Jugendamt - schonmal jemand was gemeldet?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von vanillie 02.05.11 - 14:06 Uhr

Hallo zusammen,

hat schonmal jemand von Euch etwas beim Jugendamt gemeldet, z.B. wenn andere Eltern ihre Kinder verprügeln oder ähnliches? Hat das Jugendamt reagiert? Und falls ja, was ist passiert?

Viele Grüße
Vanillie

Beitrag von lena1309 02.05.11 - 14:30 Uhr

Hallo,

die Frage nach der wirklichen Reaktion des Jugendamtes auf einen Hinweis, kann dir hier kaum jemand sagen, denn der Informant bekommt darüber keine Auskunft.
Das heißt, wenn du etwas dem Jugendamt mitteilen möchtest, mach es, aber erwarte nicht, dass du danach erfährst, was passiert ist.

Oder möchtest du den grundsätzlichen Ablauf wissen, der dann in Gang kommt, wenn die Meldung eingegangen ist?

LG
M.

Beitrag von vanillie 02.05.11 - 14:47 Uhr

Tja, eigentlich möchte ich wissen, ob - soweit beurteilbar - etwas passiert seitens des Jugendamtes, also ob es etwas nutzt, wenn man dort Bescheid gibt. Wahrscheinlich im einen Fall mehr, im anderen Fall weniger... deshalb meine Frage, konkret an diejenigen, die wissen, ob etwas passiert ist, nachdem sie etwas gemeldet haben.

Der generelle Ablauf würde mich aber auch mal interessieren...

Viele Grüße
Vanillie

Beitrag von lena1309 02.05.11 - 14:56 Uhr

Dann gebe ich dir wirklich den Rat, geh zum Jugendamt und schildere deine Beobachtungen und Eindrücke.
Ich kannte bisher nur Mitarbeiter des Amtes, die lieber ein Mal zu viel als zu wenig nachgeforscht haben.
Das Jugendamt ist immer auch auf die Informationen von außen angewiesen, denn viele Vorkommnisse kriegen sie eben nicht mit, wenn keiner Bescheid gibt.

Und wenn du nicht möchtest, dass dein Name weitergegeben wird, kannst du bitten, deine Meldung anonym zu behandeln. das muss vom Jugendamt befolgt werden.

LG
M.

Beitrag von ansahe 02.05.11 - 14:30 Uhr

Hallo,

ja, wir haben eine Familie beim Jugendamt gemeldet. Wir hatten ziemlich konkrete Angaben, da sich die Mutter sehr häufig bei uns ausgeweint hatte und wir den Vater sehr gut kennen. Aufgrund des sehr auffälligen Verhalten des Jungen, haben wir uns zu dem Schritt entschlossen.

Das Jugendamt hat daraufhin Kontakt mit der Lehrerin des Jungen aufgenommen. Danach mit den Eltern ein Gespräch geführt und auch mit den Eltern einzelnd und dem Jungen allein. Danach wurde auch noch die Ergotherapeutin und der Kinderarzt kontaktiert.
Leider wohnt die Familie sehr weit weg und das Jugendamt darf uns keinerlei Auskunft geben, wir wissen aber, das die Familie weiterhin beobachtet wird.

Auch wenn ich vom Gefühl her, mehr Aktion erwartet hätte, kann ich doch sagen, das unsere Befürchtungen Ernst genommen wurden und die nächsten Schritte relativ schnell eingeleitet wurden.
Wir hatten den Eltern kurz vorher mitgeteilt, dass wir diesen Schritt gegangen sind, ansonsten hätten sie von Seiten des Jugendamtes dies nicht erfahren.

LG, Anja

Beitrag von kati543 02.05.11 - 14:45 Uhr

Letztendlich sind die Erfahrungen mit dem Jugendamt sehr verschieden. Es gibt eigentlich nicht DAS Jugendamt. Dort sitzen eben auch nur Menschen, die entscheiden und Dinge in die Wege leiten oder eben nicht. Übereifrig sind oder eben nicht. Zu lange warten oder eben nicht. Ich kann dir sagen, ich habe alles erlebt. Sachbearbeiter, die so lange warten, bis das Kind zum letzten Ausweg greift und Selbstmord begeht und Sachbearbeiter, die der Mutter das Kind schon im Krankenhaus unmittelbar nach der Entbindung (unrechtmäßig) entziehen. Letzterer Fall zog einen jahrelangen Rechtsstreit nach sich mit dem Ergebnis, dass das Kind natürlich wieder zur Mutter durfte - welche es nur von betreuten Besuchswochenenden kannte. Die Mutter hatte nie etwas falsch gemacht. Sie hatte auch keine Kinder vorher entbunden oder mißhandelt oder sonstiges, was ein solches Verhalten rechtfertigen würde.

Beitrag von nele27 02.05.11 - 16:22 Uhr

Hi!


Ich habe mal meine Nachbarn, die über uns wohnen gemeldet...

Hatte schon 2 Jahre lang immer überlegt, ob da was nicht stimmt. Die Kinder hörte man extrem viel weinen (alterunangemessen viel) und man hörte ständig Schreien und Gepolter. Wobei man sich bei Letzterem natürlich durch die Decke auch täuschen kann, evtl. hörte es sich schlimemr an als es war.

Naja zumindest war ich irgendwann schwanger und daher nachts ab und zu wach. Und auch nachts ständig Geschrei und Geweine und "aua aua aua"-Rufen.

Darufhin habe ich das JA informiert und denen die Lage geschildert. Habe aber betont, dass das eine reine Vermutung ist, ich auch falsch liegen kann und das evtl. durch die Wände anders wiedergegeben wird (wer weiß, wie es klingt, wenn mein Sohn sich auf den Boden schmeißt und "aua" hat er ne Zeitlang wegen jedem bisschen geschrien).

Ich wohne in einem großen Hochhaus und kenne die Familie so gut wie gar nicht.

Ich habe dem JA gesagt, sie können der Mutter sagen, sie ist herzlich auf n Kaffee eingeladen, wenn sie sich mal ausquatschen will. Ich fände es auch manchmal anstrengend mit Kindern und könnte ich aber evtl. ein paar Tipps geben. Wenn sie Probleme hat, soll sie gern klingeln.

Die Frau vom JA war sehr freundlich, hat viele Fragen gestellt. Ich sollte die Wohnsituation beschreiben, die Streits etc etc.
Sie meinte ich soll wegen des Petzens kein schlechtes Gewissen haben. Die Familie wurde laut Auskunft der Frau zum Gesprächstermin eingeladen. Es läuft wohl so, dass wenn die das Gespräch schwänzen oder unter Ausreden absagen jemand zu denen klingeln kommt.
Sie hat mich außerdem ausdrücklich aufgefordert, wenn es nachts Geschrei gibt, den KInder- und Jugendnotdienst zu rufen. Auch blinder Alarm sei nicht so schlimm, die Mitarbeiter wüssten die Situation enzuschätzen...

Ich weiß leider nicht, was draus geworden ist. Bei mir hat niemand von der Familie geklingelt und das JA berichtet ja nicht dem Informanten. Manchmal denke ich, es ist besser geworden, manchmal finde ich die Streits nach wie vor auffällig... aber nicht so, dass ich der Meinung war, den Notdienst rufen zu müssen.

Ist schon ne verzwickte Lage! So ganz zufrieden bin ich nicht, aber ich habe auch nicht das Gefühzl noch mehr machen zu können.

LG, Nele