wie sähe das rechtlich aus?

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von zottel 04.05.11 - 00:17 Uhr

Hallo,

Ich habe mal eine frage

Wir haben einen kleinen Vorgarten der ist umringt von einer hohen Hecke , weil zur Strasse raus und innerhalb noch mit Zaun gesichert.
Zur Seite gibt es ein Gartentor , abschliessbar also richtig mit Schlüssel das sit ca nur 1,20 hoch.
So nun sitzt unser Hund ( Labbi) gerne dahinter und schaut auf die Strasse, dabei legt er seinen Kopf oft schräg, sieht wohl sehr niedlich aus. Zumindest lockt es immer wieder Fussgänger an die dann einfach über das Tor fassen und den Hund streicheln. Sie ist freundlich aber was wenn mal nicht, heute hat eine Mutter ihr Kind ( vielleicht 2 jahre) über das Tor gehoben damit es den Hund besser stteicheln kann...ich weiß hört sich an als ob es nicht wahr wäre ...aber es ist genauso gewesen.

Wie würde soetwas rechtlich aussehen? Das habe ich mich heute nach dem Vorfall wirklich gefragt...

Zottel

Beitrag von windsbraut69 04.05.11 - 06:42 Uhr

Meiner Erfahrung nach zieht der Hundebesitzer immer den Kürzeren, weil er seiner Sicherungspflicht nicht nachgekommen ist, wenn jemand zu Schaden kommt.

Unsere Nachbarn hatten mal Stress, als ein Kind den Arm durch den Maschendrahtzaun gesteckt und dann im Grundstück glücklicherweise nur in den Finger gezwickt wurde.

Hast Du die Mutter mal angesprochen? Die Geschichte ist übrigens gar nicht soo unrealistisch, uns ist vor Jahren mitten in der Stadt mit großem schwarzem Hund mal was ähnliches passiert. Wir konnten gar nicht so schnell gucken, wie ein dusseliger Vater sein Kleinkind im Buggy unserem Hund direkt bis zum Anschlag vor die Nase bzw. an die Brust geschoben hat (Auge in Auge praktisch), damit er in schön antatschen kann....

Trotzdem würde ich das Tor erhöhen.

Gruß,

W

Beitrag von meandco 04.05.11 - 07:46 Uhr

häng noch ein schild ans tor, dass er wachhund ist ... das gilt als warnung für passanten - damit bist du soweit aus dem schneider. konsequenzen wird es natürlich trotzdem haben, aber du und dein hund steht besser da, weil die passanten ja damit rechnen mussten dass er beißt ... so habt ihr gute argumente #pro

spreche aus erfahrung, wurde uns vom versicherungsvertreter so geraten nachdem mein damaliger hund einen mann gebissen hatte der ihn getreten hat #augen seither hängen bei uns aus prinzip in alle richtungen (hund ist wirklich wachhund auf offenem landwirtschaftlich genutzten gelände) derartige schilder. zum wald hin sogar mit der eindeutigen aufschrift, dass der bissig ist (auch wenns der neue meine eltern nicht machen würd ;-)).

und deine story mit der mutter glaub ich dir ... ich beobachte solche schwachköpfe auch dauernd ...
frauen die mit dem kiwa plötzlich von der seite her meine hündin fast anfahren damit das kind den hund sehen kann #schock frauen die meine hündin mit plastiksackerln angreifen während ihr kind grade versuchen sie zu streicheln und sie eigentlich nur ihren weg gehen will ... etc etc etc
und wenn du dann fragst ob sie noch ganz bei trost sind, dann sind sie die unschuld und das unverständnis selbst #aerger

lg
me

Beitrag von trollmama 04.05.11 - 08:03 Uhr

Mein Rat: SOFORT einen anderen Versicherungsvertreter suchen, denn den Schwachsinn, den der erzählt hat, kann (für Euch) ungeahnte Konsequenzen haben!

Man kann natürlich mit einem Schild am Gartenzaun auf einen Hund hinweisen. Sobald aber eine eindeutige Warnung (z. B. 'Achtung! Bissiger Hund') kann es rechtlich dahingehend gewertet werden, daß der Hund eben sehr bissig ist. Somit muß dieser besonders gesichert werden, damit von ihm keine Gefahr ausgehen kann. Sollte der Hund ohne diese Sicherung zubeißen, hast Du als Hundehalter ein verdammt großes Problem, weil Dir die 'Gefährlichkeit' Deines Hundes bekannt ist, Du aber außer einem Schild nicht viel unternommen hast, um vorbei gehende Passanten (auch wenn sie es sind, die die Finger durch den Zaun stecken) vor Deinem Hund zu schützen.

Somit kann es passieren, daß Du strafrechtlich viel höher zur Verantwortung gezogen wirst.

In meinen Augen MUSS ein Versicherungsvertreter das wissen! Und wenn er auf diesem Gebiet schon versagt, dann kann er von dem Rest auch keine große Ahnung haben.

Viele Grüße
Trollmama

Beitrag von meandco 04.05.11 - 08:28 Uhr

wusste er und hat es uns auch gesagt ... ;-)

mein alter knochen musste dann sowieso einen beißkorb tragen da er ja quasi amtsbekannt war - nur nachts ging er ohne ... da sollte er ja auch seiner aufgabe nachkommen ...

und ich hab der te ja geraten ein schild von wegen wachhund aufzustellen und nicht dass er bissig ist!

lg
me

Beitrag von windsbraut69 04.05.11 - 09:34 Uhr

Der darf auch nachts niemanden beißen, wenn das Grundstück nicht ordnungsgemäß gesichert ist.
Ist es ordnungsgemäß gesichert, kann er wiederum niemanden beißen!

Gruß,

W

Beitrag von trollmama 04.05.11 - 12:13 Uhr

>>und ich hab der te ja geraten ein schild von wegen wachhund aufzustellen und nicht dass er bissig ist!<<

Auch ein Wachhund kann bissig sein.....

Viele Grüße
Trollmama

Beitrag von meandco 04.05.11 - 08:32 Uhr

ach ja ... und passanten gibts bei uns keine ... am berg, ganz alleine, noch nicht mal ein weg geht vorbei ...

wer da also landet ist schon lange wiederrechtlich auf diversen privatgründen unterwegs #cool

lg
me

Beitrag von windsbraut69 04.05.11 - 09:36 Uhr

Mit Rechtsberatung durch einen Versicherungsvertreter wäre ich eh vorsichtig, aber diesem Exemplar würde ich auch in Versicherungsfragen nicht mehr trauen.

LG

Beitrag von windsbraut69 04.05.11 - 09:33 Uhr

Das Schild wird Euch gar nichts nützen, wenn Ihr den Hund nicht hinter ordnungsgemäßem Zaun haltet!

LG,

W

Beitrag von trollmama 04.05.11 - 08:06 Uhr

Hallo!
Du hast als Hundehalter die Pflicht Deinen Hund so zu halten und zu sichern, daß keine Gefahr von ihm ausgeht. Dazu gehört auch, daß Du selbst die Passanten vor ihm schützen mußt, die ihre Finger nicht bei sich behalten können und Deinen Hund durch den Zaun hindurch streicheln.
Hätte Dein Hund zugebissen, dann wärst Du dafür verantwortlich gewesen.
Es hört sich vielleicht unglaublich an, aber es ist leider so.
Viele Grüße
Trollmama

Beitrag von windsbraut69 04.05.11 - 09:35 Uhr

Ja, es ist leider so.
Im Zweifelsfall darf ein Hund nicht mal ungestraft einen Einbrecher fressen.

LG

Beitrag von pechawa 04.05.11 - 08:25 Uhr

Hallo,

erstmal sollte jeder Hundebesitzer eine Haftpflichtversicherung für seinen Hund abgeschlossen haben, die im Falle eines Beißunfalls greifen würde. Es ist so, dass du für alle Schäden aufkommen musst, die dein Hund verursacht.
Wahrscheinlich hast du einen gelben Labbie, die sehen irgendwie niedlich aus ;-) mit einem schwarzen würde dir das wahscheinlich nicht passieren!
Ich würde auch ein Schild hinhängen, z.B. sowas
http://www.google.de/search?um=1&hl=de&biw=1280&bih=661&site=search&tbm=isch&sa=1&q=hundewarnschild+labrador&aq=f&aqi=&aql=&oq=

LG Pechawa

Beitrag von aakon2007 04.05.11 - 11:31 Uhr

Hi, leider nützen dir diese Schilder rechtlich gar nix.Sie sind nur großer Quatsch! Selbst wenn drauf steht: Bissiger Hund, hast im Ernstfall Pech. Weil dann heißt es da steht doch bissig drauf, sie wissen das ,aber sie halten ihren Hund nicht so das er anderen nicht schaden kann. Rechtlich halbwegs was nützt, ist wenn draufsteht: Vorsicht freilaufender Hund,Betreten auf eigene Gefahr. Selbst dann kannst net sicher sein das im Ernstfall das Recht auf deiner Seite ist. Ein befreundeter Polizist hat mal gesagt das die ganzen Schilder nix sind.
Lg Elfi

Beitrag von pechawa 04.05.11 - 11:47 Uhr

Hallo,

das Schild soll ja auch nicht den Halter vor Regressansprüchen von Menschen, die gebissen wurden schützen, sondern generell abschrecken, den Hund anzufassen ;-) Als Tierhalter musst du IMMER für die Schäden aufkommen, bzw. deine Haftpflicht, wenn du eine abgeschlossen hast!

LG Pechawa

Beitrag von aakon2007 04.05.11 - 11:58 Uhr

Hi, das stimmt schon was du sagst, aber mit nem Schild Vorsicht bissiger Hund machst alles nur schlimmer. Dann hast erst recht Probleme. Und der Arme Hund hat evtl dann auch noch Maulkorbpflicht....
Lg Elfi#liebdrueck, die auch die Mutter sofort zur rede gestellt hätte!

Beitrag von pechawa 04.05.11 - 15:49 Uhr

Oh je - gut zu wissen!
Dann würde ich es so lassen, wie es ist, allerdings darauf achten, dass die Gitter beim Tor so klein sind, dass der Hund nicht mit dem Maul durch kommt und wer dann da die Hand rein hält, ist selber schuld, wenn er gebissen wird! Ob er dann Schmerzensgeld verlangen kann, glaube ich nicht, denn er hat sich selbst in diese Gefahr gebracht! Und ich wüsste nicht, welchen Schaden der Hund dann noch angerichtet hätte, außer die Bisswunde #kratz

LG Pechawa

Beitrag von windsbraut69 04.05.11 - 16:47 Uhr

"dass die Gitter beim Tor so klein sind, dass der Hund nicht mit dem Maul durch kommt und wer dann da die Hand rein hält, ist selber schuld, wenn er gebissen wird!"

Von wegen!

LG

Beitrag von trollmama 04.05.11 - 17:47 Uhr

>>Ob er dann Schmerzensgeld verlangen kann, glaube ich nicht, denn er hat sich selbst in diese Gefahr gebracht!<<

Sorry, ich verstehe nicht wieso Du hier falsche Angaben machst, obwohl ich schon weiter oben ganz klar geschrieben habe, daß der Hundehalter in der Verantwortung steht!

Sollte die TE wegen Deiner unrichtigen Ratschläge Probleme bekommen, übernimmst Du dann dafür auch die Verantwortung?

Und um es Dir schwarz auf weiß zu zeigen:

http://www.versicherung-forum.com/blog/versicherung-fuer-hunde-hundehalterversicherung/

Lies Dir den Abschnitt 'Hundehalter obliegt Verkehrssicherungspflicht' ganz genau durch. Auch wenn sich der Geschädigte in diesem Fall über den Zaun gebeugt hat, so gilt die Haftung auch für 'Finger durch den Zaun'.

Und um noch deutlicher zu werden: Es kommen auf den Halter nicht nur zivilrechtliche Ansprüche zu, sondern es drohen evtl. auch noch strafrechtliche Konsequenzen.

Viele Grüße
Trollmama

Beitrag von pechawa 04.05.11 - 18:52 Uhr

Dann lese doch bitte mal richtig, was ich schrieb #augen
Ich schrieb weiter oben, dass jeder für sein Tier in Haftung treten muss und in diesem threat schrieb ich lediglich, dass er keinen Anspruch auf Schmerzensgeld hat, dass ist ein Riesenunterschied #aha
Haftung für jeglichen Schaden, aber kein Schmerzensgeld! Das wäre ja noch schöner, denn dann könnte jeder sich freiwillig von einem Hund beißen lassen und hinterher Geld kassieren .....

LG Pechawa

Beitrag von pechawa 04.05.11 - 19:03 Uhr

... ach ja, wenn du z.B. durch die Fußgängerzone gehst, wirst von einem Hund gebissen, der evtl. nicht angeleint war oder auch wenn er an der Leine war, dann hast du evtl. Anspruch auf Schmerzensgeld zu deinem Schaden, weil du für diese Situation nichts konntest.
Eine Haftpflichtversicherung müsste meines Erachtens für jeden Hundehalter Pflicht sein, genau wie die Autoversicherung. Es gibt unzählige Menschen, die durch einen Hund geschädigt wurden und nie ihren Schaden ersetzt bekamen, weil der Hundehalter keine Haftpflicht hatte und selbst mittellos war :-( Wer sich keine Haftpflicht leisten kann, sollte auf einen Hund verzichten, oder die Möglichkeit haben, Beihilfen dafür zu bekommen!

LG

Beitrag von zocl 04.05.11 - 21:16 Uhr

Also in Berlin ist es Pflicht eine Hundehaftpflicht abzuschliessen..

es kann auch viel unböser laufen..
lieber Hund sieht lieben Hundefreund auf anderer Strassenseite und rennt über die Kreuzung.. Auto bremst, die nächsten 3 fahren auf..
..da kämme schnell was zusammen

Für das Tor würde ich Kaninchendraht empfehlen, gibts in jedem Heimwerkermarkt.. davon abgesehen, sollte ein Hund auch nicht in kleine Kinderfinger beissen wenn sie durch den Zaun kommen und nervig sind :)
.. aber wahrscheinlich hat dein Hund genau diese Art von Charme und Ausstrahlung wodurch immer wieder neue kleine Finger durchgesteckt werden.. und das ist schön :)

Grüße

Beitrag von alkesh 04.05.11 - 10:57 Uhr

Leider zieht man da den Kürzeren was ich ziemlich daneben finde, denn ist ist ja nicht mein Problem wenn Eltern ihren Kindern nicht beibringen können das man keine fremden Hunde streichelt, ich könnt da jedes Mal ausrasten #aerger

Stell doch mal ein Schild hin: "vorsicht bissig" oder "bitte nicht anfassen"!

Ich hätt die Mutter übrigens zur Rede gestellt!

LG

Beitrag von aakon2007 04.05.11 - 11:53 Uhr

Hi, mit so nem Schild machst es bloß noch schlimmer! Dann mußt du deinen Hund nämlich so sichern das er niemanden schadet! Diese Schilder sind gefährlich! Weil du dann einen bissigen Hund nicht genügend sicherst!Und du wustest das... Geht im Ernstfall ins Gegenteil!
Lg Elfi

Beitrag von anarchie 04.05.11 - 11:39 Uhr

Hallo!


Lieder bist du da rechtlich im Ernstfall IMMER die Blöde!
Schilder bringen dir da garnichts.
Es ist dein Hund und du musst unter allen umständen Sorge tragen, dass er Keinem schadet.
Dann musst du deinen Garten so sichern, dass Niemand rankommt - unfair, ist aber so.

Meine Freundin hatte mal ernsthaft Ärger, weil ihr Hund in ihrem Haus einen Einbrecher gestellt hat(Pfoten auf den schultern, Maul am Hals) und der Typ einen Kratzer hatte weil er wir iree rumgehampelt hat...

lg

melanie