Hab ganz große Sorgen

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von lacky06 05.05.11 - 13:13 Uhr

Hallo Ihr lieben!

Jetzt muss ich mich doch mal mein Herz ausschütten. Sorry, kann lang werden!

Also, unser Sohn Max ist jetzt 5 1/2 Jahre alt. Als er gebohren wurde hat mein Mann 3 Jahre Babyurlaub genommen, er war arbeitslos und da haben wir die Rollen getauscht.

Seit voriges Jahr im Mai / Juni, so ungefair hört Max garnicht mehr, er schießt (die hände so geformt) auf alles und jeden, benützt Schmümpfwörter, pöbelt ohne grund Leute an, äft alle macht. grinst einen nur an, wenn wir was sagen. ich weiß echt nicht mehr weiter. Nur auf den Po möchte ich ihn nicht hauen. dann raste ich meistens aus, dann fängt er an zu weinen. ach mann. Im kindergarten ist er total lieb, sagen zumindestens die erzieher, nur was die make von der ganzen gruppe ist, die kinder können alle nicht zuhören.
max auch nicht. wir fragen dann jeden tag abends beim Abendbrot wie es war und ob morgen irgendwas anliegt, z. B. das er keine sporttasche mitbringen muss oder ob ein fest ansteht, wo er was mit bringen muss. er sagt immer nein obwohl die erzieher das mehr mahls gesagt haben. er hört einfach nicht, es ist zum verzweifeln. aber in der kita ist er lieb und artig, zuvorkommend, haben uns schon mehr mals die erzieher gesagt und wehe er sieht einen von uns, ob nu oma, opa, papa oder ich, dann fängt er an rumzuhampeln und das was ich bereits geschrieben haben. Meistens endet das dann damit, das er in sein Zimmer geht und weint.
das problem ist, mein mann hat ne ausbildung zum berufskraftfahrer gemacht, macht jetzt ein Praktikum, er ist immer mit max rausgegangen in den garten. ich kann leider nicht so, habe vor 1 woche die 3 op am linken knie hintermir und laufe seit september 10 fast nur auf gehilfen, so das ich mit ihm längere spatziergänge nicht machen kann.

bitte gebt mir nen rat oder nennt mir ne seit oder irgendwas. ich weiß nicht mehr weiter.

Liebe grüße wünscht claudi
P.s. danke fürs lesen und antworten.

Beitrag von agostea 05.05.11 - 13:30 Uhr

Das, was du schilderst, ist ein ganz normales Verhalten eines nicht erzogenen 5 Jährigen. ;-)

Gruss
agostea

Beitrag von lacky06 05.05.11 - 13:37 Uhr

aber er hat bis vorriges jahr sowas nicht gemacht, auf einmal.

liebe grüße

Beitrag von agostea 05.05.11 - 13:45 Uhr

Naja, er testet aus. Autonomie, verstehst?

Allerdings schon etwas überzogen. Da solltest du gegensteuern, Grenzen setzen etc. Anscheinend hat er es nie kennengelernt bei euch...dann bist du jetzt gefordert.

Beitrag von lacky06 05.05.11 - 13:50 Uhr

er war immer lieb und artig, auf einmal, wir brauchten und konnten uns nie beschweren.

danke

Beitrag von lacky06 05.05.11 - 13:39 Uhr

Habe noch was vergessen.

bis voriges Jahr Mai / Juni hat er das nicht gemacht so kennen wir ihn nicht seit dieser zeit etwa. er hat immer bitte, danke, immer guten tag gesagt, nie dazwischen geredet still neben uns gesetzt oder gestellt wenn wir mit jemanden erzählt haben oder hat ruhig gespielt. wir kennen ihn so nicht.

liebe grüße claudi

Beitrag von sillysilly 05.05.11 - 13:46 Uhr

Hallo

er testet Euch einfach aus -

findet klare Familienregeln - was ist Euch wichtig -
besprecht das mit ihm, erklärt ihm die Regeln

und das ihr ab jetzt diese auch Einfordern werdet

Grüße Silly

Beitrag von lacky06 05.05.11 - 13:50 Uhr

Danke für die lieben antworten.

Beitrag von sunflower.1976 05.05.11 - 14:15 Uhr

Hallo!

Das klingt anstrengend #liebdrueck
Hast Du mal in (in einer Zeit, in der alle gut gelaunt sind) das Gespräch mit Deinem Sohn gesucht? Also z.B. wenn´s nachmittags ein, zwei "Vorfälle" gab aber anschließend alle wieder entspannt sind und nicht in einem schwierigen Moment. Frag ihn ohne Vorwürfe, warum er so oder so gehandelt hat, wie er sich dabei gefühlt hat und sag ihm auch, wie es Dir damit geht.
Dann fühlt sich Dein Sohn ernst genommen und erfähtst vielleicht auch ein bißchen, wie es ihm in solchen Momenten geht. Das erleichtert den Umgang mit schwieriigen Situationen weil man anders handeln kann.

Ist irgendwas im Mai/Juni letzten Jahres vorgefallen oder hat sich irgendwas verändert (Ehekrise, Wegzug eines Freundes, Todesfall oder irgendwas anderes)? Das kann manchmal dazu führen, dass sich das Verhalten eines Kindes ändert.

Überleg Dir ein paar Familienregeln (ggf. im gemeisnamen Gespärch mit Deinem Mann und Deinem Sohn) und erkläre sie Deinem Sohn und auch, warum es diese Regeln geben wird. Damit meine ich keine Liste von 15 Regeln sondern ein paar, die Dir aber besonders wichtig sind und die auch eingehalten werden müssen.
Diese kannst Du z.B. als stilisierte Bildchen auf ein Plakat malen.

Bei uns sind diese Regeln u.a.
- Sitzen bleiben beim Essen
- Nicht hauen, treten oder jemanden verbal erniedrigen
- Kein Spielzeug oder andere Dinge herumschmeißen
- Kein "Herumhampeln" an der Straße bzw. mein kleiner Sohn muss an der Hand gehen (wir wohnen an einer Hauptzufahrtsstraße zu unserem Dorf mit viel Verkehr)

Auf die Umsetzung dieser Regeln legen wir wert und achten auf die Umsetzung. Halten sie sich nicht dran, gibt es eine Konsequenz, die mit dem,w as sie gemacht haben, in Verbindung steht.
wenn es Dinge sind, bei denen sie sich nicht gefährden, ermahne ich mein Kind ein Mal, bei der zweiten Ermahnung kündige ich die Konsequenz an, die beim dritten Mal ausgeführt wird.
Steht z.B. eins meiner Kinder beim Essen grundlos auf, ist die Mahlzeit beendet, wenn es auch nach der zweiten Ermahnung und Ankündigung der Konsequenz nicht hört und trotzdem nochmal aufsteht.
Wird Spielzeug geworfen, kommt dieses für den aktuellen Tag bzw. Folgetag weg usw.
Damit verhindere ich viel Schimpferei und Frust.

Vielleicht wäre es auch eine Möglichkeit für Dich, einige Regeln zu überlegen und dann auch deren Umsetzung zu bestehen.
Also z.B. dieses Schießen spielen... Machen Kinder sowas untereinander, ist das eine Sache (mag ich nicht, aber lässt sich bei vielen Jungs eben nicht ausschließen). Unbeteiligte in dieses "Spiel" mit hineinzuziehen, ist aus meiner Sicht absolut nicht in Ordung. Die Konsequenz wäre bei mir, dass wir nach Hause gehen, wenn zwei Ermahnungen nichts gebracht haben. Das ist anfangs sicher anstrengend, aber nach einer Weile verstehen Kinder eigentlich, dass es die Ankündigung dieser Konsequenzen ernst gemeint sind und hören dann auch eher auf das, was man sagt.

Zudem finde ich es wichtig, dass Kinder immer wieder spüren, wenn sie was gut gemacht haben. Mein großer Sohn (knapp 6) trödelt morgens oft und nimmt nach dem Waschen seinen Schlafanzug nicht wieder mit in sein Zimmer. Heute lief alles absolut reibungslos und dan habe ich mich ehrlich gefreut und es ihm auch gesagt und gezeigt.

Dass Kinder ausprobieren, wie weit sie gehen können, ist normal. Nur muss jeder für sich entscheiden, wie weit noch in Ordung ist und wo die Grenze ist. Das ist sicher bei jedem einzelnen und in jeder Familie unterschiedlich. Die Kinder müssen aus meiner Sicht ganz genau wissen, wo die Grenze ist und lernen, sich daran zu halten.
Bei uns ist es z.B. so, dass die Kinder relativ viele Freiräume haben und auch viel dürfen, aber eben innerhalb bestimmter Grenzen, an die sie sich halten sollten.

LG Silvia

Beitrag von lacky06 05.05.11 - 17:37 Uhr

Danke, für deine liebe antwort.

naja mein mann hat ne verkürzte ausbildung zum Berufkraftfahrer angefangen.

haben schon oft das spielzeug rausgenommen, beim essen bleibt er ja sitzen, das ist das einzige was hinhaut.

danke dafür.


liebe grüße claudi

Beitrag von sunflower.1976 05.05.11 - 21:28 Uhr

Hallo!

Diese Regeln, die ich geschrieben habe, waren nur ein Beispiel, also Sachen, die bei uns gelten. Das sind nicht zwangsläufug Dinge, die nicht funktionieren bzw. nicht funktioniert haben, sondern eben Sachen, die uns wichtig sind. Wenn diese Regeln nicht eingehalten werden, gibt es ganz klare und vorher bekannte Konsequenzen. Diese Regeln gelten aber auch für uns. Beim Essen stehen wir auch nicht wegen irgendwelcher Kleinigkeiten auf (da lassen wir auch schon mal das Telefon klingeln) und wenn wir z.B. etwas im Kühlschrank vergessen haben, sagen wir, warum wir aufstehen (denn mit Grund dürfen unsere Kinder das ja auch).

Es ist oft anstrengend, wenn der Partner lange nicht da ist. Mein Mann ist beruflich momentan sehr häufig für eine Woche weg weil er an einer anderen Dienststelle eingesetzt wird und die Fahrt zu weit ist. Wenn ich selber z.B. erschöpft bin, fällt es mir schwerer, gelassen zu bleiben und nicht zu meckern sondern ruhig zu handeln und bei Bedarf mit logischen Konsequenzen. In der Regel klappt das gut aber eben nicht immer. Wenn ich selber gestresst bin, überträgt sich das sofort auf meine Kinder und sie sind auch gereizter, reagieren schneller und heftiger auf Kleinigkeiten usw. Da hilft mir unsere "Methode", dass ich ein Mal ermahne, beim zweiten Mal eine logische KOnsequenz ankündige, die dann beim dritten Mal ausgeführt wird. So muss ich kaum schimpfen und es geht insgesamt ziemlich entspannt. Aber es gibt auch Tage, die nicht schön sind und ich mich v.a. mit meinem großen Sohn häufig "in der Wolle" habe. Aber solange es nicht ausartet und niemand persönlich gekränkt wird, hält sich das alles im Rahmen.

Alles Gute!

LG Silvia

Beitrag von zahnweh 05.05.11 - 20:37 Uhr

Hallo,

das meiste macht meine (im Sommer 4) zur Zeit auch. Total anstrengend!!! ich weiß...

Wirklich Tipps habe ich nicht. Meine steckt da mitten drin.
Grundregel an die ich mich weiterhin halte:

ich halte ein, was ich anküdige (positiv wie "negativ") und kündige nur an, was ich wirklich halten kann (schönes, genauso wie logische Konsequenzen).




"wir fragen dann jeden tag abends beim Abendbrot wie es war und ob morgen irgendwas anliegt, z. B. das er keine sporttasche mitbringen muss oder ob ein fest ansteht, wo er was mit bringen muss. er sagt immer nein obwohl die erzieher das mehr mahls gesagt haben"


Dafür gibt es bei uns Zettel!!

a) Entweder ins Fach, damit die Eltern den Zettel mitnehmen können
b) die Kinder bekommen den Zettel direkt in die Hand - direkt beim Abholen, nicht vorher
c) es hängt am schwarzen Brett, wo die Eltern drauf schauen kann
d) nahende Termine, innerhalb der gleichen Woche werden von außen an der Eingangstür noch mal zur Erinnerung ausgehängt.
e) für Feste zu denen was mitgebracht werden soll, tragen sich die ELTERN ein am schwarzen Brett. Da hängen dann Listen aus.


Später in der Schule gibt es hier auch Zettel. Den Inhalt kann sich kaum ein Kind merken, egal wie viele 1000e Male das gesagt wurde. Allerdings wird vom Schulkind erwartet, dass er/sie dann an den Zettel im Schulranzen denkt und den den Eltern abgibt.