gestern bei der Scheidungsanwältin - Achtung: lang

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von anke78 04.05.11 - 10:06 Uhr

Hallo,

ich habe mich im Februar 2010 von meinem spielsüchtigen Mann, der mich behandelt hat, als sei ich der letzte Dreck und mich irgendwann gar nimmer wahr genommen hat, endlich getrennt.

Da er nicht tätig wurde, habe ich einen Termin bei der Anwältin gemacht und dieser war dann gestern Mittag.

Kurz zur Info: Wir haben einen Ehevertrag gemacht, weil das Haus, in dem wir wohnten von ihm finanziert wurde und der Rest des Geldes von seinen Eltern beigesteuert wurde und ich wollte davon auch nie was haben. Ich hab an ihn Miete gezahlt und mich genau zu 50 % an sonstigen Kosten (Gas, Wasser, Strom, Telefon, Lebensmittel) beteiligt. Auch hier ist alles geregelt. Es gibt noch ein paar Gegenstände aus dem gemeinsamen Haushalt, die mir gehören, und auf die ich seit über einem Jahr warte (d. h. mein Bruder würde sie für mich abholen, ich möchte nicht mehr in das Haus), aber auch das wurde gestern bei der Anwältin geregelt.
Die Ehe besteht noch keine 3 Jahre, also steht mir auch kein Versorgungsausgleich zu bzw. im Juli wären es 3 Jahre, wenn sich das Gericht jetzt Zeit lässt, dann verzichte ich aber auch darauf.

Nun zu meinem Problem bzw. zu dem, was mich so verletzt hat: Laut Ehevertrag (am 30.06.2008 geschlossen) sind die Dinge, die ich für den gemeinsamen Haushalt oder den Garten gekauft hab, als Kredit von mir an ihn zu verstehen. Wir lebten schon seit Ende 2002 in dem Haus und ich hab fast alle Pflanzen in dem Garten selbst bezahlt (und auch gepflanzt, er hat sich nie im Haushalt und Garten an Arbeiten beteiligt, aber das ist ein anderes Thema), ab 2008 waren das nicht mehr viele Ausgaben, bis auf die Beteiligung von 170,- € an einem Ampelsonnenschirm und Geld für ein paar Pflanzen. Ich konnte gerade noch sagen: "Dieses Geld stünde mir also noch zu" (und wollte noch weiter sagen, "ich will aber auch davon nix"), als er die Anwältin bat, uns alleine zu lassen und meinte, das sei lächerlich.

Ich solle mal überlegen, was seine Eltern und er in den 12 Jahren und 3 Monaten unserer Beziehung in mich "investiert"#schock hätten, was sie mir alles geschenkt hätten.
Es stimmt, seine Eltern sind reicher als meine, sie hatten einige Grundstücke, die sie gut verkaufen konnten und ihr Haus, in dem sie leben, ist längst abbezahlt. Zu Weihnachten oder zum Geburtstag gab's dann tatsächlich zwischen 200 € und 500 € und einen Pullover oder so.

Ich hab darauf verzichtet, ihn darauf hinzuweisen, wie oft ich ihm Geld geliehen hab, wenn er wieder alles verzockt hatte (ich weiß, dass das falsch war) oder dass ich damit oft das gemeinsame Konto ausgeglichen hab.

Meine Eltern konnten nicht soviel wie seine schenken, das ist richtig, ihr Haus ist noch nicht abbezahlt, aber es sind gute und anständige Leute, die ihn richtig gern hatten und immer von Herzen geschenkt haben und auch überlegt haben, was ihm Freude machen könnte.

Ich hab ihn dann gestern mal gefragt, wer seiner Meinung nach anteilsmäßig mehr gibt, einer der 1000 € im Monat hat und 20 € gibt oder einer der nur 100 € hat und 10 € gibt (nur ein Beispiel). Darauf konnte er erstmal nix sagen, dann kam: "Trotzdem kann man das, was du von uns bekommen hast, nicht damit vergleichen, was ich von euch bekommen hab."#kratz

Und dann kam der Knaller: Seine Mutter hat ihm erzählt, sie hätte mein Brautkleid gekauft, davon habe er ja nix gewusst (was nicht stimmt).:-[

Das ist so aber nicht wahr. Ich hatte beide Mütter bei der letzten Anprobe (da war das Kleid schon von mir gekauft worden) mit dabei, meine Noch - SM muss die Verkäuferin gefragt haben, was das Kleid gekostet hat (700,- €, Modell von 2007, aber das war mir egal, es war mein Traumkleid) und 3 Wochen später, an meinem 30. Geburtstag, bekam ich exakt diesen Betrag geschenkt.
Ich bin mit dem Umschlag zu meinen SE und hab gesagt, dass ich es nicht annehmen kann, da waren sie fast beleidigt und haben mir zu verstehen gegeben, dass sie es nicht zurück wollen und sie doch sooo froh wären, dass wir nach 10 Jahren endlich heiraten und dass sie auf viele Enkel hoffen...

Ich bin so verletzt wegen des Verhaltens meines Ex, er hat gerade so getan, als hätte er mich aus der Gosse geholt, was totaler Quatsch ist. Ich hab ihm gesagt, dass ich denke, dass durch meinen Verzicht auf den Versorgungsausgleich und das Geld für Blumen und weitere Anschaffungen wir nun quitt bezüglich "Investitionen seiner Familie in mich" seien. Das hat er bejaht.

Dennoch frage ich mich, ob ich ihm zusätzlich die o. g. 700,- € (fürs Brautkleid) überweisen soll - von mir aus kann er sie - wie früher - gleich in den nächsten Automaten stecken. Seinen Eltern würde ich dann eine Kopie des Überweisungsbeleges zukommen lassen...

Vielleicht gibt das aber dann nur noch Streit und "böses Blut"??!!

Was würdet ihr tun?

#danke im Voraus für eure Antworten und sorry, dass es so lang geworden ist, aber ich musste ja auch irgendwie die Hintergründe erklären.

LG Anke

Beitrag von schnee-weisschen 04.05.11 - 10:12 Uhr

Hey,

ich würde es definitiv nicht überweisen.
Was interessiert es Dich, was diese Leute noch über Dich denken, wenn ihr Euch sowieso scheiden lasst?

Keine weiteren (finanziellen) Zugeständisse, es sei denn, Du wirst gerichtlich dazu gezwungen.

LG

sw

Beitrag von lichtchen67 04.05.11 - 10:30 Uhr

Ich würde es nicht zurücküberweisen. Es ist 2 Jahre her, was soll das bringen?

Ich würde jetzt einfach "gut sein lassen" und einen Schlussstrich ziehen. Wenn die meinen, sie haben Dein Hochzeitskleid bezahlt, lass sie das doch meinen. Nach einer Trennung wird immer mal "böse" über den Ex oder die Ex geredet.....

Lichtchen

Beitrag von badguy 04.05.11 - 11:13 Uhr

Lass es, das bringt nichts. Es geht doch eh nur um Störfeuer auf emotionaler Ebene. Zieh das sachlich durch, beteilige dich nicht an der Aufrechnerei und konzentrier dich auf dein neues Leben. Leicht gesagt, ich weiß, mich nervt die ewige Rumzickerei meiner Ex auch rund um die Uhr aber schließ ab!

Beitrag von bensu1 04.05.11 - 11:35 Uhr

hallo,

ich sehe auch geldgeschenke als geschenke an, somit würde ich ihm das geld nicht überweisen.

diese hochrechnerei würde ich lassen, schließlich hast du ihm u.a. miete und die hälfte der lebenskosten bezahlt.

eine scheidung kostet nerven, lass dich weder provozieren noch verunsichern. wenn er nicht aufhört, weiteres kapital aus der scheidung zu schlagen, nimm dir besser einen eigenen anwalt.

alles gute und lg
karin

Beitrag von anke78 04.05.11 - 12:01 Uhr

Hallo,

erstmal #danke für eure Antworten!

Bitte nicht falsch verstehen: Er fordert kein Geld mehr von mir, auch nicht für das Kleid.

Er hatte gestern nur angefangen "hochzurechnen", was ich alles von seinen Eltern und von ihm geschenkt bekommen hab und begründete damit, dass ich keinen Anspruch auf die Erstattung des Geldes, das ich für Pflanzen und Dinge für den Haushalt (seit der Eheschließung) ausgegeben habe, hätte. So begründete er auch, dass ich keinen Anspruch auf den Versorgungsausgleich hätte.

Ich habe auf beides verzichtet! Lediglich ein paar Dinge aus dem Haushalt, die sich noch bei ihm befinden, bekomme ich (wurde im Beisein der Anwältin geklärt).

Die Anwältin ist übrigens offiziell und rechtlich gesehen, MEINE Anwältin. Es soll eine einvernehmliche Scheidung werden (mit Teilung der Kosten), sie kann aber vor Gericht nur eine Partei vertreten, das werde ich sein.

D. h. es ist eigentlich alles geklärt, keiner von uns wird weitere Schritte einleiten, dieses Aufrechnen hatte mich nur sehr verletzt und ich hatte überlegt, die Kosten für das Kleid freiwillig zurück zu überweisen; obwohl ich es gekauft hatte und 4 Monate später von meinen SE diesen Betrag zum Geburtstag erhalten hatte.

Ich werde es aber nicht tun (danke für eure Ratschläge), da ich oft genug das gemeinsame Konto ausgleichen musste, weil er unser Geld verzockt hatte (das waren mehr als 700,- €).

Nochmals "Danke"!

LG Anke

Beitrag von seelenspiegel 04.05.11 - 11:40 Uhr

Kleiner Tip: Hör mit dem Kleinkram auf, und schau zu dass Du alles einfach nur abschliessen kannst.

Du bist verletzt? Er wahrscheinlich auch...interessiert aber nicht.

Schluck es runter und mach klar Schiff und dann auf zur nächsten Insel....der Weg ist das Ziel !

Beitrag von maeusebande04 04.05.11 - 13:53 Uhr

Hallo Anke,

in meinen Augen machst du dir einfach zuviele Gedanken darüber was einmal war.

Mal ganz ehrlich, mit dem Kleid hat dein Ex doch garnichts an der Brause und das Geld haben dir doch die Schwiegereltern freiwillig gegeben. Also meiner Meinung ist das Geld ein Geschenk gewesen und Geschenke sind freiwillig, du hast sie doch nicht darum gebeten dir diese Summe zu schenken. Demnach sehe ich auch nicht das du das Geld, deinem Ex Überweisen solltest. Es war ja schließlich ein Geschenk an dich von seinen Eltern.

Ich würde erst tätig werden, wenn meine Schwiemu direkt auf mich zukommen würde, der würde ich dann mal nahe legen das sie dir freiwillig das Geld geschenkt hat.

Zurück geben würde ich da garnichts.

Lass kleinigkeiten ruhen, das bringt doch eh nichts mehr.

Schließ ab mit der Sache.

Alles alles gute

Beitrag von mitti8 04.05.11 - 15:21 Uhr

Hallo Anke #winke,

überweise ihm das Geld nicht! Er würde es nur ausgeben. Außerdem war es ja ein Geschenk. Es gehört dir!

Ich kann nachfühlen, dass du einfach deine Ruhe und alles nur so schnell wie möglich hinter dich bringen willst. Und ich weiß auch, wie weh das tut, wenn der Partner Dinge behauptet, die nicht stimmen.

Mein Ex hat nach der Trennung behauptet, ich hätte ihn ausgenutzt. Dass er jedoch in meinen 2 Wohnungen (hatte bis vor kurzem auch eine Wohnung in Wien) wohnte und mir dafür insgesamt 250 (!) Euro Miete gab, hat er vergessen. Wahrscheinlich ist ihm nicht klar, dass eine Wohnung in Wien ab 380 Euro aufwärts kostet ;-). Für ihn war auch klar, dass er auch nach der Trennung in der Wiener Wohnung bleibt, ohne das mit mir abzusprechen. Ich habe immer alle Ausgaben genau aufgerechnet, obwohl ich im Moment nur ein Einkommen von 700 Euro habe und er mehr als das doppelte verdient.

Hör einfach nicht darauf, was er sagt und versuche, das auszublenden. Es reicht, wenn du weißt wie du bist. Bei meinem Ex kam ich noch auf eine bittere Sache drauf, die seine Familie nicht wissen darf. Seitdem behauptet er, denke ich, nicht mehr, ich hätte ihn ausgenutzt.

Liebe Grüße und wie gesagt, du musst dir nicht alles zu Herzen nehmen, was er sagt ;-)