Noch ein Kaiserschnitt - vorsicht lang!

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von tenrebo 02.05.11 - 23:25 Uhr

Hallo zusammen, dann will ich auch mal einen positiven KS-Geburtsbericht beisteuern!

Seit der 28. SSW lag mein Kleiner in BEL und alle Versuche (indische Brücke, moxen, äußere Wendung), ihn zum drehen zu bewegen, schlugen fehl. Ich habe mich monatelang verrückt gemacht wegen eines möglichen Kaiserschnitts und alles versucht, doch eine spontane Geburt zu probieren. Aber selbst die hiesige "BEL-Päpstin" hat mir dann zur primären Sectio geraten - mein inneres Becken wurde per MRT vermessen und wäre zu eng für einen Geburtsversuch gewesen. So nach und nach freundete ich mich dann also notgedrungen mit dem Gedanken an, da mir auch klar war, dass es so die einzig vernünftige Alternative darstellte, damit mein Kleiner gesund auf die Welt kommt.

Der EET war der 3.3.2011 und der KS wurde dann auch auf diesen Termin gelegt (ich hätte auch Wehen abwarten können, aber dazu war mir das Risiko eines eventuellen Blasensprungs zu hoch). In der Nacht zuvor wurde mir dann doch etwas mulmig und die alte Kaiserschnitt-Panik kam wieder in mir hoch. Ich habe nicht ein Auge zugetan und dementsprechend müde fuhren mein Schatz und ich am 3.3. morgens um 6 Uhr ins Krankenhaus. Mir ging es wirklich besch... und es wurde auch nicht besser, als uns eine ziemlich panische Hebamme die Kreißsaaltür öffnete. Dort war gerade Hochbetrieb, alle drei Kreißsäle waren belegt. Ich wurde erstmal ans CTG gelegt, nach 10 min. aber schon wieder verscheucht, da eine Frau mit Presswehen ankam. Also wurden wir zunächst auf mein Zimmer verfrachtet und meine Angst wurde immer größer. Was war ich froh, als wenig später die Chefärztin verkündete, es wäre wohl besser, wenn wir am nächsten Tag einen neuen Anlauf starten würden. Mittlerweile hatten sich nämlich die nächsten drei Frauen mit Wehen angekündigt.

Wir sind also unverrichteter Dinge wieder nach Hause gefahren und haben uns einen superschönen Tag gemacht. Ich habe mich nochmal hingelegt und konnte dann auch in der Nacht ein paar Stunden schlafen.

Am 4.3. wagten wir also den nächsten Anlauf und fuhren wieder um 6 Uhr ins Krankenhaus. Dort war es an diesem Morgen ganz ruhig und so ging dann alles Schlag auf Schlag, ich bin gar nicht groß zum nachdenken gekommen: OP-Hemdchen und Thrombosestrümpfe an, Blasenkatheter legen, CTG, Ultraschall, Braunüle legen... Das CTG zeichnete übrigens wieder Wehen auf, die ich an diesem Morgen auch zum ersten Mal spürte. Die Oberärztin sagte mir später, mein MuMu wäre bei 2 cm gewesen, also hätte sich der Kleine an diesem Tag wohl sowieso auf den Weg gemacht :-)

Als ich soweit präpariert war, ging es rüber in den OP. Mein Schatz durfte sich umziehen und musste warten, bis die Narkose wirkte. Ich bekam also währenddessen die Spinale und nach und nach füllte sich der OP. Alle waren superfreundlich, einige der Ärzte kannte ich auch noch von der äußeren Wendung. Operiert wurde ich von der Oberärztin, die auch schon die komplette Geburtsplanung wegen der BEL mit mir gemacht hatte und der ich absolut vertraute. So, die Spinale saß irgendwann, alles wurde mit Tüchern verhängt und mein Schatz durfte wieder zu mir kommen. Er redete beruhigend auf mich ein, was sehr gut tat, denn an einige Details, z. B. Geräusche kann ich mich jetzt gar nicht mehr erinnern. Ich muss wohl doch ziemlich nervös gewesen sein... #zitter

Ich spürte, wie an mir rumgezerrt und geruckelt wurde und wenig später hörte man ein kurzes Glucksen. Die Ärztin meinte, unser Kleiner sei sehr zart und er wurde direkt rübergebracht zur ersten Untersuchung, und schon hörte man die ersten empörten Schreie - und mir liefen die Tränen! Kurz danach wurde der Kleine, dem es super ging, zu uns gebracht und mir auf die Brust gelegt. Er guckte mich mit großen Augen an und ich ihn... dieser Moment war einfach unbeschreiblich. Die Sonne schien dazu noch strahlend in den OP - Wahnsinn!

Von da an durfte der Kleine ununterbrochen bei uns bleiben. Während des Nähens habe ich ihn an den Papa weitergegeben, da mir kurzfristig etwas schlecht wurde und ich unglaublichen Druck auf den Magen verspürte. Das verging aber recht schnell wieder, und so konnte ich ihn noch im OP das erste mal anlegen. Danach wurden wir wieder rüber in den Kreißsaal gebracht und hatten dort viele Stunden Zeit, uns ausgiebig kennenzulernen.

Gegen spätnachmittag war dann endlich unser Familienzimmer fertig, für das ich bis heute dankbar bin. Wir waren die ganze Zeit zu dritt und mein Mann hat den Kleinen super versorgt, mir beim Anlegen geholfen und wir hatten wunderschöne erste Tage. Das Krankenhauspersonal war auch superlieb und war immer für uns ansprechbar, so dass das Stillen auch von Anfang an sehr gut geklappt hat. Die Schmerzen nach der OP habe ich als recht heftig empfunden. Das erste mal aufstehen sollte ich abends, was ich fürchterlich fand, und auch die erste Nacht war alles andere als schön. Aber von da an ging alles immer besser, wenn auch oft mit zusammengebissenen Zähnen und mit Schmerzmitteln, und nach 5 Tagen wurden wir nach Hause entlassen.

Der Kaiserschnitt war also alles in allem nicht so schlimm wie von mir befürchtet, aber alles andere als schmerzfrei! Sollte ich noch ein Kind bekommen, so hoffe ich dann doch auf eine spontane Geburt.

Hier noch die Fakten:
Am 4.3.2011 kam unser Johan zur Welt, mit 50 cm, 2750 gr und 34 cm Kopfumfang.

Heute, acht Wochen später, bringt er schon stolze 5 kg auf die Waage!