Migräne

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von ficus 04.05.11 - 12:15 Uhr

Hallo,
eine Bekannte von mir hat immer wieder starke Migräneanfälle (starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, etc.). Sie lässt sich in einem Schmerzzentrum behandeln. Dort wurde bisher folgendes gemacht: Kopf untersucht, Magen + Herz untersucht - nichts gefunden.

Die Therapie erfolgt lediglich mit starken Schmerztabletten.

Ihre und auch meine Vermutung ist, dass die Migräne mit einer bestimmten Überlastung zusammen hängt (Weiterbildung, Haushalt, Arbeit). Der behandelnde Arzt möchte sie am liebsten in eine Schmerzklinik einweisen. Nur, wenn die Migräne mit der genannten Belastung zusammen hängt, was soll denn dann bitte ein Aufenthalt in einer Schmerzklinik bringen? Da sind doch dann alle auslösenden Faktoren verschwunden und somit die Diagnose: Sie haben nichts!
Ich habe ihr schon mehrfach gesagt, sie soll ihren Tagesablauf anders organisieren, vor allem ihre Familie mehr einbinden. Als sie die Weiterbildung gesundheitlich unterbrach, ging es ihr super und sie hatte keine Migräne. Als sie diese weiterführte, begann alles wieder von vorn.
Zu mir sagt sie zwar, dass ich Recht habe, jedoch bin ich mir noch nicht mal sicher, ob ihr Arzt auch von dieser Vermutung weiß. Sie ist eher der sehr schüchterne Typ und von daher denke ich, dass sie dem Arzt nichts sagt, sondern auf eine Diagnose von ihm wartet.
Entspannungsübungsübungen? Dafür habe ich keine Zeit
Umorganisation zuhause? Da macht mein Mann nicht mit
Meine Antwort dann: Tja, wenn die Zeit zum (Sorry) Kotzen und im Bett liegen am Wochenende da ist und sowohl eigenes Wohlbefinden, Arbeit als auch Weiterbildung auf der Strecke bleiben, kanns ja nicht so schlimm sein. (ich wollte mal provozieren).
Ob ich wenigstens zum Nachdenken angeregt habe? Keine Ahnung. Habe eher den Eindruck, der Arzt ist der Gott in Weiß und solange er nichts sagt, ...
Was meint ihr?
Wie hoch wäre die Möglichkeit für eine organische Ursache für Migräne allgemein und in diesem Fall?
Wie hoch die Möglichkeit, dass Stress der auslösende Faktor ist?
Was kann ggf. noch unternommen werden?
vG

Beitrag von sonne.hannover 04.05.11 - 12:25 Uhr

Ich meine, dass Du die Entscheidung schon ihr überlassen musst. Deine Meinung hast Du Kund getan und damit ist die Sache für Dich erledigt.

Beitrag von windsbraut69 04.05.11 - 15:29 Uhr

Ich hab auch Migräne und ich wüßte nicht, dass es so einfach ist, einen verbindlichen Auslöser zu finden und zu beseitigen.

Ich hör mir im übrigen auch genug schlaue Tipps an von Leuten, die beim kleinsten Kopfweh von Migräne sprechen aber vor solch übergriffigen Provokationen wie Deiner hier bin ich bislang erfreulicherweise verschont worden.

Vielleicht kannst Du tatsächlich nicht nachvollziehen können, was es bedeutet, manche Verabredungen schon mit einem unguten Gefühl zu treffen, weil man gerade dann sehr oft Migräne bekommt, wenn es gar nicht paßt und man sich langfristig etwas vorgenommen hat....

Beitrag von 2mama 04.05.11 - 19:36 Uhr

Ich leide auch unter Migräne und muss dir zustimmen. Migräne kommt meistens genau dann, wenn man sie überhaupt nicht gebrauchen kann. Vielleicht setzt man sich damit ja innerlich selbst so unter Druck, dass sie deshalb genau gerade dann kommt????
Stress ist allerdings ein großer Faktor-außerdem kann ich bei mir beobachten, dass neue, bzw. unbekannte oder spannende Situationen oder Termine auch oft dazu führen. Aber auch diese Unregelmäßigkeiten, bzw. z.B. ist generell Montags ein Tag bei mir, an dem ich ganz, ganz oft Migräne habe (Umstellung von Wochenende auf Wochentag???).

Man kann es aber mal mit Magnesium versuchen, mir hilft es eigentlich wenigstens etwas, aber leider vertrage ich es nicht gut, sodass ich Magen-darm probleme bekomme#aerger

lg kathrin

Beitrag von windsbraut69 05.05.11 - 07:25 Uhr

Guten Morgen!

"Freut" mich, zu lesen, dass es anderen genau so geht. Ich geh manchmal 3 Wochen im voraus davon aus, an einem bestimmten Termin auszufallen und bin mir sehr sicher, dass es dann psychisch bedingt ist, gerade WEIL ich gedanklich damit beschäftigt bin....Hab eh das Gefühl, dass es mit zuviel "Kopfaktivität" zusammenhängt - unter anderem.

Dazu kommt ja, dass Leute, die nicht selber betroffen sind oder Migränepatienten direkt kennen, tatsächlich nicht nachvollziehen können, wie bescheiden das ist und wie sehr man dann außer Gefecht gesetzt ist.
Deshalb reagier ich auf Beiträge wie den hier auch relativ allergisch, da erinnert mich an die dämlichen Tipps von wegen "haste mal ne Aspirin genommen" oder "trink doch mal nen ordentlich starken Kaffee"...

Bei mir ist es übrigens umgekehrt. Als braver Arbeitnehmer bekomm ich meist zum Wochenende meine Anfälle, in der Woche glücklicherweise seltener....Den Zusammenhang zwischen Stress und Ruhe bzw. auch einfach den Faktor der Aufstehzeit/Regelmäßigkeit gibt es aber tatsächlich. EIN Tipp, den ich schon oft aus kompetenter Quelle gehört habe, ist unter anderem, am Wochendende zur gleichen Zeit aufzustehen wie in der Woche :(

Magnesium hab ich noch gar nicht probiert, eher so Standard. Kreislaufmittel vorsorglich dauerhaft, bei akuten Problemen Triptane, Schmerzmittel....Alles nicht wirklich erfolgreich, eigentlich hilft nur Vomacur und ein relativ starkes Kombi-Schmerzmittel.

Was hilft Dir denn im Ernstfall wirklich gut?

LG,

W



Beitrag von 2mama 05.05.11 - 20:31 Uhr

Hallo,
ich bin auch immer "froh", wenn ich lese, dass es anderen genauso geht wie mir#schwitz.
Es muss definitiv mit der "kopfaktivität" zusammenhängen...neulich war es auch so, mein sohn lag im KH, auf dem Weg dahin hab ich gemerkt, dass ich keine Ibuprofen dabei habe#klatsch-und zack-Migräne:-[#klatsch

Mich nervt es auch immer, jemand der davon nicht betroffen ist, weiß wirklich nicht, wie beschissen es einem damit geht und dann heißt es immer: Stell dich mal nicht so an (und das kommt dann von leuten, die Kopfschmerzen überhaupt nicht kennen#schock:-[). Aber sowohl meine Mutter, als auch meine eine Tochter ist davon betroffen.

Was mir im Ernstfall wirklich gut hilft? Das ist eigentlich nur Ibuprofen 600 und mein Bett#schwitz. Am besten ist es, wenn ich direkt bei dem leisesten Anzeichen an Kopfschmerzen, ne Ibu nehme-aber mache ich meistens nicht, weil ich denke: Ach, das geht schon so-und dann kann ich gar nicht so schnell gucken wie es mir richtig bescheiden geht.
Aber bei 4 Kindern mal eben ab ins Bett??? Schön wärs.
Migräne kann einem wirklich vieles versauen#schmoll

lg und alles gute
kathrin

Beitrag von ficus 05.05.11 - 13:39 Uhr

Hallo,
anscheinend hast du meinen Beitrag in den falschen Hals bekommen.
Bei meiner Bekannten scheint es augenscheinlich an der Weiterbildung zu liegen. Als sie für ein 3/4 Jahr aussetzte, hatte sie keinerlei Probleme. Als sie wieder einstieg, fingen die Probleme wieder an. Jedoch erfolgt keinerlei Behandlung oder Ursachenforschung in diese Richtung, sondern lediglich eine medikamentöse Behandlung mit Schmerzmitteln und das finde ich sehr bedenklich. Denn wichtig ist es, den oder die Auslöser zu finden und nicht "einfach nur" mit Schmerzmitteln zu behandeln.
Und dass ich meine Bekannte bewusst provoziert habe, war auch so gewollt, damit das, was sie vermutet und mir auch selbst erzählt hat, ihr auch mal bewusst wird, nämlich, dass sie dringend was gegen ihre Doppelbelastung unternehmen muss.
vG

Beitrag von windsbraut69 05.05.11 - 14:34 Uhr

Kann sein, dass ich Deinen Beitrag in den falschen Hals bekommen habe, aber sie wird die Fortbildung ja nicht zum Spaß machen, oder?

Gruß,

W

Beitrag von ficus 05.05.11 - 14:44 Uhr

Zum Spaß nicht, aber mit äußerlichem Druck von dritter Seite.

Beitrag von windsbraut69 05.05.11 - 16:37 Uhr

Das wird sie ja nicht ohne Weiteres ändern können, oder?
Und wenn es Deiner Ansicht nach absehbar ist, dass die Migräne dann anschließend wieder verschwindet, ist es doch sinnvoll, temporär nur mit Schmerzmitteln zu behandeln.

Beitrag von ficus 05.05.11 - 16:53 Uhr

temporär wäre es sinnvoll, sie spannt mal ihren Mann und ihren Sohn für die Hausarbeit ein anstatt alles allein wuppen zu wollen. Ihr Mann schiebt nämlich ne ziemlich ruhige Kugel, da sie meint, das kann sie ihm nicht zumuten.
Die Schmerzmittel sind schon überdosiert (der Arzt wollte ihr am liebsten keine Schmerzmittel mehr verschreiben) und die Weiterbildung dauert noch ein ganzes Jahr bis zur Prüfung, d.h. der eigentliche (Prüfungs-)stress liegt noch voll vor ihr.