habt ihr auch schon diese Erfahrungen gemacht,...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von heute mal in schwarz 06.05.11 - 09:08 Uhr

... dass man einen anderen sooo sehr liebt (ja, vielleicht sogar schon emotional abhängig ist, was niemals gut ist, ich weiß) und irgendwann erkennen muss, dass dieser Jemand oder vielmehr der, der aus ihm geworden ist, (über 10 Jahre Beziehung, dann Ehe) einem nicht gut tut. Ganz im Gegenteil, er zieht einem mit runter, behandelt einem schlecht, als wär man Abschaum, und dann weiß man, dass man gehen muss, weil man sich selbst schon verändert hat?

Trotz all der Liebe, der gemeinsamen Jahre, und da waren auch sehr schöne Zeiten dabei und was man sich gemeinsam aufgebaut hat, was man sich erträumt hat (Familie, zusammen alt werden).

Man geht, weil man erkannt hat, dass man ansonsten daran kaputt geht und man sich selbst mehr lieben muss, um sich zu retten.

Bei mir war es so.
Es ist über ein Jahr her und ich bin froh es geschafft zu haben, hab mir ein eigenes Leben aufgebaut, bin glücklicher als in den letzten Jahren meiner Beziehung / Ehe. Hin und wieder gibt es aber Momente, da fragt man sich, warum einem das passieren musste, wie das alles geschehen konnte und warum man so ohnmächtig dieser Wesensveränderung (seinerseits) gegenüber stand und nichts tun konnte, außer zu gehen...

Danke vorab für eure Antworten!

Beitrag von lichtchen67 06.05.11 - 09:26 Uhr

In einer über 10 jährigen Beziehung ist es sicher nicht nur einer der sich verändert.

Man kann nur schlecht behandelt werden, wenn man sich schlecht behandeln lässt. im Normalfall setzt dann genau das ein was Du beschreibst, man geht, weil man sich selber retten möchte. Geht sicher vielen so.

Lichtchen

Beitrag von heute mal in schwarz 06.05.11 - 10:13 Uhr

Hallo,

danke für deine Antwort.

In meinem Fall meinte ich eine Wesensveränderung auf Grund einer Suchterkrankung, das hätte ich vielleicht noch dazu schreiben sollen, sorry.

Klar haben wir uns verändert, sind sozusagen Seite an Seite erwachsen geworden; wir haben geliebte Familienmitglieder und leider auch Freunde verloren, neue dazu gewonnen, wir haben Ausbildungen, Schulungen gemacht, wir haben Jobs verloren, neue Arbeit gefunden, ein Haus gebaut, schöne Urlaube gehabt, uns in allen Lebenslagen (auch Krankheiten) kennen gelernt und uns anfangs dennoch nicht verloren.

Die Beziehung war zwar leider nie auf einer Ebene (auch das weiß ich leider erst heute), aber es war die Sucht, das immer schlimmer werdene Verhalten (teils schon aggressiv, vor allem, wenn ich eine Therapie forderte) mir gegenüber, das mich gehen ließ...

Dank dir nochmal für deine Antwort!

Beitrag von ja, leider... 06.05.11 - 11:28 Uhr

Hallo,

ja, ich kann Deine Situation gut nachvollziehen...
Ich stecke selber in einer solchen Situation... habe es aber leider noch nicht geschafft, zu gehen... :(

Wir haben Kinder - das macht es mir nämlich so schwer zu gehen... :((

Beitrag von starshine 06.05.11 - 12:09 Uhr

Ja, das kenne ich sehr gut. Ich habe auch 11 Jahre gebraucht um aus dieser Beziehung auszubrechen. Heute (nach 2.5 Jahren) geht es mir und den Kindern besser als je zuvor.

Natürlich liegt es auch in so verhängnisvollen Beziehungen nicht nur an dem einen, denn der andere lässt ja auch zu.

Du musst herausfinden, warum Du Dich so behandeln lassen hast und wo Dein "blinder Fleck" ist. Hüte Dich aber davor Dich zum "Opfer" zu machen, denn das wird Deine Handlungsfreiheit einschränken. Aber für Deine Zukunft musst Du herausfinden, warum Du denkst, nicht mehr wert zu sein, sonst wirst Du wieder in die gleiche Situation geraten.

Es ist nicht angenehm, diesen Weg "zu sich selbst" zu gehen und der dauert auch ganz schön lange!

Warum es so weit hat kommen können? Weil ihr es beide zugelassen habt. Es ist aber nun Vergangenheit und aus der solltest Du lernen. Aber leben sollst Du nicht in der Vergangenheit sondern heute für die Zukunft!

Paulo Coelho sagt: Unsere Schmerzen der Vergangenheit sind unsere Stärke von heute.
Ich stimme dem zu, würde aber noch dazu fügen: wenn wir uns selbst vergeben können.

Also: vergib Dir und schaue hoffnungsvoll in Deine Zukunft!

Alles Gute!