Junge 9 Jahre zickt nur rum

Archiv des urbia-Forums Kids & Schule.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von keahnig 03.05.11 - 21:55 Uhr

Wer weiss einen guten Rat?
Meine Freundin hat einen Sohn, 9 Jahre alt, sehr intelligent. Hat jedoch auch Mühe in der Schule mitzukommen. Man hat festgestellt, dass er Konzentrationsprobleme hat. Daran arbeiten wir mit Kursen und Spielen. Er ist aber auch oft sehr unzufrieden und zeigt dass mit rumzicken bei den kleinsten Problemchen. Dann ist er auch frech und absolut respecktlos zu Mama. Ich habe damit sehr viel Mühe und rede auch viel mit ihm. Hab aber das Gefühl, das interessiert ihn überhaupt nicht. Seine Mama sagt mir, dass er mich mag und gerne mit mir zusammen ist, weil ich mir Zeit nehme für ihn. Trotzdem zickt er und ist auch frech und respektlos mit mir, eigentlich mit allen. Auch mit meiner Tochter die etwas älter ist als er. Sie war zuerst schockiert wie er mit ihr gesprochen hat. Ich bin da irgendwo zwischendrin und weiss nicht wie ich der Mama helfen kann. Ich liebe sie, aber ein zusammenziehen mit den beiden kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Der Junge kennt seine Grenzen nicht oder wenn dann überschreitet er sie konstant. Der Bezug zum Vater ist nicht da, der Vater ist auch keine Hilfe in keiner Beziehung. Lacht mich nicht aus, ich habe gedacht, dass er vielleicht zu den Pfadfinder gehen sollte, mal zum Anfang. Dort würde er lernen dass sich die Welt nicht um ihn dreht und das es auch nicht schlimm ist. Vielleicht gibt es auch Feriencamps für Jungs die was bringen, was meint ihr?

Beitrag von altehippe 03.05.11 - 22:11 Uhr

Was hat er denn gesagt, wieso er sich so verhält? Kann er es sich selbst erklären und ist er danach evt sogar bedrückt?

Beitrag von keahnig 03.05.11 - 22:49 Uhr

Nein er sagt nicht viel, er hört überhaupt nicht hin. Ich habe bei mir zuhause Regeln, welche meine Tochter befolgen muss, andere Dinge sind selbstverständlich weil ich ihr das ganz früh schon erklärt habe, zum Beispiel, dass man das Wasser abstellt wenn man Zähne putzt, nicht weil ich das will sondern wegen dem Wasser, habe ich ihr ausführlich erklärt. Dass muss ich ihr nicht mehr sagen das ist für sie selbstverständlich. Wenn er bei uns ist, muss ich das immer wieder sagen, das heisst, ich hab aufgegeben überhaupt was zu sagen, genauso wie Hände waschen nach dem Klo usw...die Liste ist sehr sehr lang. Versteht mich bitte nicht falsch ich bin nicht so streng wie es sich anhört und mach mit meiner Tochter viel Blödsinn sie lädt auch oft ihre Freundin ein und die kommt immer gerne bei uns, manchmal denke ich die lebt schon bei uns. Nur mit diesem Jungen klappt es nicht. Er ist interessiert und stellt viele viele Fragen, muss sich immer in den Mittelpunkt stellen, manchmal stellt er auch einfach Fragen um dabei zu sein, redet immer drein wenn wir reden usw...Die Mutter ist überfordert und weiss nicht wie weiter. Erst wenn sie schreit dann macht er dann vielleicht was ist dann aber auch sehr schnell beleidigt und zickt dann wieder. Andere Szene: er muss Hausaufgaben machen, fragt sie um Hilfe sie hilft. Dabei zickt er aber auch ständig rum. Für mich ist das unfassbar man hilft ihm und er zickt noch. Ich hab ihr oft gesagt, lass ihn, lass ihn in die Schule gehen ohne Hausaufgaben dann lernt er es. In der Schule ist er anständig mit den Lehrern komischerweise. Wenn wir zusammen sind geben wir ihm mehr Aufmerksamkeit als allen anderen und doch werden wir dann wieder mit rumzicken und reklamieren belohnt. Sein Vater ist wie gesagt keine Hilfe der Junge will nicht mehr zu ihm gehen, schämt sich für ihn, weil der Vater nichts auf die Reihe kriegt, auch nicht mal einen Job.

Beitrag von altehippe 03.05.11 - 22:58 Uhr

wenn er nicht zuhört, gehe ich davon aus, dass ihr direkt in der situation mit hin sprecht. besser wäre ein ruhiges und verständnisvolles einzelgespräch in einem ruhigen moment.
istt der vater großes thema bei ihm zu hause? vielleicht identifiziert er sich ja irgendwie mit ihm?

Beitrag von keahnig 03.05.11 - 23:05 Uhr

ich denke nicht dass ich jemals so oft und soviel mit einem Kind gesprochen habe wie mit ihm. Er hat bisher kaum Grenzen bekommen, konnte eigentlich machen was er wollte und wurde nicht bestraft. Jetzt wird es immer schlimmer und da schreit die Mutter dann auch mal dass er dann endlich hört. Er ist sehr intelligent und versteht sehr genau was man sagt. Wenn es Kuchen gibt ist es selbstverständlich für ihn, dass er das grösste Stück bekommt. Er hat ein sehr ausgeprägter Gerechtigkeits-Sinn, wenn es um ihn geht, nicht bei anderen. Er ist kein böser Junge, kann aber auch fies zu anderen sein, merkt es wohl kaum, meiner Tochter hat er gesagt, dass sie stinkt, ganz abgesehen, dass sie es nicht tat. Ich denke er sucht Aufmerksamkeit um jeden Preis. Sicher tut ihm einiges dann leid, aber meistens ist er dann einfach sauer. Ich weiss echt nicht was ich mit ihm machen soll, bin kurz vor dem Aufgeben...was nicht fair gegenüber seiner Mutter ist...aber ich bin einfach am Ende mit meinem Latein..

Beitrag von keahnig 03.05.11 - 23:08 Uhr

der Vater ist ihm peinlich er versteht nicht warum er sich so gehen lässt. Die Mutter versucht ihm vieles zu bieten, soweit es möglich ist. Wird auch geschätzt, im Moment aber am selben Abend kann er dann schon wieder zicken wenn er ins Bett muss zum Beispiel. Das ist nicht fair, jenes ist ungerecht und warum muss ich usw usw...wenn ich dabei bin oder das via Skype mitbekomme versuch ich ihm jedes mal zu erklären, beim nächsten mal ist wie neugestartet, alles wieder weg....mit der Respektlosigkeit und dem Frech sein habe ich auch grosse Mühe, wie soll er das dann später lernen, oder sind das Werte die nicht mehr zählen? Vielleicht bin ich ja altmodisch...

Beitrag von fraz 04.05.11 - 08:46 Uhr

Da helfen eigentlich nur klare Ansagen und Konsequenzen, wenn er nicht hört.
Er zickt rum, wenn man ihm bei den Hausaufgaben helfen soll? Aufstehen und in ruhigem, aber bestimmten Ton sagen, dass man unter diesen Umständen nicht gewillt ist, zu helfen.

Das ist ein Beispiel von vielen. Offensichtlich hat er zuhause den Respekt vor euch verloren, da ihr im keine Grenzen setzt. Die fordert er aber ein, gnadenlos.

Lasst euch helfen, vielleicht wäre eine Erziehungshilfe gut oder die Erziehungsberatungsstelle.

Und deine Idee der Pfadi finde ich gar nicht mal schlecht: Da muss er sich eingliedern und den Leitern Folge leisten. Auch ein Mannschaftssport wäre sicher hilfreich.


Alles Gute!