OP mit Demenz - wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit Verschlechterung?

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Beitrag von blaufrau 05.05.11 - 15:29 Uhr

Mein Vater, 76, hat Demenz im Anfangsstadium: nachlassendes Kurzzeitgedächtnis, nachlassendes Interesse an Freunden und Unternehmungen, neue Situationen bereiten ihm Schwierigkeiten; er lebt allein, versorgt sich selbst, Tabletteneinnahme klappt gut, er ist zeitlich und räumlich orientiert.
Jetzt muss er in zwei Wochen ins Krankenhaus wegen eines Leistenbruches bzw. der OP - anscheinend ein Routineeingriff. Meine Freundin meinte nun, das die Demenz sich sehr oft verschlechtern würde nach einer OP. Und davor habe ich richtig Angst. Wenn man das googlet, dann findet man die schlimmsten Geschichten, so dass man die OP am liebsten absagen würde - was ja nicht geht.

Habt ihr damit Erfahrung? Weiß einer von euch, wie oft sowas passiert? Und wenn ja, wie viel schlechter kann es werden? Danke!

Beitrag von salome25 06.05.11 - 10:12 Uhr

Hallo

da wir das Thema gerade bis zum Erbrechen im Unterricht durchgenommen haben und wir damit jetzt fertig sind, kann ich dir dazu folgendes sagen:

es geht nicht um die OP ansich. Die Op selbst verschlechtert die Demenz nicht, sondern die Situation, das Umfeld, die Umgebung. Er begibt sich in ein Krankenhaus, das ist der Umgebungswechsel. Demenzkranke sollten nach Möglichkeit immer im selben Umfeld bleiben, damit sie sich nicht überfordert fühlen. Stell dir vor, du wirst operiert. Du hast natürlich total Angst und gehst nicht wie selbstverständlich ins Kkh und freust dich auf die OP. Bei deinem Vater kommt dann noch die Unsicherheit dazu, weil er ja alles vergisst, er sich in einer neuen Umgebung nicht sofort sicher und geschützt fühlt, er vielleicht nicht mal mehr genau weiß, was man im Krankenhaus mit ihm macht. Das wichtigste ist, dass er guten Bestand bekommt von dir. Stell dir vor, dein Kind würde operiert. Klingt blöd, aber sei für ihn da, als sei er ein kleines Kind, das Schutz und Geborgenheit braucht. Er wird dich noch kennen, nehme ich mal an, da er im Anfangsstadium ist. Versuche ihm die Angst vor der neuen Umgebung zu nehmen, gehe auf seine Gefühle ein, denn damit erreicht man demenziell Erkrankte am besten. Sprecht über die OP und auch die Ärzte werden mit ihm umzugehen wissen. Man kann nie im Vorraus sagen, ob sich die Demenz danach dramatisch verschlechtert, aber helfe ihm einfach, versuche ihm die Angst zu nehmen, indem du für ihn da bist und viel mit ihm redest und auf die emotionale Ebene gehst. Rede auch von positiven Aspekten der OP und schiebe das Negative weit weg!

Ich wünsche euch alles Gute

LG
salome