicht um den momentanen Zustand, sondern um die drei Jahre BEVOR der Kleine den KiTa-Platz hatte! Das ist eine ziemlich lange Zeit! Seid Ihr da auch alle VZ arbeiten gegangen und habt Euch selbst versorgt??? Mir geht es um den finanziellen Ausgleich in genau dieser Zeit: Mann geht arbeiten und Frau bleibt zu Hause und kümmert sich hauptsächlich um Kind und Haushalt.

Macht Euch keine Sorgen: Ich mache mich gerade selbständig und bin auf dem besten Wege, mein eigenes Geld in angemessener Höhe zu verdienen. Und dann gibt es auch bald eine Putzfrau etc. pp.!

Aber wie ist es eben in dieser Zeit vor der KiTa bestellt? DAS möchte ich wissen! Oder habt Ihr Eure Kinder bei der Arbeit an die Brust gelegt?

Die Sache mit dem Anwalt hat noch andere Gründe: Wir wollen gemeinsam ein Haus bauen und es geht um die finanziellen Anteile daran. Ich möchte aber auch genauer wissen und am besten schriftlich festhalten, wie es mit Erbschaft, Wohnrecht und eben finanziellem Ausgleich und Versorgung während der Betreuungsphase aussieht.

Ist ja auch egal. Ich wollte jedenfalls eigentlich keinen Zickenterror auslösen, sondern hören, wie es bei anderen so aussieht. Ich habe schon selbst gemerkt, dass ich ein wenig naiv war, so zu denken. Ungerecht finde ich es trotzdem!

So ich muss weiterarbeiten! Das sollte sich hier eigentlich nicht zum Zeitfresser entwickeln...

Beitrag von kathi.net 28.04.11 - 13:40 Uhr

Wenn du es ungerecht findest, warum hast du dann die Absprache genau SO mit deinem Mann getroffen?

Als finanziellen Ausgleich kannst du ja sowas wie "Unterhalt" verlangen.

Beitrag von lilly.131 28.04.11 - 15:14 Uhr

Also... genau da liegt ja der Hund begraben! #augen
Über das Geld haben wir nicht gesprochen. Der Kleine ist auch quasi erst während der Schwangerschaft zum Wunschkind geworden, wir kannten uns kaum. Da sind Absprachen im Voraus immer etwas schlecht...

Und genau darum geht es gerade: Unterhalt! Finanzieller AUsgleich! Was auch immer!

Beitrag von windsbraut69 27.04.11 - 20:16 Uhr

Ich finde es NICHT normal, dass EINER der Elternteile seine Karriere zurückstellt oder aufgibt....
Das sollte schon fair aufgeteilt werden oder finanziell so ausgeglichen, dass es auch nach Trennung o. ä. keine Nachteile gibt.

Beitrag von fuxx 28.04.11 - 08:33 Uhr

das sehe ich doch genauso, lässt sich aber i.d.R. so nicht praktizieren, da sonst das Kind auf der Strecke bleibt.

Beitrag von windsbraut69 28.04.11 - 09:39 Uhr

Das dürfte deutlich häufiger funktionieren als es praktiziert wird.
Leider flüchten viele Frauen viel zu gern freiwillig hinter den Herd und vergessen dabei ihre eigenen Belange.

Und wenn es schon nicht anders möglich ist, (wobei mich wundert, dass so viel Väter mit sehr niedrigem Einkommen dermaßen unabkömmlich im Job sein sollen, dass sie weder Kind-krank-Tage noch Elternzeit nehmen können oder Stunden reduzieren), sollte es selbstverständlich sein, dass Frau dann auch 100% abgesichert wird und Ausgleich bekommt.

LG

Beitrag von fuxx 28.04.11 - 09:55 Uhr

Die Ehre der Männer. Eine Frau die mehr verdient als er ist für viele Männer nicht akzeptabel :-p

Na dann sind wir uns ja doch noch einig geworden, dass ein Ausgleich nur gerecht ist - sofern die Frau nicht wirklich einfach nur zu faul ist.

lg

Beitrag von windsbraut69 28.04.11 - 11:28 Uhr

Ich fürchte, dass zunehmend mehr Frauen tatsächlich "zu faul" sind, weiter zu arbeiten und es ihnen ganz gelegen kommt, dem Mann "den Rücken freizuhalten".

Mehrere Jahre Elternzeit und Berufspause kann man m. E. kaum ausgleichen, selbst, wenn man wollte...schon deshalb käme dieses Modell für mich nie in Frage.

LG

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