Unterschied zwischen "Morgen" und "morgen" (4 Jahre)

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von liasmama 28.04.11 - 11:38 Uhr

Hallo zusammen. :-)

Mich würde mal interessieren, ob eure Vierjährigen den Unterschied zwischen "(der) Morgen" und "morgen" verstehen?

Mein Sohn kommt so gaaanz langsam dahinter, seit ich angefangen habe, "früh am Morgen" zu sagen statt nur "am Morgen" ... aber ganz durchblicken tut er wohl immer noch nicht. #hicks
Er ist sprachlich ganz normal entwickelt und auch von der Intelligenz her, aber dass er sich damit so schwer tut, die zwei Begriffe für sich einzusortieren, das ... naja, es macht mich vielleicht nicht grade stutzig, aber ich würd gern einfach wissen, ob und wann eure Kinder ungefähr gleichen Alters das verstanden haben und wie ich ihn da unterstützen kann.

Danke! #blume

Beitrag von bine3002 28.04.11 - 11:53 Uhr

Es geht bei dem Thema ja einerseits um ein einfaches Missverständnis, andererseits aber auch um das Thema Zeitempfinden von Kindern.

Missverständnisse kommen natürlich immer wieder mal vor, wenn ein Begriff eine unterschiedliche Bedeutung hat, auch noch bei sehr viel älteren Kindern. Ich erinnere mich z. B. daran, dass meine Eltern ewig nicht vom Einkaufen wiederkamen und mir dann berichteten, dass an der Kasse eine lange "Schlange" war. Ich habe Jahre später noch überlegt, was die "Schlange" wohl an der Kasse gemacht hat und ob sie giftig war ;-) Als das passierte, muss ich schon in der Schule gewesen sein, sonst hätten meine Eltern mich wohl kaum alleine gelassen.

Ein Zeitempfinden im Sinnen von Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Sekunden, Minuten und Stunden, Monaten und Jahren entwickeln Kinder im Laufe der Kindergartenzeit. Ich denke, dass das ein allmählicher Prozess ist. Zuerst kommen wohl die Jahreszeiten, weil sie im Alltag offensichtlich sind (anhand von Dekoration, Festen usw.). Dann entwickeln Kinder einen vagen Begriff von der Vergangenheit, weil sie damit z. B. auf Fotos konfrontiert werden. Und dann, so nach und nach, auch von Stunden und Minuten. Sicherlich ist es dabei auch entscheidend, wie häufig die zeitliche Begriffe in unserem Wortschatz verwendet werden, z. B. auch o der Kindergarten im Morgenkreis die Wochentage benennt usw.

Meine Tochter ist 4,5 und kennt "morgen" sowie "Der Morgen", aber zu Missverständnissen kann es bestimmt trotzdem kommen.

Beitrag von englchen 28.04.11 - 11:58 Uhr

Meiner wird im Juni 3 Jahre und sagt immer "gestern fahren wir wieder zu Oma & Opa" #freu - wenn er morgen meint ;-). Das Zeitgefühl und vorallem die damit verbunden Worte alle zu verstehen dauert ein wenig seine Zeit.

Beitrag von ooojuleooo 28.04.11 - 12:21 Uhr

Haha, bei uns ist es genau umgekehrt:

"Morgen waren wir bei Oma und Opa..." Nicht morgen Max - gestern...

:-p

Beitrag von englchen 28.04.11 - 13:00 Uhr

#freu das ist ja auch süß ;-)

Beitrag von sunnylu 28.04.11 - 12:37 Uhr

Bei uns ist es andersrum :-)

Julian sagt immer "morgen", wenn es nicht jetzt ist. Das erfordert schnelles Kombinieren - meint er Vergangenheit und redet er von seinen künftigen Plänen #schwitz ?
Vor allem, wenn mein Mann die Zusammenhänge der Erzählung nicht kennt, weil er halt erst abends kommt, ist das manchmal schon lustig #verliebt

LG,
Susanne

Beitrag von nadeschka 28.04.11 - 12:04 Uhr

Ja, *lach*, das sorgt bei uns auch immer für ein kleines Verwirrspiel. #verliebt Das Kind ist auch gut 4 Jahre alt.

Aber deshalb zweifle ich nicht an ihrer Intelligenz. Ist ja auch komisch, wenn das gleiche Wort zwei unterschiedliche Sachen bedeutet und beides auch noch im Bezug auf die Zeit.

Einmal sage ich "morgen gehen wir zum Spielplatz" und ein andermal "heute Morgen wollten wir doch zum Spielplatz gehen".

Finde ich schon schwierig für ein Kind, das zu kapieren.

LG
#winke

Beitrag von nienicht 28.04.11 - 12:40 Uhr

Hallo,

ja bei uns ist es das "nachher" oder "später" damit kommt mein 5 Jähriger nicht zurecht, wenn ich sage nachher dann sagt er aber HEUTE nicht MORGEN!

Lieben Gruß
nienicht

Beitrag von clautsches 28.04.11 - 13:12 Uhr

Hallo!

Bei uns gibt es "in der früh" und "morgen" - insofern keine Probleme.
Das Zeitgefühl stellt sich jetzt, mit 4, auch schon gut ein. "Morgen" verknüpfe ich immer mit "einmal schlafen", das geht gut. Auf die Weise kann sich der Zwerg auch schon die 3 oder 4 Tage bis zum Wochenenede oder zu einem bestimmten "Event" vorstellen.

Aber diese kleinen Verwechslungen des Alltags sind oft schon witzig.
Mein Sohn hatte letztens ein Schildchen in der Hand, das ich aus meiner neuen Jeans geschnitten hatte.

Er: "Was ist das?"
Ich: "Das ist ein Preisschild"

Er... überlegt.. ratterratter....
"Also hast du ein Wettrennen gewonnen?!?"

#kratz... Preis..?!.. Ah, PREIS !! #aha


Manchmal fallen mir solche Sachen jetzt schon vorher auf und ich erkläre gleich, was es damit auf sich hat.

Aber manchmal erscheint es mir auch unmöglich.. seit 2 Jahren versuche ich (und der Rest der Familie) zum Beispiel, den Begriff "Urlaub" zu erklären.. und immer noch heißt es "sind wir bald da? wo ist denn jetzt der Urlaub??" #huepf


LG Claudi

Beitrag von juniorette 28.04.11 - 15:44 Uhr

Hallo,

meiner versteht meistens, dass "morgen" der Tag nach heute ist, also wenn er noch einmal geschlafen hat.

Der Morgen ist die Tageszeit, wenn man aufgestanden ist.

Aber absolut sicher mit diesen Begriffen ist er nicht.

"dass er sich damit so schwer tut, die zwei Begriffe für sich einzusortieren,"

Sag doch statt "jetzt ist es Morgen" "jetzt ist es früh am Tag" ;-)

Ich finde ja auch, dass "morgen" und "Morgen" verwirrend sind.

Über die Intelligenz deines Sohnes brauchst du dir deswegen ganz sicher keine Sorgen machen.

LG,
J.

P.S.: mir fällt gerade auf, dass der Begriff "der Morgen" bei uns irgendwie nie vorkommt #kratz