Einschulungsuntersuchung bei stark entwicklungsverzögertem Kind???????

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von jana-marai 29.04.11 - 17:20 Uhr

Hallo,

wie läuft das mit der Schulpflicht und Einschulungsuntersuchung, wenn das Kind stark entwicklungsverzögert ist?
Vermutlich liegt keine geistige Behinderung vor, motorisch ist das Kind jedoch auf dem Stand eines Einjährigen, vom Wachstum wie ein Zweijähriges. Nun müsste es nächstes Jahr eingeschult werden. Noch spricht es kaum bzw. für Fremde meist unverständlich, und da es noch nicht läuft... wie soll das funktionieren? Man kann so einen Zwerg doch nicht zur Schule schicken...??? #kratz #schock #heul #gruebel

War jemand in einer ähnlichen Situation? Was habt Ihr gemacht???

LG
jana-marai

Beitrag von kati543 29.04.11 - 19:47 Uhr

Du wohnst in Deutschland, oder?
Es gibt hier eine Schulpflicht. Egal, wie behindert das Kind ist, es geht zur Schule. Ob es dort überhaupt etwas lernt bzw. was es lernt oder nur betreut wird und Therapien bekommt, kommt eben auf die Schwere der Behinderung an. Genau dafür gibt es die Einschulungsuntersuchung. Wir hatten jetzt für unseren Großen die Einschulungsuntersuchung für den sprachlichen Bereich. Da ist er natürlich voll durchgefallen - war ja auch zu erwarten. Entsprechend wird dann eben die Empfehlung der Schule und des Gesundheitsamtes ausfallen.
Je nach Bundesland kannst du auch noch versuchen, dein Kind 1 Jahr länger in den Kiga zu lassen. Das geht aber nicht in jedem Bundesland.

Beitrag von jana-marai 29.04.11 - 21:28 Uhr

Hallo,
danke für Deine Antwort.
Ja, wir leben in Deutschland, die Schulpflicht ist mir bekannt, bin Lehrerin. Leider nicht Sopäd, sonst würde ich mich evtl. in diesem Bereich auskennen.
Bei meinem eigenen Kind setzt eben hin und wieder das rationale Denken aus, und ich kann mir echt nicht vorstellen, ihn in die Schule zu geben.
Noch nicht einmal der integrative Kindergarten wollte ihn bisher nehmen, weil er nonstop eine Person direkt um sich braucht... sie sagten, das sei noch nicht machbar.
Bbin gerade etwas wirr, sorry. Wie gesagt, beim eigenen Kind ist das so eine Sache...

Beitrag von basket 29.04.11 - 22:45 Uhr

Wenn dein Sohn so stark entwicklungsverzögert ist, dann wir wahrscheinlich ein AOSF eingeleitet (so heißt es in NRW). Dann wird er von einer Sonderpädagogin und einer Grundschullehrerin begutachtet und der eventuelle Förderbedarf festgestellt und auch eine Förderortempfehlung gegeben!
Geht er denn gar nicht in den Kiga?
lg Basket

Beitrag von kati543 30.04.11 - 21:45 Uhr

Also das so eine Aussage vom Kiga kommt ist schwach. Dafür sind doch Kigas da. Bei uns müssen die alles nehmen. Egal wie schwer krank. Aber manchmal bekommt eben ein Kind noch zusätzlich eine eigene Betreuung. In der Schule gibt es so etwas schon länger. Dafür waren die Zivis ja da. Nun sind sie weg... wer diesen Job dann macht, ist fraglich.
Hast du dich denn mal bei rehakids.de angemeldet? Dort gibt es ganz viele solcher Kids, die eine 1:1 Betreuung in der Schule bekommen.

Beitrag von minkabilly 02.05.11 - 08:30 Uhr

Nach deiner Schilderung wäre da ein HPK (heilpäd. Kiga) wohl angebracht und nicht integrativ. Da gibt es 1 zu 1 Betreuung.
Und wegen der Schulpflicht: bei stark entwicklungsverzögertem Kind wird nochmal voher genau überprüft, welche Schule die passende ist.
Es gibt ja auch Förderschulen, wo die Kinder was lernen.

Beitrag von kati543 02.05.11 - 12:18 Uhr

HPK gibt es aber nicht mehr überall. Das ist ja das Problem. Wenn sie in einem der Kreise lebt, in dem das abgeschafft wurde, hat sie bzw. ihr Sohn eben "Pech".

Beitrag von krokolady 30.04.11 - 08:49 Uhr

du bekommst eine Einladung von eurer zuständigen Grundschule - da musst du dann ganz normal hingehen zum anmelden.
Bei der Anmeldung sagst Du gleich das des Kind nicht normal entwickelt ist und eine integrative Beschulung benötigt.
Die Schule leitet das weiter, und dann bekommst ne Einladung vom Gesundheitsamt - da musst mit Kind hin.
die testen dann wo die Defizite sind, und schreiben eine dementsprechende Empfehlung für die zuständige Schulform.

ABER - wenn er geistig fit ist könnte er integrativ beschult werden in einer ganz normalen Regelschule. Dafür müsste dann ein Antrag beim Sozi gestellt werden damit er einen Schulbegleiter bekommt.

Weiss ja nicht wo Du wohnst, aber hier in Schleswig-Holstein sind diese integrativen Beschulungen an Regelschulen ganz hoch im Kurs!

Beitrag von choirqueen 30.04.11 - 20:04 Uhr

Hallo,

ich bin Sopäd, also der Schwerpunkt der sonderpädagogischen Förderung liegt in dem arbeitsintensivsten Bereich,was bei deinem Sohn die motorische Entwicklung ist. D.h. eine Förderschule für körperlich-motorische Entwicklung. Diese Schulen haben kleine Klassen und drei Lehrer pro Klasse. Sie sind speziell für Kinder wie deinen Sohn entwickelt worden. Er erhält dort alle notwendigen Therapien und Unterricht, so dass wenn er nachmittags nach Hause kommt er nicht mehr los muss. Es fällt schwer sich das vorzustellen, aber du musst bedenken, dass auch er soziale Kontakte braucht und wenn er nicht in den Kindergarten geht, bekommt man auch keine Rückstellung von der Schulpflicht, da der einzige Grund für eine Rückstellung momentan die weitergehende Förderung im Kindergarten ist. Hast du schon einmal Kontakt zu einem heilpädagogischen Kindergarten aufgenommen? Die Möglichkeit der integrativen Beschulung wurde für Kinder mit geistiger Behinderung, sowie körperlich - motorischen Defiziten ausgeschlossen.

Sei stark und gib deinem Sohn eine Chance sich weiter zu entwickeln,

LG Cathrin

Beitrag von ananova 04.05.11 - 15:27 Uhr

Hi!
Mein Sohn ist 6 Jahre alt und hat eine Entwicklungsverzögerung von 2 Jahren in ALLEN Bereichen!

Ich war mit Ihm letztes Jahr in einem SPZ und habe von dort schon ein Gutachten...!
Auf jeden Fall war ich erstmal ganz normal beim Schulspiel in der normalen Grundschule hier.....und hatte dort die Empfehlung für eine Sprach-Förderschule bekommen......hab ihn dann aber erstmal ganz normal an der Grundschule anmelden müssen! Dann war ich beim Schulspiel in der Förderschule und habe ihn dort angemeldet.......die Anmeldung in der Förderschule wird aber erst bindend, wenn die Zusage kommt, das er dort aufgenommen wird........das war HEUTE der Fall.....die Zusage war heute im Briefkasten!#ole ....er kommt in eine Diagnose-Förder-Klasse! Jetzt muss ich eigentlich nix mehr machen, weil sich die Schulen untereinander informieren und kontaktieren!


Es gibt Förderschulen oder Schulvorbereitende Einrichtungen (SVE)......informier Dich mal im I-net oder frag in der Grundschule, Jugendamt nach Adressen.....! .....oder es gibt bei meiner Tochter in der Klasse (normale Grundschule) ein Kind mit Down-Syndrom und der hat einen Begleiter mit in der Klasse sitzen, der ihm auch bei alltäglichen Dingen, wie Anziehen, Toilettengang usw. hilft......vielleicht ist das was für Euch!?

Insgesamt gesehen: Er wird nicht einfach so in die normale Grundschule kommen, wenn er nicht dafür geeignet ist......die Grundschule wird Dir dann eine Empfehlung geben oder Dir andre Schulen aufzeigen....!

Ana