Nochmals an die Langzeitstiller! Wie macht Ihr das?

Archiv des urbia-Forums Stillen & Ernährung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von herrlucci 27.04.11 - 22:39 Uhr

Hallo,

meine kleiner ist nun 6 Monate alt. Ich überlege nun, wie das mit dam Langzeitstillen so ist. Interessant finde ich es allemal. Aber wie reagieren andere Leute beim Anblick eines 2jährigen, der mal kurz seinen Durst stillt?

Wie gehen Eure Männer damit um, zu wissen, dass die Brust primär der Ernährung der Kinder dient, als der sexuellen Begierde?

Wie geht es Euch dabei, ständig und eben relativ lange, Euren Kindern "direkte" Nahrung zu geben?

Wie macht Ihr das mit dem Job? Ich möchte nämlich ab August wieder 50% arbeiten.

Viele Grüße

Katja

Beitrag von taewaka 27.04.11 - 22:54 Uhr

Hi Katja,

vielleicht gibt es bei dir in der Gegend Stillgruppen, z.B. der La Leche Liga oder der AFS ... einfach mal googlen, dort werden oft solche Themen besprochen, manchmal gibt es sogar extra Gruppen für Langzeitstillmamas.

Aktuell ist dein Baby ja erst sechs Monate, wie du es in eineinhalb Jahren handhaben würdest ist also noch lange hin und auch die Frage, ob du noch so lange stillen willst oder dein Baby.
Frauen mit Stillbabys von zwei Jahren und älter handhaben es unterschiedlich unterwegs ... jedenfalls muss ein Kind in dem Alter unterwegs nicht zwingend seinen Durst an der Brust stillen, denn ein Kleinkind mit zwei Jahren kann auch aus einem Becher oder seiner Trinkflasche trinken und die haben die meisten Mütter dann dabei. Das Stillen verändert sich also mit dem Alter des Kindes.
Ich persönlich habe mich irgendwann unwohl in der Öffentlichkeit gefühlt, ich weiß nicht mehr genau wann es war ... aber für mich war damals stillen auch etwas nahes und "intimes", ich hätte also nicht gerne in einem vollen Bus gestillt, ich hatte beim Stillen gerne Abstand zwischen mir und fremden Menschen.

Die Brust ist in unserer Gesellschaft ziemlich überbewertet und anderen Gesellschaften evtl. sogar noch mehr. Die Hauptfunktion der Brust ist lange, lange Zeit, die Ernährung des Kindes gewesen.
Ich persönlich finde allerdings, dass eine laktierende Brust nicht automatisch unattraktiv sein muss. In dem Moment wo man intim ist, stillt man ja nicht, die heftige Zeit der Milcheinschüsse ist vorbei und die Brust wieder weich, ... also kein großer Unterschied.

Der Vater meiner Kinder war ziemlich stolz darauf, dass unsere Kinder sich so prächtig ernährten und dabei gestillt wurden. Das Stillmanagement war mein Bereich und auch die Frage wann ich abstillen wollte.

Ich hatte in der Phase des Stillens immer wieder Momente in denen ich nicht stillen wollte und es blöd fand (als die Kinder +1 Jahr waren). Ich glaube auch nicht, dass ich die geborene ganz Langstillerin bin ;-)
Wobei ich mich jetzt manchmal ertappe und denke, na mei, wenn man jetzt noch stillen würde, vielleicht würde es doch noch passen ... abgestillt habe ich meine Kinder aktiv (beim jüngeren mehr als beim älteren) mit ca. zwei Jahren bzw. drei Jahren.

LG

Beitrag von herrlucci 27.04.11 - 22:58 Uhr

Danke für die ausführliche Info!

Ich denke, wenn man sowieso nicht mehr vollstillt, sondern nur noch sporadisch, gehts bestimmt.

Grüße
Katja

Beitrag von sarahjane 27.04.11 - 23:18 Uhr

Langzeitbrustkinder (ab 1 Jahr) trinken oftmals nur noch morgens, mittags, abends und/oder nachts aus den mütterlichen Brüsten. Oftmals nicht mehr als Nahrungsquelle, sondern weil es ihnen schwer fällt, von der Brust Abschied zu nehmen und sie (noch) nicht gelernt haben, anderweitig Trost/Schmuseeinheiten/Einschlafhilfe zu finden.

Beitrag von schnatterinchen 27.04.11 - 23:36 Uhr

Woher stammt denn diese Information?

Beitrag von viofemme 27.04.11 - 23:47 Uhr

Diese Info hat sich ein aus Geltungsdrang missgünstiges Hirn zurecht gelegt, um bewusst unsichere Mütter nur noch weiter zu verunsichern.

Nicht gesichert, aber durchaus wahrscheinlich ist es zudem, dass hier das Alter Ego von Claus Hipp Propaganda als allgemeingültige Wahrheit ausgibt, um die eigenen Umsätze zu steigern.

Wissenschaftlich haltbare Quellen wirst du sicher keine erhalten, da hierfür zunächst aufwendig Studien manipuliert werden müssen und das dauert seine Zeit.

Beitrag von amelie10 28.04.11 - 09:46 Uhr

#pro#pro#pro

Beitrag von wir3inrom 28.04.11 - 09:24 Uhr

Das ist schon unterirdisch, was du so alles erzählst.
Dass du dich nicht schämst, ich hoffe, du wirst den Rest deines Lebens von Albträumen, in denen es von langzeitstillenden Müttern nur so wimmelt, gebeutelt werden.

Beitrag von amelie10 28.04.11 - 09:44 Uhr

Da is sie wieder #rofl#rofl

Mrs. "ich muss zu jedem Stillthema meinen Saft dazu geben obwohl ich gar keine Ahnung habe!"! #rofl

Gib du deinen Kids weiterhin schön die Flasche und hör auf den Stillmamis ständig so nen Schrott zu erzählen oder vermeidlich gute Tipps zu geben #augen

Beitrag von uta27 28.04.11 - 10:21 Uhr

Soso...Du bist ja super schlau!

Du solltest Dich in Grund und Boden schämen, was Deine klugen Ratschläge angeht! Wenn man keine Ahnung vom stillen bzw. Langzeitstillen hat, dann sollte man verdammt noch mal die Fr.... halten!
Du verunsicherst hier die Mütter!
Redest das stillen schlecht, als ob es etwas abartiges oder perverses wäre, was Kindern DRINGEND liebevol (hähähä) abgewöhnt werden sollte!

Also entweder hast Du Dein Wissen aus alten Büchern, arbeitest in der Industriemilchproduktion oder bist bei Kidmed in die Lehre gegangen!

Erzähle deine "Erkenntnis" mal der WHO und der LaLecheLiga, die freuen sich bestimmt darüber!

Die Hauptnahrung sollte im gesamten 1. Lebensjahr die Muttermilch sein, ggf. bei Beikostreife ergänzt werden. Es heisst nicht Ersatzkost, sondern Beikost.

Solange wie Kinder Milch brauchen, sollten Sie diese auch bekommen! Und solange wie ein Saugbedürfnis da ist, sollte dieses Saugbedürfnis auch gestillt werden!

Nimmst Du deinem Kind nach dem 1. Geburtstag auch die Flasche und den Nuckel weg, weil es "keinen wesentlichen Vorteil" mehr hat???

Schon mal was von den Antikörpern in der Muttermilch gehört, die nach 25 Monaten Stillzeit höher sind, als zu Beginn der Stillzeit? Also für mich ist dies ein wesentlicher Vorteil, da mein Kinder irgendwann in die Kita gehen und mit vielen Krankheitserregern in Kontakt kommen. Da kann es diese Extraportion Antikörper gut gebrauchen! Das kann weder die Industriemilch, noch Kuhmilch, noch Beikost!

Magen-Darm-Infektion, Kind behält nichts bei sich ausser Muttermilch - ein wesentlicher Vorteil für uns!
Vollstillen war problemlos möglich über ca.1 Woche im Alter von 22monaten! Wer möchte sein Kind schon im Krankenhaus am Tropf haben? Ich nicht! Ein Hoch auf das stillen!

Stell Dir vor, ich stillte meine Kinder in den Schlaf! Bis ins 3.Lebensjahr! Ein wesentlicher Vorteil für uns!

Das natürliche Abstillalter von Kindern liegt bei ca. 4 bis 6 Jahren!

Stillen ist normal, Babymilch und frühe Beikost haben wesentliche Nachteile!

Babys kommen mit den gleichen Instinkten zur Welt wie vor 1000 Jahren!
Haste im Urwald schonmal nen Rossmann oder Schlecker gesehen, der Industriepampe verkooft?

Aber was will man erwarten von unserer ach so tollen industrialisierten Welt, die solch umgepolte Frauen zu Tage bringt, die die Natürlichkeit der Dinge mit Füßen treten!
Du kannst ja gerne Deine eigene Meinung haben, aber hier dumm und provozierend auf Fragen zu antworten, steht Dir NICHT zu!



Uta

Beitrag von anarchie 28.04.11 - 11:58 Uhr

you made my day!!!!


#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl


Beitrag von gslehrerin 28.04.11 - 19:32 Uhr

Jepp, die Flaschenkinder und die Schnullerkinder auch nicht...

Beitrag von viofemme 28.04.11 - 00:20 Uhr

Ich stille nur noch nachts und morgens. Unterwegs ist es schon lange nicht mehr wirklich möglich, da alles andere spannender ist als die Brust. Primär werden Hunger und Durst eh anders gestillt und so möchte mein Sohn tagsüber lieber Wasser als Milch. Aber da ist sicher jedes Kind anders. Abwarten, wie es sich bei euch entwickelt.

Weder mein Mann noch ich sehen meine Brust beim Sex als Nahrungsquelle. Sexualität und Stillen sind zwei so unterschiedliche Bereiche, dass das eine jeweils komplett ausgeblendet wird, wenn das andere aktuell ist. Es spielen ja bei Sex auch andere Körperteile eine sehr wichtige Rolle, die man meistens eben auch für ganz andere Tätigkeiten nutzt und trotzdem denkt man/frau beim Sex nicht ans Urinieren. ;-)

Beitrag von meandco 28.04.11 - 07:49 Uhr

lass es einfach auf dich zukommen #pro das entwickelt sich und jeder machts ein bisschen andern ;-)

und wer sagt dass die brust primär dem einen oder anderen dienen muss? genau genommen ist sie für beides gleichwertig vorgesehen - ob mit oder ohne milch drin #cool

was die blicke der anderen angeht ... nu, die nimmst du irgendwann nicht mehr wahr ... meine war sehr zierlich, daher haben wohl auch weniger leute geguckt, aber geguckt wurde allemal. vor allem da ich wirklich weiter nach bedarf überall gestillt hab ;-) jetzt nicht unbedingt am esstisch der anderen oder so, aber ich hab mich halt ein bissi ins abseits begeben und gut war.

und so genau lässt sich alles ohnehin nicht vorhersagen. meine große hat sich mit 14 monaten ohne theater ganz von alleine abgestillt. zuerst noch mal die anzahl der mahlzeiten hochgeschraubt. 2 tage gehalten, dann hatte sie ne moe und von da weg war das thema stillen für sie erledigt - sie hat nicht mal mehr nach der brust geguckt und wollte lieber anderes #schwitz

daher mein rat: auf dich zukommen lassen und so einteilen dass es für dich/euch passt #pro

lg
me

Beitrag von wir3inrom 28.04.11 - 09:20 Uhr

Mein Busen hat noch nie primär zur sexuellen Begierde gedient, sondern um meinen Blusen einen schönen Auftritt zu verpassen #cool Mein Mann ist absolut fasziniert davon, wie das mit dem Stillen klappt, was es aus unserer Tochter macht: ein zufriedenes, gut gedeihendes Baby. :-)

Wie die Leute reagieren (werden), wenn ein 2jähriges Kind sich stillt?
Ist mir egal, denn es ist MEIN Körper.
Es käme ja auch nie jemand auf die Idee, mir am Strand zu sagen, dass mein Badeanzug nicht der neuesten Mode entspricht..

Und wie ich mich fühle, dass ich mein Kind ausschließlich mit dem, was mein Körper hergibt, ernähren kann? Fantastisch! Wie sonst...? #kratz #huepf

Beitrag von uta27 28.04.11 - 10:41 Uhr

Hallo Katja!

Also ich schreibe dir mal unseren Werdegang auf.

alle 3 Kinder haben nie Industriemilch oder Breie bekommen.
Sie haben sich solange von Muttermilch ernährt, bis sie selber essen konnten. Erst Fingerfood vom Tisch und mit der Zeit immer größere Portionen. Ich habe die Kinder auch nie gefüttert. Sie haben vom Beikostbeginn (bei meinem ältesten mit 12 monaten, beim mittleren mit 11 monaten und bei klara mit 12 monaten) an, srelbst gegessen. Erst mit den Fingern und wenig später mit dem Löffel oder mit der Gabel.

Es wurde immer nach Bedarf gestillt, nur das "feste Essen" gab es zu "Erwachsenenzeiten". Frühstück, Mittag, Vesper und Abendbrot waren immer feste Zeiten und wenn sie da der Meinung waren, auch essen zu wollen, haben sie das getan.

Die Hauptnahrung und somit der Hauptkalorienbedarf wurde in den ersten 2 Lebensjahren durch Muttermilch gedeckt.

Ich hatte nie Lust auf Industriemilch oder Flaschen spülen. Es liegt doch in der Natur der Dinge, dass Kinder lange Milch brauchen. Und dazu ist doch die Muttermilch da.
Warum sollte mann denn eine Muttermilchmahlzeit mit einer Flasche Industriemilch ersetzen? Das verstehe ich nicht!
Die hat keine Abwehrstoffe, keine lebendigen Zellen, die variiert nicht in der Zusammensetzung wie es Mumilch tut usw.!

Es heisst doch auch Beikost und nicht Ersatzkost. Muttermilch sollte gerade im 1 Lebensjahr die Hauptnahrung sein.
Von Gemüsebrei wird das Kind nicht satt. 100ml Muttermilch hat genauso viele Kalorien wie 400gramm Möhrenbrei.
Und ein Baby hat einen Minimagen. Es braucht hochkalorische, leichtverdauliche (mumi wird rasend schnell verdaut) Kost.

Nönö und auf solche Breiexperimente mit Kalorienanreichern durch Ölzugaben ect. hatte ich keinen Bock. Dann soll das Kind selbst entscheiden, wass es zu sich nimmt. Ich habe meinen Kindern da immer vertraut,wenn sie keine Lust auf "richtiges Essen" hatten und lieber stillen wollten, dann war das völlig o.k..

Ich habe sehr schnell wieder gearbeitet, entweder gabs abgepumptes ausm Becher oder die Kinder haben ausgeharrt, bis die Mutter wieder da war.
Größere Kinder stillen doch nicht mehr voll. Vielleicht nur morgens vor der Kita, nach der Kita, nachmittags noch mal und abends/nachts. Arbeit stört da nicht! Es ist doch Euer Leben und die Kinder fügen sich doch in den Alltag ein! Und sie sind so kompetent, dass Du dir keinerlei Sorgen machen solltest, dass dies nicht gelingt!
Ein Stillkind , das im 2.LJ ist, weint kaum nach der Brust, wenn die Muttrer nicht da ist!


Im 2.Lebensjahr hat Klara 2 mal eine Woche vollgestillt wegen Krankheit. Sie hatte eine Rotavireninfektion und keinerlei Nahrung oder Flüssigkeit gewollt, nur Mumilch ist dringeblieben und hat uns vor dem Krankenhaus bewahrt!

Viele Leute sind der Meinung, dass Muttermilch nach dem ersten Lebensjahr ernährungsphysiologisch keinen Wert mehr hat. - Bei uns war sie Hauptbestandteil der Nahrung.

Keines meiner Kinder hatte einen Nuckel, das Saugbedürfnis wurde immer mit der Brust befriedigt. Solange wie sie es benötigten.


Also alles in allem, ich habe noch nie abgestillt, das haben bislang meine Kinder übernommen. Zu dem Zeitpunkt, wo sie für sich selber entschieden haben, dass sie keine Muttermilch mehr benötigen.

Du musst für dich selbst entscheiden, ob du das Original, so wie es die Natur vorgesehen hat, durch eine Kopie ersetzt.

Ach so, meine Brust ist primär kein Sexualobjekt, sondern primär für meine Kinder da, was nicht heisst, dass ich es nicht genossen hab, ne gefüllte Bluse zu haben.
Ick hab den tollsten Mann der Welt! Einen Langzeitbrusternährungsvater! Er stillt zwar nicht selbst (er würde, wenn er könnte, glaube mir!) aber er steht zu 1000% hinter mir!
Er ist derjenige, der sich sooo viel Wissen über Muttermilch, Arterhaltung, soziale Kompetenzen angeeignet hat, ging mit zu Stillgruppen, diskutiert mit Leuten, die meinen uns als abartig hinzustellen....

Du solltest Dir keinerlei Ziele oder Grenzen setzen! Stillt einfach, wie lange, wirst Du dann sehen!
Ich habe mir nie vorgenommen, so lange zu stillen, ist einfach so passiert!


Falls Du noch Fragen hast, bitteschön!
Liebe Grüße, Uta

Beitrag von gslehrerin 28.04.11 - 19:39 Uhr

Arbeiten ist kein Hindernis, viele Kinder "warten", bis die Mama wieder da ist.
Mit 2 Jahren stillt man ja nicht UNBEDINGT mehr immer und überall, ich jedenfalls nicht. Zu der Zeit hab ich nur noch morgens im Bett gestillt - wenn das Kind vor meiner Aufstehzeit an meinem Bett stand und nach seiner "Mi" fragte.
Ich bin der Meinung, die Brust ist primär für die Ernährung des Nachwuchses dar, wobei stillen und Sexualität sich ja in keinster Weise widersprechen.

Man wächst da rein und findet seinen persönlichen Weg.

LG
Susanne