Brauche Ratschläge - stehe auf dem Schlauch :(

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von syrrah 28.04.11 - 14:12 Uhr

Hallo!
Ich könnte wirklich mal ein paar Ratschläge brauchen, vllt. habe ich ja ein paar "blinde Flecke". Ich komme im Moment mit meinem Mann nicht mehr klar - ich liebe ihn zwar einerseits, aber bin fast nur noch frustriert wenn ich an ihn denke. Die Situation ist folgende:
Wir sind seit 10 Jahren zusammen und seit einem halben Jahr verheiratet. (Noch recht früh zu Schulzeiten zusammen gekommen). Nach unserer Hochzeit kam heraus, dass er es durch Trödelei nicht rechtzeitig schafft, seine Studienabschlussarbeit abzugeben und hat damit nun sein Studium in den Sand gesetzt. Das heißt nun: Ich, externe Promovendin und momentan noch arbeitssuchend, darf ihn ja dann durch die Hochzeit mit meinem Job noch mindestens 2 Jahre mit durchfüttern (mehr als einen 400 Euro Job wird er als Student ja nicht großartig machen) und nebenbei an meiner Dissertation schreiben...Kurz vor dem Hochzeitstermin fing er auch an, immer länger zu schlafen und immer später ins Bett zu gehen - und versprach mir, da ich das da schon thematisiert habe, es zu ändern. Aber es wird immer schlimmer! Wir haben uns schon ein paar mal deswegen gestritten, es kamen neue Versprechungen (und Vorwürfe, dass ich ihn ja nicht richtig wecke?!) - aber keine Änderungen. Ich habe lange Zeit - und immer mal wieder in neuer Hoffnung - versucht ihn zu wecken, aber selbst wenn er dann erstmal mit mir redet (oder vormittags einen Termin hat), lägt er sich später wieder bis ca. 14 Uhr hin!!! :-[Ich drehe langsam durch... Er lässt irgendwie echt jeden Eigeninitiative langsam vermissen - kümmern um ein "Umsatteln" auf einen anderen Studiengang nur mit allernotwendigstem Aufwand, sprich: am selben Tag, wenn ein Termin ansteht, Haushalt nur, wenn ich die Aufgabe explizit zuweise... Eigentlich hatte ich vor ein paar Monaten die Pille abgesetzt, aber ich bin wirklich am Überlegen, sie wieder zu nehmen - denn ich habe mich wohl getäuscht und er kann keine Verantwortung für sich und erst recht nicht für andere übernehmen. Die Kommunikation ist auch leidig, manchmal brauche ich drei Anläufe, bis er mir auch wirklich zuhört und präsent ist. Sicherlich wirkt es sich auch nicht so positiv aus, dass ich nach 10 Jahren das Rauchen aufgegeben habe und nun ein gemeinsames Ritual wegfällt, das zentral war... Eine chronische Bronchitis hat er auch, aber das hindert ihn nicht daran, weiterzurauchen:-( Das macht mich echt traurig, da meine Cousine und mein Vater an Krebs starben und vor 3 Monaten nun auch noch der bruder meines Schwagers einen Herzinfarkt hatte- und die beiden rauchen genau gleichviel und esse denselben Kram (nur Nutella, Pizza, Toast, fettigen Käse und Salami) Obwohl es weh tut, überlege ich mir manchmal echt mich zu trennen, wobei das ja noch gar nicht geht (Trennungsjahr) und ich wohl von meiner Familie dann gemieden werden würde, zumal diese die Hochzeit größtenteils bezahlte... Zu einer Paartherapie, wo ich lieber erstmal hinwöllte, bekomme ich ihn auch nicht :( Alle gebrochenen Versprechungen und fehlenden Bemühungen weiß ich nicht, ob ihm wirklich noch etwas an mir liegt, obwohl er es beteuert... Ach ja, auch toll finde ich es, dass ich seine Bitte respektiert habe, seiner Familie noch nichts vom versauten Studium zu erzählen bis er genau weiß, wie das mit dem anderen Studiengang läuft, aber er im Beisein seiner Familie immer nur Sachen sagt wie "Na, du hast ja wenigstens eine Frau die kocht..." - Obwohl er ja eigentlich für Gleichberechtigung ist (WENN er dann mal aufgestanden ist, macht er ja auch was im Haushalt), und ich es momentan bin, die mehr zu tun hat (Dissertation, Ehrenamt) - und er ja auch sehr wenige Sachen isst (keine Kartoffeln, Fisch, Gemüse, Quark, Hühnchen,... ). Ich weiß nicht mehr weiter. Langsam glaube ich nicht mehr daran, dass er sich ändern wird oder auch nur veranderungs-und lernfähig ist... Durch diese Ehrgeizlosigkeit und Unfähigkeit zur Eigenorganisation hat er doch erst seinen Studienabschluss (trotz guter Vornoten - aber die Prüfungstermine waren ja fest und er kann es ja auch, wenn er will, aber an Langzeitaufgaben hapert es) versaut?! Da muss man doch daraus lernen. Soll es wirklich das gewesen sein? Er konnte mal zuhören, war zielstrebig, ha Diskussionen geführt, gelesen und gelernt... Ich glaube wir werden uns immer fremder...#zitter

Beitrag von claudia2708 28.04.11 - 17:01 Uhr

Hallo,

wahrscheinlich wirst Du nun Antworten bekommen wie: warum hast Du ihn so geheiratet? Bzw. er wird sich nie ändern...

Aber ich habe aus Deinen Schilderungen den Verdacht, dass Dein Freund depressiv sein könnte. Vielleicht ist auch nicht allein Trödelei der Grund, warum er sein Studium nicht beendet hat, sondern Antriebslosigkeit, gar Prüfungsangst (die sich auch mit der Zeit verstärken kann, selbst wenn er früher Prüfungen geschafft hat). Seine Strategie zur Zeit sieht jedenfalls stark nach Vermeidung aus... (sowohl was seine Eltern angeht, als auch Eure Probleme).

Falls dem so ist, hat seine Unfähigkeit, die Probleme anzugehen, nichts mit mangelnder Zuneigung zu tun, sondern ist Teil der Krankheit.

Lies doch mal ein bißchen was über Symptome nach, ob es Dir bekannt vorkommt. Ich würde den Kinderwunsch so oder so unter diesen Umständen übrigens auch erstmal zurückstellen!

Alles Gute,
Claudia

Beitrag von nicht immer krank 28.04.11 - 17:29 Uhr

Die Studienabschlussarbeit ist keine Prüfung, sondern eine arbeitsintensive schriftliche Aufgabe.
Normalerweise hat man bis dahin alle Prüfungen hinter sich.
Das hat eher etwas mit Faulheit als mit Krankheit zu tun.
Dass es ihm jetzt schlecht geht, ist nachzuvollziehen, da er duch seine Trödelei sein Studium vergeigt hat.

Beitrag von claudia2708 28.04.11 - 20:49 Uhr

Ich weiß, was eine Studienabschlußarbeit ist, habe selbst eine Diplomarbeit verfaßt. Aber ich kenne auch die unterschiedlichen Formen von Ängsten, Blockaden und depressiven Verstimmungen. Ich stimme Dir zu, dass es "nicht immer Krankheit" sein muss, aber eben auch nicht automatisch Faulheit!

Ich kenne den jungen Mann nicht und kann natürlich nicht wissen, woran es liegt. Es ging mir um den Denkanstoß...

Schade, dass Du Deine Meinung in schwarz schreibst, ist doch nichts dabei!?

Beitrag von syrrah 28.04.11 - 17:39 Uhr

Hmm, ich mach mich mal schlau und denk mal darüber nach - danke erstmal :)