3 Jahre Elternzeit, jetzt doch besser kündigen?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von die-kitty1985 03.05.11 - 23:09 Uhr

Hallo ihr Lieben,
mein Sohn ist im Juni 2010 auf die Welt gekommen. Mit meinem AG ist vereinbart, dass ich drei Jahre Elternzeit nehme, da ich bei Wiedereintritt sofort Vollzeit im Drei-Schicht-Modell arbeiten müsste.
Nun habe ich aber beschlossen, nach diesen drei Jahren nicht mehr zu meinem AG zurück zu kommen. Ich möchte nach dem Jahr Elterngeld stufenweise wieder arbeiten, soll heißen, ich möchte gerne mit einem Minijob anfangen und mich dann steigern.
Ich werde demnächst also kündigen. Hier meine Fragen:
* Wie bleiben mein Wutzi und ich versichert, wenn ich gekündigt habe?
* Auf welches Geld habe ich "Anspruch" nach den drei Monaten "Sperrzeit"?
* Darf ich 400 Euro ohne Abzüge dazu verdienen, wenn ich dem Staat vorerst noch auf der Tasche liege?

Ich möchte eines noch klarstellen, da mir dieses Thema eigentlich ziemlich unangenehm ist, ich hatte deshalb nämlich schon mehrere Auseinandersetzungen mit "fleißigen" Mamas:
Ich bleibe nicht drei Jahre zuhause weil ich faul bin. Wie oben gesagt, mein AG nimmt mich nur wieder in Vollzeit im Drei-Schicht-Modell. Mein Mann arbeitet aber auch Schicht, meine Mutter hat von Anfang an klargestellt, dass sie gerne "mal" aufpasst aber nicht ständig und vorallem nicht fünf Nächte die Woche wenn ich Nachtschicht habe; das Drei-Schicht-Modell ist also ein Ding der Unmöglichkeit.
Dazu kommt, dass mein Kleiner -wie sage ich's am "hübschesten"- ein sehr temperamentvoller Wirbelwind ist, der weder tagsüber noch nachts richtig Ruhe findet und seeeeeehr, seeeeehr viel Aufmerksamkeit benötigt. Das möchte ich niemandem in meiner Familie zumuten, weil es wirklich ein Knochenjob mit ihm ist.
Die Kita kam für uns nie in Frage, da mein Mann 1. genug zum Leben verdient und 2. ich meinen Sohn in all seinen Entwicklungsschritten (am liebsten 24 Stunden :-p) begleiten möchte... Glucke, ich weiß ;-) aber das kommt, wenn der Sohnemann so ein Mamakind ist wie der meine...
Aber 24 Stunden meinen Sohn beglucken macht auf Dauer weder ihn noch mich glücklich #augen
Deshalb der Anfang mit dem Minijob.

Liebe Grüße und dankeschön für eure Ratschläge #danke

Beitrag von cgwkmg 03.05.11 - 23:31 Uhr

Hallo,

ich habe eine sehr ähnliche Situation. Ich bleibe auch komplett mit EZ zuhause parallel arbeite ich aber in einem Minijob, um im Job zu bleiben. Ich würde, wenn es geht, nicht kündigen sondern beim AG die Genehmigung einholen, dass Du nebenher auch woanders arbeiten darfst. Die Elternzeit im Hintergrund hat folgende Vorteile:
1. Du bist kostenlos in der gesetzlichen KV versichert (ist vor allem von Vorteil wenn der Mann privat versichert ist denn sonst muss der Mann die Frau teuer mitversichern)
2. Solltest Du wieder schwanger werden, bekommst Du immerhin in der Mutterschutzzeit 13 Euro/Tag Mutterschutzgeld von der KV.
Das ist so das, was mir dazu einfällt.
Du bist meines Erachtens auch überhaupt keine Glucke. Aber ich weiß, was man sich als Vollzeitmutter heutzutage anhören muss. Ich bin gerne bei meinen Söhnen. Diese Zeit ist so kurz und kommt nie wieder. Genieß es ruhig. Mein Mann ist zum Glück der gleichen Meinung und verdient genug für uns vier.

Miri

Beitrag von bi_di 04.05.11 - 05:49 Uhr

Wenn Du verheiratet bist und Dein Mann genug verdient, hast Du doch kein Problem.

Du und Kind könnt in die Familienversicherung Deines Mannes. Es sei denn, er ist privat versichert. Dann müsst ihr Euch selbst versichern.

Anspruch hättest Du auf ALG1 (sofern Du vor der Elternzeit 12 Monate eingezahlt hast). Allerdings musst Du dann dem Arbeitsmarkt mindestens 15 Stunden zur Verfügung stehen und eine Betreuung für Dein Kind nachweisen. Und ALG1 gibt es dann auch nur anteilig für die Stunden, die Du zur Verfügung stehst. ALG2 wird wohl nicht in Frage kommen, wenn Dein Mann genug zum Leben verdient.

Wenn Du dem Staat auf der Tasche liegst, werden auch die Einnahmen aus einem Minijob angerechnet.

Glucke muss man sich leisten können.

Was ich ganz und gar nicht verstehe, ist das Du Dich jetzt schon festlegen willst. Dein Kind ist knapp ein Jahr alt und Du hast noch 2 Jahre Elternzeit...


Grüsse
BiDi

Beitrag von die-kitty1985 04.05.11 - 07:06 Uhr

Festlegen muss ich mich, weil ich nicht mehr -auch nicht nach drei Jahren- zu meinem alten AG zurück kehren werde, ich aber gerne auf Minijob-Basis arbeiten möchte, mein AG mich aber das in seinem Betrieb 1. nicht lässt (wäre mit meinem Beruf sowieso nur eine reine Ausbeuterei) und 2. mir kein Okay für einen anderen AG geben würde.
Arbeite ich ohne sein Wissen woanders, komme ich jedoch in Teufelsküche.
Ich war vor der Elternzeit fünf Jahre im Betrieb, eingezahlt habe ich also.

Beitrag von windsbraut69 04.05.11 - 07:39 Uhr

Wenn er keine wirklich guten Gründe hat, kann er Dir die Nebenbeschäftigung nicht verbieten.
Und wenn Du es gegen seinen Willen doch tust - WAS soll Dir groß passieren außer einer Kündigung?

Bist Du Geheimnisträger und hast Klauseln dazu im Arbeitsvertrag, die Schadenersatz für den Fall vorsehen?

Gruß,

W

Beitrag von ichbins04 04.05.11 - 08:15 Uhr

hallo,

auch für deinen ag geltem gesetze !!!

wenn er dir keine teilzeitarbeit in elternzeit anbieten kann, ist er unter bestimmten vorraussetzungen verpflichtet, dir zu "erlauben" das du woanders in tz auf 400 euro basis arbeitest....

ich würde an deiner stelle jetzt bestimmt nicht kündigen.

das ist der größte fehler den du machen kannst !!!

du bist während der ez beitragsfrei versichert.

das ist das wichtigste.

da dein mann für euch alle genug verdient würde ich mich dfrum kümmern, vom ag eine schriftliche erlaubnis zu bekommen wo anders zu arbeiten...

ggf. würde ich das aussitzen, denn er hofft bestimmt, wenn er dir diese steine in den weg legt, das du kündigst !!

du willst eh nicht mehr zurück, also hast du nichts zu verlieren.

da würde ich echt für diese bescheinigung kämpfen und mir dann eine arbeit suchen, die zu eurem familienmodell passt

gruß

Beitrag von windsbraut69 04.05.11 - 07:36 Uhr

Ja, wenn Dein Mann genug zum Leben verdient, ist doch alles gut.
Ihr könnt Euch bei ihm familienversichern und Du kannst einen Minijob machen, von dem Euch nichts angerechnet wird, weil Ihr nichts beantragen müßt.

ALGI käme nur in Frage, wenn Du dem Arbeitsmarkt tatsächlich zur Verfügung stündest (min. 15h/Woche zu üblichen Zeiten mit nachweisbarer Betreuung fürs Kind) und ALGII schon gar nicht, da Dein Mann ja genug verdient.

Ich würde aber trotzdem nicht vor Ablauf der Elternzeit kündigen, sondern den AG um Erlaubnis für einen Nebenjob bei anderen AG bitten.

Gruß,

W

Beitrag von cami_79 04.05.11 - 07:47 Uhr

Guten Morgen,

du kannst ganz normal inn Elternzeit bleiben (3 Jahre). Du beantragst höchst offiziell einen 400-Euro-Job bei deinem AG. Den wird er ablehnen, da er dir das so wie du schreibst ja nicht anbieten kann. Dann beantragst du woanders arbeiten zu dürfen. Das darf er nur aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen (z.B. wenn er dich dringend selbst brauchen könnte) und mal ehrlich: Da du notfalls ohnehin kündigst musst du da auch keine Angst haben ihn zu verärgern.

Dann kannst du ganz "gemütlich" bei einem neuen AG während der Elternzeit "ausprobieren" wie das mit dem Arbeiten klappt und kannst bei Bedarf eventuell sogar die Stunden aufstocken (ich habe mit 4 Std. die Woche begonnen und arbeite jetzt bis zu 20). Wenn du dann siehst wo das hinführt, kannst du immer noch deinen alten Vertrag kündigen, ich würd ihn aber so lang es geht in der Hinterhand behalten, denn der Teufel ist ein Eichhörnchen ...

Grüße

PS: Wenn dein Mann genug verdient und du wg. fehlender Kinderbetreuung NICHT arbeiten kannst, dann gibt es auch nichts von Arbeitsamt/ARGE. ALG I gibt es nämlich nur wenn du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst und ALG II nur wenn ihr vom Gehalt des Ehemanns nicht leben könnt.

Beitrag von zwillinge2005 04.05.11 - 08:23 Uhr

Hallo "die-litty1985",


"* Darf ich 400 Euro ohne Abzüge dazu verdienen, wenn ich dem Staat vorerst noch auf der Tasche liege? "

"da mein Mann 1. genug zum Leben verdient"

was denn nun?

Du solltest in Elternzeit bleiben. Wenn Du arbeiten möchtest oder vielleicht doch musst, kann Dir Dein AG das nicht verwehren. Entweder er bietet Dir eine TZ-Stelle, oder er gibt sein o.k. für eine Nebentätigkeit bei einem anderen AG.

LG, Andrea

Beitrag von die-kitty1985 04.05.11 - 15:02 Uhr

Mein Mann verdient genug zum Leben, aber ich möchte einfach für mich noch etwas dazu verdienen.
Aber danke an alle für eure Ratschläge.
Ich werde auf alle Fälle mal nachfragen, ob er mir die Genehmigung für einen anderen AG zum Minijobben gibt.
#danke

Beitrag von derhimmelmusswarten 04.05.11 - 09:17 Uhr

Zuerst hatte ich Verständnis für deine Frage. Als ich dann aber gelesen habe, dass du deinen Job kündigen willst und dann ALG beziehen, OBWOHL dein Mann angeblich genug verdient und nicht bereit bist, dein Kind in die Kita zu geben... Nee, da hab ich dann kein Verständnis mehr für. Wenn du ALG I beziehen willst, musst du eine Kinderbetreuung nachweisen. Und da du dies innerhalb der Familie nicht hast, wirst du wohl, wie Millionen andere Mütter auch, auf einen Kitaplatz oder eine Tagesmutter zurück greifen müssen! Wenn du nicht willst, dass dein Kind fremdbetreut wird, dann kannst du auch kein ALG I beanspruchen, sondern musst dir einen Minijob suchen, der mit den Arbeitszeiten deines Mannes oder deiner Mutter vereinbar ist. Krankenversichern könnt ihr euch ja über deinen Mann. Das ist nicht das Problem!

Aber überdenk deine Voreingenommenheit gegenüber einer Kita nochmal gründlich. Ich bin ein absoluter Befürworter von Kitas. Für ein Kind ist es gewiss auf Dauer nicht unbedingt von Vorteil, wenn es ständig nur von seiner Mutter betreut wird. Schau dir mal eine Kita an (wenn für euch bezahlbar-das ist ja je nach Bundesland verschieden was die Gebühren betrifft) und DANN urteile nochmal darüber, ob das wirklich so "schlimm" für Kinder ist.

Beitrag von die-kitty1985 04.05.11 - 14:52 Uhr

Ich habe nicht in einem Satz erwähnt, dass ich Kitas (ich zitiere dich) "schlimm" finde.
Meine Aussage war, dass ich die Entwicklung meines Sohnes am liebsten 24 Stunden verfolgen würde und ich ihn deshalb nicht in professionelle Hände geben möchte.
Mal abgesehen davon: würde ich mein Kind bei einem 400,00 Euro Job in eine Kita oder einer Tagesmutter geben, arbeite ich quasi nur für die Kinderbetreuung. Was auch nicht wirklich Sinn machen würde meines Erachtens.

Ich MÖCHTE überhaupt kein ALG beziehen. Ich habe nur einmal gefragt, was uns zustehen würde.
ALG 1 scheidet aus weil eine Kinderbetreuung nicht vorliegt und ALG2 weil mein Mann für den Lebensunterhalt aufkommen kann.
Das war die Antwort auf meine Frage.

Beitrag von manavgat 04.05.11 - 10:19 Uhr

ch möchte nach dem Jahr Elterngeld stufenweise wieder arbeiten, soll heißen, ich möchte gerne mit einem Minijob anfangen und mich dann steigern.


Wie kann Frau eine so bescheuerte Entscheidung treffen, wenn die Rahmenbedingungen nicht klar sind?

Statistisch gesehen führen Minijobs nirgendwo hin, außer in prekäre Lebensverhältnisse und raus aus dem ersten Arbeitsmarkt.

Für ein gesundes Aufwachsen eines Kindes ist es kontraproduktiv von Mama - die keinen anderen Lebensinhalt hat - begluckt und erstickt zu werden.

Gruß

Manavgat

Beitrag von die-kitty1985 04.05.11 - 14:58 Uhr

Habe ich bereits irgendeine Entscheidung getroffen?
Oder habe ich eine einfache Frage gestellt, die du auch gerne einfach übergehen hättest können?

Woher willst du wissen, dass ich mein Kind ersticke?
Und woher nimmst du dir das Recht zu behaupten, meine "Beglucke" sei kontraproduktiv?
Du hast keinen blassen Schimmer von dem was mein Kind und ich in den letzten 11 Monaten durchgemacht haben, also halte in dieser Hinsicht einfach die Füße still.
Und was die Statistik sagt, ist mir ehrlich gesagt schnuppe.
Wenn nichts anderes möglich ist, arbeite ich lieber in einem Minijob als mein Leben lang gar nicht mehr.