Erfahrung Saugglockengeburt vs. Kaiserschnitt!!

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von agrokate 05.05.11 - 15:01 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

bin jetzt mit dem 2.Kind schwanger (31 SSW) und so langsam macht man sich doch öfters Gedanken über die Geburt;-)!
Meine erste Geburt endete nach 26 Stunden Wehen, vollständig geöffneten Muttermund leider in einem Kaiserschnitt, da die Kleine sich falsch eingedreht hatte und sich daraus ein Geburtstillstand ergeben hatte:-(!
Die Ärzte hatten erst vor, sie mit Saugglocke zu holen, da sie aber zu weit oben im Becken lag, war ihnen das Risiko doch zu hoch.
Und ich muß dazu sagen, daß für mich damals der Gedanke an einen Kaiserschnitt wesentlich beruhigender war, als das "Herausziehen" mit der Saugglocke#zitter!
Da ich selbst als Baby mit Saugglocke geboren wurde, hat mir meine Mum ihre Probleme danach (2-3 Wochen nicht richtig sitzen, große Schmerzen etc.) schon lange vor meiner ersten Schwangerschaft erzählt und ich habe total Panik, wenn es zu einer Saugglockengeburt kommen würde#schock!
Ich bin mit meinem Schnitt körperlich gesehen, sehr schnell gut zurecht gekommen (seelisch hat es etwas länger gedauert), daher stelle ich mir einen Labienriß und Dammriß fast schmerzvoller vor#schmoll!

Könntet Ihr mir vielleicht die doch große Angst vor einer evtl. bevorstehenden Saugglockengeburt nehmen und Eure Erfahrungen darüber berichten.

GLG,agrokate!

Beitrag von doritos 05.05.11 - 15:10 Uhr

Also ich hatte Saugglockenbeburt, weil er steckengeblieben war, Koepfchen zu gross.
Ich konnte halt die ersten beiden Wochen nicht richtig sitzen wegen der doofen Faeden die weggestanden haben, aber Schmerzen waren nicht sooo stark?!?!
Man setzt sich halt diese beiden Wochen bis die Faeden gezogen werden ein bischen doof hin oder halt mit angezogenen Fuessen..aber sonst ging es echt.

lg Doritos

Beitrag von raevunge 05.05.11 - 15:53 Uhr

HUHU

ich hatte auch eine Saugglockengeburt. Hab das damals alles unter der Geburt gar nicht mitbekommen #schein

Danach war es so ca. 14 Tage - ich würde sagen "ein bisschen lästig". Aber wirkliche Schmerzen waren das nicht. Und dann ging es wieder super. Die Nähte sind auch sehr gut verheilt, ich hatte nie wieder Probleme damit.

GLG

Beitrag von hexchen1982 05.05.11 - 17:40 Uhr

Mach dich da nicht verrückt, mein Kleiner musste nach 12 Stunden auch mit der Saugglocke geholt werden, da er sein Händchen neben dem Köpfchen hatte und somit nicht weiter runtergerutscht ist.

Klar hat man etwas Schmerzen durch den Dammschnitt und die Fäden piecksen auch nen bissel, aber man soll die ersten Tage eh viel liegen und du kannst das auch alles schön kühlen, dann gehts besser.

Lg Hexchen

Beitrag von mariju 05.05.11 - 19:21 Uhr

Die Geburt unserers Sohnes endete auch mit einem KS.
Wir wusstern vorher das er ein Sternengucker ist, laut Hebi findet er einfach nur den richtigen Weg nicht und sie würde uns zur Saugglocke raten. Der FA (KS Gegener) sagte das ihm das zu riskant sei, die Entscheidung würde bei uns liegen, aber er rät uns davon ab.
Ich bin meinem Arzt mehr als dankbar das er sich gegen die Saugglocke ausgesprochen hat. Unser Sohn war ein Sternengucker der eine Nabelschnurumschlingung um Hals und Schultern hatte und mit der Saugglocke wäre es böse ausgegangen #schwitz

Ich hatte aber auch schon vor der Geburt immer gesagt das ich niemals mit der Saugglocke oder mit der Zange an mir rumarbeiten lasse (Erfahrung in der Familie).
Beim nächsten Kind spricht nichts dagegen spontan zu entbinden, aber wenn es nochmal heiße würde - Saugglocke - ich würde wieder ablehnen. Auch wenn die Vorraussetzungen andere wären wie jetzt bei unserem Sohn.

LG

Beitrag von sabienchen22 05.05.11 - 20:37 Uhr

HI!

Ich hatte beides: KS und Saugglockengeburt!

Meine Tochter wurde nach 12 Stunden Wehen, leider #heul doch per KS geholt, da ihre Herztöne so schlecht waren (hatte Nabelschnur zwei Mal um den Hals). Von den körperlichen Schmerzen habe ich den KS sehr gut verkraftet, Narbe ist so gut wie verschwunden. (von meinem seelischen Problem red ich mal lieber nicht, da hab ich heut noch schwer dran zu knabbern -> versäumtes Geburtserlebnis, etc #heul)

Mein Sohn wurde 2 1/2 Jahre später per Saugglocke auf die Welt gekommen, da auch bei ihm die Herztöne plötzlich schlecht wurden, MuMu aber schon offen war und ich Presswehen hatte. Es ging alles ziemlich schnell, der Arzt kam rein, vereiste kurz (nix gespürt), machte Dammschnitt (nix gespürt), setzte die Saugglocke an (war etwas unangenehm aber locker auszuhalten, also kein richtiger Schmerz nur unangenehmes Gefühl, wenn der da so herumwurschtelt), bei der zweiten Presswehe war der Kopf da und der Arzt verschwand mit seiner Saugglocke wieder, den Rest erledigte ich mit der Hebamme ;-)
Auch das Nähen des Dammschnittes tat nicht weh, dauerte halt nur ein bisschen. Danach gings mir super, die Narbe hab ich so gut wie nicht gespürt. Ich konnte sofort überall sitzen (bin 4 Tage nach der Geburt im Garten auf der Holzbank gesessen und meine Nachbarin war ganz verplüfft :-p). Ich hatte einfach keine Probleme mit der Narbe und sie ist auch super verheilt und weder sicht- noch spürbar!!!

Also da ich sowohl KS als auch Saugglockengeburt hatte, würde ich AUF ALLE FÄLLE wieder die Spontangeburt (wenn auch mit Saugglocke) vorziehen...never ever einen KS (außer bei ganz ganz dringenden medizinischen Indikationen natürlich!!!)!!!!!!!!

Alles Liebe,
Sabine

Beitrag von itsmyday 05.05.11 - 20:41 Uhr

Ich hatte beides und würde vom Schmerzpegel her sagen: die beiden schenken sich nichts. #cool

Da ich mich aber bei den Geburtsverletzungen an den Genitalien viel "intimer" verletzt gefühlt habe, den KS als Bauchschnitt schon allein deshalb angenehmer fand, als die ständigen Nachuntersuchungen "untenrum", würde ich persönlich das Risiko einer genitalen Verletzung dieser Größenordnung (sorry, so habe ich das nunmal empfunden....) nicht mehr eingehen und gleich bei den ersten Anzeichen einer Komplikation den KS wählen. #schwitz

Diese Sichtweise ist aber natürlich extrem subjektive.....aber Du hast ja gefragt! #liebdrueck

Beitrag von zwei-erdmaennchen 05.05.11 - 20:59 Uhr

Hey du,

ich hatte beides - eine Saugglockenentbindung und einen sekundären KS und ich würde nie wieder freiwillig vaginal entbinden #zitter

Unsere Große steckte im Beckenausgang fest und nachdem sämtliche Versuche sie doch noch irgendwie da durch zu bekommen fehlgeschlagen sind wurde sie letztendlich mit der Saugglocke auf die Welt gerissen (anders kann man es echt nicht nennen!!!). Für einen KS war es zu spät weil sie so festgesteckt ist, dass sie erst recht nicht mehr nach oben zu schieben ging (was ja Grundvoraussetzung für einen KS ist). Also musste sie unten raus. Zuerst haben sie einen Monsterdammschnitt gemacht (diese Aussage stammt nicht von mir - ich habe ja keine Vergleichsmöglichkeit - sondern von der Hebamme) und der Arzt hat die genaue Position des Kopfes ertastet was trotz PDA schon echt schmerzhaft und mehr als unangenehm war. Die Saugglocke wurde angesetzt und der Arzt - ein Mordskerl mit viiiiieeeeel Kraft - hat sich mit den Füßen unten am Entbindungsbett abgestützt, sich mit seinem ganzen Körpergewicht nach hinten gelehnt und an ihr und damit auch mir herumgerissen. Ich dachte es zerreißt mich gleich. Dann tat es einen riesigen Schlag und meine Tochter knallte mit voller Wucht auf das Entbindungsbett. Dieses Geräusch werde ich nie in meinem Leben vergessen... Dann wurde ich eine Stunde lang zusammengeflickt und es ging mir richtig schlecht. Ich hatte sehr viel Blut verloren und musste etliche Eiseninfusionen über mich ergehen lassen, der Dammschnitt heilte zwar recht gut, ist dann aber nochmals bei einer ungeschickten Bewegung teilweise aufgerissen und der Spaß mit dem nicht sitzen können ging von vorne los. Insgesamt war ich ein körperlicher Totalschaden weil einfach alles unterhalb des Bauchnabels kaputt war (wofür aber nicht nur die Saugglocke verantwortlich ist). Ich war drei Monate unfähig mich alleine um meine Tochter zu kümmern - unter den Folgen dieser Entbindung leide ich noch heute (3 Jahre später). Sex konnte man total vergessen. Wir haben es zwar nach vier Monaten einmal versucht aber das waren solche höllischen Schmerzen - dagegen waren die Wehen ein Witz. Es dauerte wieder Monate und nach vielen gescheiterten Versuchen (die oftmals unter Tränen vor Schmerzen geendet haben) ging es dann irgendwann besser. Ich würde schätzen, dass es erst etwa ein Jahr später wieder annähernd so war wie vorher :-(

Die Geburt der Kleinen wurde eingeleitet, der MuMu ging aber nicht weiter auf als er ohnehin schon Wochen war. Im Nachhinein weiß ich, dass ich dieses Kind aufgrund der Größe niemals vaginal hätte gebären können und mein Körper wohl darum gestreikt hat. Also wurde nach 36 Stunden abgebrochen und ein sekundärer KS gemacht. Und ich sage dir: der war sooooo schön. Ich habe nur bei dieser Entbindung überhaupt ein Geburtserlebnis verspürt und mir ging es trotz Narkosezwischenfall so viel besser als nach der ersten Geburt. Ich bin am dritten Tag nach Hause (KS war spät abends) und nach einer Woche habe ich alles hier zuhause alleine gemacht (Einkäufe, Haushalt mit Kleinkind und Säugling). Ich hatte nie nennenswerte Probleme...

Ich fürchte ich kann dir deine Ängste mit meiner Story nicht nehmen. Ich würde aber auch nur noch per KS entbinden. Ich habe keine Ahnung was an der vaginalen Geburt so toll sein soll, ich empfand sie als puren Horror für mich und meine Tochter die auch noch heute darunter leidet. Das würde ich kein zweites Mal riskieren...

Ich bin dankbar, dass es die Möglichkeit einer Saugglockenentbindung gibt denn ohne die wären wir beide wahrscheinlich nicht mehr hier. Freiwillig würde ich es jedoch nie wieder machen lassen.

Liebe Grüße und alles Gute
Ina #winke