Ich kann bald nicht mehr...

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von thekla-c 02.05.11 - 20:38 Uhr

Hey,

ich glaub, um alles verständlich zu machen muss ich etwas weiter ausholen.

Im Februar ist meine Mutter nach 6 Jahren Krebs letztendlich auf der Intensivstation gestorben. Meine Eltern geschieden, mein Bruder (bald 19) und ich haben mir ihr zusammengelebt.
Ich hab meine Ausbildung zur Krankenschwester im Dezember abgeschlossen, arbeite seit Januar auf einer Intensivstation, wo ich mich sehr wohl fühle, mein Bruder ist in der Ausbildung.

Nach dem Tod unserer Mutter haben mein Bruder und ich die Wohnung geerbt (bzw. sind noch immer mitten im Papierkram).

Das Zusammenleben zwischen meinem Bruder und mir gestaltet sich naja...manchmal etwas schwierig.

Ich war schon immer sehr ordentlich, meine Mutter hat mir das auch eingeschärft, bin fast schon perfektionistisch.

Nur in letzter Zeit geht es mir immer wieder zunehmend schlechter (psychisch). Das Mein Bruder Unordnung hinterlässt ist eine Tatsache, die nicht zu bestreiten ist. Allerdings regen mich immer öfter minimale Dinge total auf, ich werde wütend, weil die nicht erledigt wurden, sodass ich auch das machen muss (ich übernehm den größten Teil vom Haushalt, er die Dinge, die ich im auftrage...hat meist ganz gut geklappt.)

Heute z.B. wieder, seine einzige aufgabe heute: Leere Flaschen runter in den Keller, volle hoch, zudem sein Geschirr, dass er gestern abend nicht weggeräumt hat, grad in die Spülmaschine tun.
Naja, er kam wohl von der Arbeit und ist im Prinzip direkt auf Feuerwehreinsatz gerufen worden...ok...abgehackt. Aber statt danach kurz die Dinge zu erledigen geht er lieber mit seinem freund kicken. Er wäre ja so shcon spät dran gewesen, wegen der Feuerwehr... Aber die Kleinigkeiten sind doch in 5 Min geregelt... und das regt mich jetzt immer noch auf, ich würd am liebsten heulen.

Und es sind oft so Kleinigkeiten, die mich zur Zeit rasend machen, mir die ganze Kraft rauben.

Ich war bisher noch nicht in Psychotherapeutischer Behandlung, ich wollte mir nicht noch Termine aufhalsen, solange oft noch Bank, Gemeinde, irgendwelche Ämter auf dem Plan stehen, denn ich müsste eigentlich auch für die Arbeit lernen, wo ich nicht mal so zu komme, denn irgendwann will auch ich neben Arbeit, Haushalt, Terminen auch noch ein bissel Freizeit (währenddessen mein Bruder nur Arbeit und dann entweder Kicken geht oder vorm TV hockt...)

Ich weiß ganz ehrlich nicht mehr, was ich machen soll, auf der Arbeit fühl ich mich gut, komm ich nach Hause bekomm ich totale Hänger...

Beitrag von chickhicks 02.05.11 - 22:26 Uhr

hallo,

es klingt fast so, als wärt ihr ein paar. eure probleme im alltag zumindest.
vielleicht solltet ihr euch mal an einen tisch setzen und euer zusammenleben neu ordnen.
ihr beide habt den tod eurer mutter zu verarbeiten udn jeder geht damit anders um. das muss für den anderen nicht immer verständlich sein. da hilft nur reden und toleranz.
setzt euch zusammen, erklär deinem bruder, wie du dich fühlst und warum, frag ihn, wie er sich das weitere zusammenleben vorstellt. stellt regeln auf, an die ihr euch alle beide halten könnt udn wollt. haushalt, einkaufen etc. kann alles geregelt werden. will er nicht die hälfte beitragen, wie saubermachen, einkaufen etc., dann müsst ihr diese dinge strikt trennen. dann kaufst du für dich ein, er für sich. küchendienst generell und speziell. also einen plan fürs grobe saubermachen udn jeder räumt seins weg im speziellen. daran muss man sich dann aber verbindlich halten.

er ist dein jüngerer bruder, oder? und als frau hast du sowieso die tendenz mütterlich zu sein. du bist aber eben nicht seine mutter, sondern die schwester udn je eher ihr beide das verinnerlicht, desto besser.
du bist nicht für ihn verantwortlich. du kannst ihn unterstützen, aber sein leben führen muss er selber.
und wenn es am ende gar nicht klappen sollte hilft eigentlich nur, dass ihr euch räumlich trennt.

lg

Beitrag von derhimmelmusswarten 03.05.11 - 15:51 Uhr

Das Problem ist euer Zusammenleben und eure unterschiedlichen Vorstellungen von Ordnung. Ich wüsste nicht, warum man, nur weil man ordentlicher ist als andere, in Behandlung müsste. Ihr werdet ja eh nicht euer ganzes Leben zusammen in dieser Wohnung verbringen, oder? Wie stellt ihr euch das denn vor? Bleibst du aud Dauer da oder dein Bruder? Kannst du ihn ausbezahlen und er nimmt sich eine andere Wohnung? Oder kann er dir Miete bezahlen und du suchst dir eine andere Bleibe?