Unterschiedliche Behandlung ab 1 Jahr

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Forum: Baby

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Beitrag von brille09 27.04.11 - 22:14 Uhr

Hallo!

Mein Kleiner wird bald 1 Jahr und da hab ich mal ein bisschen im Kleinkind-Forum gestöbert. Was ich da gelesen hab, macht mich wirklich traurig und mir stellt sich einfach die Frage, ob noch alles stimmt in unserer Welt.

Hier im Babyforum übertreffen sich die Mütter darin, wie toll sie sich um ihr Kind kümmern. Man fragt, ob man mal ausgehen kann und das Baby zur Oma geben kann nach 8, 9 oder 10 Monaten! Man halst sich alles mögliche auf, um das Kind zu stillen, um es ja nicht zu früh sitzen zu lassen. Man lässt es keine Sekunde schreien, auch nicht, wenn man grad auf dem Klo sitzt und allein lassen um die Wäsche zu holen, geht natürlich absolut gar nicht, usw.

Dann schlägt man das "nächste" Forum auf und was liest man? Menschen sperren ihre Kinder, die grad ein paar Monate älter sind als unsere, ins Zimmer ein, weil sie "böse waren"? Sie nehmen ihnen für ein paar Tage Spielzeug weg? Da kommen mir ernsthaft die Tränen!!! Das kann doch alles nicht sein!!!

Werden denn kleine Engelchen, die rund um die Uhr an Mamas Busen festgeschnallt durchs Leben getragen werden mit dem 1. Geburtstag zu ausgereiften Menschen, die für jede unangepasste "Tat" bestraft werden müssen??? Dass man ihnen von heut auf morgen endlich was gescheites zum Essen gibt und sie nicht mehr von Reiswaffeln und Karottenbrei ernährt, werden sie ja vielleicht grad noch überstehen. Aber dass man sie urplötzlich für Dinge bestraft, die sie genauso nicht verstehen, das begreif ich nicht und wird sicher den Kleinen nicht viel nützen.

Wenn ich hier schreibe, dass ich meinem Kleinen, der im Buggy zu schreien anfängt und rauswill, erkläre, dass er im Tierpark bis zum nächsten Tiergehege in den Buggy muss und dann wieder rausdarf, werd ich für verrückt erklärt und außerdem wird mir empfohlen, ihn im Tragetuch zu tragen (was ich auch ohne Empfehlung tue). Wenn ich im Kleinkind-Forum nächstes Monat dasselbe schreibe, dann werd ich auch für verrückt erklärt, diesmal aber weil ich mich so von ihm rumkommandieren lass. Da wird dann wohl empfohlen zu sagen: "Wenn du dich im Tierpark nicht benimmst, dann gehen wir heim und nie wieder her!".

Ich weiß, es ist ein absolutes Silopo und ich hab schon einmal was ähnliches geschrieben. Damals stieß mir der Satz: "Im ersten Jahr werden Bedürfnisse erfüllt, danach wird erzogen!" auf. Geht ja in die gleiche Richtung. Und ich möchte die Eltern auch nicht irgendwie verurteilen, durch diverse Ratgeber und "Supernannys" wird ja suggeriert, dass das die richtige Art ist. Aber wenn mans hier so nebeneinander innerhalb weniger Minuten liest, dann sieht man doch die Absurdität dahinter. Oder nicht?

Beitrag von prolactini 27.04.11 - 22:50 Uhr

Hallo du!

schönes Posting!

Ich bin zweit-Mama und sehe nun manche Dinge nicht mehr so eng wie beim ersten Kind. Mein Kleiner darf nun auch mal quäken ohne das ich gleich hinlaufe (ich gehe aufs Klo und auch mal in den Keller zum Wäsche waschen). Beim ersten konnte ich das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.

Ich denke das es immer solche und solche Eltern gibt. Die alles-erlauben und die alles-verbieten-Eltern sind Extreme und nutzen die Foren oft als Selbst-Beweihräucherungs-Plattform aus. Wer ein bisschen Herz und Hirn hat lässt sich von solchen Beiträgen nicht in seiner Erziehung verunsichern.

Gott sei Dank gibt es auch bei jedem Posting immer verschiedene Meinungen zu lesen, so das man sich die Antwort aussuchen kann, die einem am ehesten gefühlsmäßig liegt. Aber manchmal frage ich mich auch, was unsere Eltern, Großeltern etc. ohne Internet gemacht haben. Sind wir alle verkorkste Erwachsene geworden? Nein!

Mein Fazit: Mehr Mut zum eigenen Gefühl in Erziehungsfragen wäre angebracht!

LG
Gabi

Beitrag von nineeleven 27.04.11 - 23:17 Uhr

Hey,

wie meine Vorschreiberin schon erwähnt hatte, sind viele beim zweiten Kind entspannter als noch beim ersten Kind.

Ich denke mal, im Babyforum sind verhältnismäßig mehr Mamas mit dem ersten Kind und dementsprechend "unerfahren". Die mit dem zweiten Kind schreiben hier seltener.

Im Kleinkindforum sind dann evtl wieder mehr Mütter mit dem zweiten Kind. Meist ist es ja so, dass man "schlechte" Sachen schneller vergisst und die "guten" behält. So geht es mir.

Als meine Tochter Baby war, war alles neu, ich hatte keine Ahnung und war oft im Babyforum. Je älter sie wurde umso seltener war ich hier. Sie entwickelte sich und ich empfand es eben so als normal. Mein Sohn ist zwar erst 5 Monate, ich stelle auch ab und an meine Fragen im Babyforum, weil ich auch vieles vom ersten Kind vergessen habe. Aber wenn er größer wird garantiere ich dir werde ich oft sagen, Himmel so ein Teufel, die Große war doch nicht so. Und schon landet man als Zweitkindmutti im Kleinkindforum und lässt sie drüber aus wie "schlimm" das Kind doch ist. Weil man genau diese Sachen, die das erste Kind genauso gemacht hat, schon vergessen hat und gar nicht glauben will dass man das schonmal durchhat.

Außerdem denke ich dass man automatisch das Kind ganz anders wahrnimmt wenn es sich von alleine fortbewegen kann, seinen eigenen Willen entdeckt, alleine zu essen beginnt. Man traut seinem Kind dann einfach mehr alleine zu und ist umso enttäuschter/wütender wenn es eben anders läuft als Mama es will. Die meisten dieser Sachen passieren halt um den ersten Geburtstag rum. Aus dem Kind, was nichts alleine kann und ständig Hilfe brauchte, wird ganz plötzlich ein eigenständiges Wesen und man hat ganz unbewusste andere Erwartungen an das Kind.

Was ich für mich festgestellt habe, ICH als Mutter muss mich mitweiterentwickeln, ICH muss mich meinem Kind anpassen, ICH muss mir eingestehen, dass sie noch ein Kind ist und manche meiner Erwartungen einfach für mein Kind zu hoch sind. Daher auch der krasse Unterschied zw Baby- und Kleinkind- (und auch Kiga-) forum.

Ich hoffe du verstehst was ich meine.

LG

Beitrag von widowwadman 28.04.11 - 09:18 Uhr

Natuerlich sollte man nicht am ersten Geburtstag alles anders machen, das ist ja eher ein fliessender Uebergang, aber du willst doch nicht ernsthaft sagen, dass ein 18 Monate altes Kind genauso behandelt werden sollte wie ein 6 Monate alter Saeugling?

Dem Saeugling kann man noch keine Grenzen setzen, aber wenn man dem 18 Monate alten Kind keine Grenzen setzt, zuechtet man sich schnell ein Problem an, und das tut dem Kind bestimmt nicht gut.

Abgesehen davon, finde ich, dass vieles in beiden Foren uebertrieben wird. Wo es ein rechter Wettbewerb ist wie lange man die Kinder am Sitzen, Essen, Laufen gehindert hat, weil es angeblich besser ist.

Beitrag von brille09 28.04.11 - 22:48 Uhr

Hallo!

Ich habe bei meinem Sohn (jetzt 11 Monate) eigentlich schon fließend damit begonnen, ihm Grenzen zu setzen, auch als er noch ganz klein war. Klar, ein Säugling kapiert es nicht, aber als die ersten Zähne kamen oder als ich einen Schnupfen hatte, durfte er mich halt eben nicht in die Nase beißen. Da muss ich weder schimpfen noch bestrafen noch sonst was. Ich nehme ihn halt weg und vllt. gibts da auch mal kurz Geschrei. Jede Mutter mit nem Funken gesunden Menschenverstand wird das genauso machen, denk ich. Und in den Keller geh ich auch mal schnell, muss ja die Getränke holen. Der Kleine kommt in den Laufstall, da passiert wenigstens nichts. Lieber plärrt er notfalls wirklich mal die zwei Minuten als dass er mit mir die steile Treppe runterfällt oder sowas.

Das mit dem Wettbewerb musst ich grad zweimal lesen und hab mich köstlich amüsiert. Das kommt mir echt auch so vor. Da wünsch ich diesen ganzen Supermamis mal für eine Stunde meinen kleinen "Terrorzwerg" ;-), der schon mit 4 Monaten IMMER geschrien hat, wenn es jemand gewagt hat, ihn hinzulegen - sitzend und stehend ist er das bravste Kind.

Ach ja, übrigens freu ich mich, dass ich doch recht vernünftige Antworten bekommen hab und nicht von den einen oder anderen Extremmamas niedergemacht worden bin.