Erfahrungen erfahrener Tandemstillmamas gesucht *lang*

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von thala 05.05.11 - 00:09 Uhr

Hallo liebe Stillmamas,
ich versuche meine Situation so knapp wie möglich zu beschreiben, muss aber doch etwas ausholen, da sonst sicher viele Rückfragen kommen.

Ich habe 2 Kinder (2J 8M, und 11 Wo.). Meine Große war mit gut 2 J. abgestillt. Es kam durch meine SS keine Milch mehr und sie hat nur noch für 5 Sek. abends genuckelt, weil das für sie zum Zu-Bett-geh-Ritual gehört hat.
Dann hatte ich aber Probleme in der SS und musste viel liegen, konnte sie kaum noch tragen (sie ist ein Tragekind) usw.. Da fing sie wieder an öfter und länger trinken zu wollen. Sie war so hartnäckig, dass irgendwann auch wieder Milch kam. Also wurde sie abends wieder gestillt.
Vor und nach der Entbindung war ich insgesamt 12 Tage im KH (das war für sie sehr schlimm, weil sie für´s Schlafen sehr auf mich fixiert ist). Unser Kleiner hatte einen schlimmen Start und lag 2 Wo. auf Intensiv. Insgesamt ca. 3 Wo. befand sich die Familie quasi im Ausnahmezustand und meine Große wollte immer öfter "ihre Milch". Die ersten Wochen war das 3x/Tag.

Jetzt trotzt sie gerade extrem und bekommt wohl auch die letzten Zähne. Wenn es nach ihr ginge, würde sie 5-6x/Tag stillen. Das ist mir aber zuviel. Ich kann sie mit Mühe bei 3x/Tag halten und es gibt manchmal bittere Tränen, was mir sehr Leid tut. Ich hab aber Angst, dass sie noch ewig in so großen Mengen stillt, wenn sie jetzt noch öfter dürfte. Sie ist ja kein Baby mehr. Ich will sie auf keinen Fall komplett abstillen, weil sie es sehr braucht. Sie verarbeitet immer noch unseren "Ausnahmezustand" (das merkt man auch an anderen Dingen). Wenn es nur nach mir ginge, wäre es mir durchaus Recht, wenn sie bald deutlich weniger stillt (1(-2)x/Tag); das kann ich ihr aber nicht antun.
Sie liebt ihren Bruder auch sehr und kümmert sich rührend um ihn. Ich denke das hat sicher auch etwas damit zu tun, dass sie weiterhin stillen darf.

Ich wüsste nun gern von erfahrenen Tandemstillmamas, ob sie Ähnliches (Verlangen der Großen, nach "öfter" und "mehr" Milch) erlebt haben und wie sich das Ganze dann entwickelt hat.

Mach ich es uns evtl. einfacher, wenn sie immer stillen darf, wenn sie möchte? ....auch, wenn das 6x/Tag wäre?
Dauert das Reduzieren dann länger oder braucht sie das jetzt einfach und es geht genauso schnell wieder zurück?

Ich stille sie gern noch, habe aber auch etwas Angst um meine Kräfte, weil sie nun schon einige Male nachts aufgewacht ist (bis zu 2x vor dem Morgenstillen) und dann Milch wollte. Der Kleine wird ja voll gestillt und kommt also auch mind. 2x/Nacht. Mit Säugling und Kleinkind ist die Zeit, in der man dann mal Schlaf nachholen könnte ja ziemlich eingeschränkt.

Ich hoffe, es gibt die eine oder andere, die mir etwas dazu sagen kann.

Danke schon mal und liebe Grüße

Thala

P.S.: Ich möchte bitte nur Antworten auf meine Fragen und keine Grundsatzdiskussion über LZS oder Tandemstillen oder dergleichen. Abstillen kommt derzeit nicht in Frage und daher werde ich auf solche Beiträge nicht antworten.




Beitrag von goldengirl2009 05.05.11 - 06:41 Uhr

Guten Morgen,

schreib doch mal anarchie an,sie hat auch Tandem gestillt und kann Dir sicherlich etwas dazu schreiben.

Gruß

Beitrag von lalal 05.05.11 - 07:38 Uhr

Guten morgen,

ich stille jetzt zum 2. mal Tandem, mein Sohn hat nach der Geburt seiner Schwester damals kurzfristig auch vermehrt gestillt bevor ganz schnell und plötzlich das ende kam.

Aktuell ist es nun so das ich meine jüngste Tochter (fast 3Mon.) und eben unsere 3 jährige noch stille, sie hat während der Schwangerschaft gestillt, allerdings immer mal wieder Phasen wo sie bloß ein oder zwei mal in der Woche stillen wollte, nach der Entbindung hat sie dann gar nicht mehr gewollt. " Milch ist für das Baby" hat sie mir gesagt;-) Nacht gut 5 Wochen wollte sie dann aber wieder.
Ich hatte auch etwas Sorge um den Milchbedarf da sie eben nicht von anfang an mitgestillt hat sondern zwischendrin anfing.
Ich hab sie über Tag gestillt und zum Abend hin reduziert, da die jüngste eben noch dauerstillt.
Nachts stille ich sie aber nicht, danach hat sie auch kein verlangen, wenn sie wach wird trinkt sie Wasser und da sie bei meinem Mann schläft kümmert er sich dann darum. Vielleicht könnt ihr das auch so regeln, das sich dein Mann um das größere Kind nachts kümmert?

Momentan ist das Stillverhalten der großen sehr unterschiedlich, mal möchte sie mehrmals am Tag, manchmal nur einmal. Ich habe aber schon den Eindruck das es sich ausschleicht.

Nur in deinem Fall sieht das sicher ganz anders aus, ihr habt sehr viel erlebt gerade deine Tochter. Das war sicher nicht leicht für sie.

Ich glaube ich würde sie erstmal lassen aber auch durchaus mal versuchen sie mal vom Stillen abzulenken.(nicht immer aber eben so das Du auf die von dir gewünschten 1-2 Stillmahlzeiten kommst)Vielleicht stattdessen ein leckeres Getränk anbieten, mit einem witzigen Strohhalm, bunten Bändern oder weiß der Geier was;-) Oder ein Buch lesen, etwas spielen usw.
Sie ist ja nun auch schon in einem Alter wo man ihr durchaus etwas erklären kann was sie versteht.

Ich habe der großen auch schon gesagt das es jetzt nicht geht weil mir zb. die Brust sehr weh tat usw. das hat sie verstanden und akzeptiert.

Deiner Tochter braucht nun wahrscheinlich einfach die Gewissheit das sie Stillen darf, deshalb wie gesagt erstmal würde ich sie lassen.

Alles Gute :-)

Lg

Beitrag von sarahjane 05.05.11 - 09:53 Uhr

Es gibt durchaus Brustkinder, welche sich erst mit 3 bis 7 Jahren von der Mutterbrust entwöhnen, obwohl ein Kind ab 1 Jahr weder auf Frauen-, noch auf käufliche Säuglingsmilch angewiesen ist, sondern ganz normale Kuhvollmilch trinken kann (250 bis 300 ml Kuhvollmilchprodukte am Tag sind ratsam).
Das kommt nicht oft vor, aber es ist halt möglich.

Mit zunehmendem Alter sollten Kinder lernen, auf Brust/Schnuller/Milchfläschchen zu verzichten.

Beitrag von simplejenny 05.05.11 - 10:11 Uhr

Jetzt muss ich doch mal Lob aussprechen: Wirklich erstaunlich wie Du wirklich zu jedem Beitrag, der es auch nur ansatzweise zulässt, Deine Weisheiten unterbringst. Mensch das muss ja wahnsinnig zeitaufwendig sein.

Und das auch noch hier bei diesem Beitrag, wo ja extra daruntersteht, dass das nix bringt, kommt trotzdem was von Dir.

Hut ab für so viel durchhaltevermögen ... Wer so ein Quatsch so häufig zu platzieren sucht, der hat auch mal Lob verdient

Hut ab!
Jenny

Beitrag von muehlie 05.05.11 - 10:28 Uhr

#rofl #rofl #rofl

Beitrag von muehlie 05.05.11 - 10:32 Uhr

Sag mal, meinst du nicht, dass es so langsam mal wieder an der Zeit ist, sich von hier zu verabschieden? Jetzt gehen deine Beiträge ja sogar schon vollkommen an der eigentlichen Fragestellung vorbei. Schreib einfach noch einen letzten Post, um noch ca. zehnmal das Wort "Brust" unterzubringen, damit du die Abstinenz bis zu deinem nächsten Erscheinen hier durchstehst, und dann leg endlich mal wieder eine Schreibpause ein. Ja? :-) #winke

Beitrag von plaume81 05.05.11 - 10:52 Uhr

Hallo,

ich kann zwar nicht auch eigener Erfahrung spreichen aber ich kann berichten wies eine Freudnin macht.
Kinder sind etwa gleich alt. Seit das Baby da ist trinkt das große Kind auch wieder wesentlich mehr - da einfach wieder mehr kommt. Mama und großes Kind konnten sich nun darauf einigen, dass nur mehr zum Einschlafen und Aufwachen gestillt wird. Dem Großem Kind wurde es so erklärt, dass das in Erster LInie das Essen vom Baby ist, das ja noch keine Zähne hat uns sonst leider nix essen kann, die ganzen Guten Sachen die das Große Kind bekommt (u.a. auch Schokolade, ....) , bekomtm ja das Baby nicht. Das klappt ganz gut so.
Aber anfang wollte das große auch viel mehr trinken und immer dann wenn das Baby angefangen hat zu weinen.
LG

Beitrag von muehlie 05.05.11 - 11:00 Uhr

Ich finde das Verhalten deiner Tochter selbst ohne die ganzen Startprobleme und die Trennung von ihr vollkommen normal. Sobald ein neues Baby ankommt, werden viele Kleinkinder ebenfalls wieder zu Babys: sie bestehen plötzlich wieder (oder vermehrt) auf ihren Schnuller, sie interessieren sich für Babyspielzeug oder sie möchten eben wieder oder vermehrt genauso ernährt werden wie das Baby. Beim Stillen kommt ja außerdem noch dazu, dass die Milch während deiner Schwangerschaft höchstwahrscheinlich stark zurückgegangen ist und sich längst zu Kolostrum - das nicht ganz so lecker ist - zurückgebildet hat. Und jetzt fließt plötzlich wieder massenweise zuckersüße Muttermilch. Wenn das allein kein Grund ist, mehr zu stillen, dann weiß ich auch nicht. :-D

Nach meiner Erfahrung ist es generell ratsam, sich erst einmal auf die Bedürfnisse des Kindes einzulassen. Mit Zwang erreichst du nur das Gegenteil. Viele Mütter mit zwei Kinder in einem solch geringen Altersabstand erleben, wie die anfängliche Neugier und Begeisterung des größeren Kindes nach zwei oder drei Monaten in Eifersucht umschlägt. Das kannst du dir ersparen, wenn du deiner Tochter nicht das Gefühl gibst, sie müsste auf einen Teil von dir zugunsten ihres Bruders verzichten. Später, wenn sich alles eingependelt hat, das Leben mit zwei Kindern zum Alltag geworden ist, deine Tochter ein wenig verständiger ist und der Kleine nicht mehr so häufig und so lange stillt, kannst du eher und besser auf deine Tochter einwirken und versuchen, ihr Stillen ein wenig einzuschränken (z.B. indem du ein paar einfache, aber nicht zu harte Regeln aufstellst). Abstillen musst du sie deshalb noch lange nicht.

Wegen deiner Kräfte: ich habe meine Tochter von Anfang an nachts in einem Babybalkon neben meinem Bett schlafen lassen. Wenn mein Sohn wach wurde - und das wurde er anfangs auch wieder früher und öfter - dann legte er sich eben auf die andere Seite von mir. Ich habe das Stillkissen dann immer so um mein Kopfkissen herum platziert, dass es mir eine Stütze für die Oberarmbe bot, so dass ich bei Bedarf eben einfach beide Kinder im Arm halten und sie stillen konnte. Für mich als Seitenschläfer war das nicht gerade bequem, aber immer noch besser, als nachts zwischen zwei Stillkindern hin und her zu laufen. ;-)

Beitrag von thala 05.05.11 - 11:43 Uhr

Vielen Dank für die schnellen, ausführlichen und lieben Antworten #herzlich

Ich werde unsere Große auf keinen Fall abstillen und versuche eure Tipps (Vereinbarungen treffen usw.) umzusetzen.
Wir haben das teilweise schon ausprobiert, es funktioniert aber meist nur dann, wenn es mit ihr ohnehin etwas entspannter ist und sie gar nicht so viel nach der Mamamilch verlangt.
Das mit der Betreuung von Papa in der Nacht geht leider nicht. Sie ist zurzeit sehr auf mich fixirt - gerade nachts.

Etwas Schönes aber noch zum Schluss - ein Dialog zwischen ihr und mir:

"Warum trinkst du denn so viel Milch bei mir?"
"Weil das gut schmeckt."
"Nach was schmeckt die Milch denn?"
"Nach Bonbons!"
:-)

Und das von ihr - sie LIEBT Süßigkeiten ;-)

Lieben Gruß

Thala

Beitrag von binecz 05.05.11 - 14:17 Uhr

#verliebt#verliebt#verliebt

Beitrag von anarchie 05.05.11 - 12:00 Uhr

Hallo!


Erstmal: mensch, da hattet ihr ja echt nen doofen Start!

Meine 3 jeweils größeren Kinder haben ALLE zu Anfang sehr viel gestillt.
Es ist wohl so eine Art "Rückversicherung", dass sie dürfen, ihnen nichts genommen wurde...das dauerte meisst 2, 3 Monate, dann wars wieder gut, hat sich dann wieder eingependelt.
Bei euch kommt sicher noch hinzu, dass du eben so lange weg warst...

Mein Rat wäre immer, das größere Kind zu lassen, sofern du es ertragen kannst.
Je mehr man verweigert, desto mehr versteift sich das große Kind darauf.

Wenn duw irklich ziemlich fertog bist, dann schau, dass dein mann am WE mit der Großen was gaaaanz Tolles unternimmt, dass du mal schlafen kannst..

Ich finde es auch völlig legitim, wenn man nachts dem größeren Kind dann sagt, dass man schlafen muss...
Absprachen wie: "Du darfst trinken, wenn es hell draussen ist" sind ne gute, für so kleine Kinder fassbare, sache.

Wenn ich dir was helfen kann, dann schrei.;-)

lg

melanie, die seit fast 9 jahren durchgehend stillt, davon fast 6 Jahre tandem mit den 4 Kurzen(8,7,3,1)