3 gegen 1... Er tut mir so leid...

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von schokomuffin88 27.04.11 - 19:04 Uhr

Hallo...

Ich weiß nicht ob ich hier richtig bin, aber ich denke mein Anliegen passt hier am besten rein.

Mein Großer ist 7 Jahre alt, er darf nun schon alleine auf den Spielplatz.
Dieser ist von unserer Wohnung aus einsehbar.

Er war heute mit seiner Freundin draußen, diese ist dann mit ihrer Mama weg gefahren, er durfte alleine spielen.

Ich geh regelmäßig am Fenster gucken, ob was ist und ob er noch da ist.
Denn sicher ist sicher.

Nun war es so das er mit einem mal von 3 Jungs umsingelt war.
Da mir die Sache nicht geheuer war bin ich runter um zu gucken (ich habe erst am Fenster geschaut ob sich die Situation von alleine auflöst - tat sie nicht).

Ich bin dann hin, mein Junge saß ganz ruhig, hat keinen Mucks von sich gegeben, ich habe ihn angesprochen und er hat mit einem mal bitterlich angefangen zu weinen.

Die Jungs haben ihn beschuldigt Spielzeug von ihnen kaputt gemacht zu haben. Ich habe dann im ruhigen Ton (ich hoffe er war ruhig, ich habe mich sehr bemüht) gefragt was vorgefallen ist. Sie standen mit Pistolen um ihn rum und taten als würden sie ihn abschießen (das war von oben nicht zu sehen) und haben ihm auch angedroht ihm weh zu tun, wie ich danach erfahren habe.

Sie meinten er habe Sand in eine Pistole gefüllt. Ich habe gefragt wer es gesehen hat wie er es gemacht hat oder wie er es rein gefüllt hat, Antwort: Er hat es gesehen --> Nein das war XY --> Nee, hab ich nicht gesagt, ich hab gesagt die Waffe war so seid dem er da war.

Mein Großer meinte nur immer wieder: Mama ich war das nicht, ich hab die noch nicht einmal angefasst.

Ich glaube ihm da. Er hat dieses auch immer wieder den Jungs gesagt.
Diese waren übrigens 11,10 und 7 Jahre alt. Teilweise 2 Köpfe größer als meiner. Ich kenne meinen Großen wenn er versucht zu schwindeln, er kann es nicht. Er verdreht dabei immer die Augen usw er ist ein schlechter Lügner könnte man sagen.

Was meint ihr was er hätte noch tun können?

Ich hab ihm gesagt er hätte gleich zu mir kommen sollen,
damit wir das klären können.

Ich habe den Jungs gesagt das es mal passieren kann beim spielen, oder das sie nächstes mal halt ihre Eltern holen müssen usw.
Ich mein sie können doch nicht zu 3 auf eine einzelne Person "los" gehen.

Was meint ihr hätte ich noch tun können?

Ich habe das Gefühl falsch reagiert zu haben, ich denke ich hätte mehr tun können. Ich weiß nicht. Das macht mich so traurig. Ich versuche ihn so gut wie möglich zu erziehen. Er weiß das er nicht an die Sachen anderer gehen darf ohne zu fragen. Er weiß das er nicht hauen, schlagen darf wenn es zum streit kommt --> hingegen wenn er angegriffen wird, darf er sich zum eigenen Schutz verteidigen.

Ich muss dazu sagen das er danach Angst hatte alleine raus zu gehen,
erst als seine eigentlichen Freunde da waren ist er wieder raus.

Oh man, irgendwie bin ich immer noch total durch den Wind, dabei ist das schon ein paar Stunden her. Entschuldigt wenn es ein bisschen verwirrend geschrieben ist.

Sorry fürs #bla#bla#bla,
aber jetzt geht es mir ein bisschen besser.

Beitrag von tascha82 27.04.11 - 19:34 Uhr

Hey!

Ich kenne das Gefühl, wenn man seinen kleinen helfen will und mich beschäftigen solche Situationen auch sehr lange :-[

Du hast bestimmt richtig reagiert, indem du auch mit den anderen Jungen gesprochen hast.

Mach dir keinen Kopf! Solche Szenen wirst du leider noch oft erleben...

LG #winke

Beitrag von frau1hase11 27.04.11 - 23:02 Uhr

HI!
Tut mir leid für den kleinen Mann!3 Gegen einen is nicht fair!Ich weiss nicht was ich gemacht hätte!Vlt das selbe was echt richtig war glaub ich!Vlt hätte ich ihnen noch gsagt das es nicht schön ist zu dritt gegen einen zu sein und hätte gesagt das nur der eine hätte sprechen sollen o sie das die Mamas klären lassen solln!Das es nich ok ist einem andren Angst zu machen!
Drück deinen Kleinen ganz fest!Das war keine schöne Erfahreung!
LG#gruebel

Beitrag von twins 28.04.11 - 10:03 Uhr

HI;
ja, das ist eine blöde Situation!!!!
Wir hatten das vor zwei Tagen auch so.

Unsere zwillinge auf dem Spielpaltz mit 3 Nachbarskindern. Ich war dabei, da ich mit einer anderen Mutter geplaudert habe.
es muss dazu gesagt werden, das wir selten mit den Nachbarskindern spielen, da alle Eltern zerstritten und die Kids echt nicht erzogen sind....

Naja, es kam dann zu einer Situation, das alle Kinder unseren Sohn bedrängt haben und ihn mit Butterblumen beworfen haben. Er mag diese Blumen nicht, da sie Flecke machen...er hat sich dann zurückgezogen und sich geduckt und alle haben weiter beworfen....tja leider ist er dann in einen Rosenstrauch gelandet, der durch den Zaun gewachsen ist....,

Das Geschrei war dann groß. Und alle Kinder waren unschuldig!!! waren so 1-2 Jahre älter....

ICh weiß nicht aber die Kinder von heute spielen echt nicht mehr normal mit einandern. Da kommen dann die Schwerter zum Einsatz und da wird nicht "gekämpft" sondern regelrecht aufeinander geprügelt.

Grüße
Lisa

Beitrag von schokomuffin88 28.04.11 - 10:25 Uhr

Es gibt hier ein paar Nachbarskinder mit denen er gern und vernünftig spielt. Sie sind dann meist eine Gruppe von 3 vielleicht 4 Kindern.

Da wird dann auch mal mit Schwertern gespielt, da er aber weiß das ich nichts davon halte wenn sich Menschen bekämpfen spielen sie immer gegen unsichtbare Monster und Bösewichte.

Aber diese Jungs kannte ich nicht, sie kamen auch nicht aus unserer unmittelbaren Nachbarschaft, sondern wohnten ein Ende weg.

Was die Erziehung von manchen Kindern betrifft kann ich Dir nur zustimmen.

1. Bsp.: Heute Morgen hat uns ein Klassenkamerad von Brian begleitet. Er redete wie ein Wasserfall, da fielen dann auch andauernd Wörter wie Scheiße usw. Ich habe ihm dann gesagt das ich in meiner Gegenwart sowas nicht hören will. Er meinte dann okay. Ich kann ja schlecht einen anderem Kind den Mund verbieten.

2. Bsp.: Auch auf dem Spielplatz, neulich waren dort ein paar Mädchen, vielleicht 10 Jahre alt und haben mit Papiertüchern rum geworfen unter anderem auch auf andere Kinder (mit Seife drin). Ich habe dann nur gemeint das sowas unmöglich ist und ob sie sich wohlfühlen im Dreck zu spielen.

Beitrag von qayw 28.04.11 - 13:28 Uhr

Hallo,

klar sind solche Situationen wirklich schlimm für die Kinder, die sie betreffen, aber ehrlich, das gab es früher genauso.

Ich hatte auch einige male Ärger mit größeren oder einfach skrupellosen Kindern, die mich mit Dingen beworfen haben oder mich verhauen wollten. Ein Mädchen wollte sogar mal einen Feuerwerkskörper direkt hinter mir anzünden. Das hätte ziemlich gefährlich werden können. Zum Glück konnte ich schnell genug weglaufen.
Und da waren die Eltern nicht mal ansatzweise in der Nähe, weder meine, noch deren. In den 80ern durfte man ja viel früher alleine herumlaufen als die meisten Eltern das heute erlauben.
Ich bin übrigens in einer ganz normalen Mittelstandsgegend aufgewachsen und nicht in einem schlechten Viertel.

Häufig sind Kindern die Konsequenzen ihres Verhaltens noch gar nicht richtig klar. Die fanden es wohl lustig, daß Dein Sohn sich wegen ein paar Blümchen so angestellt hat. (Die sind ja im Prinzip auch nicht gefährlich.) Daß er dabei in einem Rosenstrauch landen könnte, haben sie wahrscheinlich gar nicht richtig realisiert.
Genauso hat dieses Mädchen, was mich damals mit dem Feuerwerkskörper drangsaliert hat, wahrscheinlich auch nicht kapiert, daß man jemanden damit wirklich ernsthaft verletzen kann.

Letztendlich kann man nur den eigenen Kindern vor Augen führen, wie man sich ordentlich verhält (und hoffen, daß sie sich auch, ohne daß man dabei ist, daran halten) und ihnen empfehlen schnell wegzulaufen, wenn es brenzlig wird bzw. sich von bestimmten Rabauken fern zu halten.

LG
Heike

Beitrag von janamausi 28.04.11 - 21:20 Uhr

Hallo,

da kann ich dich verstehen dass dein Mutterherz blutet. Ich finde Du hast richtig gehandelt. Vor allem die Frage wer das gesehen hat, finde ich gut :-) Ich glaube damit hast Du bei den Kindern genau ins "schwarze getroffen".

Was ich allerdings nicht gut finde ist, dass Du denen gesagt hast das sie das nächste mal die Eltern holen müssen. Ich glaube das kommt bei 10/11jährigen nicht mehr gut an.

LG janamausi

Beitrag von liebelain 29.04.11 - 08:42 Uhr

Hallo,

ich hätte die drei Herrschaften zu ihrem ausgesprochenen Mut beglückwünscht, zu dritt auf einen Einzelnen, Kleineren loszugehen und ihnen direkt geraten, wenn sie keinen Sand in ihren blöden Spielzeugknarren haben wollen, diese nicht auf den Sandspielplatz mitzunehmen.

ann hätte ich ihnen freundlich aber bestimmt geraten, schleunigst ihrer Wege zu gehen und mein Kind bestärkt, sich auf solche Konfrontationen überhaupt nicht erst einzulassen.

Beitrag von susal112 12.05.11 - 14:57 Uhr

Hallo!

Immer blöd so eine Situation, ich weis!

Ich denke wenn ich darauf vorbereitet wäre würde ich wie folgt reagieren:
Generell autoritär auftreten, das hieße konkret nur ich spreche!
Die anderen reden nur wenn ich sie von mir gefragt werden, zugegeben, dazu brauchst du erstmal einen ernsten und strengen Ton mit einer gewissen Lautstärke.
Dann würde ich Fragen stellen immer an genau eine Person, nicht an die ganze Gruppe und dann ins Detail gehen, mir alles Haarklein erzählen lassen.

Ich hab das mal so erlebt und die Situation hat sich ohne weiteres zutun aufgelöst. Die Kinder stehen dann durch diese direkte Konfrontation so dermaßen unter Druck dass sie früher oder später von allein umfallen und nur noch versuchen aus dieser beklemmenden Situation rauszukommen.

Ich bin kein Pädagoge aber das hat mich beeindruckt!