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Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von michi0512 28.04.11 - 07:11 Uhr

Guten Morgen,

ich versuche mich kurz zu halten. Seit Oktober `10 bin ich mit dem großen ständig beim Doc:

*Dezember der Nacken (Kiss)
*Seit Februar Rheumaknötchen - gestern Gentest mal schauen was rauskommt

*Seit Februar auch Krankengym wegen seiner miserablen Koordination mit Anregung doch lieber Ergo zu machen

Und gestern gab es bei der Krankengymnastik direkt eine neue Mängelliste: Senk-platt-Füße, Beinlängenendifferenz, Beckenschiefstand, Schulterschiefstand und noch was anderes.

Also wieder ab zum Orthopäde, dazu kommt in absehbarer Zeit eine OP am Daumen wegen dem Rheumaknötchen. Die Mandeln müssen auch raus.


Ich hab echt kein Bock mehr. Ständig irgendwo Temrine bei Ärzten, Krankengym und bald wahrscheinlich auch Ergo. Nie hat der Kleine Zeit zum spielen - so kommts mir zumindest vor. Freitags hat er Judo - da hat er schon kein Bock mehr drauf weil er mal nur zu Hause sein will.

Ich hab keine Nerven mehr. Momentan ist meine Kleine oft bei meinen Eltern damit ich mit dem Großen alle Termine machen kann... Aber warum muss man immer 20Mal zum Arzt?

Naja, die meisten Ärzte sagen er hätte AD(H)S - ich glaube eher dass es einfach viel zu viel für ihn ist. Was soll denn noch therapiert werden?

Als ich gestern bei der Krankengym die neue "Mängelliste" bekam musst ich losheulen. Ich hab das Gefühl dass keiner meinen Spatz einfach nur gern hat. Okay, die Therapeuten sind absolute spitzenklasse und meinen es nur gut. Sie haben es mir sogar gezeigt (mussten ja fragen ob sie ihn ausziehen dürfen).

Aber hat mein Sohn denn wirklich ALLES bekommen? Ich habs satt...

Danke fürs ausjammern lassen.

GlG
Michi

Beitrag von charly4321 28.04.11 - 08:44 Uhr

Hallo Michi,

ich bin mir unsicher, ob ich dir wirklich helfen kann.
Aber! ;-) Diese Arztrennerei kenne ich von meinen Beiden. Ich bin ständig mit einem von Beiden bei irgendeinem Arzt. Manchmal schaffe ich es sogar auf zwei Termine an einem Tag.

Nein, dein Kleiner hat nciht ALLES bekommen. Ich kenne diese Gedanken. Warum meine, warum warum warum?
Ich nenne dir ein Beispiel. Rechts von uns die Nachbarn gehen noch nicht mal zur Vorsorgeuntersuchungen und auch sonst war sie mit den Kids selten beim Arzt wegen Krankheiten. In meinen Augen ist das natürlich ungerecht. Aber eine Strasse weiter, gibt es eine familie mit einem schwerkranken Kind, das im Rollstuhl spazieren gefahren wird und von der Welt nichts mitbekommt. Ich möchte garnicht wissen, welche Therapien - Krankenhausaufenthalte - Ergos etc. diese Familie mitmacht.
Und ich schwanke zwischen Demut und Ungerechtigkeit.

Dein Kleiner ist bestimmt ein bezaubernder kleiner Junge! Wenn mir die ergotherapeutin sagt, bei Isabell stimmt das nicht und dsa nicht, bin ich auch immer am Boden zerstört. Mein Mann sagt dann immer, die müssen ja was sagen oder schreiben, damit sie weitere Verordnungen bekommen. Ich denke hier trifft sich die Wahrheit so ziemlich in der Mitte!

Ich wünsche dir alles Gute.
Hoffe, ich konnte dich mit meinem Beitrag etwas aufmuntern.

LG
Charly

Beitrag von michi0512 28.04.11 - 13:36 Uhr

Danke für Deine Antwort, es baut tatsächlich ein wenig auf. Man bekommt blos immer das Gefühl, dass mit dem eignen Kind gar ncihts in Ordnung ist.

Ich habe im Grunde 2 kerngesunde Kids, manchmal nen Schnupfen - aber nie ernsthaft. Und seit Oktober nun haben wir den Stress mit dem Großen.

Und ja, schlimmer gehts immer und wir kommen wohl gut dabei weg - aber traurig macht es einen schon irgendwie.

Dir auch alles Gute #blume

Beitrag von charly4321 28.04.11 - 13:48 Uhr

Ich hatte das gleiche Gefühl bei meinen Beiden Kindern. Niclas hat im ersten Lebensjahr so viel Mist gehabt mit Krankenhaus und allem. Aber ich sagte mir, es sind normale Krankheiten, er wird wieder. Die Sorge war natürlich nicht weniger. Dann kam meine Große in den Kiga. Da haben die Erzieher angefangen, dass Sie dieses nicht kann jenes nicht kann, dass sie eventuell geistig zurückgeblieben ist, etc. Ich habe 1,5 Jahre gekämpft. Nach 1,5 Jahren hat der Kindergarten sich bei mir entschuldigt. Jetzt sind andere Sachen, die Isabell hat. Es hört nicht auf. Aber man hat auch einfach zwischenzeitlich die Schnauze voll. Gib nicht auf. Es kommen hoffentlich bald wieder bessere Zeiten!

LG

Beitrag von michi0512 28.04.11 - 20:46 Uhr

Danke Dir :-)

Ja, es müssen bessere Zeiten kommen. Aber es hat schon was gutes: ich weiß nun warum mein Sohn so ist wie er ist. Seine Tollpatschigkeit - ich ärger mich nun nicht mehr weil er nicht aufpasst. Ich weiß endlich dass er nicht anders kann... auch Das macht im Nachhinein Schuldgefühle.


Ich werd nächste Woche erstmal einen Termin bei einem sehr anerkannten Orthopäde machen der auf Kiss-Kinder spezialisiert ist. Mal schauen wie es dann weiter geht :-)