Wie unserer 4 1/2-jährigen Zurückhaltung bei Fremden beibringen?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von wattewolke7 02.05.11 - 14:03 Uhr

Hallo!

Ich möchte gerne mal wissen, wie sich eure Kindergartenkinder im Umgang mit Fremden oder in fremden Umgebungen verhalten. Zunächst einmal, unsere Tochter ist ein sehr liebes, neugieriges und umgängliches Kind, die immer versucht, das Richtige zu tun und jedem zu gefallen.

Vielleicht liegt darin das Problem. Sie war schon immer sehr kontaktfreudig, ging in Restaurants schon als knapp 2-jährige so oft zu anderen Tischen, um die Leute dort kennenzulernen. In Krabbelgruppen, im Turnen und auf dem Spielplatz hat sie vor nichts Angst. Sie stürzt sich mit Feuereifer auf alles Neue, probiert alles aus und so geht sie nach wie vor auch auf Leute zu. Jetzt, da das letzte Kindergartenjahr anbricht, machen wir uns Gedanken, weil unsere Tochter uns ZU kontaktfreudig vorkommt.

So hatte ich letztens das Erlebnis, dass ich mit ihrem kleinen Bruder auf der einen Seite des Spielplatzes stand und sie beobachtete, wie sie mit einer Freundin in den Hecken am anderen Ende des Spielplatzes spielte. Plötzlich wandern die beiden auf ein kinderloses Pärchen zu, das gerade den Spielplatz verlies... fingen an mit ihnen zu reden und VERLASSEN MIT IHNEN DEN SPIELPLATZ am anderen Ausgang. So bin ich noch nie mit Kinderwagen geflitzt. Doch da kam das Pärchen schon wieder mit den Mädels zurück und redete auf sie ein, dass sie ihnen mal ihre Mamas zeigen sollen und dass man doch nicht mit Fremden mitgehen darf etc. (nicht, dass wir das unserer Tochter nicht konstant einbleuen würden!)

Genauso ist sie uns gestern im vollbesuchten Park plötzlich abgehauen, ohne sich nochmal umzudrehen und ist im Pulk ums Klettergerüst verschwunden. Sie weiß, dass sie Bescheid sagen soll, wo sie hingeht - jederzeit.

Die Frage ist jetzt, verlange ich zu viel von meiner Tochter, wenn ich sie bitte umsichtiger zu sein, nicht mit jedem Fremden ein Gespräch anzufangen und nicht einfach wegzulaufen, ohne nochmal mit uns Eltern Rücksprache zu halten. Wie geht ihr damit um, hat noch wer so selbständige Kinder, die vor nix Angst haben?

Danke und GLG,
Watte

Beitrag von juniorette 02.05.11 - 14:29 Uhr

Hallo,

"Ich möchte gerne mal wissen, wie sich eure Kindergartenkinder im Umgang mit Fremden oder in fremden Umgebungen verhalten"

mein Sohn ist eher schüchtern und braucht seine Zeit, bis er auftaut.

"Vielleicht liegt darin das Problem. Sie war schon immer sehr kontaktfreudig, ging in Restaurants schon als knapp 2-jährige so oft zu anderen Tischen, um die Leute dort kennenzulernen."

Wenn mein Sohn das gemacht hätte, hätte ich ihm erklärt, dass die anderen Leute in Ruhe essen wollen und aufgepasst, dass er kein 2.Mal zu fremden Tisch läuft bzw. geschimpft, wenn er sich nicht an meine Ansage gehalten hätte #kratz
Sei mir nicht böse, aber ich finde fremde Kinder an meinem Tisch in Speiselokalen extrem störend, auch wenn sie mich "nur" kennen lernen wollen.

Ich denke, ihr habt damals schon versäumt, eurer Tochter ein gesundes Distanzverhalten anzuerziehen.

"Jetzt, da das letzte Kindergartenjahr anbricht, machen wir uns Gedanken, weil unsere Tochter uns ZU kontaktfreudig vorkommt. "

Das Verhalten auf dem Spielplatz würde ich eher "distanzlos" nennen.

"Die Frage ist jetzt, verlange ich zu viel von meiner Tochter, wenn ich sie bitte umsichtiger zu sein, nicht mit jedem Fremden ein Gespräch anzufangen und nicht einfach wegzulaufen, ohne nochmal mit uns Eltern Rücksprache zu halten."

Nein, natürlich nicht.

"hat noch wer so selbständige Kinder, die vor nix Angst haben? "

Das hat für mich nichts mit selbständig und vor nix Angst haben zu tun, sondern mit mangelnder Erziehung bzw. mit sich nicht an die Erziehung halten deiner Tochter.

LG,
J.

Beitrag von agostea 02.05.11 - 14:43 Uhr

Danke Joghi, ich spar mirs tippen ............. 5#winke

Ansonstens: Meine Jungs sind eher zurückhaltend anderen/fremden Menschen gegenüber. War schon immer so.

Und wenn sie auftauen und werden ZU aufdringlich, dann zieh ich recht zügig die Reissleine.

Gruss
agostea

Beitrag von tomama 02.05.11 - 14:41 Uhr

Hallo,

meine Tochter ist jetzt viereinhalb. Sie ist eher zurückhaltend. Aber wenn wir irgendwo sind, wo wir noch nicht waren und sie toben möchte, dann sage ich ihr vorher wieweit sie laufen darf. Und immer nur soweit, dass ich sie noch sehen kann.

Wenn sie sich dann nicht daran halten würde (so wie Deine Tochter), dann wäre die Konsequenz, dass sie eben nur direkt bei mir spielen dürfte. Das fände sie sicherlich doof und würde sich beim nächsten Mal an die Regeln halten.

Und sie spricht eher selten Fremde an, weil sie schüchtern ist. Lies doch mit Deiner Tochter mal "Geh nie mit einem Fremden mit".

lg Tomama

Beitrag von bensu1 02.05.11 - 14:55 Uhr

hallo,

ich kenne das. meine tochter ist (im gegensatz zum sohnemann) deiner tochter sehr ähnlich. ende märz wurde sie vier jahre.

meine tochter geht - seit sie mobil ist - auf alle/s zu, stellt sich vor, fragt nach dem namen und erkundigt sich, ob der/diejenige mit ihr spielen möchte.

als sie noch jünger war, kam das sehr gut an. noch dazu mit ihren grübchen, den großen dunklen augen und löckchen waren die leute hingerissen von ihrem aussehen und ihrer weltoffenen art.

sämtliche versuche meinerseits, sie zum distanzverhalten, das bereits angesprochen wurde, zu erziehen, scheiterten kläglich.
ich muss dazu sagen, dass wir in einem kuhdorf wohnen, in dem jeder jeden kennt - und wenn es nur vom sehen ist.

dahingehend habe ich mir auch noch nicht so viele gedanken gemacht wie jetzt, wenn es darum geht, wie meine tochter mit komplett fremden umgeht.

da wir aber nun weitere kreise ziehen (sportkurse vom bruder, hin und wieder einkehren in gaststätten zum mittagessen, urlaube etc. etc.) habe ich durchaus - wie du jetzt ;-) - gemerkt, dass handlungsbedarf besteht.

ich lasse es jetzt zwar noch zu, dass sie fremde kinder anspricht, spitze aber durchaus die ohren, wie diejenigen auf sie reagieren.
sollte das angesprochen kind nicht mit ihr spielen wollen, hole ich sie zu mir und halte sie ab, erneut kontakt aufnehmen zu wollen.
gespielt wird sowieso nur in meiner unmittelbarer nähe.

fremde erwachsene lasse ich sie aber überhaupt nicht mehr ansprechen.

mal schauen, was sich ergibt....
erfahrungswerte kann ich dir also keine geben, aber wir stecken im selben dilemma.

lg #winke
karin

Beitrag von budgie 02.05.11 - 14:56 Uhr

Hallo !


Meine große Tochter (ist auch knapp 4,5 Jahre) ist genauso wie deine.

Es trifft sehr viel auf sie zu. Sie ist sehr offen, freundlich zu anderen und leider auch sehr mitteilsam. Sie weiss es einfach noch nicht besser, bzw kann das noch nicht so einschätzen, obwohl ich ihr schon oft erklärt habe, dass sie nicht immer mit Fremden reden soll etc.
Da kann ich 10 m hinter ihr laufen wenn sie auf dem Fahrrad voraus fährt und sie mit netten "Omas" etc ein Gespräch führt, das sich an ein "Guten Tag" anreiht. Was soll ich sagen-ich arbeite dran. Je älter sie ist, desto drastischer kann ich es auch formulieren bzw mehr Verstehen von ihr erwarten. Im Moment beschränkt es sich auf harmlose Plänkeleien à la wie heisst du etc und damit kann ich derzeit noch leben.

Bislang habe ich es ihrem Wesen zugeschrieben. Sie ist einfach selbstbewusst, offen und freundlich. Wie sagte mal eine Hotelangestellte zu uns nachdem sie unsere Tochter auf diese Art "kennen gelernt" hat: "Sie ist ein überaus nettes, liebes Mädchen so super freundlich, so was habe ich selten gesehen. Viele Kinder die hier sind, sind schon arroganter als ihre Eltern."
Also ich schreibe das nicht meiner mangelnden Erziehung zu, sondern eher ihrem Charakter und ihrem Naturell.
Noch bin ich eh permanent in ihrer Nähe und bevor sie soweit ist, dass sie auch alleine in die Welt geht, werde ich sie mir schon noch zurecht formen ;-) und ihr gewisse Dinge noch näher bringen. Und bis dahin kann sie die netten Omis hier im Dorf noch bequatschen und erfreuen ;-).

LG

Beitrag von paula74 02.05.11 - 16:23 Uhr

Hallo
Bei meiner 4.5-jährigen hat sich alles irgendwann etwas beruhigt (vielleicht seit ca. einem Jahr). Seitdem ist sie nicht mehr ganz so mitteilsam und etwas zurückhaltender bei Fremden. Vielleicht ist es ein ganz normaler Entwicklungsschritt, der auch mit einer gewissen Reifung zu tun hat? Ich würde es noch gelassen sehen.
Als Kleinkind musste ich unsere Tochter auch oft bremsen, jetzt passt es alles ganz gut. Sie ist offen ohne dass ich mir Sorgen machen muss und sie hält sich sehr gut an Absprachen und weiss, dass sie mit niemandem mitgehen darf, wenn ich sie mal nicht im Blickfeld habe.
Trotzdem würde ich ihr nicht das Gespräch mit der Oma im Supermarkt verbieten. Wieso auch??
Liebe Grüsse,
Paula