Ich kann bald nicht mehr....

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von schatzi2005 05.05.11 - 21:24 Uhr

Ich muss mich heute auch mal aus weinen, weil ich einfach nicht mehr kann.#schmoll

Meine Mama ist am 17.2 dieses Jahres verstorben und ich war dabei, da sie zu Hause in meinen Armen starb. Ganz unerwartet an einen Lungenödem. Sie hatte COPD, eine Lungenerkrankung welche letztes Jahr im Januar erkannt wurde. Leider schon viel zu spät. Das sie die Krankeit hatte wusste ich, was ich aber nicht wusste ist, das sie wusste das sie nur noch ein Jahr zu leben hat. Das habe ich jetzt von ihrer Ärztin erfahren.... das war ein Schock für mich. Meine Mama die für mich alles war, wir verstanden uns auch ohne Worte. Ich war ihr ein und alles.... und sie musste alles mit sich selbst ausmachen. Sie hat niemanden was gesagt, nicht mal ihren Ex....

Ich dachte ich könne mit allem umgehen, aber nein, ich bin so traurig, so am Boden zerstört. Dann immer wieder diese Träume, wo ich immer und immer wieder sehe wie sie stirbt. Das tut so weh. Seit dem sie Tod ist, habe ich niemanden mehr, also keine beste Freundin mehr mit der ich über alles und jedes reden kann.... das macht mich so fertig.

Kraft gibt mir mein kleiner Sohn, auf den sie auch so sehr Stolz war.

Ich bin so tief traurig.#heul

Wollte eine Therapie machen um alles zu verarbeiten bzw aufzuarbeiten, aber da heißt es nur, das es normal sei das ich trauere und erst nach 6 Monaten wenn es immer noch so ist ich mich noch mal melden soll.... ich finde es nicht mehr normal. Ich brauche Hilfe, irgendjemand muss mir helfen alles zu verkraften. Ich konnte dem Menschen nicht helfen, für den ich mehr oder weniger Gelebt habe... da reicht es nicht, das man mir nur sagt ich solle nicht darüber nachdenken. Das ist gar nicht so einfach#nanana


Meine kleine Schwester, sie ist 12 jahre alt, war auch mit dabei als meine Mutter Starb. Sie hat meine Mama gefunden und mich schnell geholt. Sie ist schon in Therapie. Aber ihr geht es genauso wie mir, sie hat auch solche Träume. Zum Glück kann ich noch mit ihr darüber reden, denn alle anderen außer sie und mein Mann wollen das Thema tod schweigen.


Probleme mit dem Witwer habe ich auch und ich weiß nicht mehr ein noch aus... es ist der Vater von meiner Schwester. Er macht mir das Leben auch zur Hölle, was soll ich denn noch machen#heul

Will kein Streit, denn meine Schwester will ich auch nicht verlieren. Ich wünschte sie würde bei mir leben.



Sorry für den langen Text, aber ich musste mal ein Teil loswerden.


Eine #kerze für dich Mama. Ich vermisse dich so sehr#heul


LG schatzi.... die einfach nur Hilfe braucht.

Beitrag von sillysilly 05.05.11 - 21:43 Uhr

Hallo

möchte dir gerne sagen, daß du nicht alleine bist
und hoffe es geht dir bald etwas besser



meine Mutter ist im Dezember verstorben
auch an COPD

sie hat es schon viele Jahre
2007 der große Einbruch
zwischendrin immer wieder besser, aber nie so gut wie vorher

dann kamen große Tiefpunkte
sie mußte aus ihrer Wohnung zu uns in den Block ziehen, damit ich mich mehr um sie kümmern konnte
sie wurde immer kurzatmiger und kränker
Krankenhausaufenthalte
sie mußte ins KKH - dann Reha - dann Kurzzeitpflege
dann die Wohnung aufgeben und ins Pflegeheim
konnte nicht mehr ohne Rollator laufen
Atemnot - Lungenentzündungen ect. immer wieder

und das kann sich über Jahre hin ziehen
mein Schwiegervater arbeitet im Krankenhaus und er sagt diese Menschen quälen sich oft endlos, Jahrelang - können teilweise nur noch Sitzen und nicht mehr Liegen wegen der Kurzamtung,

meine Mutter wußte das alles ( Krankenschwester ) und hat sehr gelitten und sehr viel Angst vor dem was kommt, vor der Abhängigkeit

einen Tag hat sie es dann nicht mehr alleine aufs Klo geschafft - auf den Klostuhl neben dem Bett
am nächsten Tag hat sie um 5.30 eine Zigarette verlangt, mit dem Pflegepersonal geraucht und ist dann "einfach" gestorben


Für mich war es ganz schrecklich - furchtbar - denn gerade hatte sie nix akutes - ich hatte gerade keine Angst sie zu verlieren
ich wäre gerne für sie da gewesen
hätte noch gerne mehr Zeit bewußt mit ihr verbracht
ich habe Angst sie vernachläßigt zu haben

ABER
ich bin froh, daß sie es so geschafft hat -
so einen Tod wollte sie - ihn nicht lange kommen sehen ( obwohl sie ja Todeskandidatin war ) - nicht in Panik verfallen - nicht mehr ins Krankenhaus oder gar wiederbelebt


Meine Mama war meine ganze Familie ( von meiner Seite )
mein Papa starb schon als ich 6 Jahre alt war

grüße Silly

Beitrag von ss120875 06.05.11 - 08:47 Uhr

Hallo,

mir geht es auch so. Meine Mutter ist letztes Jahr am 10. Mai gestorben. Es jährt sich jetzt das erste Mal und ich weiß auch nicht wie es weitergehen soll.

Sie war auch meine beste Freunden, denn zu dem schäbigen Rest meiner Verwandtschaft hab ich keinen Kontakt mehr. Sie fehlt immer und überall.

Man denkt immer, dass keiner so sehr trauert wie man selbst, aber jeder der seine Mutter liebt, fühlt den gleichen Schmerz, wenn sie stirbt. Ich war damals nicht dabei, nur meine Schwester, aber irgendwie wünschte ich mir, ich wäre dabei gewesen und hätte gesehen, dass sie wirklich keine Schmerzen gehabt hat und es sehr schnell gegangen ist. Denn das beschäftigt mich sehr, musste sie leiden...?

Ich hätte ihr gern nochmal gesagt, dass ich sie sehr lieb hab, aber wir hatten ein halbes Jahr keinen Kontakt mehr. Aber ich denke, dass sie es wusste.

Ich wünsch dir alles Gute.

Silke

Beitrag von --sonnenschein-- 06.05.11 - 14:55 Uhr

Erstmal tut es mir sehr leid, was du im Moment durchmachen musst. #liebdrueck

Ich habe nicht dasselbe erlebt, kann aber wohl ansatzweise nachvollziehen, was du im Moment durchmachst.

Mein Papa ist vor einiger Zeit an Krebs gestorben, es hat mir auch den Boden unter den Füßen weggezogen. Es war absehbar, aber dennoch war es ein Schlag ins Gesicht! #heul

Vier Wochen später kam meine Mama dann mit einer Sepsis in KKH & es eine Wo nicht absehbar, ob sie es schafft. In dieser Zeit hab ich den Glauben an das Gute echt verloren. #heul

Gott sei Dank hat meine Mama gekämpft & es doch geschafft, aber es war ein schwieriger & langer Leidensweg für uns alle.

Mein Bruder war zu der Zeit auch erst 15 Jahre & für ihn war es auch der Horror. Ich war vollkommen fertig mit der Welt, Papa verloren, Mama schwebt in Lebensgefahr & dann noch mein kleiner Bruder, den ich versorgen musste & Halt geben wollte.

Aber man entwickelt unglaubliche Kräfte & bei allem tragischen sind wir noch mehr zusammen gewachsen & ich habe das Leben & die einfachen Dinge das Alltags noch mehr schätzen gelernt.

Wir waren übrigens in Therapie & es hat uns geholfen! Wer hat dir gesagt du sollst in 6 Monaten nochmal kommen???
Nein das ist nicht normal, denn du brauchst jetzt Hilfe!!!

In deinen Träumen musst du das Geschehene verarbeiten, ich hab in der ersten Zeit nach dem Tod meines Vaters auch sehr wirre Träume gehabt & hab ihn immer leiden sehen. Aber mit der Zeit träumst oder denkst du auch an schöne Dinge. Es ist alles noch so frisch, aber irgenwann wirst du dich an schöne Erlebnisse mit deiner Mama erinnern, ganz bestimmt! #liebdrueck

Und auch wenn du es mir momentan nicht glauben magst, es wird besser.
Und auch wenn es sich blöd anhört, die Zeit heilt wirklich Wunden,
jedoch Narben bleiben immer zurück! #schmoll

Melde dich doch einfach mal per PN wenn du magst, würde mich sehr freun!

Auf jeden Fall wünsche ich dir & deiner Familie viel Kraft für die kommende Zeit!

glg #sonneschein

Beitrag von hijkl 06.05.11 - 15:00 Uhr

Hallo Schatzi!!!

Erstmal mein aufrichtiges Beileid, zu Deinem schweren Verlust. Ich kann es Dir nachfühlen wie es Dir geht. Und ich möchte Dir dringend raten nicht locker zu lassen, wenn es darum geht Dir Hilfe zu suchen. Du hast ja ein schweres Trauma erlitten, einmal das Deine Mama von Dir gegangen ist, und einmal wie es passiert ist. Die Träume und die immer wieder kreisenden Gedanken deuten auf ein schweres Post Traumatisches Belastungssyndrom hin. Also bitte, gib nicht auf, such Dir einen Therapeuten, notfalls auch einen Privaten, der kostet zwar Geld, aber die haben meist schneller eine Möglichkeit Dir bei zustehen.

Alles gute und #liebdrueck

Sanny