kinder, die nicht konfirmiert / kommuniert werden?

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von engelchen28 29.04.11 - 12:09 Uhr

hallo!
wir sind vor einiger zeit aus der kirche ausgetreten und unsere 2 kinder (fast 6 & fast 4) sind nicht getauft. die große kommt dieses jahr in die schule und wird am ev. religionsunterricht teilnehmen.
hier in der gegend werden im mai viele jugendliche konfirmiert - von keinem habe ich bisher gehört, er werde dies nicht...!
als ich jugendlich war, war der konfirmationsunterricht so eine art freizeitgestaltung, bei der man sich mit freunden getroffen hat. jeder ist da irgendwie hingegangen.
mich würde mal interessieren, ob's hier mehr eltern von kindern gibt, die weder konfirmiert noch kommuniert werden / wurden!
mein eindruck ist, dass einige ihre kinder noch schnell taufen lassen, damit sie zum konfa-unterricht gehen können und um dann fette geldgeschenke zu kassieren zur konfirmation. ich erachte dies aber nicht als grund, dem unterricht beizuwohnen....!
wie ist das bei euren? spielt der glaube eine wirkliche rolle oder geht es mehr um das gemeinschaftsgefühl?
lg
julia

Beitrag von lucky.luke.1946 29.04.11 - 12:22 Uhr

Mich interessiert weder ein Glaube, noch Kirche, noch Geldgeschenke.
Meine Kinder sind nicht getauft und werden auch nicht konfirmiert.
In meiner Wohngegend gibt es haufenweise solche "gottlosen" Kinder, interessiert auch keine Sau.

Beitrag von tauchmaus01 30.04.11 - 23:39 Uhr

Nur weil Deine Kinder nicht getauft sind, sind sie nicht gottlos.
Das entscheiden zum Glück die Kinder selber und wenn sie erst darüber nachdenken wenn sie schon erwachsen sind.

Mona

Beitrag von lucky.luke.1946 03.05.11 - 09:13 Uhr

Ach man, ich habe es extra in Anführungszeichen gesetzt.

"Konfessionslos" hätte wohl besser gepaßt, gebe ich ja zu.

Und JA, meine Kinder können sich auch noch taufen und konfirmieren lassen, wenn sie es wollen, da stehe ich ihnen ganz sicher nicht im Wege.

Beitrag von witch71 29.04.11 - 14:05 Uhr

Meine Tochter ist getauft, mein Sohn bisher noch nicht. Sie hat sich selbst entscheiden können, ob sie sich konfirmieren lassen möchte. Im letzten Jahr hat sie sich - ein Jahr später als üblich - dann noch dafür entschieden, kam von selbst damit an. Gründe sind bei ihr nicht im Finanziellen zu suchen, denn sie weiss, dass sie nicht viel erwarten kann, was das betrifft.
Die Präparandenzeit haben wir schon hinter uns, im Herbst folgt dann jetzt die Konfirmandenzeit.

Beitrag von dominiksmami 29.04.11 - 14:12 Uhr

Huhu,

Dominik ist zwar noch getauft, aber einige Zeit danach bin ich aus der Kirche ausgetreten. Deshalb ist er nicht zur Kommunion gegangen.

Laura wird auch nicht getauft.


Probleme oder dergleichen gabs da bisher definitiv keine mit, weil Dominik auf eine Konfessionslose Schule geht, dort gibt es überhaupt keinen Religionsunterricht.

lg

Andrea

Beitrag von babydollbell 29.04.11 - 14:19 Uhr

Hallo!

Also ich bin 26. zwar getauft aber nicht Konfirmiert.

Damals bin ich 1 1/2 zum Konfirmatenunterricht gegangen.. aber auch nur " Weil alle anderen auch da waren "..

Da es die meisten nur wegen dem Geld machen, habe ich die ganze Sache einfach abgebrochen und bin auch nicht mehr hingegangen.

Da ich eh nicht gläubig bin.. Und ich stehe dazu.

Meine Kinder sind bakd 2 und 3.. und beide nicht getauft.

Sie sollen selbst entscheiden ob sie Kommunion haben wollen oder erst die Konfirmation. Da hier fast alle EV sind, denke ich, das sie dahin tendieren, aber wie gesagt: Das sollen sie selbst entscheiden.

Mein Mann ist zb garnicht mehr in der Kirche.

LG Nadine

Beitrag von stormkite 29.04.11 - 14:36 Uhr

Meine Kinder zum Beispiel ... und das ist auch überhaupt kein Thema. Sie sind 13 und 15, und kämen überhaupt nicht auf die Idee, das sie zum Konfirmantenunterricht gehen könnten. Warum auch? Sie sind nicht getauft, und auch nicht christlich erzogen. Das wissen die Beiden, und gut ist.

Genauso wenig wie ich und mein Bruder in dem Alter auf die Idee gekommen sind, das wir da was verpassen. Man gehört nicht zur Religionsgemeinschaft dazu - und damit nimmt man selbstverständlich auch an keinen religiösen Handlungen der einer Glaubensgemeinschaft teil. Wir würden ja auch nicht Bar Mizwa feiern?

Übrigens besuchen meine Kinder in der Schule den Religionsunterricht (evangelisch, glaub ich), gehen zu den christlichen Pfadfindern (katholisch), und mit denen auch hin und wieder zum Gottesdienst. Wir feiern Weihnachten und Ostern, weil das Familienfeste sind, nicht weil wir einen religiösen Bezug dazu haben. Als Familie besuchen wir gerne Kirchen - weil uns die Architektur interessiert, aber keinen Gottesdienst - außer wir sind zu einer Taufe oder Hochzeit oder Begräbnis eingeladen, die im Freundeskreis stattfindet.

Kite

Beitrag von jana-marai 29.04.11 - 15:31 Uhr

Hallo,

mein ältestes Kind wurde noch getauft, doch er selber war fest davon überzeugt, nicht zur Kommunion gehen zu wollen. Mit 5 Jahren, bei einer Kommunion in der Verwandtschaft äußerte er sich zum ersten Mal ablehnend dazu, bei der nächsten war es das Gleiche, und als er dran gewesen wäre, fragte er nur: "Wozu?"
Uns allen fiel keine befriedigende Antwort ein. Er wollte nicht, wir sahen keinen Sinn darin, und so ist es einzig und allein bei seiner Taufe geblieben.
Deswegen sind wir nicht gottlos, und ich wage zu behaupten, wir leben christlicher, mehr in der göttlichen Liebe, als mancher Kirchgänger ;-).
Religionsunterricht sucht er sich selber aus, hat sich aber auch schon von Reli befreien lassen.
Gesellschaftliche Probleme konnten wir deshalb noch keine entdecken.

LG
jana-marai

Beitrag von fascia 29.04.11 - 16:57 Uhr

Hallo Julia,

in dieser Region hier geht nur ein geringer Teil der Jugendlichen zur Konfirmation.
Katholische Jugendliche gibt es eher selten hier.
Die meisten Familien sind nicht in einer Kirche.

Meine beiden Kinder sind getauft.
Meine Jüngere (ev.) wird den Konfirmandenunterricht besuchen. Sie ist nicht gerade wild darauf, da sie zeitlich sehr eingebunden ist. Mir ist es allerdings - quasi als Teil ihrer Bildung in diesem Alter - wichtig. Ob sie sich am Ende dieser Zeit zur Konfirmation anmeldet und damit auf eine Weise ihren Glauben bekennen und Gemeindemitglied werden möchte - oder das lieber nicht möchte - ist ihr freigestellt.

Mein Älterer ist damals katholisch getauft und eingetragen worden. Da ich die Kommunion im üblichen Kommunionsalter für viel zu früh halte, wurde er nicht mit 8/9 Jahren zum Kommunionsunterricht und zur Kommunion geschickt. Er hat dann aus freien Stücken den Konfi-Unterricht wahrgenommen - zusammen mit seinem Freund, da hat es beiden mehr Spass gemacht.
Erst kurz vor der Konfirmation hat er sich dazu entschlossen, diese auch wahrzunehmen.
Das war ein sehr bewusster Schritt. Es bedeutete für ihn, dass er zum Standesamt gehen musste, um dort schriftlich und unwiderruflich seinen Austritt aus der katholischen Kirche zu erklären. Er hat also wegen der Konfirmation selbständig seine Konfession ändern müssen.
Für Geld und Geschenke hat er´s nicht getan.
Da konnte er nämlich nicht mit größeren Posten rechnen.
Er hat es auch nicht der Geselligkeit wegen getan. Denn Gesellschaft hätte er während der Samstage, die er im Konfi.unterricht saß, auch gehabt.
Er kannte von den vierzig Konfirmanden nur Einen wirklich. Seine sämtlichen anderen Freunde und Kameraden (auch die Mädchen) sind nicht konfirmiert.

Warum er sich hat konfirmieren lassen, weiß ich bis heute nicht genau.
Er ist kein vordergründig gläubiger Christ.
Es ist seine Sache.

Vielleicht erfahre ich eines Tages seine Gründe.
Aber ich weiß, dass er es weder wegen der Gemeinschaft als "Mitläufer" noch wegen des Geldes, der Geschenke getan hat.

Ich kann nicht sagen, dass er es aus einem tiefen Glauben heraus getan hat.
Aber seine Entscheidung zur Konfirmation hatte dennoch eine innere gedankliche Basis.



Für Jugendliche, die in einer Region leben, in der sowieso alle zur Konfirmation gehen, ist es darum aber nicht leichter. Im Gegenteil: Sie müssen wohl eher damit rechnen, dass alle denken, sie gehen nur hin, weil ja alle gehen.
Das mag auf einige zutreffen.
Auf andere aber nicht. Sie fallen u.U. weniger auf. Man hört sie nicht vom Geld reden. Man hört natürlich nicht: "Ich tu es, weil ich so gläubig bin".
Nur weil man sie nicht hört, heißt es aber doch nicht, dass sie nicht da wären...

Ich selbst bin teilweise eine "Mitläuferin" gewesen.
Ich bin froh, dass ich mitlaufen durfte.
Heute bedeutet es mir mehr als damals.

f.

Beitrag von kawatina 29.04.11 - 19:11 Uhr

Hallo,

meine Kinder sind weder getauft noch konfimiert.

Mein Sohn meinte, das es Heuchelei wäre und das er die Konfirmationsgeschenke doppelt und dreifach zurückzahlen müßte, wenn er eigenes Geld verdienen würde - also in Form von Kirchensteuer.
Er betrachtet eine Konfirmation langfristig gesehen als Minusgeschäft.

Beitrag von fruehchenomi 01.05.11 - 10:01 Uhr

Er betrachtet eine Konfirmation langfristig gesehen als Minusgeschäft.


Dann ist es ohnehin besser, er bleibt fern.

Beitrag von sini60 01.05.11 - 10:58 Uhr

Heuchelei ist es, wenn man so materialistisch eingestellt ist, wie dein Sohn.

Beitrag von tauchmaus01 01.05.11 - 11:58 Uhr

Find ich auch. Ich bin mir sicher dass es damals auch nur ein Nachgeplapper der Eltern war.
Von selber rechnet ein 13/14 Jähriger sich sowas nicht aus ob es langfristig gesehen ein Minusgeschäft ist.

Mona

Beitrag von juju277 30.04.11 - 16:52 Uhr

Hi,

mein Bruder und ich sind nicht getauft und konfirmiert. Wir haben auch am Reli-Unterricht teilgenommen, aber taufen lassen wollten wir uns beide nicht. Ich war ehrlich gesgat froh, dass ich an diesem ganzen Konfi-Unterricht nicht teilnehmen musste. Ich bin manchmal mitgegangen, das war kein Problem, aber regelmäßig - nein danke! Als Außenseiter habe ich mich deshalb nicht gefühlt, es waren eher einige Kinder neidisch, weil ich nicht da hin musste.

Unsere Kinder sind auch nicht getauft, dürfen sich aber gerne taufen lassen, wenn sie es möchten und wenn sie dahinter stehen. Da will ich aber ne andere Begründung hören als ne Feier und Geldgeschenke.

LG juju

Beitrag von hummelinchen 30.04.11 - 18:21 Uhr

Ich habe meine Tochter damals nicht Taufen lassen, da ich wollte, dass sie selbst irgendwann entscheiden kann..
Mit 14 hat sie sich entschieden zum Konfirmationsunterricht zu gehen. Wir haben ihr damals vorgeschlagen, dass sie, sollte sie es des Geldes wegen machen, dass auch so haben könne. Nee, sie wollte trotzdem, sie findet Kirche wichtig.
Sie war auch in einer ev. Kita, um Glaube auch erfahren zu können.
Sie wurde dann mit 15 getauft und es war ein toller Gottesdienst, da wir den selber gestalten konnten und sie ihn ganz bewusst erlebte...

Ich denke, auch wenn ihr nicht in der Kirche seid, solltet ihr den Kindern später selber die Entscheidung überlassen...

Ansonsten gebe ich dir aber recht, die Tradiotion wird zwar weitergeführt aber kaum einer weiß warum... #cool

lg Tanja

Beitrag von smeedy 01.05.11 - 14:29 Uhr

Wir sind nicht gläubig und unsere Kinder sind auch nicht getauft. Sie werden statt der Konfirmation Jugendweihe haben.

Beitrag von maggelan 03.05.11 - 21:54 Uhr

Konfirmationsunterricht ist keine Freizeitveranstaltung, wenn es auch außerhalb des Schulunterrichts stattfindet.

Wenn sich ein jugendlicher oder seine Eltern für die Konfirmation entscheiden, so besteht eine Anwesenheitspflicht, ansonsten wird er aus der Gruppe ausgeschlossen und kann erst wieder im darauffolgendem Jahr sich einer neuen Gruppe anschließen.

Es wird immer gegen die Konfirmation gerotzt, wegen der Geldgeschenke.
Was ist mit Geburtstagen, Einschulungen und Hochzeiten? Das sind auch alles Anlässe, bei denen Geldgeschenke gemacht werden.
Wer einen Konfirmant beschenken mag, der hat die Wahl des Geschenks. Geld ist halt für viele der einfachste Weg und kommt bei Jugendlichen und Erwachsenen gut an.

Ich hatte als Konfirmant damals auch viele Geldgeschenke erhalten, aber ebenso auch viele andere Geschenke, von denen ich heute sogar noch Gebrauch mache. Meine erste Kamera, Handtücher, Glasschalen etc. Aber auf Spitzentaschentücher, Seifenstücke und langweiliges Briefpapier konnte ich gerne verzichten.
Und ich war froh, das es nicht mehr üblich war Eier, Mehl und andere Güter wie zu Zeiten meiner Mutter (Konfirmation 1970 oder 1971) geschenkt zu bekommen.

2 Jahre intensiver Unterricht in einer Gruppe die zusammenwächst, 2 Jahre um die Gemeinde besser kennen zu lernen und einen Draht zum Pfarrer zu bekommen schaden nicht und bringen einem viel, wenn man in einer ländlichen Region wohnt.

Ich freue mich heute immer ncoh, wenn ich unseren Pfarrer sehe, der mich konfirmiert hat, ebenso wie meine Tochter und der meine beiden Kinder getauft hat.
Es waren alles sehr schöne Zeremonien, die ich nicht vergessen werde.


Wir sind keine regelmäßigen Kirchgänger, aber zu Festtagen und anderen Feerlichkeiten liebe ich es in die Kirche zu gehen, wenn es dann auch brechend voll ist.

Beitrag von amory 04.05.11 - 09:25 Uhr

Hallo,

ich bin nicht getauft und meine eltern haben das folgendermaßen gemacht:
als miene freundinnen zur konfirmation gingen, durfte ich (nach absprache mit dem pfarrer) mit in den unterricht. ich fand das ziemlich schnell doof...wollte aber trotzdem konfirmiert werden, weil eben alle viele geschenke erwarteten.
meine eltern haben dann statt dessen ein großes fest zu mienem 14. geburtstag gemacht, alle verwandten eingeladen und um größere geschenke gebeten.
da wollte ich dann auch nciht mehr zur konfirmaiton....

grüße, amory