Klage bei Kündigung in der Schwangerschaft: hat jemand Erfahrungen?

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Beitrag von petra-pan 28.04.11 - 15:16 Uhr

Ich bin in der 10ten Woche Schwanger und habe gerade Klage gegen meinen Arbeitgeber eingereicht, da ich während der Schwangerschaft gekündigt wurde.

Hat jemand Erfahrung mit der Situation? Noch bin ich krank geschrieben, aber was muss ich tun, wenn ich wieder gesund bin? Reicht es, wenn ich dem Arbeitgeber schriftlich meine Arbeitskraft anbiete? Oder soll ich dann jeden Morgen hinfahren und schauen, was passiert? Ich möchte nichts falsch machen.

Wie lange hat das Verfahren bei euch gedauert? Mein Anwalt meinte, dass man das nicht sagen könne. Und wie ist es bei euch ausgegangen? Würde mich freuen, wenn mir jemand etwas dazu schreiben könnte (gern auch als private Nachricht).

Beitrag von smokefighter 28.04.11 - 15:49 Uhr

War dem Arbeitgeber zum Zeitpunkt der Kündigung deine Schwangerschaft bekannt bzw. hast du dem Arbeitgeber nach Erhalt der Kündigung die bestehende Schwangerschaft mitgeteilt?

War es eine ordentliche (mit Kündigungsfrist) oder ausserordentliche Kündigung? Was für ein Kündigungsgrund hat dein Arbeitgeber angegeben?

Nach Ablauf der Kündigung ist diese erstmal wirksam d.h. du brauchst dann nicht zur Arbeit erscheinen oder deine Arbeitskraft anbieten das sollte aber dein Anwalt dir auch erklärt haben...

Du bzw dein Anwalt habt 3 Wochen Zeit die Kündigungsschutzklage einzureichen... http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCndigungsschutzklage

Das Gericht legt recht zeitnah (meist zwischen zwei Wochen und zwei Monaten) nach Klageerhebung den Gütetermin fest in dem beide Parteien angehört werden... der eventuell dann stattfindende Hauptverhandlungstermin wird dann meist je nach Auslastung des Gerichts mehrere Monate später festgelegt...

Infos dazu http://www.arbeitsrecht-ratgeber.de/arbeitsrecht/arbeitsgericht/content_02.html

http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Kuendigungsschutzklage.html

Kannst gern auch per PN antworten...

Beitrag von petra-pan 28.04.11 - 17:01 Uhr

Ja, dem Arbeitgeber war die Schwangerschaft bekannt und es wurde eine ärztliche Bescheinigung übergeben (innerhalb von zwei Wochen). Es war eine ordentliche Kündigung ohne Angabe von Gründen und mein Anwalt hat innerhalb der drei Wochen Frist Klage eingereicht.

Mein Anwalt sagte mir, dass ich meine Arbeitskraft zur Verfügung stellen müsse. Aber vielleicht gilt das nur für die Zeit innerhalb der Kündigungsfrist?

Beitrag von susannea 28.04.11 - 18:15 Uhr

Wenn die Kündigung erst zu einen bestimmten Termin gültig ist, musst du natürlich bis dahin deine Arbeitskraft anbieten.
Und ja, im Zweifelsfall jeden Tag hinfahren.

Wie lange ist denn die Kündigungsfrist?

Beitrag von smokefighter 28.04.11 - 20:28 Uhr

Ja das gilt natürlich nur bis Ablauf der Kündigungsfrist. Sollte dein Arbeitgeber dich wegschicken bestehe auf einer schriftlichen Freistellung bzw. sollte er dir die nicht geben und dich wegschicken schau das es Zeugen gibt die das bestätigen können... nach Ablauf der Kündigungsfrist ist die Kündigung erstmal wirksam dann brauchst du nicht mehr deine Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Die Unwirksamkeit der Kündigung wird dann erst vor Gericht geklärt ... da Schwangere einen besonderen Kündigungsschutz geniessen kann man zu 100 % davon ausgehen das die Kündigung für unwirksam erklärt wird ... weiteres dazu wird dir dein Anwalt sagen können..