Ich glaube mein Mann hat ein ernstes Problem

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von angle07 05.05.11 - 07:37 Uhr

Morgen,

ich schreibe euch, weil ich zwischen den Stühlen sitze. Mein Mann ist in letzter Zeit wieder wie ausgewechselt. Unser Sohn ist knapp 3 1/2 Jahre alt. Natürlich hat er hier und da mal die ein oder andere Trotzphase. Auch hat er mit dem Schlafen gehen immer wieder Probleme, aber diese Probleme gibt es schon von Anfang an. Für mich inzwischen halb so wild. Reagiert man bei meinem Sohn mit Ruhe und Geduld wird auch wieder alles gut.
Nun zum eigentlichen Problem:
Mein Mann litt, wie ich finde, vor einem Jahr an Depressionen. In dieser Zeit war er arbeitslos (fast genau ein Jahr). Seit einem Jahr arbeitet er wieder.
Er schlief viel, war aggresiv und konnte nicht im geringsten auf unseren Sohn eingehen. Er liebt ihn über alles, das weiß ich. Oftmals kuschelt er auch gerne mit ihm. Er macht allerdings nur gerne Dinge mit unserem Sohn, welche mit ausruhen zu tun haben.
Selten geht er mit ihm raus.
Ich muss dazu sagen, mein Mann hatte nicht unbedingt die tollste Kindheit. Sein Vater war genauso und kümmerte sich nach der Trennung von der Mutter so gut wie gar nicht um ihn.
Seine Mutter geriet an die falschen Männer und mein Mann erlebte Dinge, die ich Keinem wünsche.
Er hatte es leider nicht sehr leicht. Erst seit einem 3/4 Jahr ist das Verhältnis zu seiner Mutter besser geworden.

Leider wird er zu unserem Sohn sehr oft unfair. Er kommt gegen Abend von der Arbeit nach Hause. Dann wird gegessen und danach liegt mein Mann wieder direkt auf der Couch. Unser Sohn möchte dann gerne ein wenig Aufmerksamkeit von ihm, was ganz normal ist. Auch möchte er gerne oftmals raus in den Garten.
Weder das Eine noch das Andere schafft mein Mann. Unser Sohn soll am besten in seinem Zimmer alleine spielen und ihm seine Ruhe lassen.
Geht er mit in den Garten (zu 99% sind dann auch zwei andere Kinder dabei) dann hält er es nicht lange aus. Ich muss sagen, das ich meist dabei bin.
Ihm wird das Getobe von den Kindern zu viel, obwohl er nur am Tisch sitzt und ein wenig auf seinen Sohn achten soll.

Das größte Problem geht Abends los. Schon beim Zähne putzen rastet mein Mann oft aus. Es reicht schon wenn unser Sohn nicht das macht, was er möchte oder es für meinen Mann unzureichend ''ausführt''.
Deshalb putze ich meist mit meinem Sohn die Zähne, denn wir haben keine Probleme.
Danach bringen wir ihn zusammen ins Bett. Oftmals liest mein Mann ihm vor, was ich ganz toll finde.
Unser Sohn kommt nach dem gute Nacht sagen sehr oft raus zu uns. Er mag nicht schlafen, er hat Durst, er muss aufs Klo, er hat doch noch gar nichts gegessen (obwohl er davor zu Abend aß)... das Übliche eben, wenn ein Kind noch nicht zur Ruhe kam und schlafen kann.
Ich selbst gehe auch da mit Ruhe und Geduld ran. Ich verstehe meinen Sohn und wenn er richtig dolle Müde ist dann schläft er auch schnell ein.
Mein Mann fühlt sich von unserem Sohn gestört. Dann fängt das Geschreie an. Unser Sohn hat jetzt zu schlafen und in seinem Zimmer zu bleiben. Wenn er jetzt noch einmal raus kommen würde, dann würde es knallen.
Gehe ich dazwischen, flippt mein Mann völlig aus.
Ich solle doch dann machen was ich wolle. Das Übliche geschnatter, wenn ein Mann eingeschnappt ist. (Sorry aber mein Mann verhält sich oft wie ein kleines Kind, Trotzphasen!!!!)

Letzte Nacht war es ganz schlimm. Unser Sohn wurde wach, was er meist wird, wenn er Abends beim Schlafengehen zur Sau gemacht wurde. Er jammerte im 5 Min Takt. Mein Mann fegte irgendwann aus seinem Bett (nach vielen ruhigen Versuchen unseren Sohn zu beruhigen, auch von mir) und schrie mitten in der Nacht unseren Sohn vom feinsten an.
Danach hörte ich ein klatsch durchs Babyphone. (Zeitspanne vom Schreien bis zum Klatsch ca. 30 Sec), also fegte ich aus meinem Bett und fragte ihn entsetzt, ob er unseren SOhn eben geschlagen hat.
Ja, aber er habe ihm nur eine kleine Ohrfeige gegeben und demonstrierte das an mir. Es war wirklich nicht sehr fest, aber unser Sohn war schockiert und weinte sehr.
Ich sagte meinem Mann, das er so etwas nie wieder tun solle und das unser Sohn das als Schlagen schon sehr wohl sieht. Daraufhin konnte ich mir von: ''mach doch alles alleine'' bis hin zur Trennung alles anhören.
Man muss sich vorstellen, als mein Mann im Wohnzimmer saß, entschuldigte sich mein Sohn bei mir. Er fühlte sich dafür verantwortlich, das Papa nun so böse zu Mama war.
Hallo?
Ich erklärte ihm, das er nichts dafür kann und das es Papa nicht gut geht.
Daraufhin schlief unser Sohn zufrieden ein und schlummerte die ganze Nacht.

Heute morgen bekam ich eine SmS von meinem Mann, das es ihm doch leid tue und er uns Beide doch über alles lieben würde.

Ich vermute er fällt langsam aber sicher wieder in seine Depressionen. Der Grund: ich habe vor Kurzem endlich wieder eine tolle Freundschaft aufbauen können. Meine ''neue Freundin'' wohnt im selben Haus und ist vor Kurzem mit Mann und Kind dort eingezogen. Mein Mann versteht sich ebenfalls mit den Dreien super und kennt ihren Mann schon ein Weilchen.
Zu dem habe ich vor einer Weile angefangen mir eine Selbständigkeit aufzubauen. Ich schaue das ich arbeite, wenn mein Sohn im Kiga ist. Allerdings habe ich viele Aufträge, welche auf Samstag morgen und Sonntag Nachmittag fallen. Vor Kurzem kamen noch welche dazu, die ich leider nur auf Abends legen konnte. Somit muss mein Mann zweimal in der Woche für ca. 3 Stunden auf unseren Sohn aufpassen und ihn zu Bett bringen.
Ansonsten hat mein Mann alles was er sich gewünscht hat. Eine tolle Arbeit mit super Gehalt, sein Wunschauto, nette Nachbarn bzw. inzwischen Freunde und eigentlich auch eine tolle Familie.
Das Verhältnis zu seinen Eltern (auch zu seinem Vater) ist mehr oder weniger durch unseren Sohn und mir zu einem fast perfekten Verhältnis geworden und meine Eltern sind für ihn wie seine eigenen Eltern.

Wir sprachen oftmals über das Problem, was in seinem Kopf herrscht.
Er sagt, er komme damit nicht zurecht, das unser Sohn nicht wirklich auf ihn hören würde. Er sei ja nur arbeiten und die wenigen Stunden die er mit ihm habe seien Horror, weil nichts klappen würde.
Er wolle gar nicht so sein, aber er sei gnadenlos überfordert.
Das stimmt auch wirklich, denn er fand seit der Geburt nicht wirklich gut in die Vaterrolle. Es wurde über die Jahre besser, denn früher griff er mich noch an (mit Worten), aber irgendwann muss ja auch mal gut sein.
Ich unterstütze ihn wo ich kann. Ich habe Verständnis für das Wirr Warr in seinem Kopf. Ich versuche ihm zu zeigen, wie unser Sohn tickt und wie man mit Ruhe und Geduld an sein Ziel kommt.
Er sagt selbst, er habe nicht solch eine Engeldgeduld wie ich und ich hätte die Ruhe gefressen.
Es mag sein das ich wirklich viel Geduld habe, denn ohne die Geduld könnte ich meinen Job nicht Ansatzweise ausführen, aber Geduld kann doch Jeder lernen.

Mein Mann könnte oft weggehen. Er schliesst sich allerdings lieber selbst zu Hause ein. Er hat nur sagen wir Bekannte aus den falschen Kreisen und zu diesen möchte er eher nicht gehen. Warum er nicht einfach zu unserem Nachbar hoch geht weiß ich auch nicht.

Mein Problem an der ganzen Sache ist unser Sohn. Ich will nicht das er leidet. Auch wenn es Tage gibt, an denen alles Ruhig ist und vorallem mein Mann 14 tage im Monat Nachtschicht hat, in denen er zum kritischen Punkt nicht da ist, stört es mich sehr.
Eine Therapie kommt für ihn nicht in Frage. Diesen Punkt will er sich (noch) nicht eingestehen. Er ist doch nicht krank. Er hat doch gar nichts. Alle anderen sind doch Schuld. Er weiß doch auch nicht warum er so ist. (Seine Worte)
Mein Mann ist sonst ein liebevoller Mensch. Allerdings ist er auch ein Mensch der in sich hinein frisst. Mann muss ihn an der richtigen Stelle packen um mit ihm reden zu können. Ich habe eine Weile gebraucht um ihn deuten zu können. Um ihn an der richtigen Stelle zu packen.
Ebenso bin ich eben kein Mensch der schnell schreit. Auch scharfe Töne kommen selten. Jedoch diese Nacht wurde mein Ton sehr scharf und mein Blick hätte töten können.

Warum ich euch das nun schreibe. Ich bin sicher nicht die Einzige, mit solchen Problemen. Vieleicht finde ich hier einen Ansatz, an dem ich Stricken kann. Die Hoffnung habe ich eigentlich noch nicht aufgegeben, denn es trat in den Jahren Besserung ein und er machte Fortschritte. Immerhin war jetzt ein gutes 3/4 Jahr Ruhe. Sehr selten Ausbrüche. Nur in letzter Zeit kommen die alten Muster.
Leider habe ich diesmal nicht alle Zeit der Welt. Ich muss und ich will arbeiten. Nur kann ich nicht mit schlechten Gewissen Mann und Sohn alleine lassen und fahren.
Irgendwie muss ich es ihm begreiflich machen. Ich habe ihm vor zwei Tagen die Pistole auf die Brust gesetzt. Ihm gesagt, das er alles kaputt macht. Selbst unser Sohn kam schon öfter uns sagte zu Papa, ich hab dich nicht mehr lieb, du bist böse. In diesen Momenten gab es ihm zu denken und er will sich ändern. Ich den Momenten in denen er gestresst und überfordert ist, ist er wie ausgewechselt. Er weiß nicht was er tut.
Er handelt wie eine Maschine.

Achso und noch zur reinen Info. Er ist 24 und ich knapp 26. Also Beide noch recht jung. Jedoch ist er oftmals wie ein 14 Jähriger. Unser Heranwachsen war eben sehr verschieden. Ich bin mit selbstständigen und dauerarbeitenden Eltern aufgewachsen, die trotzdem immer für mich da waren. Er mit einer unzufriedenen Mutter und rutsche vor meiner Zeit ins Drogenmilleu ab.
Ich bin der offene und herzliche Mensch. Er ist eher verschlossen und überspielt sehr oft. Er geht den einfachsten Weg und ich rätsel gerne nach der besten, aber nicht immer einfachsten Lösung. Ich bin eher der keep cool Mensch (der Ruhepol) und er der ''Panik'' Mensch, es läuft doch alles schief und alles ist sch....es gibt doch keine Lösung etc.

Sorry das es so lang wurde. Ich könnte noch ausführlicher werden, aber ich denke ich gehe dann eher auf Eure Antworten ein, wenn etwas unklar ist. Hoffe das ich nicht falsch verstanden werde. An Trennung dachte ich ehrlich gesagt auch öfter, aber dieses bisschen Hoffnung und diese große Liebe hält uns zusammen. Es ist schliesslich nicht immer blöde, sondern auch oft schön.

Liebe Grüße
Angi

Beitrag von mekare 05.05.11 - 08:11 Uhr

#liebdrueck erst mal!
Ich fürchte mal dass ohne eine Therapie das ganze nicht besser werden wird. Wenn dein Mann sich nicht eingesteht dass er Hilfe braucht wird es wohl eher so bleiben wie es jetzt ist. Ich hoffe für euch drei das beste und wünsche dir viiiiiieeeeeel Kraft!
Lg, Manuela

Beitrag von blucki 05.05.11 - 09:26 Uhr

hallo angi,

ohje, das hört sich nicht gut an. der kann doch das kind nicht ins gesicht schlagen. das würde ich ihm mit androhung von weiteren schritten (trennung) verbieten.

ich würde an deiner stelle erstmal versuchen, ihn aus den anstrengenden teilen, wie das nachts aufstehen z.b., ganz rauszuhalten. das schadet ja nur eurem kind. dann mach das doch lieber alleine.

ich muss gestehen, dass ich zwei kinder habe, die beide schlechte schläfer sind. mein großer hat erst mit knapp 4 durchgeschlafen und die kleine (23 monate) wird auch immer noch mehrmals wach nachts. aber ich mach das alleine. mein mann arbeitet sehr viel und ist täglich 12-14 std aus dem haus. das würde ich ihm nicht zumuten wollen.

aber was das spielen mit den kindern angeht, da ist meiner mit seinen 46 jahren leider auch nicht viel besser. der spielt auch am liebsten im liegen mit den kindern. es gibt männer, die können das einfach nicht. ich habe mich zwar noch nicht ganz damit abgefunden, aber ich meckere nicht mehr soviel herum, weil er dann eh immer nur eingeschnappt ist. ich mache ihm ab und an vorschläge, was er mal mit den kindern machen soll (wobei das ja schon traurig ist, dass er das nicht selbst merkt). aber so kommen wir irgendwie weiter.

aber wie gesagt, kümmere dich in den phasen, die schwierig sind, wie das abendliche immer wieder aufstehen und das aufwachen nachts alleine um den kleinen. sag das deinem mann auch, dass du das ab sofort selbst machst. kannst es ihm ja so verkaufen, dass du ihn entlasten willst. und schick den mal zum therapeuten. wenn er wegen sowas das kind schon ins gesicht schlägt, meine güte. was passiert denn dann, wenn man was schlimmeres passiert (kind macht was sehr teures kaputt oder so).

lg und alles gute
anja

Beitrag von nochmal 05.05.11 - 09:35 Uhr

Hallo,

für mich hört es sich so an, als ob dein Mann keine Lust mehr hat.

Dauernd führst du ihn vor, das du ja alles besser machen kannst und eh eine andere Meinung hast was das Kind angeht.

Lass dein Mann doch einfach mal in RUhe, ich denke das kommt von ganz allein, das er etwas anderes mit seinem Sohn macht - nur Vorschriften mag kein Mensch.

Mein Mann hat keine Depressionen - ist aber auch eher ein Typ der nicht weg geht - ich sehe darin kein Problem - so ist er eben.

Auch unsere Kinder kommen am Abend oft heraus und ja ab einem gewissen Punkt fühlen wir uns auch gestört. Sie wissen das jetzt Schluss ist, wir schreien zwar nicht rum, aber es muss auch mal gut sein.

Das dein Mann dem Kind nun eine Ohrfeige gegeben hat, war nciht schön und sollte nciht wieder vorkommen.

Nimm dich auch mal etwas zurück, sein Satz sagte wirklich viel aus "mach doch alles allein"

Gruß

Beitrag von kaminrot 05.05.11 - 09:41 Uhr

Hallo!

Respekt, wieviel Geduld und Verständnis du für deinen Mann aufbringst...!
Aber irgendwann muss auch mal gut sein!

Falls er wirklich Depressionen hat, muss er zum Arzt oder Therapeuten!

Euer Sohn leidet jetzt schon unter dem Verhalten deines Mannes!

Ich würde euch raten, zu einer Erziehungsberatung zu gehen, damit dein Mann lernt, wie er sich in ``kritischen`` Situationen mit eurem Kleinen zu verhalten hat.

Alles Gute!

Beitrag von fraz 05.05.11 - 09:45 Uhr

Hallo

Du vermutest, dass dein Mann unter Depressionen leidet. Ist oder war er in Behandlung? Nimmt er Medikamente?

So wie sich dein Posting anhört, benötigt dein Mann Hilfe. Er ist mit seinem Leben überfordert. Eine Depression geht nicht einfach irgendwann vorbei, sondern ist eine sehr ernst zu nehmende Krankheit.

Also, holt euch Hilfe, unbedingt!

Beitrag von connie4 05.05.11 - 11:02 Uhr

Für mich hört es sich so an, als seist Du der absolute "Gutmensch" aus super Verhältnissen und er der "Loser" aus ner kaputten Familie.

Probleme hin oder her, die er natürlich aufgrund seiner Erfahrungen mit sich herumträgt, aber Du lässt ihm ja gar keinen Raum, um sich auch einzubringen. Wenn man sich so nutzlos und "deppert" vorkommt, wird das nicht besser, mit ihm!!!

Sei einfach verständnisvoll, höre ihm zu und gib ihm einen Platz un deiner Familie, bzw. Eurer!!! Auch wenn er nie so perfekt wird wie DU!

Sein Sohnemann braucht ihn irgendwann vielleicht mal für Dinge die Du nicht mit ihm machen kannst. Also verbau das nicht.

Natürlich würde ne Therapie helfen, aber ich habe erlebt, daß man im Alltag auch schon viel richten (oder hinrichten) kann. Für mich hört es sich ein wenig nach zu viel Leistungsdruck seinerseits an, den er sich selbst macht. (Vielleicht weil sein Vater "versagt" hat-der Halt fehlt ihm. Gib ihm das Gefühl, gebraucht zu werden ung auch genug" zu sein!

Menschen aus nicht so intakten Familien fühlen sich immer minderwertig, und kämpfen härter als die anderen. Sind dann auch erschöpfter-weil vielleicht das Feedback fehlt. Nur so zum Verständnis!

Ich will nicht gutheißen was er tut, aber wenn Du den letzten Zipfel Rettung packen willst ohne Therapie oder Trennung, versuch ihn zu verstehen und achte ihn als einen genauso wertigen Teil deiner Famillie wie Du auch selbt bist.
Du wirst merken, daß es anstrengend wird, aber dann kannst Du nachempfinden, wie er schon Zeit seines Lebens "kämpft". Seine Vergangenheit wwird er immer mit sich herum tragen und es wird ihn immer belasten, aber ihr könnt es schaffen!! Er ist doch nicht mit Absicht "böse" und will bestimmt auch niemanden schaden.

Versucht es! Ich wünsche, daß es was bringt! Mit etwas Achtung und Innehalten im stressigen Alltag kann man schon kleine Wunder erzielen.

Ach nochwas: Sag ihm, daß Du versuchen willst, Eure Familie zu retten und frag ihn, ob er es denn auch möchte!!! Wo ein Wille ist... Wenn er es verneint, hat es dann keinen Sinn mehr!

Alles Liebe und ganz viel Kraft!!!!

Beitrag von metapher77 05.05.11 - 11:55 Uhr

Liebe Angi,

ich kann Dein Posting gut nachvollziehen. Bei uns zu Hause ist es nicht ganz so arg, wie Du es von Euch schreibst, aber wir haben auch unsere Problemchen, und vieles, was Du schreibst, könnte auch ansatzweise bei uns statt finden. Wir sind auch selbständig im Tourismusgewerbe und haben gerade in den Sommermonaten natürlich viel zu viel um die Ohren. Mein Mann ist bereits in einer selbständigen Familie groß geworden und wurde so erzogen, dass er sich der Firma sozusagen "unterzuordnen" hat. Der Unterschied zu jetzt ist allerdings, dass seine Mutter damals zu Hause gearbeitet hat und sich nebenbei doch viel mehr um ihn kümmern konnte, als wir es jetzt um unseren Sohn können. Unser Kleiner geht in die Krippe, was ihm auch super gefällt, aber natürlich verlangt er dann nachmittags halt auch unsere ganze Aufmerksamkeit. Ich bin nun der Mensch, der ihm diese auch geben möchte, der mit ihm auch gern mal an den Strand oder auf den Spielplatz fährt, während mein Mann nun sagt, Arbeit geht vor und der Kleine müsse nun mal auch lernen, sich selbst beschäftigen. Unser Zwerg ist auch von Anfang an kein guter Schläfer gewesen, und je nach allgemeiner Stimmungslage hat mein Mann mehr oder weniger Geduld beim Einschlafen. Bei mir schwankt das auch mal, denn irgendwie sind wir ja alle nur Menschen und nicht jeden Tag gleich, aber er wird dann schon mal schneller ungeduldig, und auch mal etwas lauter. Bis vor Kurzem hatten wir auch keine großartige familiäre Unterstützung, weil alle Omas sehr weit weg wohnten. Das bedeutet, auch unser Partnerleben hat sich seit der Geburt unseres Kleinen sehr geändert. Dadurch, dass er einfach auch so schwer einschläft und auch oftmals nach 1-2 Stunden wieder das erste Mal wach wurde, wollten wir auch niemandem im Freundeskreis das "Babysitten" antun, um abends mal weg zu gehen, um mal eine Auszeit zu bekommen. Mich hat das prinzipiell bisher nicht so gestört, aber ich glaube, mein Mann hat mit dem "andauernd-für-das Kind-zurückstecken" auch so seine Probleme. Jetzt ändert sich das, meine Schwiegermutter zieht zu uns und wird sich auch ab und an mal um Klein-Zwergi kümmern. Mein Mann mag es z.B. auch überhaupt nicht, wenn er nach einem anstrengenden Arbeitstag sofort von unsreem Lütten "belagert" wird - aber er freut sich nun mal so sehr, den Papa wiederzusehen. Und mein Mann ist dann halt auch oftmals nicht bei der Sache, würde sich gern erstmal nen Moment zurück ziehen... Ich versuche dann auch schon immer, dass der Kleine ihn erstmal noch mal 5 Minuten Pause gönnt, denn danach geht das dann. Dann können die beiden auch wunderbar miteinander spielen - also DAS Problem haben wir nicht. Mein Mann gehört aber z.B. auch zu der Sorte Mensch, die ungern Selbstkritik üben sondern die Schuld IMMER auf andere schieben. Und selbst wenn eindeutig ist, dass niemand anderes als er selbst an etwas Schuld hat, dann dreht er diese Tatsache so lange herum, dass man sich am Ende doch noch selbst schuldig fühlt. Man kann mit ihm auch kaum über so etwas diskuttieren, weil er wie gesagt immer alles so dreht, das er letztendlich "das Opfer" vieler Umstände ist.
Wie gesagt, das sind auch Situationen, die nun bei uns nicht zur Tagesordnung gehören, aber doch immer mal wieder vorkommen. Und die nerven. Und die einen selbst schon öfters mal die Frage stellen lassen, ob diese Beziehung zukunftsträchtig ist. Wir kennen uns bereits seit 15 Jahren und sind seit 10 Jahren ein Paar, und leider muss ich feststellen, dass er seinem Vater immer ähnlicher wird - und der war im Alter leider ein richtiger "K...brocken" geworden.

Eine wirkliche Lösung für Euer Problem kann ich nicht anbieten, aber vielelicht hilft es Dir ja einfach zu lesen, dass Du nicht die Einzige bist, die Probleme hat. Und ja, auch mein Mann liebt den Kleinen abgöttisch, und umgedreht genau so.

Ich denke auch, am besten wäre sicherliche eine Therapie bei Deinem Mann. Und vorerst vielleicht wirklich die Situation "entschärfen", indem Du die kritischen Dinge übernimmst (oder wenn Du nicht da bist, jemand anderes, z.B. Eure Nachbarn organisierst). Und Deinen Mann vielleicht auch einfach mal machen lässt, ohne Zwang. Vielleicht fühlt er sich wirklich "überfordert", wenn er sieht, wie reibungslos das mit Dir und Eurem Kind funktioniert, und bei ihm klappt das nicht. Vielleicht auch einfach einen "Papatag" z.B. am Wochenende einführen, an dem der Papa alles so machen kann, wie er es möchte. Der Kleine zieht dann schon mit, denn er freut sich über die Aufmerksamkeit des Papas. Und dann sollte es auch kein Gequengel geben. Bei uns ist das z.B. Dienstag abends so. Da habe ich einen Spanisch-Kurs und mein Mann muss den Kleinen hüten und auch ins Bett bringen. Und den Abend nennen wir "Assi-Abend", weil die beiden halt einfach mal Fertigpizza auf der Couch vorm Fernseher futtern, der Kleine später und ohne Duschen ins Bett geht usw. Ist für meinen Mann besser als alles nach "Erziehungsprinzip Mama" zu machen, der Kleine hat auch Spaß daran und schaden tut so eine Ausnahme auch Keinem. Es gibt dann insgesamt weniger Stress.

Beitrag von ajl138 05.05.11 - 12:07 Uhr

Hör auf deinen Mann zu besdrängen und erziehen zu wollen,so fühlt er sich immer mehr in die Ecke gedrängt.
Sollte dies auch nicht fruchten,hat er wirklich ein ernstes Problem,und du dann nämlich auch,denn du musst ihm dann erstmal klarmachen,dass er ein ernstes Problem hat.

Beitrag von windsbraut69 05.05.11 - 12:36 Uhr

Ich hab beim Lesen den Eindruck, dass es Dir ganz recht ist, einen so unfähigen und fehlerhaften Typen an der Seite zu haben.

Lies Dir Deinen Text mal ganz in Ruhe durch....da zieht sich wie ein roter Faden ein Eigenlob durch, das mich schockiert.
Du bist offen, herzlich, reagierst immer richtig, hilfst ihm, rätst ihm zur Therapie....Dein Elternhaus war besser als seines....

Ich fürchte, an Deiner Seite kann Dein Mann kaum aus seiner bescheidenen Lage herauskommen.

Sorry für die ehrlichen Worte aber das ist mein Eindruck beim Lesen Deines langen Textes gewesen....

Gruß,

W

Beitrag von litalia 05.05.11 - 12:53 Uhr

#pro

Beitrag von litalia 05.05.11 - 12:45 Uhr

was mir etwas auffällt:

habt ihr evtl etwas unterschiedliche erziehungsansichten?

du schreibst euer sohn kommt mehrmals wieder aus dem bett...muss aufs klo...will trinken...will essen.

du siehst das als nicht so schlimm an und für dich ist es "normal"
deinen mann hingegen nervt es und für ihn ist es nicht normal.

ich denke ihr habt einfach unterschiedliche ansichten und oftmals knallt es deswegen vielleicht auch.

dein mann würde ihn wohl anders erziehen als du. du lässt viel durchgehen, dein mann eher nicht.

zum thema bett gehen verstehe ich deinen mann etwas:

ich habe es meiner tochter auch NICHT erlaubt nach dem zu bett gehen ständig wieder raus geschissen zu gehen.
ins bett gehen heisst ins bett gehen und da sollte das kind auch bleiben, es sei denn es ist wirklich etwas! ansonsten wenn irgendwas ist dann kann das kind rufen aber es wird im bett geblieben.

so haben mein mann und ich das gehalten ;-)
wir hatten keine lust auf ein kind was man liebevoll ins bett gebracht hat mit vorlesen etc und das dann ständig wieder raus kommt.
wenn unser kind im bett war begann für uns die kinderfreie zeit, wir wollten in ruhe entspannen, fernsehen etc und nicht ständig wieder auf ein kind eingehen.
natürlich, wenn sie gerufen hat ist einer sofort hingegangen bzw hat vom korridor aus gerufen "was ist? " ;-)

also in der beziehung kann ich deinen mann schon verstehen. er möchte einfach mal seine ruhe! vielleicht auch mal etwas ruhe mit dir!

wenn er wüsste er hätte ab dem zubettgehen seines kindes dann ruhe und "freizeit" dann würde er sich vorher vielleicht auch etwas mehr zeut nehmen?
aber wenn man das gefühl hat dass der tag nie endet dann ist man damit oftmals überfordert und hat keine freude daran, dann will man nur dass der tag endlich zu ende geht.

Beitrag von phili0979 05.05.11 - 12:56 Uhr

Lass dich mal #liebdrueck!

Ich kann deine Situation nachvollziehen. Mit einem Mann, der psychisch Krank ist (und für mich hört es sich an als sei es mal wieder akut), eine Familie zuführen, ist sehr schwer.

Ich kann du nur sagen, ich habe als mein Sohn 1 Jahr wurde aufgegeben und bin gegangen. Irgendwann reicht "nur" Liebe zu einem Menschen nicht mehr aus, wenn dieser nicht auch bereit ist etwas für das Wohlergehen (bei meinem Ex wäre auch eine Therapie nötig gewesen) der Familie beizutragen. Für mich kam irgendwann der Punkt an dem mir klar wurde, mein Ex will sich gar nicht helfen lassen und somit hatte ich die Wahl zwischen: Ihm das Händchen beim Untergang zuhalten mit dem Wissen, dass mein Sohn und ich ebenfalls "ertrinken" werden oder ich flüchte mit meinem Sohn ans rettende Ufer (Trennung von Ihm). Ich habe mich für die Trennung und meinen Sohn entschieden. Es war sehr hart, auch für mich aber heute bereue ich meine Entscheidung nicht eine Sekunde!

Wenn du noch fragen hast oder dich austauschen möchtest, kannst du mich gerne über VK anschreiben, da ich hier nicht allzusehr zur der Situation damals ins Detail gehen möchte!

Lg Philine

Beitrag von alpenbaby711 05.05.11 - 13:45 Uhr

Na ja also ich weiß auch was Depressionen sind hatte sie selbst schon. Dein Mann braucht auf jeden Fall Hilfe das ist sicher. Wenn er selbst seine Probleme nicht sieht versuch sie ihm bewußt zu machen. Oder mach ihm klar das es so auch nicht weitergehen kann!
Ela

Beitrag von lejana 05.05.11 - 14:49 Uhr

Hallo,

Deine Geschichte erinnert mich an meine Familie - als ich Kind war.

Wieso sitzt Du zwischen den Stühlen? Was ist wichtiger - Mann oder Kind?
Überleg das, dann weißt Du auch was Du zu tun hast.

Für mich wäre das keine Frage - entweder macht Mann Therapie oder ich würde so schnell wie möglich mein Kind aus dieser Situation rausnehmen. Gerade WEIL ich das erlebt hab - und bei uns blieb es nicht bei "nur" einer Ohrfeige...

Ich versteh auch die Antworten nicht, die sagen "hab Verständnis und warte ab". Wenn es um die geistige (und evtl. körperliche) Gesundheit eines Kindes geht sollte so schnell wie möglich gehandelt werden.
Und bei psychisch Kranken nutzt Verständnis haben nix - oft wollen sie sich ja ändern, aber auf Grund der Erkrankung können sie nicht. Ist eine Krankheit wie jede Andere, die Behandlung bedarf.
Mal ganz provokativ geschrieben - Krebspatienten, Diabetiker, usw. können sich auch nicht durch bloßen Willen selber heilen.

Lg
lejana

Beitrag von angle07 05.05.11 - 17:19 Uhr

Hallo,

erstmal danke für Eure vielen Antworten.
Ich will nun ein bisschen dazu schreiben. Falls ich etwas vergesse, dann tuts mir leid. Erinnert mich gerne daran ;)

Vielleicht wirkt es so auf Euch, als würde ich sehr viel von mir halten, aber das meinte ich damit nicht. Ich wollte nur damit zum Verständnis bringen, das es meinem Mann nicht so gut ging wie mir. Er hat zwar auch seine Freiheiten gehabt, jedoch sagt er von sich, war seine Kindheit nicht so toll.
Zwischen besoffenen Menschen als Kleinkind aufzuwachsen, weil die Mutter in der Kneipe Nachts arbeitet ist halt auch nicht das Tollste.
Bei mir war auch nie alles ganz toll. Klar, meine Eltern waren immer für mich da und ich bekam doch recht viel in den Hintern geschoben, aber auch in meinem Elternhaus gab es viel Streit.
Meine Eltern haben sich oft gestritten. Als Kind empfand ich es nicht so schlimm. Schlimmer war es ab dem Alter von ca. 12 Jahren für mich, so das ich versuchte meine Eltern zusammen zu halten und zu vermitteln.
Ich fühlte mich irgendwie verantwortlich.
Genau das soll aber unser Sohn nicht erleben.

Zum eigentlichen Thema:
Ich versuche meinem Mann eigentlich wenig rein zu pfuschen. Wenn mich etwas stört, dann sage ich es ihm in einer ruhigen Minute. Jedoch greife ich nicht in dieser jeweiligen Situation, in der mich etwas stört ein, sonst würde ich , denke ich, seine Authorität untergraben. Er soll schon durchsetzen was er für richtig hält, nur eben auf welche Art und Weise ist mir nicht egal.
Mein Sohn hängt natürlich sehr an mir. Ist wohl auch klar, wenn ich drei Jahre lang jeden Tag für ihn da war. Jetzt ist die Situation neu und er muss auch mal mit Papa alleine bleiben. Das mach unseren Sohn wohl auch schon durcheinander.
Ich merke es jedoch sehr zu Nachtschichtzeiten meines Mannes. Mein Sohn geht zufrieden ins Bett. Kommt vielleicht noch ein oder zweimal aus dem Bett um etwas zu trinken und gut ist.
Es gab Zeiten, da wollte unser Sohn überhaupt nicht schlafen. Er war oft bis hab 12 wach und ich konnte machen und tun wie ich wollte. Selbst ein strenger Ton brachte nichts. Sinnloses durch die Gegend schreien kommt für mich nicht in Frage. Ich kann auch mit meiner Stimme etwas lauter werden, aber richtiges Schreien will ich vermeiden.
Mein Mann schreit jedoch so laut, das die Nachbarn schon bescheid wissen, wenn unser Sohn wieder nicht schlafen möchte.
Wir verstehen uns mit den meisten Nachbarn hier im Haus und in der Strasse gut, daher weiß ich wie weit sein Ton durch die Strasse geht.
Wie auch immer. Wir sind eigentlich schon sehr zufrieden, das unser Sohn nicht mehr so oft aus dem Bett kommt und nach ca. 20-45 Min schläft.

Ich denke nicht das 20-45 Min eine lange Zeitspanne hingegen zu mehreren Stunden sind.
Wenn mein Mann da ist, kommt unser Sohn zwischen 2 und 6 mal raus. Ab 2 mal ist es meinem Mann nervlich zu viel.
Er ist auch meist derjenige, welcher nicht aufstehen will oder jetzt nicht zum Kind gehen möchte. Das übernehme ich freiwillig.
Jedoch steht das Babyphone auf seiner Seite des Bettes. Das geht leider nicht anders und er sei damit einverstanden. Daher hört er unseren Sohn Nachts meist als Erster. Das nächtliche Aufstehen ist ca. zweimal in der Woche. Früher war unser Sohn jede Nacht mindestens einmal wach. Er hat auch sehr spät durchgeschlafen und hat eine ganze Weile nur bei uns im Bett geschlafen. (Bei sich im Bett eingeschlafen, Nachts zu uns gekommen)
Das hat mich sehr gestört, denn ich war die Leidtragende, die immer fast aus dem Bett fiel. Bei 1,40 hat man leider zu Dritt nicht sehr viel Platz.
Später wollte mein Mann es nicht, weil er sich daran störte zu wenig Zeit mit mir verbringen zu können.
War okay und wurde von mir innerhalb von einem Monat mit viel Konsequenz, Ruhe, Geduld und wenig Schlaf (meinerseits) geregelt.
Da musste ich durch, denn mein Mann geht arbeiten. Da kann ich ihm so etwas nicht zumuten.

Falls der Eindruck entstand, das ich so eine Art Glucke bin. Das bin ich wirklich nicht. Ich würde gerne auch mal Abends etwas Ruhe haben, aber meine Arbeiten sind quasi erst erledigt, wenn ich ins Bett gehe.
Entspannung habe ich nur zu Zeiten der Nachtschicht.

Das mein Mann in gewisser Weise nichts dafür kann weiß ich. Ich litt leider auch schon für ein 3/4 Jahr unter Depressionen. Jedoch kann ich mit Stolz behaupten es überstanden zu haben. Zumal es vor der Zeit mit meinem Mann war.
Daher weiß ich wie er sich fühlt und wie es ihm geht.
Ich bringe viel Verständnis auf und habe auch mal kein Problem, wenn er lieber auf der Couch liegt, aber aggresiv gegen unser Kind geht gar nicht.

So und nun muss ich erstmal mit unserem Sohn noch ein wenig spielen..
Ich melde mich morgen nochmal.

Liebe Grüße
Angi

PS: ich will wirklich nur gutes für die familie

Beitrag von simisa 05.05.11 - 18:54 Uhr

Hallo,

also, ich finde es nicht normal, dass ein Kind immer wieder ohne Grund aus Lust und Laune aus dem Zimmer kommt, obwohl es schlafen soll, da würde mir auch der Geduldsfaden reißen, kann dich da nicht verstehen ,dass du dir so auf der Nase rumtanzen lässt.
Ich habe drei Kinder, und da geht sowas gar nicht, da käm ich ja zu nix anderem mehr. Stell dir vor du hättest noch ein Baby und ein anderes Kind, was dich braucht, dann könntest du den Zirkus auch nicht mitmachen. Da tanzen dann drei gleichzeitig abends rum und du bist nur noch ne Marionette.
Da würde ich mal ein deutliches Wörtchen mit meinem Sohn sprechen, ist in meinen Augen überfällig.
Nicht jeder ist ein Geduldsmensch, ich flippe auch schnell aus, habe wenig Geduld und bin oft einfach nur genervt und dann gibts hier auch unschöne Szenen auf die ich nicht stolz bin.
Aber meine Kinder sind auch sehr anstrengend und problembehaftet, ich selber ein Nervenbündel:
Da hilft nur Entlastung und Akzeptanz.

Beitrag von zahnweh 05.05.11 - 21:14 Uhr

Hallo,

ich kann dich sehr gut verstehen. Ich kenne einige Menschen, die ähnlich reagieren.

Helfen kann ich dir nicht wirklich :-(

Nur ein paar Denkansätze geben:

- Therapie wäre laut deiner Beschreibung wohl sehr sinnvoll. Dazu kann er sich aber nur alleine entscheiden und keiner kann ihn dazu zwingen. (ausgenommen er ist eine nachgewiesene Gefahr für andere - meist wenn was passiert ist, oder für sich selbst)

soweit würde ich es aber nicht kommen lassen

- bis dein Mann zu einer Therapie bereit ist, leidet dein Sohn und wird u.U. eine Spirale erleben, die er weiter trägt bzw. selbst später eine Therapie bräuchte, an der er selbst aber nicht Schuld ist.

Die Mischung aus für deinen Mann da sein, die Fortschritte sehen und deinen Sohn vor diesen (wenn auch seltenen, aber doch vorhandenen!) Ausrastern zu schützen, ist ein sehr anstrengender Spagat!! Alle Achtung vor deiner Geduld

- ich wünsche Dir viel Kraft, dass du diesen Spagat nicht auf Kosten deiner Gesundheit machst. (habe leider schon Frauen nervlich daran zerbrechen sehen. Allerdings machte der Mann keinerlei Fortschritte und die Kinder übernahmen die gelegentlichen Ausraster des Mannes auch. In der Pubertät wurde es dann am Schlimmsten...)

- schütze deinen Sohn, unterstütze deinen Mann, aber achte auf dich selbst!

Wie?
Ein Anfang wäre: lasse die beiden nicht allein! Jedenfalls noch nicht so lange sich dein Sohn nicht wehren kann, noch Kind ist und eben Kindgerecht nicht hört....

wenn du arbeitest: suche einen Babysitter. Deine Eltern, deine Freundin etc. erkläre deinem Mann (sofern er das zulässt), dass er selbst sagt, dass er überfordert ist. Dass du ihn langsam dran gewöhnen möchtest... je nachdem WAS/WIE er es am besten versteht. Da kennst du ihn besser.

- sollte er rückfällig werden und die Situation für euch unerträglich, überlege dir welchen Weg du gehen möchtest, welchen du dir für deinen Sohn wünschst und welchen als Familie - überlege dir realistische! Möglichkeiten.

Wenn es zu sehr ausartet Trennung auf Zeit bis die Therapie wirkt. Oder zusammen bleiben mit Schutzmöglichkeiten für deinen Sohn etc. Überlege, was für euch realistisch und sinnvoll ist. Für den Moment und welche Auswirkungen das auf Dauer hat.

- mag sein, dass er mit deiner Unterstützung Fortschritte gemacht hat. Bedenke aber, dass du seine Frau bist, aber keine Therapie ersetzen kannst.

Darfst mich auch gerne über VK anschreiben.

Beitrag von angle07 06.05.11 - 07:16 Uhr

Guten Morgen ihr Lieben,

jetzt kann ich mich nochmal melden. Heute wird nochmal für mich ein recht stressiger Tag. Naja stressig ist relativ, viel zu tun eben.

Also nur mal vorab. Ich lasse mir von meinem Sohn nicht auf der Nase rum tanzen. Würde ich das machen, würde ich nicht so ein gutes Verhältnis zu meinem Sohn haben.
Wenn ich Nein sage, dann ist nein. Beim Schlafen sehe ich das eben nicht so eng. Ich verstehe mein Kind da absolut, denn Kinder machen das nicht mit Absicht. Nicht in diesem Alter. Es ist eben so, das wenn ein Kind noch nicht zur Ruhe kommt, immer wieder andere Dinge machen möchte.
Es ist immerhin auch nicht immer so. Gestern Abend ist er auch ohne Probleme eingeschlafen. Das lag aber auch daran, das es keinerlei Stress gab.
Mein Mann ist in der Zwischenzeit auf der Couch eingeschlafen und so habe ich in Ruhe meinen Sohn alleine ins Bett gebracht.
Unser Sohn ist sehr sensibel. Das war ich in meiner Kindheit auch sehr. Ich weiß warum er wie reagiert und wie ich mit ruhigen Worten dagegen wirken kann.
Mit Druck und Geschrei bewirkt man bei ihm nur das Gegenteil. Das ist einfach nur Kontraproduktiv.

Zu meinem Mann. Wir hatten gestern nochmal ein Gespräch. Einfach auch, weil ich ihm gesagt habe, wir reden Abends, wenn unser Sohn im Bett ist.
Er versteht sich selbst nicht. Er ist sehr traurig darüber und weiß nicht wohin mit sich. Wenn ich wüsste was er hat, solle ich ihm das doch sagen. Das habe ich auch getan. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, das er im Moment wieder so ist, weil er mit der Tag und Nacht Umstellung nicht fertig wird. Auch wenn er, laut seinen Worten, sehr glücklich in der Firma ist, ist für ihn diese 14 tägliche Umstellung nicht zu schaffen. Er würde auch gerne weg gehen, aber habe dafür keine Kraft. Er sei nur müde und seine Kraft ausgeschöpft.
Die Firma möchte er eigentlich nicht wechseln. Einen Kompromiss für diese Wechselei kann man nicht finden, denn es geht dort nicht anders.
Nur zur Info, er fährt 40 Tonner, allerdings mit sehr viel Laufen verbunden.
Er versteht auch, das ich nicht noch Monatelang zusehen kann. Ich denke das macht ihm auch Sorgen, aber das kann ich nicht ändern.
Ich schlug ihm zum xten mal eine Therapie vor. Er hörte sich auch alles an, aber ich habe das Gefühl, das er für eine Therapie noch nicht weit genug ist.
Was ich denke und sehe:
Er sieht einen Psychologen als etwas Peinliches an. Da kann er doch nicht hingehen. Er ist doch nicht verrückt und so ein Psychologe kann ihm doch eh nicht helfen. Das wäre doch ein Armutszeugnis.

Mein Mann ist auch nicht lange aufnahmefähig. Man kann ca. 10 Min mit ihm über dieses Thema reden und dann muss man es gut sein lassen. Danach versteht er gar nichts mehr und ist wieder total überfordert. Wirkt dann sehr müde und sieht ganz schlimm aus. Wird aber genau da nicht mal ansatzweise aggresiv.

Zum Babysitter bzw. Nachbarin. Das will mein Mann aber auch irgendwie nicht. Er hat das Angebot, zu unserer Nachbarin zu gehen oder sie anzurufen, wenn er merkt es wird kritisch. Sie wäre Jederzeit für ihn da und würde auch sofort kommen. Ob er es in Zukunft annimmt, weiß ich nicht. Das werden wir abwarten müssen.

Ach und übrigens. Inzwischen bin ich voller Kraft und Energie. Ich stehe meinem Mann gerne zur Seite. Nur in diesen schlimmen Momenten schlaucht es mich. Nach so einem Krach bin ich 10 Min für mich und dann geht es auch wieder. Ich verdaue aber auch gut und fresse nicht in mich hinein. Mag vielleicht auch an meinem Job liegen. Dieser ist mein Traumjob, das Hobby zum Beruf und gibt mir unzählige Kraft. Es ist für mich die reinste Entspannung zu arbeiten.

Natürlich ist mein Mann geknickt, wenn er sieht wie gut es bei mir mit unserem Sohn läuft. Auch das es mir gut geht und ich voll aufblühe seit ich wieder arbeiten darf. Ich kann jetzt aber nicht auch böse zu unserem Sohn werden nur damit sich mein Mann besser fühlt.
Unser Sohn tanzt meinem Mann förmlich auf der Nase rum. Er provoziert auch gerne mal Streit. Manchmal ist es wohl auch unabsichtlich.
Mein Mann sagte auch, er wolle sich damit durchsetzen. Jedoch muss er sich doch irgendwann auch mal eingestehen, das unser Sohn darauf nicht reagiert. Wie gesagt, wird geschrien, wird genau das Gegenteil von unserem Sohn gemacht von dem was man möchte.
Unser Sohn ist ein Energiebündel und voller Freude. Er begeistert Jeden. Ist freundlich und hört sehr gut. Wenn ich mich hier andere Kinder ansehe (auch mal welche im Alter von 8-10 Jahren) dann schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen. Da ist kein Bitte und kein Danke selbstverständlich. Wenn die Mutter etwas sagt, heißt es ..lass mich doch in Ruhe.. und es wird gemacht was das Kind will.
Bei uns hat alles sein Geben und Nehmen in richtiger Form.

Was mich eigentlich so bei Stimmung hält, ist das diese Ausraster nicht immer sind. Wäre mein Mann nur so, wäre ich schon lange nicht mehr da.
Seit dieser Woche hat er Tagschicht. Da wurde es extrem. Davor hatte er Nachtschicht und es war recht entspannt. Die Tagschicht schlaucht ihn sehr. Ich weiß die Nachtschicht kommt bald wieder. Spätestens da ist wieder Ruhe. Nachteil: Man(n) kann nur im 14 Tage Rythmus daran arbeiten sich zu bessern.
Klar kann ich auch keine Therapie ersetzen. Ich kann ihn nur unterstützen. Eine Therapie muss er auf lange Sicht anfangen, denn es gibt auch noch etwas aus seiner Vergangenheit das verarbeitet werden muss.

Unser Sohn hängt auch sehr an seinem Vater. Er liebt ihn sehr, aber wenn Papa böse ist dann bringt er das auch zum Ausdruck. Das ist für meinen Mann sehr wichtig, denn sein Sohn rüttelt ihn immer wach. Spätestens danach denkt er nach und es tut ihm alles sehr leid.
Nach der Arbeit hat mein Mann übrigens auch erstmal Zeit für sich.
Er geht erstmal Duschen und kann sich danach ein wenig auf die Couch setzen. In der Zeit mache ich essen mit unserem Sohn und dann wird gegessen.
Gestern haben wir es so gehalten, das ich einfach mit unserem Sohn raus bin. Mein Mann kam von sich aus nach. Gut, er hing zwar mehr am IPad, aber das störte Keinen wirklich.
Unser Sohn spielte mit den Kindern und die Erwachsenen saßen am Tisch und unterhielten sich.

Vielleicht habe ich auch meinem Mann zu viel zugemutet. Ich dachte er sollte doch auch irgendwann mal Papa sein. Immerhin wollte er damals ein Kind. Ich wollte eigentlich noch warten.
In Zukunft nehme ich ihm einfach alles ab, es sei denn er möchte von sich aus etwas machen oder ich merke das ich ihm das nun zumuten könnte.
Wir werden sehen ob es sich wieder bessert oder nicht. Immerhin war er doch einige Zeit ''Anfallsfrei''.
Keine Angst, ich rede es mir nicht schön. Ich weiß nur durchaus was ich mir da aufgehalst habe und wie ich damit fertig werde. Ich kenne die gute Seite meines Mannes, welche überwiegt. Diese gute Seite ist butterweich und sensibel wie ein Baby.
Heißt doch immer so schön...die Hoffnung stirbt zuletzt ;)

Und an Diejenigen, welche hier so aggresiv reagiert haben: Sorry das ihr solche Probleme habt, aber das ist kein Grund mir Dinge an zu dichten.
Wie die Dame mit drei Kindern schrieb...sie sei selbst ungeduldig.
Das tut mir für deine Kinder sehr leid! Für dich tut es mir noch mehr leid, denn solche Ausraster solltest du dir sparen. Es ist viel schöner Kinder glücklich zu sehen, als sie mit Zwängen zu foltern.
Selbst bei zwei weiteren Kindern bin ich gelassen. Ich hatte zu Babyzeiten von meinem Sohn das Vergnügen noch zwei weitere Kinder sehr oft zu hüten. Mein Sohn war 1,5 Jahre, das eine Kind gerademal 3 Monate alt und das andere knapp 4 Jahre. War alles easy und entspannt. Auch da muss man nicht mit Zwängen und Geschreie durchgreifen.
Wenn Kinder etwas machen, dann sollen sie es gerne machen und nicht weil es eben so ist und weil man es eben tun muss.
Ich mache schliesslich auch gerne den Haushalt, weil ich mich danach sehr wohl fühle, denn es gibt nichts schöneres als eine ordentliche Wohnung oder ein ordentliches Haus.
Ich koche gerne, das Essen danach schmeckt doch gut. Ich gehe gerne ins Bett, weil ich morgens dann voller Energie fühle.
Ich bin gerne für meinen Sohn da, weil dieses süßes Lächeln einen so bezaubert. Ich bin auch gerne für meinen Mann da, weil es so schön ist zu sehen wenn es ihm gut geht.

Mach doch einfach mal die Dinge gerne und sehe wie schön danach alles sein kann. Deine Kinder werden es dir danken.

Und nun muss ich hier mal etwas tun. Habe heute noch X-Dinge zu erledigen. Heute ist wirklich viel zu tun, aber das wird schon.

Liebe Grüße
Angi

Beitrag von samy1981 06.05.11 - 10:22 Uhr

Sorry, nach deinen zig Ausführungen kommt es für mich auch so rüber, du bist die tolle, die alles gebacken bekommt und dein Mann ist ein Loser!

Und es ist was anderes, ob man mal 3 Kinder stunden- oder auch tageweise betreut, oder ob sie Tag und Nacht da sind!

Ich hab früher auch viele Kinder gleichzeitig betreut, war auch kein Problem, aber meine beiden Mädels treiben mich manchmal schon in den Wahnsinn und ich bin dann abends durchaus froh, wenn sie im Bett liegen und wir unsere Ruhe haben!

Und was mich auch noch wundert, in jedem fünften Satz steht, wieviel du noch zu tun hast, trotzdem hast du Zeit für ellenlange Beiträge!

Nichts für ungut,

Samy

Beitrag von zahnweh 06.05.11 - 15:40 Uhr

Hallo,

mir sind folgende Dinge in deinem Text aufgefallen. Und ich kann dich sehr gut verstehen, bin selbst in einer solchen Ehe als Kind aufgewachsen und kenne einige im Umfeld, bei denen es ähnlich ist:

also der Reihe nach

"Wenn ich Nein sage, dann ist nein. Beim Schlafen sehe ich das eben nicht so eng. Ich verstehe mein Kind da absolut, denn Kinder machen das nicht mit Absicht. Nicht in diesem Alter. Es ist eben so, das wenn ein Kind noch nicht zur Ruhe kommt, immer wieder andere Dinge machen möchte. " #pro

so mache ich es auch.



"Mein Mann ist auch nicht lange aufnahmefähig. Man kann ca. 10 Min mit ihm über dieses Thema reden und dann muss man es gut sein lassen. Danach versteht er gar nichts mehr und ist wieder total überfordert. Wirkt dann sehr müde und sieht ganz schlimm aus. Wird aber genau da nicht mal ansatzweise aggresiv. "

das kenne ich seeeehr gut.


"Zum Babysitter bzw. Nachbarin. Das will mein Mann aber auch irgendwie nicht. Er hat das Angebot, zu unserer Nachbarin zu gehen oder sie anzurufen, wenn er merkt es wird kritisch. Sie wäre Jederzeit für ihn da und würde auch sofort kommen. Ob er es in Zukunft annimmt, weiß ich nicht. Das werden wir abwarten müssen. "

Nun ja, ob du ihr es abwarten wollt, ist eure Entscheidung.

Für mein Kind habe ich beschlossen:
Entweder ICH bin in greifbarer Nähe - Nebenzimmer oder Nachbarwohnung mit Ankündigung wo ich bin (ICH werde im Zweifel bei Überforderung geholt - nicht Mann, aber enge Bezugsperson meines Kindes) ODER sie ist bei einem Babysitter, bei dem ich sie gut aufgehoben weiß und sicher sein kann, dass die Geduld nicht nach 10 Minuten reißt oder gar eskalieren könnte ... z.B. Schlagen. Freunde mit eigenen Kindern oder eben mit Kleindkind erprobte, auf die mein Kind auch hört.

Eine andere Person würde im Zweifel auf keinen Fall geholt werden. Da brauche ich mir auch keine Hoffnungen machen. Jedenfalls riskiere ich es nicht, so lange mein Kind dabei ist.

"Unser Sohn hängt auch sehr an seinem Vater. Er liebt ihn sehr, aber wenn Papa böse ist dann bringt er das auch zum Ausdruck."

Macht meine bei ihrer Bezugsperson auch. Allerdings haben wir getrennte Wohnungen, damit sie nicht alle Ausraster mitbekommt und sie diesem Wechselspiel nicht ständig ausgesetzt ist. Kündigt sich ein Ausraster an oder ich sehe nach 10 Minuten eine beginnende Überforderung gehen wir wieder. Ist nicht so schön für mein Kind. Aber angeschrien zu werden oder zu erleben wie die Mutter angeschrien wird auch nicht. So gab es auch schon sehr lange Zeit keine "Anfälle" mehr. Eben weil ich den Punkt vorher erkennen konnte und dann eben Rückzug in die eigenen vier Wände, wo Kind weiter Kind sein darf.

Kontakt in meiner Begleitung gibt es, weil sie die Bezugsperson sehr liebt. Alleine lassen würde ich die beiden nicht.


"Das ist für meinen Mann sehr wichtig, denn sein Sohn rüttelt ihn immer wach. Spätestens danach denkt er nach und es tut ihm alles sehr leid."

Hoffentlich ist das spätestens mal nicht zu spät!

(sowohl körperlich als auch psychisch)

mein Vater hat mich nicht geschlagen. Aber diese Ausraster und babylieb sein im Wechsel machen mir heute noch Jahre nach seinem Tod SEHR zu schaffen)

"Nach der Arbeit hat mein Mann übrigens auch erstmal Zeit für sich.
Er geht erstmal Duschen und kann sich danach ein wenig auf die Couch setzen. In der Zeit mache ich essen mit unserem Sohn und dann wird gegessen. " #pro


"In Zukunft nehme ich ihm einfach alles ab, es sei denn er möchte von sich aus etwas machen oder ich merke das ich ihm das nun zumuten könnte.
Wir werden sehen ob es sich wieder bessert oder nicht. Immerhin war er doch einige Zeit ''Anfallsfrei''. "

DAS dachte ich auch schon. Und meine Mutter vor mir auch. Ergebnis: sie musste noch mehr alleine schaffen und das Ungleichgewicht wurde noch stärker. Teilweise sogar so, dass die Anfälle noch stärker wurden und öfter. In der Zeit hab ich mich als Kind kaum noch aus meinem Zimmer rausgetraut, Vater der es inzwischen als Selbstverständlich ansah, dass Mutter alles machte und eine erschöpfte Mutter, die nicht mehr in der Lage war diesen hohen Standart weiterhin zu halten, wie mein Vater sich daran gewöhnt hatte.
Kurzfristig kann das eine Entlastung sein. Langfristig kann es sich zu einer enormen Belastung schleichen....

Beitrag von luluhaben 06.05.11 - 06:56 Uhr

weisst du wie weit ich gekommen bin?
Nicht mal die Hälfte von deinem Text und da kommen mir schon die Tränen!
Wenn ich dran denke das mein Mann so zu unseren Kindern wäre, hätte ich ihn längst verlassen-mit den Kids!
Unglaublich! Er soll aufwachen und eine Kinderseele verzeiht niemals! Mach dir Gedanken...