Wer hat schon ein Elternteil live verloren?

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von nager 30.04.11 - 15:14 Uhr

Hallo,
hätte nie gedacht, hier mal etwas nieder zu schreiben...hat auch über 2 Monate gebraucht.
Wer war schon mal beim Sterben seiner Eltern dabei?
Ich hab meinen Papa im Feb. verloren und habe eine 2,5 Jahre alte Tochter. Die Abwechselung, die ich durch sie erfahre ist einerseits gut-
andererseits möchte ich mich nur noch in ein Loch verkriechen und alleine sein. Oder einfach mal auf dem Friedhof ruhig verharren ohne ein Kleinkind zu beaufsichtigen...
Es ist alles noch so surreal. So was mit der Null-Linie auf dem Monitor sieht man doch nur im TV. Live ist alles anders...
Ich klammere mich nur daran, dass es für ihn eine Erlösung war. Auch für meine Mutter irgendwie- für sie gehen über 10 Jahre Pflege zu Ende und sie muss sich u. ihre Enkelin neu finden...
#kerze eine Kerze Papa für Dich!
Traurige Grüße ins Netz
Nager

Beitrag von gothic- 30.04.11 - 17:14 Uhr

hallo.

erstmal mein beileid.ich selbst habe zum glück noch beide.aber mein mann sein papa ist 82,schatz war grad mal 11,gestorben.er ist sonntags früh im bad umgefallen und war sofort tot.
es kam der notarzt und versuchte in der stube ihn wiederzubeleben.niemand wusste das ein 11 jähriger junge hinter dem sofa sitzt und alles miterlebt.
mein mann leidet 29 jahre später noch darunter.

lg und alles gute

Beitrag von nager 03.05.11 - 14:26 Uhr

Danke für die tröstenden Worte!
LG Nager

Beitrag von felix0907 30.04.11 - 21:26 Uhr

Hallo!!!!

Ich drücke Dich ganz fest und ich kann ganz genau nachvollziehen wie es dir geht...
ich habe genau heute Nacht um 3.00 Uhr vor zwei Jahren meine Mama live im Krankenhaus sterben sehen, ich hab das bild immer wieder vor augen....
Sie hatte einen Herzinfarkt und hat es leider nicht geschafft.....
Ich war bei Ihr und hab ihr die Hand gestreichelt und immer wieder gesagt daß sie bei mir und meinen Kinderen bleiben soll, aber sie wollte nicht mehr... ich wollte ihr noch so viel sagen ,...... es war sooo fürchterlich.....
Ich hab ihr dann einen Brief mit in den Sarg gelegt......!!!!
Es sind immer wieder Phasen dabei... wo ich Tage lang weine, und auch teilweise wie benommen bin........
Das erste Jahr war für mich das schlimmste.... ab dem zweiten Jahr wird es ein wenig besser....... aber gerade die Todestage, oder geburtstag... sind für mich die schlimmsten Zeiten....!!!!!!!!!

Ich drücke Dich ganz fest.... und wenn Du reden willst, dann kannst Du mir auch gerne über die P-Karte schreiben.....

Liebe grüße

Beitrag von schullek 30.04.11 - 22:51 Uhr

hallo,

nein, ich war nicht live dabei. allerdings wünschte ich im nachhinein, ich hätt fü+r ihn da sein können oder irgendjemand. er ist nach einem unfall in einem krankenhaus weiter weg gestorben. das bereitet mir oft nachdenkliche minuten. die frage, hat er gemerkt allein zu sein...

jedenfalls war ich gerade 14 und hatte natürlich lange daran zu knabbern. das erste jahr habe ich mich jeden abend in den schlaf geweint. geträumt habe ich von ihm viele viele jahre. die anfangsträume waren wiederum traumatisch. aber mit der zeit habe ich sie schätzen gelernt. ich habe ihn im traum so gesehen, wie er war. er hat gesprochen, sich bewegt. alles dinge, die ich nicht mehr aus dem gedächtnis einfach so abrufen kann.

mittlerweile träume ich nur noch sehr selten diese träume. aber wenn, dann ist es immer da selber thema: er kommt zurück mit irgendeiner erklärung.

lg

Beitrag von melle_20 01.05.11 - 07:12 Uhr

Ich war bei meinem Opa dabei...Und es war eine qual ihn so zu sehen..Wie er immer weniger Luft bekam...

Die Schwestern und Ärzte haben ihm es natürlich so leicht wie möfglich gemacht dennoch war es für ich der blanke Horror...

Bei meinem vater war ich nicht dabei...Ich war am vorabend bei ihm..Und sagte noch zu ihm : Also Paps bis morgen dann,da komm ich früher gleich wenn Emi KiGa aus hat...Er reagierte wie immer nur mit den Augen...

Um halb 1 nachts klingelte das Telefon....Er war tot...Ich muss dann aber auch sagen ich bin dennoch nicht ins KH gefahren...Ich wollte ihn so im Kopf behalten wir er am Abend war, auch wenn es ihm da nicht so gut ging...

Ich kann mir denken wie es dir geht... Ich hatte genau 1 jahr nach seinem tot etnbindungstermin mit meinem Sohn....Mir war es z.b. sehr wichtig an diesem tag 1. Kein Kind zu bekommen und 2. genau an diesem Tag auf den friedhof zu gehen mit meinem Sohn..das habe ich auch so gemacht...

Nimm dir die zeit schau vll dass du deine Tochter mal 1 std zu einer Freundin bringen kannst und dann geh auf den Friedhof...Ich mach das heute auch noch so wenn ich merke es geht mir nicht wirklich gut dann kommt der kleine (1,5j ) zur Patentante mal ne std und die grosse geht zur Oma und dann setze ich mich einfach auf die Parkbank dort und denke einfach zurück...Mir hilft das sehr oft

Alles gute für dich

#kerze für deinen Papa
#kerze für meinen Papa und meinen Opa der nun am 16.5. von 4 jahre nicht mehr bei uns ist

Beitrag von verena1893 01.05.11 - 18:56 Uhr

Hallo,
ich hatte die Ehre meine Oma (95) in den Tod begleiten zu dürfen und es hat mir unheimlich gut getan zu sehen, wie sie loslassen konnte und gegangen ist. War lange Zeit ein Pflegefall und hat nur noch gelitten.
Bei meinem Vater war ich nicht dabei, war lange krank aber zu dem Zeitpunkt als er gestorben ist hat keiner damit gerechnet.
So betrachtet komme ich mit dem Tod meiner Oma besser klar, weil ich weiß daß sie friedlich eingeschlafen ist und bei meinem Papa denke ich mir oft, in der schwersten Situation seines Lebens habe ich ihn alleine gelassen.
LG Verena

Beitrag von artemis1981 01.05.11 - 19:09 Uhr

Hallo

meine Mama starb im April 2001 und mein Papa starb 2008.
Mir fehlen die beide ohne Ende es gibt so viele Sachen die sie hätten miterleben sollen....am Freitag war gerade erst der Todestag meiner Mutter der 10te mittlerweile schon.....an den Tagen bin ich einfach nicht zugebrauchen ich seh dann schon immer zu das ich mir den Tag mit arbeit voll schmeisse damit ich nicht den ganzen Tag heulen muss aber immer gelingt das leider nicht.....
Der "einzige" Trost ist nur das beide nicht lange leiden mussten damals.....meine Mama lag 29 Tage im Krankenhaus bevor sie starb....sie hatte doch "nur" Bauchweh.....und mein Papa ist abends ins bett und morgens nicht mehr aufgewacht die Ärzte vermuten einen Athmasanfall da sein Spry auf dem Boden lag.....

so jetzt zünde ich noch eine #kerze für meine Mama,meinen Papa,meine Schwester und meine Tante Hanni an
vermisse euch ganz doll

LG

Steffi mit Jan (2006) und Rea (2009) und ein Sternchen (2011)

Beitrag von caro_78 02.05.11 - 19:02 Uhr

Hallo...

...ich kann das sehr gut nachvollziehen denn ich habe meine Mutter Mitte März verloren. Und ich war auch bei Ihr. Sie hat 7 Jahre Krebs gehabt mit guten und schrecklichen Zeiten und doch kam es recht überraschend da es ihr innerhalb 1 Woche schlechter ging und sie gestorben ist.
Es zieht einem auch wenn man es am Ende für sie nur wünschen konnte den Boden unter den Füßen weg und das mit deiner Tochter verstehe ich denn ich habe 3 Jungs (7,4 und 1 Jahr) und es ist schön abgelenkt zu sein aber ich genieße es wenn ich auch nur ansatzweise mal Zeit für mich habe wie nie zuvor! Und ich bin oft abends wenn die Jungs im Bett sind bei meiner Mama am Grab!
Es ist alles noch recht frisch auch bei Dir...also wenn Du mal mailen willst...jederzeit!!!

Gruß und #kerze#kerzeen für unsere Eltern!!!

Caro

Beitrag von nicole1508 02.05.11 - 22:22 Uhr

Hallo Nager
Ja Ich,und zwar beide.
Mein Papa ist im Juli 2007 an ALS gestorben,er lag fast 11Std im Todeskampf und Wir waren die ganze Zeit bei Ihm...dann 8Monate später meine Mama,Sie ist Ostersonntag plötzlich umgekippt und war schon klinisch tot als der Notarzt Sie oder besser gesagt Ihr Herz wieder zurückholte,Sie lag dann eine Woche auf der Intensiv und Ich war fast ununterbrochen bei Ihr,woher Ich die Kraft nahm?Keine Ahnung,Sie ging dann Freitagmorgen um 5Uhr von uns,Ich hielt Ihre Hand als die Nulllinie kam..Ich kanns nicht beschreiben es ist wie in einem Film so real aber doch so unwirklich.
Letztes Jahr verstarb meine Schwiegermutter,auch da war Ich dabei.
Irgendwie ist mit jedem ein teil von mir gegangen,und oft wenn Ich im Fernsehen Menschen sehe die jemanden verlieren dann weine ich weil alles hochkommt.Aber irgendwie schafft man es doch.
Lg Nicole

Beitrag von schwilis1 03.05.11 - 14:39 Uhr

ich war auch da als meine Mama starb. ich hab ihre Hand gehalten und ihr gesagt, dass es ok ist wenn sie geht. (sie war schon am Tag davor nicht mehr ansprechbar) ich hab ihr gesagt dass ich sie vermissen werde und dass ich weiß dass sie gut auf meinen sußen aufpassen wird.
ich hab ihre haare gestreichelt.
ich bin froh bei ihr gewesen zu sein. dass sie den Weg nicht alleine gehen musste...

warüber ich heute 7 monate immer noch lächeln muss ist, am Donnerstag kam der Anruf der Palliativstation dass sie glauben dass meine Mama stirbt. es regenete den Donnerstag und sie kämpfte weiter. Freitag morgen, regnete es immer noch und sie kämpfte immer noch weiter. Gegen nachmittag klärte der Himmel auf und strahlend blauer Himmel kam zum Vorschein. Die Wolken zogen vorbei und meine mama hörte entgültig auf zu atmen...

sie scheint auf besseres wetter gewartet zu haben, vll damit wir alle nicht so traurig sind? samstag wieder regen. Tag der Beerdigung: schönster Sonnenschein

Beitrag von falkine 03.05.11 - 19:25 Uhr

mein Papa ist vor drei Wochen gestorben. An seinem Todestag habe ich ihm noch viel gesagt, was mir wichtig war. Aber besonders wichtig war mir, ihm zu erzählen, dass die Sonne scheint und es warm draussen ist. Er hat in seinen letzten Wochen aufgrund seiner Herzerkrankung immer so schrecklich gefroren. Ich habe ihm gesagt, dass ihm der liebe Goot warmes Wetter für seinen Weg geschickt hat. Kurze Zeit später, bevor die Sonne unterging, ist er dann gegangen...
Zurück bleibt im Moment ein unendlicher Schmerz, aber es tröstet mich, zu wissen, dass er vielleicht nicht mehr frieren musste und die Sonne ihn begleitet hat.
Jetzt hat er einen wunderschönen Sonnenplatz und wenn ich dort bin und die Sonne scheint, fühle ich mich ihm so nah und es alles so friedlich...wie als wäre er glücklich damit.
Wünsche allen viel Kraft für diese schwere Zeit.

Beitrag von ayshe 03.05.11 - 14:48 Uhr

Mein Mann saß am Bett seines Vaters und hielt seine Hand als er starb.


Ich war nicht dabei, aber ich dachte zuerst, daß es ganz furchtbar für ihn sein würde.

Er sagt, es hätte ihn aber ei beruhigt, daß er dabei war und gesehen hat, wie friedlich sein Vater einschlief, auch daß er dabei eben nicht allein war.
Meinen Mann hat das getröstet.