Kindesunterhalt, Selbstbehalt mit 1 Kind und 1 Kind beim Vater

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von gabydavid 27.04.11 - 22:11 Uhr

Hallo!

Ich hoffe ich bin hier richtig :-) Habe eine rein theoretische Frage.
Ich bin seit über 6 Jahren von meinem Ex-Mann getrennt und auch geschieden. Unsere beiden Kids sind inzwischen 7J und 9J. Mein Ex Mann zahlt seit über 5 Jahren keinen Unterhalt mehr für die beiden. Ich gehe stundenweise arbeiten und bekomme noch Hartz4 inzwischen auch für die Kids da das UVG abgelaufen ist. Nun zur Frage. Solte unser Sohn mal zu seinem Vater ziehen wollen, würde ich gerne versuchen soviel zu arbeiten das ich endlich von Hartz 4 weg bin und schauen das ich es mit unserer Tochter ohne Hilfe vom Amt schaffe. Mein Ex Mann verdient nicht viel und ist auch immer wieder arbeitslos daher würde er sicherlich finanz. Hilfe vom Amt beantragen würde Sohnemann bei ihm wohnen. Wieviel dürfte ich denn verdienen damit ich nicht noch Unterhalt an ihn zahlen muß, den er dann sicherlich auch weiterhin nicht für unsere Tochter zahlen würde.
Habe gelesen das der Selbstbehalt gegenüber Kindern unter 18J. bei 900Euro liegt. Und wie rechnet sich das mit dem Unterhalt für unsere Tochter den ich dann ja weder vom Amt noch von ihm bekommen würde?
Ich hoffe es ist einigermassen vedrständlich geschrieben....

Schon einmal vielen Dank! :-)

Beitrag von hedda.gabler 27.04.11 - 22:22 Uhr

Hallo.

Unterhalt rechnet sich NICHT gegenseitig auf.
Jedes Elternteil hat erst einmal gemäß seines Einkommens Kindsunterhalt an den anderen Elternteil zu zahlen.

Dein Selbstbehalt mit einem Kind im Haushalt, dem Du zum Unterhalt verpflichtet, dürfte bei um die 1.350,- liegen (google mal nach Pfändungstabelle, die dürfte analog anzuwenden sein). Angabe ohne Gewähr.

Allerdings finde ich es mehr als schäbig, dass Du gegebenenfalls KEINEN Unterhalt für Dein Kind zahlen möchte ... und dabei ist völlig egal, ob Dein Ex für das andere Kind zahlt oder nicht.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von vwpassat 27.04.11 - 22:49 Uhr

Wieso ist das schäbig?

Es ist mehr als gerecht.

Beitrag von hedda.gabler 27.04.11 - 22:55 Uhr

Für's eigene Kind nicht zahlen wollen, IST schäbig ... egal ob Männlein oder Weiblein. Punkt.

Beitrag von windsbraut69 28.04.11 - 09:00 Uhr

Inwiefern ist es gerecht, mutwillig nicht genug für die Kinder zu verdienen und den Steuerzahler zur Kasse zu bitten?

Dass der Mann nicht genug verdient und zahlt, ist doch schlimm genug.

Gruß,

W

Beitrag von vwpassat 28.04.11 - 10:18 Uhr

Der Junge wird doch aber auch nicht gezwungen, zum Vater zu ziehen.

Beitrag von windsbraut69 28.04.11 - 10:28 Uhr

Das ist doch völlig irrelevant.
Das Kind hat zwei unterhaltspflichtige Eltern und diese haben dafür aufzukommen und nicht bewußt Bedürftigkeit herbeizuführen.

Gruß,

W

Beitrag von silbermond65 27.04.11 - 23:03 Uhr

Ich finde deine Antworten eigentlich immer sehr gut.
Aber wieso ist das schäbig,wenn sie in dem Fall möglichst nicht zahlen will?
Der Typ zahlt seit über 5 Jahren keinen Unterhalt .
Warum soll sie sich dann den Arsch aufreißen ,wenn von der anderen Seite nichts kommt ?
Der Junge (wenn er denn beim Vater wohnen würde) bleibt zwar trotzdem ihr Kind ,aber der KV ist genauso unterhaltspflichtig.

Beitrag von hedda.gabler 27.04.11 - 23:21 Uhr

Hallo.

Natürlich ist der KV genau so unterhaltspflichtig .... aber trotzdem macht ein Unrecht das andere nicht besser oder schlechter.

Ich muss wissen, womit ich mit mir im Reinen bin ... und für mich wäre es, meiner Pflicht nachzukommen ... egal wie schäbig sich der Gegenüber verhält. Da es nämlich nicht um mich oder den anderen, sondern um das Kind geht.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von windsbraut69 28.04.11 - 09:02 Uhr

Weil die Kinder mit einem nichtzahlenden Vater schon hinreichend gestraft sind und die Alternative Sozialleistungen sind, für die die Allgemeinheit aufzukommen hat.

Dass der Vater nicht zahlt, heißt doch nicht, dass die Mutter bewußt nichts verdienen muß.

LG

Beitrag von windsbraut69 28.04.11 - 08:59 Uhr

Du sprichst von Kindesunterhalt?
Dann kann ich nicht nachvollziehen, wie man auf die Idee kommen kann, nur soviel verdienen zu wollen, dass man auf keinen Fall für seine Kinder aufkommen muß.
Wenn Dein Ex nicht ausreichend verdient, ist das schlimm genug aber es sind EURE Kinder und kann doch nicht Dein Ernst sein, Dir vorab auszurechnen, wieviel Du verdienen kannst, ohne für sie sorgen zu müssen.

Mich wundert aber ebenfalls, dass Du nur dann überhaupt ausreichend für Euch verdienen willst, wenn Euer Sohn zum Vater zieht. Eure Kinder sind doch alt genug, dass Du wieder mehr arbeiten kannst.

Gruß,

W

Beitrag von gabydavid 28.04.11 - 09:38 Uhr

Ich bewerbe mich schon länger für mehr Stunden aber es tut sich im Moment nicht viel. Da mein Ex Mann sich auch überhaupt nicht um die Kids kümmert und meine Eltern beide arbeiten ist es mit der Kinderbetreuung nicht so einfach. Eine Stelle zu finden die mit der Betreuung im Ganztag übereinstimmt (gerade in den Ferien) ist nicht so einfach.
Ich bin Arzthelferin und verdiene nicht die Welt und ohne Unterhalt vom Vater oder dem Amt könnte ich mit beiden Kids nicht auskommen.
Mein Sohnemann ist ziemlich schwierig seit der Kontakt zum Vater nur noch sehr gering ist. Ich mußte ihn schon des öfteren aus dem Ganztag abholen, bisher war es zum Glück an meinen freien Tagen. Mein Sohn war auch schon 4 Monate in stat.psych. Behandlung. Es war auch besser aber langsam schleicht sich sein Verhalten wieder ein.
Warum die Kids auch nicht mehr über das WE beim Vater sind ist der das er das Sorgerecht entzogen bekommen hat. Er hat vor über 2 Jahren unsere Tochter sex. Mißbraucht und hat deshalb eine Bewährungsstrafe bekommen.
Unseren Sohn hat er nicht angefasst und der leidet wahnsinnig unter der Trennung weshalb das Jugendamt auch meinte das es irgendwann dazu kommen kann das er zum Vater geht.

Und nochmal zu dem finanziellen. Laut Pfändungstabelle liegt der Betrag ca. bei 1350E und da würde ich höchstens Vollzeit gerade mal dran kommen. Und wenn mein Ex Mann für unseren Sohn Hilfe beim Amt bekommt und ich selbst bei VZ nur etwas drüber bin würde ihm der Betrag von z.B. 50E auch verrechnet werden und abgezogen. Da hätte weder mein Ex-Mann noch mein Sohn etwas von. Außerdem war es nur eine reine Info für mich. Ich liebe meinen Sohn genau wie meine Tochter und ich wünsche mir nix mehr als auch mit beiden vom Amt weg zu kommen aber VZ in einer Arztpraxis bis Abends, das funktioniert mit den beiden nicht. Und da meine Tochter "pflegeleichter " ist würde es dann auch besser mit einer Betreuung klappen.

Gruß,

Gaby

Beitrag von windsbraut69 28.04.11 - 10:19 Uhr

Das ist alles tragisch und tut mir leid, aber den Gedankengang, lieber die Allgemeinheit zur Kasse zu bitten, bevor DU für DEINEN Sohn aufkommst, kann ich nicht nachvollziehen.

Allerdings dürften das ohnehin theoretische Überlegungen sein und bleiben, da Du als Arzthelferin wohl kaum in die Verlegenheit kommen wirst, Unterhalt zahlen zu müssen und ich mir nicht vorstellen kann, dass ein Vater mit der Vorgeschichte das Kind bekommt.
Dennoch sollte es selbstverständlich sein und ist auch gesetzlich Deine/Eure Pflicht, alles zu tun, um Euch selbst versorgen zu können.

Gruß,

W

Beitrag von vwpassat 28.04.11 - 10:25 Uhr

Jetzt passt es wieder.

Ich hatte schon ohne die "neuen Info's" weitergedacht, dass eine Frau mit 2 Kids anscheinend kaum soviel verdienen wird.

Wenn man nun den Rest auch noch betrachtet, kann man es aber moralisch schon verstehen.

Beitrag von windsbraut69 28.04.11 - 10:40 Uhr

Warum sollte einen Frau mit 2 Kindern nicht ausreichend verdienen?
Es gibt ja Frauen, die in lukrativen Berufen mit fairer und geschlechtsunabhängiger Bezahlung arbeiten....

Nee, ich kann es gerade moralisch nicht verstehen. Es ist ja nicht die Rede von Trennungs- sondern von Kindesunterhalt und "ich" kann noch weniger dafür, dass der Ex der TE ein nicht so optimaler Vater ist.

Beitrag von leonie133 28.04.11 - 13:26 Uhr

"Er hat vor über 2 Jahren unsere Tochter sex. Mißbraucht und hat deshalb eine Bewährungsstrafe bekommen.
Unseren Sohn hat er nicht angefasst und der leidet wahnsinnig unter der Trennung weshalb das Jugendamt auch meinte das es irgendwann dazu kommen kann das er zum Vater geht. "

Dein Sohn war 4 Monate in stationärer psychiatrischer Behandlung. Deine Tochter ist für den Rest ihres Lebens geschädigt.

Und da denkst du ernsthaft darüber nach, den Jungen wieder da hin zu geben? Natürlich liebt dein Sohn seinen Vater!! Das tun Kinder, auch wenn sie von ihren Eltern vernachlässigt, geprügelt und sonstwie gequält werden. Sie lieben sie trotzdem.

Ich fasse es manchmal nicht.