Grenzen testen extrem bei der Oma

Archiv des urbia-Forums Kleinkind.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von braut-die-sich-traut 04.05.11 - 11:33 Uhr


Unser Kleiner ist jetzt 2,5 Jahre alt und ein ziemlicher Rabauke.
Er probiert gerade total aus, was er bei wem darf.
Meine Mama liebt er total aber sie ist jedes Mal fix und alle, wenn er ein paar Stunden bei ihr war. Er macht nur Blödsinn und dreht dort total auf.
Zuhause ist er auch kein ruhiges Gemüt aber bei Oma macht er nur Quatsch, krazt, beiss und haut sogar. Sie sagt, dass sie ihn dann auch schimpft aber ohne Wirkung/Besserung.
Kennt ihr das auch? Würde es ja als Rebellion gegen meine Mum betrachten aber er liebt seine Oma wie gesagt total und quietscht jedes mal vor Freude sobald sie kommt (er ist in der Woche 1-2 mal dort wenn ich arbeite).
Weiss gerade echt nicht mehr weiter...

Danke für Eure Erfahrungen

Beitrag von christianeundhorst 04.05.11 - 12:32 Uhr

Hallo Du,
also daß ein Kind aufdreht wenn es bei der Oma ist finde ich ganz normal. Das ist halt auch überschäumende Lebensfreude und Energie. Was heißt denn "er macht nur Blödsinn" ? Schildere doch mal ein paar Situationen. Hauen , kratzen und beißen ist in dem Alter leider normal, aber natürlich sollte man da gegensteuern, deutlich sagen, daß dieses Verhalten nicht geht und Alternativen aufzeigen ( Kissen hauen, Füße trampeln, alles einmal kräftig rausschreien etc ). Ansonsten muss halt Deine Mutter sehen, wo IHRE ganz persönlichen Grenzen sind und diese immer wieder deutlich und PERSÖNLICH ansprechen ( z.B.:"ICH möchte nicht, daß Du dies machst" "ICH habe heute Kopfschmerzen und möchte, daß Du leise spielst") etc. Ich empfehle dazu das Buch "Grenzen, Nähe,Respekt" von Jesper Juul.
Dein Kind ist halt auch in der Autonomiephase und dazu gehört immer mal wieder eine recht anstrengende Zeit. Nenne doch mal ein paar Beispiele dann kann ich ggf konkreter helfen. Ansonsten kann ich dazu nur sagen: Ist ganz normal in dem Alter. Da müssen wir Eltern ( und ggf auch Großeltern) durch ;-)


Liebe Grüße,
Chris mit Frieda Lina 2 Jahre und 10 Monate

Beitrag von aggie69 04.05.11 - 13:24 Uhr

Er rebelliert nicht gegen die Oma, sondern ist sich ihrer Liebe und seiner Position dort zu sehr bewußt.
Du kannst nur gegen steuern und ihm klar machen, daß er dort nicht mehr hin darf, wenn er sich nicht ordentlich benehmen kann. Wir haben auch schon öfter einen Besuch bei Oma abgebrochen, weil mein Sohn dort zu sehr "aufgedreht" hat. Da es "nur" die Oma ist, kannst Du ihn ja bestrafen, indem er da nicht mehr hin darf.
Schwieriger wird es, wenn er das nur bei Mama macht. Du kannst ihn ja schlecht von Dir fern halten.

Mein Sohn hat mal eine Woche im Kindertgarten "wilde Sau" gespielt. Hat nur gebockt, gestänkert, sich nichts sagen lassen, Spielzeug rumgeworfen usw. Leider habe ich das erst Donnerstags erfahren, da seine Erzieherin die anderen Tage nicht mehr da war, wenn ich ihn abgeholt habe. Freitag war er dann krank. Ich habe ihn gefragt, ob er in den Kindergarten will und er hat ja gesagt. Da habe ich ihm gesagt, daß ich gehört habe, daß er die ganze Woche nicht lieb war und jetzt wollen die anderen Kinder nicht mehr mit ihm spielen und wollen ihn dort auch nicht mehr haben - also muß er zu Hause bleiben! Er hat Rotz und Wasser geheuelt und gesagt, er will jetzt immer lieb sein usw. Hat ihm aber nichts genützt - bei 38 Fieber bleibt er zu Hause!
Am Montag früh habe ich ihn gefragt, ob er in den Kindergarten will und er hat wieder ja gesagt. Da habe ich ihn gefragt, ob er mir verspricht, daß er jetzt lieb ist und nicht wieder im Kindergarten verrückt spielt. "Bin lieb" hat er geantwortet. Fieber war weg also habe ich ihn wieder in denKindergarten gebracht. Nachmittags fragt mich seine Erzieherin, was ich mit ihm gemacht habe - so lieb war er noch nie. Da habe ich es ihr erzählt und sie war erstaunt, wie gut das geklappt hat.
Ich habe auch mal beobachtet, daß ein anderes Kind dort eine Zeit lang extrame Wutanfälle bekam und oft mit anderen Kindern gestänkert hat. Dann war der Junge krank und mußte zu Hause bleiben. Meinen Sohn habe ich gesagt, daß er Junge bestimmt nicht in den Kindergarten kommen darf, weil er so frech war. Das hat er dann mit großen Augen verfolgt und hat es sich sehr zu Herzen genommen.