Wie das Selbstbewusstsein stärken?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von lentas 29.04.11 - 21:19 Uhr

Guten Abend zusammen,

ich bin seit längerem etwas ratlos, was das Verhalten meines Großen (4,5 Jahre) angeht und wollt hier daher mal um Rat bzw. Einschätzung fragen.

Um es erstmal kurz und zusammenfassend zu beschreiben: er ist nicht gerade selbstbewusst und ziemlich ängstlich, versucht dies aber mit großer Klappe, Lautstärke und Aggression zu überspielen. Sozusagen nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung. Allerdings macht er sich damit nicht immer Freunde. Eigentlich ist er eher ein Kopfmensch, sehr sensibel und überhaupt kein Draufgänger. Alles muss erst durchdacht sein und nur, was er sich zutraut, macht er schließlich. Daher strengt ihn das Überspielen auch sehr an. Abends ist er oft heißer, vom vielen schreien.
Er ist oft selbst so enttäuscht, wenn er etwas nicht hinbekommt (z.B. keine Schleife binden kann und wir ihm helfen wollen - nur, dass er sich nicht helfen lassen will bzw. es sich nicht noch einmal zeigen lassen will). Mir scheint, als will er einfach alles können, aber nichts üben. Alles sollte sofort klappen, sonst rührt er das Spiel oder was auch immer nicht mehr an und schmeißt es in die Ecke bzw. uns um die Ohren. Die Aggressionen rühren meist aus seiner eigenen Enttäuschung. Und damit kann er überhaupt nicht umgehen. Das Gefühl überrollt ihn und er wütet gegen alles und jeden. Dazu kommt, dass er für sein Alter ziemlich stark ist und seine Kraft nicht kontrollieren kann. Ist nun nicht so, dass er andere Kinder verhaut. Aber ist ist und wirkt sehr aggressiv. Mir bleibt meist nichts anderes übrig, als ihn erstmal allein und sich abregen zu lassen.
Andererseits liebt er es andere (Kinder und Erwachsene) zu ärgern, sie zu beschimpfen - das können auch wildfremde Leute auf der Straße sein. Die Leute reagieren natürlich meist erbost - und er fühlt sich gut, weil er so viel Aufmerksamkeit erregen und in seinen Augen Stärke zeigen kann. Kinder aufm Spielplatz wenden sich natürlich daraufhin eher von ihm ab. Er versucht so aber eigentlich den Kontakt aufzunehmen. Aber er lernt es auch nicht. Wenn ich ihn darauf anspreche und ihm das Problem versuche zu erläutern, bekomm ich nur zu hören: Geh weg!

Ich fühle mich derzeit wirklich ratlos. Weiß nicht, wie ich ihm helfen und zu mehr Selbstbewusstsein führen kann. Er muss mehr an sich glauben. Vor allem fremde Leute und Situationen bringen ihn total ausm Konzept. Dann muss er sich immer wieder beweisen und seine Rolle in der Gruppe suchen.
Ferner ist er auch noch immer nicht wirklich trocken. Also nachts schon lange. Aber tagsüber hat er noch oft ne nasse Hose. Das ist oft sein Ventil im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn ihn etwas beschäftigt, dass es auch mal drei/viermal am Tag passieren. Aber einmal am Tag muss ich ihn meist umziehen...

Natürlich macht mich sein Verhalten auch wahnsinnig. Und ja, er ist mir manchmal peinlich - da bin ich ganz ehrlich. Aber im Grunde, tut er mir so leid. Ich möcht ihn gern stützen und stärken und weiß nicht so recht, wie. Hat jemand Ideen und/oder Rat?
Wir versuchen schon wenig zu schimpfen, aber bestimmt Grenzen zu setzen. Ihn für seine Erfolge und sein Können zu loben. Ihn mehr darauf aufmerksam zu machen, was er alles kann als darauf, was er noch lernen muss...aber das trägt keine erkennbaren Früchte. Und mir geht so langsam etwas die Kraft und Geduld/Nerven aus.

Entschuldigt, ist recht lang und ausführlich geworden.
Danke schonmal.

Lentas

Beitrag von funkelsternchen25 30.04.11 - 00:18 Uhr

Hallo Lentas,
das ist eine wirklich schwierige Situation.
Ich verstehe dich sehr gut, dass du dir Sorgen machst.
Wir haben auch große Probleme mit unserem Großen.
Such dir Hilfe, sprich den Kinderarzt darauf an ( bei einem Termin ohne deinen Sohn ) oder erkundige dich mal bei der Erziehungsberatungsstelle.
Wir haben für unseren Großen Psychomotorik beantragt und hoffen, dass das klappt und wir ihm helfen können.
LG
Funkelsternchen

Beitrag von optimista 03.05.11 - 17:30 Uhr

Hallo,
diese phase kenn ich,
wenn sich das kind einfach generell zu wenig zutraut, könnnen auch bachblüten unterstützen( bitte einfach mal googeln oder beim heilpraktiker besorgen, wirken sanft , zum bsp. die Bachblüte LARCH für mehr selbstvertrauen , die würde ich als betroffene erwachsne dann auch gleich mitnehmen ) und ich würde das kind gerade in ängstlichen phasen loben und mit ihm zusammen ein passendes aufbauendes buch lesen wie z.bsp. das kinderbuch "Nur weil ich klein bin, bin ich doch nicht doof" denn das wichtigtse ist, dass sich das kind geliebt fühlt, auch wenn es sich - noch - nicht sooo viel zutraut. jeder hat seine geschwindigkeit und jedes kind will zuallllllererst angenommen und geliebt sein.
alles gute
:-D