Ich bin sprachlos ...

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von ann-mary 05.05.11 - 09:26 Uhr

Warum äußert ein 3 Jahre alter Junge den Wunsch, dass seine Mutter sterben und in den Himmel soll ? Außerdem soll sich der Papa um ihn kümmern. #heul:-(

Wenn man das so liest, könnte man meinen, dass die Mama nicht gut mit ihm umgeht und er deswegen solche Äußerungen abgibt.

Dem ist aber nicht so!!

Es handelt sich hier um meinen Sohn und ich weiß nicht woher er solche Äußerungen hat. Wahrscheinlich weiß er nicht wirklich was er da sagt, aber es verletzt mich doch schon sehr. #schmoll

Denn als ich ihm sagte, dass mich das traurig macht, sagte er, dass er das möchte.

Dann sagte ich ihm, um das Thema zu beenden, dass ich ihm nicht aus dem KiGa abholen werde, da er ja nicht möchte, dass ich bei ihm bin.

Er meinte, dass er das wohl möchte und er jetzt wieder lieb wäre.

Wird im KiGa über den Tod, Himmel, etc. gesprochen ? Muss doch mal gleich heute mit der Erzieherin sprechen.

Jan ist ein aufgeweckter, quietschlebender kleiner Kerl. Aber so etwas habe ich aus seinem Munde noch nie gehört.

Was glaubt ihr, warum er solche Äußerung von sich gegeben hat. Haben eure Kinder auch schonmal so etwas ähnliches gesagt oder gewollt ??

HG ann

Beitrag von docmartin 05.05.11 - 09:41 Uhr

Hallo,

nein, mein Sohn und auch meine Tochter haben noch nie etwas derartiges geäußert. Aber mein Sohn hatte eine Phase in der er davon gesprochen hat selber sterben zu wollen.
Ich denke es kommen zwei Dinge zusammen.
Zum einen ist der Tod ein Thema, das in unserer Gesellschaft nur noch am Rande vorkommt, auf Kinder aber eine natürliche Faszination ausübt. Kinder leben in den ersten Jahren in einer (be-)greifbaren Welt. Nach dem Motto was ich sehe ist auch da kommen sie durch den Alltag und die Vorstellung, dass irgendein Wesen dass sie im Prinzip 24 Stunden begleitet einfach "weg" sein soll fasziniert sehr.

Zum anderen denke ich, dass dein Sohn in einer Phase ist, in der er merkt, dass er Macht über andere Menschen hat. Durch bestimmte Äußerungen udn Handlungen kann er andere, in diesem Fall dich enken, dich "traurig" machen. Das ist eine enorme Erfahrung für Kinder.

Ich würde an deiner Stelle die Äußerung nicht überbewerten (obgleich ich gut verstehen kann dass sie dich schmerzt) sondern ihm klar machen, dass der Tod etwas ist was man so voreilig niemandem wünschen sollte. Sprich mit ihm über Tod und sterben ganz offen aber mache ihm klar, dass das nichts ist was (so vermute ich hoffentlich) bei euch in nächster Zeit ansteht.
Aber ich denke, ihn mit "Liebesentzug" zu strafen bringt euch nicht weiter denn dadurch wird er ncicht verstehen sondern nur gehorchen und das ist ja nicht Sinn udn Zweck der Sache, oder?
Sage ihm, dass du ihn liebst und noch viele glückliche Jahre mit ihm gemeinsam erleben willst, aber tabuisiere das Thema Tod nicht. Kinder diesen Alters erfassen einfach die Tiefe des Themas noch nicht in dem Maße wie du es erwartest wenn du diese Aussage wörtlich nimmst.
LG dm

Beitrag von nordengel 05.05.11 - 13:04 Uhr

Sehr schöne Antwort!

Beitrag von criseldis2006 05.05.11 - 10:06 Uhr

Hallo,

Laura hat auch mal zu mir gesagt, dann mache ich dich tot und ich kann machen was ich will, wenn du nicht mehr da bist.

Ich habe ihr erklärt, was es heißt wenn ich tot bin. Ob sie es verstanden hat, weiß ich nicht.

Sie kennt das Ausmaß ihrer Aussage nicht.

Ich glaube nicht, dass dein Sohn weiß, was es bedeutet tot zu sein. Natürlich kann ich dich verstehen, dass du traurig bist über diese Aussage, aber ich würde es erstmal dabei belassen. Wenn es sich wiederholt, würde ich die Erzieherin drauf ansprechen.

LG Heike

Beitrag von rain72 05.05.11 - 10:10 Uhr

Hallo,
ich kann mir gut vorstellen, dass Dich das verletzt hat. Aber ich würde das an Deiner Stelle auch nicht überbewerten. Kinder in dem Alter können Tod /Endgültigkeit einfach noch nicht wirklich erfassen. Damit man auf eine solche Äußerung wie Dein Sohn kommt, reicht es ja schon, dass irgendwo (sei es auch in einem Märchenbuch oder so) davon die Rede war, dass die Mutter von einem Kind gestorben war und sich deshalb der Vater um das Kind kümmerte.
In so einem kleinen Kopf geht dann wahrscheinlich nur vor „wenn Mama tot ist, holt mich Papa vom KiGa ab. Wenn ich also will, dass Papa kommt, dann muss Mama tot sein“. Nicht erfasst wird dabei die Dimension, dass Mama dann wirklich nie wieder kommen würde, sich nie mehr kümmern könnte usw… Eine ähnliche Problematik hat man ja, wenn man Kindern in dem Alter begreiflich machen muss, dass wirklich jemand gestorben ist: Wir hatten den Fall schon. Man redet und redet und erklärt stundenlang und schließlich verkündet das Kind: „Ja, ich hab jetzt verstanden dass xy nicht mehr da ist“ – und zwei Minuten später: „Aber nächstes Jahr, da können wir doch mit xy wieder in Urlaub fahren, oder?“
Also, wie gesagt, ich würde das nicht überbewerten. Aber vielleicht zum Anlass nehmen, dass Thema mal mit dem Kind zu besprechen. Auch wenn man in dem Alter sicherlich nicht erwarten kann, dass das wirklich verstanden wird.
LG
rain

Beitrag von aquene 05.05.11 - 10:28 Uhr

Hallo Ann,

über den Tod hat mir mein Zwerg noch nichts erzählt....
aber letzte Woche wollte er für immer beim Papa bleiben und wohnen und nie mehr zu mir zurück kommen.
Als ich auch meinte, dass ich darüber aber traurig wäre, meinte er auch das wäre ihm egal und er will das.

Ja, es ist nicht so, dass man da nur drüber lächeln kann.....aber ernst nehmen sollten wir es trotzdem nicht.

Wie die Anderen schon sagten, die Kleinen können das Ausmaß bzw. die wirkliche Bedeutung solcher Aussagen noch gar nicht verstehen.

Beitrag von misspiggy90 05.05.11 - 11:04 Uhr

Hallo Ann,

ja das kenn ich#liebdrueck. Meinen Sohn ( Ende Mai 4 J.)beschäftigt das Thema Tod schon seit einer geraumen Zeit, obwohl bei uns niemand verstorben ist.

Er sagte vor einiger Zeit abends beim kuscheln zu mir : Mama wann kommt denn endlich mein Papa in den Himmel.#schwitz

Ich bin heilfroh, dass mein Mann das nicht mitbekommen hat, er wäre zutiefst verletzt.

Ich bin mir allerdings sicher, dass das ganze Thema zu abstrakt für ihn ist, wir waren aber zuvor mit ihm auf dem Friedhof, weil das Thema so oft von ihm angeschnitten wurde.

Ich habe dann von ihm erfahren, dass Henrys Opa (Henry ist sein Kindergartenfreund) gestorben sei und nun im Himmel sei.

Also es ist normal, dass es Kinder beschäftigt, ich bin sicher, dass Dein Sohn Dich nicht verletzen wollte.

Vielleicht nimmst Du das Thema auf, es gibt viele gute Kinderbücher zu dem Thema.

Liebe Grüße Ina

Beitrag von summersunny280 05.05.11 - 11:27 Uhr

Ich finde das durchaus normal .
Du hast ein kleines Kind dass sich wohl sehr Gedanken über den Tod macht . Daran erkenne ich nicht schlimmes.
Ich finde er testet wie du reagierst .
Mein Sohn hatte die Todes-Phase :-p
Das fing auch genau in dem Alter an .
Ich erzählte ihm etwas über den Tod als wir auf der Strasse ein totes Tier sahen , von dem Tag an hat es ihn sehr beschäftigt und er sprach viel davon.
Da kam auch ab und an mal das er wollte dass ich Tod bin und nur noch Papa da ist oder umgekehrt , andere Tod sind , alle Tod sind .
Ich nahm das nie persönlich , ich hab ihm dann so gut es in dem Alter geht, versucht zu erklären dass die Menschen(Tiere) dann nie wieder kommen .

Nehm das nicht persönlich sondern gib ihm antworten .

Beitrag von manoli71 05.05.11 - 13:46 Uhr

Hallo!

Mein Sohn hat einmal zu mir gesagt: Du böse Mama, dann mache ich dich tot. Ok, hab ich gesagt und bin rausgegangen, weil ich echt geschockt war. Nach kurzer Zeit bin ich in sein Zimmer gegangen und habe ihm erklärt, was es bedeutet, wenn jemand tot ist. Er war geschockt, als ich sagte, dass ich dann nicht mehr mit ihm spielen könnte und er auch nicht mehr mit mir kuscheln könnte. Er sagte sofort: Das wusste ich gar nicht, das will ich auch nicht. Und danach hat er das nie wieder gesagt.

Aber ich habe früher auch immer zu meinem Papa gesagt: Wir schmeißen Mama in die Mülltonne und dann heirate ich dich #schock #rofl. Erzählt meine Mama heute noch. Des wegen hatte und habe ich meine Mama aber trotzdem lieb.

Es sind die Gedankengänge von Kindern. Es verletzt, sollte es aber eigentlich nicht. Mach Dir keinen Kopf!

LG Tina

Beitrag von jenny133 05.05.11 - 14:25 Uhr

Hallo Ann

ehrlich gesagt denke ich, das du dir da keinen Kopf machen musst.
Nein Nico hat noch nicht gesagt, das ich tot sein soll. Aber erst heute hat er mich "ganz weit weg" geschickt weil er was nicht bekommen hat!
Das mit dem Tod kann auch Gesprächsthema zwischen den Kindern im Kindergarten gewesen sein (meisst dann von älteren) und die Erzieherinnen wissen dann gar nicht drüber bescheid.

Manchmal sagt er auch, das er keine Mama mehr will. Das kommt unüberlegt. Entweder sage ich gar nichts dazu oder ich nehme ihn in den Arm und sage, das ich aber IMMER einen Nico haben will weil ich ihn so lieb habe!
Nach seinem Ärger bin ich auch auf einmal wieder erwünscht :-D

So etwas ausgesprochen trifft eine Mami echt sehr hart und ich hab beim ersten mal auch geschluckt. Aber das sind Phasen die gehen auch wieder vorbei ;-) Warte mal ab was deiner noch so vom KiGa lernt. Wir sind jetzt grade bei: "Du alter Pimmelkopf" #hicks

LG
Melanie mit Nico (3,5 Jahre)