Diagnose:u.a. Schilddrüsenunterf.-wer noch?was tun?was beachten? Frage

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von rosabuntstift 03.05.11 - 10:01 Uhr

Hallo


Bin wegen Schmerzen in Brust/Herz und Nierenbereich zum Arzt.

Blut wurde entnommen und ich bestand auf eine Überweisung zum Internisten.

Niere und Brust/Herz ist alles in Ordnung.
Da bei den Blutwerten der Schilddrüsenwert getestet wurde und die Werte auf eine Unterfunktion hinweisen (5,3) hab ich beim Facharzt auch gleich die Schilddrüse mit unterschen lassen.
Er stellte auch nichts weiter fest.
(weiß allerdings nicht ob man mit einem kurzen Blick das so genau feststellen kann)

Mein Hausarzt hat dann noch einmal den T3 (2,9) und den T4 (0.91) Wert getestet.

War nicht untätig und hab gegoogelt und die Anzeichen einer SchUF könnte durchaus passen, ich hab viele Anzeichen die wie die Faust aufs Auge passen.
(Die Anzeichen hab ich schon länger, ich wäre nie darauf gekommen das es evtl. etwas mit der Schildd. zu tun hätte - bin ja auch kein Arzt)

Als ich gefragt wurde ob ich Halsschmerzen habe, hatte ich es verneint, denn ich habe keine Halsschmerzen wie ich sie sonst kenne , ABER jetzt wo ich sehr genau aufpasse, dann merke ich immer wieder ein "ziehen" im Hals. (werde es natürlich beim nächsten Termin mitteilen)

ANGEBLICH sollen meine mittelstarken Schmerzen in der Nierengegend und die Schmerzen in der linken Brustseite nichts damit zu tun haben, weil ja im Ultraschall nichts gefunden wurde, ich mach mir denoch Sorgen.
(beide Ärzte meinen es könnte von der Wirbelsäule kommen)

Nächste Wo. hab ich einen Termin wegen genauer Besprechung meiner "Baustellen", hauptsächlich aber wegen Schilddr.

Hier mal ein paar Fragen die mir noch so durch den Kopf gehen

Was muss ich beim Arzt alles erfragen? Was ist wichtig zu wissen?
Was kommt auf mich zu?
Welche Medis werde ich nehmen müssen?
Was kann bzw. sollte ich noch testen /untersuchen lassen? Reicht eine einfache Ultraschalluntersuchung aus?
Was sollte ich nicht tun?
usw...


Vielen Dank und freundliche Grüße

:-)

Beitrag von haruka80 03.05.11 - 13:19 Uhr

Hallo,

also eine Schilddrüsenunterfunktion habe ich auch, hab ich wohl auch schon JAhre gehabt, denn meine Symptome (vor allem Depressionen und ungewollte Kinderlosigkeit sowie Gewichtszunahme und Müdigkeit) sind komplett weg seit ich Schilddrüsenmedis bekomme.
Ich leb damit gut. Alle halbe Jahr wird vom Hausarzt n Test gemacht und bisher war ich immer gut eingestellt, selbst in der SS mußte nix erhöht werden.
Beim Endokrinologen oder Radiologen war ich nie, wollte ich immer mal machen, aber mit Kind(ern) fehlt mir dazu die Zeit.

L:G.

Haruka

Beitrag von rosabuntstift 03.05.11 - 14:10 Uhr

Hoffe auch dass einige Symptome gemindert werden, ich mein all die Monate/Jare wäre ich nicht daraf gekommen es überhaupt behandeln zu lassen bzw. mich zu fragen woher sie kommen, aber jetzt liebäugel ich schon auch mit einer Besserung.
Vorausgesetzt es ist "nur" eine "einfache" Schilddrüsenunterfunktion

Was für Medi. nimmst du?
Muss man auf die Ernährung achten, d.h. bestimmte Sachen nicht essen?

Danke für deine Antwort #blume

Beitrag von haruka80 03.05.11 - 20:23 Uhr

Ich nehme L-thyroxi 50 und kann essen was ich möchte, muß auf nix achten.

L.G.

Haruka

Beitrag von miau2 03.05.11 - 14:01 Uhr

Hi,
erst mal anfangen mit dem nicht-tun: jetzt noch schwanger werden, bis alles geklärt ist - wenn der Verdacht auf eine SD-Fehlfunktion besteht sollten eventuelle Übrungsversuche eingestellt werden, bis alles geklärt und ggfs. die Therapie richtig eingestellt ist.

Wenn man schon schwanger ist - auch keine Panik, aber die ideale Ausgangssituation ist es halt nicht, denn bestimmte Untersuchungen gehen halt bei Schwangeren nicht.

Was du erfragen musst hängt davon ab, wie gut dir alles erklärt wird. Wichtig ist, dass alle wichtigen Blutwerte untersucht werden (TSH, fT3, fT4 und Antikörper). Danach wird sich zeigen, ob du wirklich eine Unterfunktion hast (mit TSH von 5,3 wahrscheinlich) oder ob du zu den wenigen gehörst, wo ein erhöhtes TSH dieses nicht bedeutet - eher selten, aber eben möglich.

Dann wird untersucht, woher die Unterfunktion kommt, und je nachdem wird therapiert. Es gibt Erkrankungen, wo Jod kontraprouktiv wäre (daher ist ein Test auf Antikörper wichtig), dann wird (hoffentlich) natürlich nicht mit Jod unterstützt.

Ansonsten gibt es eigentlich zwei Wege, eine UF zu therapieren: Jod und/oder Schilddrüsenhormone. Was am besten ist zeigt sich oft erst wenn mit der Therapie begonnen wird - meistens wird aber zumindest ein Teil SD-Hormon in Tablettenform dazugegeben.

Das ist dann i.d.R. T4 (z.B. das häufig hier genannte L-Thyroxin, oder auch Euthyrox). Bei T4 sollte man wissen, dass der KÖrper relativ lange braucht, um das zu "verarbeiten" - es können Wochen vergehen, bis man wirklich weiß, ob die versuchte Dosis ausreicht. Und anders als ausprobieren kann man auch nicht vorgehen - es gibt keine Pauschalrezepte. Geduld ist also gefragt in der Einstellungsphase. Wie lange, kann niemand vorhersagen. T3 gibt es auch in Tablettenform, wird aber zur Dauertherapie nur in Ausnahmefällen (z.B. wenn die Einstellung mit T4 nicht klappt) angewendet. Überhaupt, Dauertherapie - es kann auch bedeuten, lebenslang morgens eine kleine Tablette schlucken zu müssen. Ist nicht immer der Fall bei SD-Unterfunktionen, kann aber so sein - vorhersagen kann man das schlecht. Ist aber auch nicht schlimm, ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie es bei mir früher ohne dieses kleine Ding morgens war.

Unterstützen kann man die Einstellung durch konsequent brave Einnahme der Tabletten immer mind. 30 Min. vor dem Frühstück, mit stillem Mineralwasser. "Stören" kann die Aufnahme z.B. aber auch wenn man innerhalb von 2 Stunden nach der Einnahme Calciumprodukte zu sich nimmt. Das sollte man lassen.

Untersucht werden sollte zusätzlich die SD mit einem Ultraschall. "Überlastete" SD (Unterfunktion, die SD würde ja gerne mehr produzierne, kann es aber nicht) neigen halt leider zur Knotenbildung. Beim US wird nach Vergrößerungen, Zysten oder Knoten geguckt. Wenn sich welche finden steht eine weitere Untersuchung an, die beim Nuklearmediziner (Radiologen) stattfindet. Das ist eben die, wo man nicht schwanger sein darf. Da wird ein Szintigramm angefertigt um zu gucken, ob die Knoten warm bzw. heiß (aktiv, hormonproduzierend) oder kalt (inaktiv) sind. Beide haben Vor- und Nachteile. Wenn sich welche finden sollten und du dich vom Arzt nicht richtig aufgeklärt fühlen solltest kannst du gerne bei mir anfragen.

Das so wie von dir beschrieben Schmerzen im Bereich Brust und Nieren mit einer Unterfunktion der SD zusammenhängen ist wenn überhaupt möglich so selten, dass ich (ich habe viel mit Menschen mit SD-Erkrankungen zu tun) noch keinen getroffen hätte, wo das der Fall war. Ist vielleicht tatsächlich ein Zufall, oder ich habe einfach zufällig noch niemanden getroffen, wo das so war. Aber auch da sollte natürlich abgeklärt werden, ob ernsteres dahintersteckt.

Missempfinden irgendeiner Art im Hals ist dagegen relativ häufig bei Menschen, wo die SD verknotet oder vergrößert ist - einfach daher, dass da dann an einer relativ engen Stelle im Körper etwas sitzt, was da nicht hingehört. Bei mir war die SD bzw. die Knoten derselben die Ursache dafür, dass ich nie enge Rollis tragen konnte und auch heute noch (meine SD ist seit 2004 draußen) reagiere ich überempfindlich, wenn mir z.B. meine Kiddis im Spiel an den Hals fassen (nein, nicht um mich zu erwürgen ;-)). DAS ist also wiederum relativ normal bei bestimmten SD-Problemen.

Viele Grüße und viel ERfolg bei der Abklärung,
Miau2

Beitrag von rosabuntstift 03.05.11 - 14:20 Uhr


ich glaub ich muss den Text erst ein paar mal lesen ;-)

vielen Dank für die Ausführliche Beschreibung #blume

da mein T4 Wert sehr weit an der unteren Grenze ist wird es wahrscheinlich der WErt ausschlaggebend sein.
(genaueres werd ich sicherlich noch erfahren)

Da ich (zum Glück) nicht viel mit meinem Hausarzt zu tun habe kann ich nicht sagen wie viel er mir erzählt ohne das ich nachfragen muss.
Deshalb frag ich lieber hier mal nach, damit ich schon mal Ansatzpunkte habe was ich alles ggf. noch erfragen muss.

Schwanger bin ich nicht und hoffe es auch nicht mehr zu werden ;-)

Was Niere und Herz/Brust angeht, muss es natürlich nichts damit zu tun haben, wegen den Beschwerden wurde ja überhaupt erst ein Blutbild + zusätzlichem Schildd.wert gemacht.
(ach ja restlichen Blutwerte sind alle i.O.)

(deinen Text muss ich mir morgen nochmals in Ruhe durchlesen)

Gruß
:-)

Beitrag von kejezin 03.05.11 - 14:37 Uhr

Sehr ausführlich Miau2 wie immer #pro

Ich kann auch keine Rollis tragen und überhaupt wenn etwas in der nähe meines Halses befindet Kette o.ä bekomme ich (denke) keine Luft :0(

Dies wurde mit der Zeit schlimmer :0(

Wollte ich einfach mit zufügen :0)

Liebe Grüße

Kejezin

Beitrag von shorty23 03.05.11 - 18:59 Uhr

Hallo,

ich habe seit vielen Jahren eine SD Unterfunktion, habe immer mal wieder versucht, ob es ohne Medis ging, da ich keine Symptome habe, war das auch meist ok, aber seit ein paar Jahren nehme ich wieder Medis. Ich nehme L-Thyroxin 75. Meist fängt man mit einer geringen Dosis an und erhöht dann langsam, dass sich dein Körper drauf einstellt und ein paar Wochen später nimmt man nochmals Blut. Wichtig ist die Tabletten immer 30 Min. vor dem Frühstück zu nehmen. Selen soll auch gut sein bei SD Sachen. Sonst musst du eigentlich nichts beachten / umstellen, musste ich zumindest nicht. Ach und bei mir ist es auch so, dass meine Tante auch eine UF hat und der Doc meinte, das kann gut sein, dass das in der Familie liegt (falls du Kinder hast, die auch mal durchchecken lassen).

Beim Endo wurde bei mir folgendes gemacht:
- Ultraschall
- Abtasten
- Blutuntersuchung
- Befund erfragen (regelmäßige Periode, Gewichtszu/abnahme usw.)

Zu Beginn musste ich auch noch so einen "Nasenspray Test" machen, um Hashi auszuschließen, das war etwas unangenehm, aber das muss ja nur 1x gemacht werden.

Klar ist eine UF nicht toll, aber ich finde für eine chronische Krankheit ist es wirklich nicht schlimm, aber vielleicht empfindet das auch jede anders.

LG

Beitrag von rosabuntstift 04.05.11 - 07:40 Uhr

Guten Morgen


Klar gibt es schlimmeres, da es aber Neuland für mich ist wollte ich einfach so viele Informationen wie möglich "sammeln".


An die Kinder habe ich im Mom. noch gar nicht gedacht, aber gut das du es ansprichst, ein weiterer Punkt den ich den Arzt fragen werde.

Danke für die Antwort :-)

Gruß