Wieviel Feiern ist in Ordnung?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von brauche Rat 30.04.11 - 20:57 Uhr

Guten Abend,

ich schleppe schon einige Zeit ein Problem mit mir rum und brauch mal einen Rat von neutralen Personen.

Nur kurz zum Verständnis. Mein Partner und ich sind mittlerweile 7 Jahre zusammen, sind sehr glücklich miteinander und haben einen Sohn (8 Monate).
Früher war mein Freund ein Partylöwe. Er hat keine Gelegenheit ausgelassen, feiern zu gehen und dementsprechend was zu trinken. Ist an sich kein Problem, er hat es nur hin und wieder übertrieben und ist irgendwo versackt. Das hat sich in den Jahren schleppend gebessert und er hat mir versichert, wenn das Baby da ist, nicht mehr so oft weg zu gehen. Schön und gut, er hat sich auch ca 3 Monate daran gehalten und mittlerweile geht er wieder alle zwei Wochen und trifft sich mit seinen 2-3 besten Kumpels.

Er trinkt bei Weitem nicht mehr so viel wie früher und kommt ganz normal nach Hause, aber ich habe trotzdem ein Problem damit.

Ich hasse es, wenn er etwas trinkt. Das erinnert mich an die Zeiten, wo ich ihn abholen musste, weil er nicht mehr gerade laufen konnte. Wir haben uns dewegen schon oft schlimm gestritten.

Er versteht meine Ängste und meint aber, dass ist normal bei Männern. Er will eben auch mal seine Freunde treffen und über was anderes reden, als Babys. Das verstehe ich auch, ich habe nur so große Angst, dass er wieder mal so sehr betrunken heim kommt.

Sonst ist unsere Partnerschaft harmonisch, das ist echt unser einziges Problem.

Nur noch kurz, es geht hier um kein Alkoholproblem, er trinkt nur was beim weg gehen.

Was meint ihr dazu, ist sein Verhalten normal für einen Mann und übertreibe ich es? Ich versuche immer locker zu sein, aber im Hinterkopf ist immer der Gedanke, dass er mehr zu Hause sein müsste. Diese Eskapaden früher haben in mir schon ziemlich was angerichtet...:-(

Danke fürs Lesen,
Lg

Beitrag von sonne_1975 30.04.11 - 21:04 Uhr

Ich finde, du projizierst deine alten Ängste auf ihn, dabei hat er sich gebessert.

Wir sind gar keine Partymenschen, aber alle 2 Wochen finde ich voll in Ordnung, zumal er sich nicht besäuft, wie du sagst.

Ich denke, wenn du auch rauskommen würdest, dann würdest du es anders sehen.

Stillst du? Kannst du deinen Sohn einen Abend beim Papa lassen und auch weggehen?

Warum soll er mehr zu Hause sein? Er geht 2 Mal im Monat weg, das ist doch nicht sooo viel, oder?

LG Alla

Beitrag von brauche Rat 30.04.11 - 21:13 Uhr

Danke für deine Antwort,

da ist sicherlich was Wahres dran. Ich habe auch noch verdammte Angst wegen früher. Alleine schon der Alkgestank macht mich wahnsinnig, auch wenn er weniger trinkt riecht es schrecklich. Ich lasse ihn dann auf dem Sofa schlafen, sonst wacht der Kleine auf wegen unserem Gestreite.

Momentan stille ich noch sehr viel und kann abends nicht weg, da abgepumpte Milch nix bringen würde. Da muss Mama ran...

Sicherlich kommen hin und wieder Gedanken, dass er alle Freiheiten hat und ich dann zu Hause sitze mit Zwergi.
Bitte nicht falsch verstehen, ich verzichte gerne für mein Baby.

Wahrscheinlich habe ich einen Stubenkoller...

lg

Beitrag von lagefrau78 30.04.11 - 21:10 Uhr

Hallo!

Ich finde es auch völlig im Rahmen. Ich kann verstehen, dass Du Angst hast, dass es wieder so werden könnte wie früher, aber ich denke, Du solltest ihm vertrauen. Insbesondere, wenn es noch nie wieder vorgekommen ist.

Davon abgesehen wäre sein Verhalten für eine Frau genauso normal. Ich für mich persönlich finde es völlig normal, wenn ich weggehe, dann auch etwas zu trinken. Das ist auf keinen Fall geschlechtsspezifisch. #kratz

Jedes 2. Wochenende ausgehen und etwas trinken ist total in Ordnung. Das kann man mögen oder auch nicht - verwerflich ist es auf keinen Fall.

Viele Grüße!

Beitrag von brauche Rat 30.04.11 - 21:21 Uhr

Danke für deine Meinung,

es tut gut, von anderen zu hören, dass es vielleicht doch im Rahmen ist.

Ich habe schon jedes Mal eine Erwartungshaltung wenn er weg geht, dass er betrunken ist. Ich beobachte ihn dann genau und jedes kleine Schwanken reicht aus, dass ich überkoche. Hilfe, wenn ich das so schreibe klingt es schon ziemlich irre...

Ich muß wahrscheinlich einfach mal wieder selber feiern gehen.

Beitrag von lagefrau78 30.04.11 - 21:34 Uhr

Ich kenne das Problem. Bei mir ist es glücklicherweise gut 10-12 Jahre her und ich bin inzwischen mit einem anderen glücklich verheiratet.

Ich war jedes Mal total auf Krawall, wenn er nur gesagt hat, dass er einen bestimmten Kumpel besuchen will oder dass der zu Besuch kommt. Es gab jedes Mal Streit. Sicherlich war es oft berechtigt, oft aber auch nicht.

Insofern kann ich nachfühlen, was da in Dir vorgeht, aber er scheint Dir ja tatsächlich keinen Anlass zu geben. Das, was er tut, ist total okay. Und wenn Euer Baby größer ist und einen Babysitter akzeptiert, macht Ihr wieder gemeinsam einen drauf. :-)

Alles Gute!

Beitrag von kanische 30.04.11 - 21:13 Uhr

Hallo also wir sind jetzt auch 7 Jahr zusammen, davon 2 verheiratet und haben einen 4 Jahre alten sohn. Auch mein Mann ist früher sehr viel feiern gegangen. Mittlerweile ist er eher ruhig geworden.

Bei 1x in 2 Wochen weggehen würde ich niemals meckern, gerade weil er doch ganz normal nach hause kommt und nicht zu viel trinkt. Man darf die Männer nicht einengen, dann sind sie schnell genervt und schneller weg als man schauen kann! Ich habe erhlich gesagt auch kein Problem damit wenn mein Mann jedes Wochenende 1x weggeht. Solange es im Rahmen bleibt, er nicht gerade erst um 4 nach hause kommt und vor allem morgens mit uns aufsteht und mit uns was unternimmt. Er ist z.B. eben auch wieder zu Kumpels. Warum auch nicht. Ich bin eh nicht so der Feiertyp, mir reicht 1x im Monat voll aus!

Mach dir nicht zu viele Gedanken, er hat sich doch wirklich geändert und vertrau ihm einfach mal.


LG

Beitrag von krischi-1508 30.04.11 - 21:28 Uhr

Danke für deine Antwort,

dass ich ihn nicht einengen darf sag ich mir auch immer wieder, aber es fällt schwer.

Die andere Sache ist ja, dass er meist erst gegen 2-3Uhr nach Hause kommt und am nächsten Tag dementsprechend müde ist.

Aber was solls, auch das will er noch ändern. Ich warte ab und werde die Zügel locker halten ;-)

lg

Beitrag von beimiristesandersrum 30.04.11 - 21:43 Uhr

Hallo,

also ich finde 1x alle zwei wochen fortgehen total in ordnung, ab und an muss man einfach raus:-)!!!!

Bei uns ist es gerade umgekehrt: mein Mann will NIRGENDS mehr hin, ich aber will nicht immer nur zuhause hocken, ich bin ja noch keine 70;-)!!!!! Von daher gehe ich mehr fort als mein Mann#schein.....ich sage ihm immer wieder, er soll doch mal ausgehen, aber er tuts einfach nicht. Er war früher ganz anders, zwar nie ein Partylöwe, aber zumindest oft unterwegs. Seitdem die kinder da sind, hat sich das schlagartig geändert - was ja auch gut ist, aber nur mehr daheim#gruebel?

Ne, nix für mich, ich muss gelegentlich raus, mit freundinnen treffen, mal so richtig abfeiern#schein......

Also um noch einmal auf deine Frage zu kommen: das was dein Mann macht, finde ich total ok!!!!!

LG

Beitrag von ciocia 01.05.11 - 11:09 Uhr

Alle 2 Wochen ist doch in Ordnung! Mein Vater ging fast jeden Abend weg und kam sehr spät heim. Das war :-[

Beitrag von litalia 01.05.11 - 12:25 Uhr

ich finde immer es sollte im gleichgewicht bleiben.

wenn er alle 2 wochen weggeht und du garnicht??? hmm, fände ich jetzt auch nicht so prickelnd!

hat eher so den beigeschmack von "er hat alle freiheiten der welt, muss sich um nix kümmern und ich....???"

problematisch scheint wohl auch sein unkontrollierbarerer alkoholgenuss gewesen zu sein?

ICH persönlich könnte mit einen mann nichts anfangen der alle 2 wochen trinkt, dementsprechend nach alk stinkt aber das muss eben jeder für sich selbst entscheiden!

ich halte nicht so sehr viel von alkohol und ich würde auch nur soviel trinken wie ich vertragen kann, gleiches erwarte ich von meinem partner.

jeder ist verschieden aber ich denke du bist da wohl ein gebranntes kind, wenn du schreibst du musstest ihn früher abholen weil er nicht mehr gerade aus gehen konnte.
du hast angst das es wieder vorkommen könnte...vorallem jetzt wo ein kind mit im spiel ist.

dir bleibt eben jetzt wohl nur übrig ihn zu vertrauen? andernfalls hättest du eher die notbremse ziehen sollen?
einsperren kannst du ihn ja nicht ;-)

für mich käme kein partner in frage der es nötig hat sich hin und wieder so zu besaufen das er nicht mehr gerade aus laufen kann. das würde mich im höchsten maße anwidern und ziemlich viel respekt gegenüber ihn verlieren.
du hast es aber so akzeptiert, du hast mit ihm ein kind bekommen und willst mit ihm zusammen bleiben. du hast nicht viele möglichkeiten als ihn in der hinsicht vertrauen zu schenken.


alles gute

Beitrag von brauche Rat 01.05.11 - 13:27 Uhr

Deine Worte haben mich sehr nachdenklich gestimmt. Denn grundlegend habe ich exakt die gleiche Meinung wie du.

Nach einigen Antworten gestern habe ich gedacht, ok, vertrau ihm, das wird schon, aber eigentlich fühle ich etwas ganz anderes.

Eigentlich hätte ich die Notbremse ziehen müssen, lange vor unserem Kind, aber die positiven Seiten haben immer überwogen. Er ist eigentlich ein toller Mensch, der mich blind versteht, bis auf diese eine Sache...
Du hast Recht, ich habe bereits an Respekt verloren, ich habe ihn besoffen schon einige Male vermöbelt und schlimme Dinge gesagt. Eigentlich bin ich nicht so ein Mensch, ich bin ausgeglichen und ruhig, aber in diesen Momenten könnte ich platzen :-[ Das tut mir dann auch nicht leid.

Klar ist es besser geworden wie früher, er ist ein toller Vater, aber gestern war er wieder weg..und was soll ich sagen, ich bin enttäuscht, mal wieder...es war nicht wie früher, aber zu viel für meinen Geschmack, immerhin haben wir ein Baby.

Ich denke mir, okay, irgendwann wird er ruhiger, sperr ihn nicht ein, die Zeit dazwischen ist wunderschön, aber es wäre noch toller, wäre das alles nie passiert.

Er hat früher nie Grenzen gezeigt bekommen, seine Mutter war, seit er 13 ist, allein erziehend und hat ihn praktisch machen lassen, was er wollte. Zum Vater bestand fast kein Kontakt mehr. Ich habe ihm erstmal gezeigt, was im Leben wichtig ist und er hat sich um 180° gedreht über die Jahre. Er hat sich selbstständig gemacht, macht gerade sein Meister und ist sonst sehr verantwortungsbewusst und hat viel Verantwortung. Es wäre sein Ausgleich sagt er.

Sorry für das Geschreibsel, es tut nur gut, dass mich endlich mal jemand versteht.
Mit Freunden und Familie will ich darüber nicht reden, ich will sein gutes Bild wahren. Er ist total beliebt bei meinen Eltern und ich will das nicht kaputt machen. Bescheuert, ich weiß. Nur mein Bruder sagt, lass ihn, Männer brauchen Freiheiten...ich könnt k..., welche Freiheiten hab denn ich?

Traurige Grüße

Beitrag von litalia 01.05.11 - 16:43 Uhr

hmhm, ich versteh dich.

mir ging es mal ähnlich.

ich war 3 jahre mit einem alkoholiker zusammen, ich wollte nie wahr haben dass er zuviel trinkt, hab es immer herunter gespielt, vorallem vor anderen und ich dachte irgendwann wird es besser.

er hat seine freiheiten auch geliebt und ist öfter weggegangen, verlassen konnte ich mich auf ihn nie. mal kam er ganz normal nach hause, meisstens allerdings stockbesoffen.
ich hab mich dadurch ziemlich verändert. am liebsten war mir gewesen wenn er garnicht weggegangen wäre denn nüchtern war er eigentlich ein guter kerl ;-)

ständig hatte ich angst wenn er wegging, ständig war ich unruhig und dauernd hatte ich auf die uhr geschaut. am liebsten hätte ich ihm im halben stunden takt anzurufen um zu hören wie nüchtern er noch ist.

wenn er besoffen nach hause kam hab ich ihn gehasst, widerlich, ich habe ihn auch beschimpft und ja.. auch mal eine geknallt. irgendwie war ich verzweifelt und wusste mir nicht anders zu helfen. vernünftig reden konnte man ja mit ihm nicht.

einmal war er so besoffen das er im bad aufm boden geschlafen ist und sich eingepisst hat .... wääh.... und vor so einem mann soll man noch respekt haben?
ne, ich hatte keinen respekt mehr und irgenwann war die liebe auch weg, es war wie eine hassliebe.
ich habe seinen "kneipengeruch" gehasst, ich habe seinen gläseren blick gehasst und sein dummes gesülze wenn er besoffen war.


letztendlich hab ich mich von ihm getrennt und es war herrlich. ich habe mich frei gefühlt, plötzlich war da keiner mehr um denen ich mir ständig gedanken machen musste, keiner mehr der besoffen zu mir nach hause kommt. keiner mehr der den korridor entlang schwankt und eine eklige alkohol wolke hinterlässt.


ich denke bei euch ist es aber nicht so schlimm? ich allerdings weiß für mich jetzt dass ich mit sowas nicht leben könnte. ich brauche keinen mann der alle 2 wochen weg geht und bei dem ich angst haben muss er kommt besoffen nach hause.


ich bin eher ruhig, brauche nicht feiern gehen und brauche auch keinen alkohol. und so muss mein partner auch sein.
mein mann ist genau so wie ich, sonst wäre er nicht mein mann ;-)

wir gehen beide einzeln eigentlich nicht weg, klar mal hier und da...weihnachtsfeier oder sonstiges. aber ich weiß zu 100% das er nie betrunken nach hause kommen würde und er weiß das auch von mir.
wenn er mal mit seinen kollegen weg geht dann trinkt er max 2 bier. man kann ja auch gut weg gehen ohne sich zu besaufen sondern mit "stil" seine kollegen besaufen sich allerdings auch nie. ich sag mal so: das sind ordentliche männer die nie durch die gegend schwanken würden ;-)
mein mann würde auch nie mit "trinkern" weg gehen, das passt dann eben einfach nicht. oft ist es ja auch so das trinklustige gemeinsam saufen. man sieht ja selten einen nichttrinker zwischen lauter trinkenden männern und umgekehrt.

wir gehen gerne mal ins restaurant oder ein cocktail trinken oder wir lieben grillrunden mit der familie. klar, da trinkt er auch mal ein bier und ich ein wein oder sonstiges aber mehr auch nicht.
alkohohl hat bei uns keinen stellenwert, wir haben auch nie was zuhause (außer bei einer feier holen wir was)

ich kenne ihn nicht betrunken und er mich nicht und das ist auch gut so ;-)
wir wüssten nicht warum wir uns betrinken sollten.

alkohol kann man durchaus mal genießen, allerdings in maßen. das ist meine meinung.

ich werde gerne als spießig belächelt aber ich bin gerne der oberspießer.