Haus kaufen mit dem Partner

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von lieber schwarz 06.05.11 - 10:36 Uhr

Hallo,
mein Thema gehört hier vielleicht nicht ganz hin, aber ich möchte lieber in schwarz schreiben und auch euch die Chance geben in schwarz zu schreiben da es zum Teil auch ums Gehalt geht.

Mein Partner, wir sind jetzt acht Jahre zusammen, würden gerne zusammen ein Haus kaufen, oder bauen, da wir in der jetzige Wohnung nicht wirklich glücklich sind.
Wir haben aber irgendwie Angst vor der großen finaziellen Belastung die dann auf uns zukommen wird, klappt es und vor allem auch auf Dauer?

Ich möchte nicht das unsere Beziehung daran später mal zerbricht, denn er ist der Mann meines Lebens.
Aber in der jetzigen Wohnung fühlen wir uns nicht mehr wohl und mieten ist zum Teil genauso teuer wie bauen.

Wir fragen uns wie alle anderen bauen können, wir kennen jetzt schon einige die ohne Eigenkapital gebaut haben und wo ich weiß das sie sogar weniger verdienen wie wir. Wie geht das?

Wie verdienen:
Mein Partner Grundgehalt 1.900€ netto (er ist im Außendienst tätig, hat somit wenn es ein guter Monat ist auch schon mal 500-1000€ mehr netto, und bekommt einmal im Jahr noch einen Bonus, der liegt zwischen 1000-6000€)
Ich Gehalt 1.100€ netto (Halbtags)
+ 350 € Kindergeld
+ 500€ Unterhal für die Kinder

Somit sind wir bei 3000€ Gehalt + evtl. Zusatzzahlungen und die 850€ Kindergeld + Unterhalt.

Was meint ihr? Wir würden auch mit der KfW Bank einen Teil finanzieren lassen. Insgesamt brauchen wir einen Kredit über ca. 180.000-200.000€

Wie sieht es bei euch aus?
Und wie hat sich Eure Partnerschaft durch einen Hauskauf verändert?
Würdert ihr es wieder tun?

Vielen Dank für eure Antworten.

Beitrag von redrose123 06.05.11 - 10:50 Uhr

Ob wir es wieder tun würden? Ja ich denke schon, eine gute Partnerschaft überwindet es, für uns ist es oft sehr hart, aber es geht.

Beitrag von lieber schwarz 06.05.11 - 11:03 Uhr

Habt ihr viel selber gemacht, oder habt ihr quasi ein fertiges Haus in das ihr nur noch einziehen brauchtet gebaut?

Meinst Du mit "sehr oft hart" das es vom Geld her oft wenig ist, oder die ganze Arbeit drumherum, wie Garten, Arbeiten am Haus etc.?

Wie hat es bei Euch mit dem Geld geklappt?

Seid ihr verheiratet? Macht es einen Unterschied ob man verheiratet ist oder nicht? (Die Kinder sind nicht von ihm, sondern von meinem damaligen Mann)

Beitrag von novi-w-1987 06.05.11 - 11:09 Uhr

Huhu,

also ich würde mal sagen, dass ihr es euch auf jeden Fall leisten könnt (bin gelernte Bankkauffrau, möchte mich aber keineswegs mit meiner Aussage zu weit aus dem Fenster lehnen!).

Das sollte ja schon mal ein beruhigendes Gefühl sein.

Zudem zahlt ihr dann zukünftig in EURE Tasche, in EUER Eigenheim.

Wenn du unsicher bist, auch was die Finanzierung angeht, dann hole dir auf jeden Fall mehrere Angebote etc. ein. Das ist sicher hilfreich.

Für mich gibt es aber nichts Besseres, als in die eigenen 4 Wände zu investieren (mein Mann und ich haben das Dachgeschoss meines Elternhauses ausgebaut, auch inklusive Finanzierung etc.) und wir würden es immer wieder tun.

LG Jenny

Beitrag von 1986bella 06.05.11 - 11:10 Uhr

Hallo!

Ich arbeite bei einer Bank, habe selbst mit meinem Mann ein Haus gekauft und kann deine Frage somit von beiden Seiten sehen.

Finanziell und die Liebe.

Die klarste Antwort kann dir dein Bankberater geben, ob es klappt oder nicht hängt von vielen Faktoren ab:

- Einnahmen (hier kann es sein dass der Unterhalt und Kindergeld nicht ansetzt werden kann, ist ja für die Kinder)
- Ausgaben, hab ihr zB einen hohen Lebensstandard oder viele Kreditverpflichtungen...schwierig
-habt ihr schon etwas angespart, Eigenkapital
...

Die monatliche Zahlung wird für das eigene Haus auf jeden Fall höher.
Testet doch einfach für ein paar Monate, in dem ihr das was mehr wäre auf ein Sparbuch überweist (ist auch später in Verhandlungen mit der Bank ein super Argument ;-))

Der Partnerschaft tut sicher gut, wenn man eine gebraucht Immobilie kauft, die gut in Schuss ist. Da habt ihr am wenigsten Arbeit und wenn die Rate locker zu tragen ist und ihr nicht über jeden EUR diskutieren müsst.

Meinem Mann und mir hat es gut getan.

Beitrag von tammi04 06.05.11 - 11:20 Uhr

Habt ihr schon etwas gespart, oder ist euer Einkommen eigentlich jeden Monat komplett ausgegeben?

Diese Frage finde ich wichtiger als die nach der Gesamthöhe.

Grüße, Tammi

Beitrag von badguy 06.05.11 - 11:37 Uhr

Ich lese das so, dass ihr kein Eigenkapital habt. Ohne Eigenkapital wirst du für 180 - 200 tsd. Euro nicht die Welt bekommen. Bei einem gebrauchten Haus brauchst du von Anfang an Rücklagen für Reparaturen. Euer Gehalt ist zwar nicht schlecht, zum Bauen ohne Eigenkapital m. E. aber zu wenig. Unter der Prämisse nicht jeden Euro 3x umdrehen zu müssen, würde ich mich dagegen entscheiden.

Beitrag von lichtchen67 06.05.11 - 11:45 Uhr

Es kommt ja auch auf den Preis des Hauses an.. wie realistisch seid ihr da. Freunde von mir haben gebaut... die haben das z.B. so hinbekommen, dass sie mit der Abzahlung fürs Haus nicht höher lagen, als mit der monatlichen Miete. die waren trotzdem immer im Urlaub. Oder mal essen. Die Ehe erfreut sich auch im 25. Jahr noch größter zufriedenheit, das Haus nun schon, nach 14 Jahren abbezahlt.

und die hatten sicher nicht viel Eigenkapital, arbeiten beide als Krankenpfleger.

Aber die waren realistisch. Lange Grundstück gesucht. Dann ein Fertighaus gekauft, günstig, innen was ging selber gemacht, Rest vom Fachmann. Kein Keller, kein Dachboden. Sie meinten unnötig, das rümpelt man nur voll und räumt nciht auf, die haben einen kleinen Schuppen am Haus, das reicht. Die qm halten sich auch in Grenzen, denn es war absehbar, dass die Tochter irgendwann auszieht und sie dann zu zweit das Haus bewohnen, da sollte es keine große hütte werden.

Das klingt nun sehr bescheiden und war es sicher auch, das Haus ist aber toll. Mit Liebe zum Detail und Fleiß und Ideen ist da viel draus geworden, ohne dass es sie finanziell allzu groß belastet hätte. Denn wie gesagt, Miete hätte ja auch gezahlt werden müssen.

Lichtchen

Beitrag von schmelli 06.05.11 - 11:45 Uhr

Wie sieht es bei Euch mit Eigenkapital aus?

Obwohl ein Bekannter von mir hat ungefähr die gleiche Menge an Geld aufgenommen, 200t€ OHNE Eigenkapital.
Er hat einen Teil bei der normalen Hausbank aufgenommen, und einen großen Teil bekommt er von der KfW-Bank, fast Zinsfrei, weil er ein Effizienshaus baut? Also er zahlt lt. eigenen Angaben nur 660€ monatlich zurück.
Wie das alles funktioniert weiß ich auch nicht, aber 200t€ ohne Eigentkapital, Kfw-Bank fast Zinsfrei und Rückzahlungen von nur 660€ monatlich? Aber es scheint es zu geben.

Beitrag von lichtenstein 06.05.11 - 11:59 Uhr

Geht zur Hausbank und fragt, welche Summe die euch finanzieren würden und was euch das kosten würde. Dann habt ihr eine Berechnungsbasis, auf der ihr kalkulieren könnt.

Außerdem solltet ihr euch noch Gedanken darüber machen, wie ihr den Immobilienbesitz regelt, wenn ihr nicht verheiratet seid.

Beitrag von hullifan 06.05.11 - 12:09 Uhr

Hi,

ich denk unabhängig vom Gehalt solltet Ihr Euch auch überlegen, wie Ihr Euch die nächsten 10-20 Jahre vorstellt.
Ich allein hab mehr Gehalt als Ihr Beide zusammen, würde aber nie auf die Idee kommen ein Haus zu kaufen.
Warum? Weil wir, wenn unser Junior aus dem Haus ist (ich schätz mal in 10-12 Jahren) keine Lust mehr haben auf Haus und großen Garten (haben wir im Moment gemietet und sind sehr happy damit). Wenn keine Kinder mehr da sind möcht ich gemütlich in eine schöne Wohnung ziehen und mich nicht um Haus und Hof kümmern müssen (man weiß ja auch nicht, wie lange man das kann).
Ich spar lieber mit vermieteten Immobilien, dass wir später reisen können :-)
Desweiteren ist es so, dass ab einer bestimmten Finanzierungssumme die Zahlungen an die Bank ungefähr der Miete entsprechen, also ob Du das Geld der Bank oder dem Vermieter in den Rachen wirst, ist egal, der Vorteil beim Vermieter ist, er kümmert sich wenn was kaputt ist.

Fazit: Haus mieten ja - Haus kaufen - nein.

Lg

Beitrag von lieber schwarz 06.05.11 - 17:49 Uhr

An ein komplettes Haus mieten, hatten wir auch schon gedacht, kostet bei uns in der Gegend allerdings mindestens 850€ kalt eher um die 1.000€, deswegen überlegen wir eben ob man dann für das Geld nicht lieber bauen sollte?
Wir haben im Moment an Miete ca. 650€ (kalt).

Irgendwie hat alles seine Nach- und Vorteile, nur leider weiß ich nicht was besser ist, nur irgendwie 1.000€ dem Mieter schenken? ich weiß nicht und zudem haben wir noch einen (wenn auch nicht nicht großen) Hund, mit dem muss man dann auch erstmal ein Haus finden wo der Mieter Tiere erlaubt?

Wir sind hin- und hergerissen, werden wohl erstmal mit der Bank sprechen

Beitrag von lichtenstein 07.05.11 - 17:02 Uhr

Wir hatten unser Haus neun Jahre lang zur Miete bewohnt- seit etwas über einem Jahr "gehört" es uns. Unsere Rate liegt jetzt nur knapp 50 Euro höher als unsere bisherige Miete (sind ziemlich genau 1.000 Euro) Uns war wichtig, dass die monatliche Belastung dem entspricht, was wir gewohnt sind und von dem wir wissen, dass wir es stemmen können. Da wir beide selbständig sind und 2 Kinder haben ist das eben unser Limit.

Die Preisverhandlungen mit dem Vermieter/Verkäufer haben sich fast ein Jahr hingezogen. Wir hatten eine Finanzierungszusage der Bank über einen bestimmten Betrag, dazu unser Eigenkapital. Das ergab den Betrag, den die Immobilie inklusive Kaufnebenkosten maximal kosten durfte.

Man darf nie vergessen, dass man ja nicht nur für die Raten Geld braucht, sondern auch für Reparaturen. Zur Zeit sparen wir für eine neue Heizung und einen Fassadenanstrich. Als Mieter hat man den Vorteil, dass für solche Dinge der Vermieter aufkommt.

Grüße

Lichtenstein

Beitrag von flamingoduck 06.05.11 - 14:42 Uhr

Hallo,

wir haben den Bau an sich nun hinter uns, aber der Innenausbau ist noch nicht ganz fertig.
Frei nach einem gewissen Baumarkt-Motto
"Es gibt immer was zu tun- yippieyayayippieyippieyeah!"

Wenn ihr kein Eigenkapital habt, könnte es u.U. etwas knifflig werden.

Wir hatten welches und auch unsere Gehälter sind zusammen höher als Eure.
Das soll keine Angeberei sein, aber bitte denke auch daran, dass oft bei einem Hauskauf ungeplante Zusatzkosten auf Euch zukommen können.

Und es sollen ja auch noch Reserven zum leben übrig bleiben (z.B. für Rücklagen, Sparverträge oder kurzfristige Dinge wie Autoreparatur, Tierarztkosten, eine Reise, etc)

Ich würde unbedingt mit Eurem Bankberater einen Termin vereinbaren.
Und wichtig ist auch, sich Angebote von anderen Banken einzuholen, wegen der Zinsen.

Ich weiß zudem auch nicht, was Ihr Euch vorstellt, aber mit 200.000 € kommt man nicht gerade weit....oder habt Ihr bereits ein eigenes Grundstück?

Unser Haus hat alleine über 200.000 gekostet (nicht schlüsselfertig, sondern mit Ausbaupaket), d.h. Handwerker mussten z.T. auch noch bezahlt werden. (Ganz ohne geht es nicht, besonders bei Installationen und Elektrik lassen wir keine Spezis ran - das sollen Fachleute machen!) und das Grundstück kam extra - schweigen wir über den Preis, sonst schüttelts mich.

Das zum einen.

Zum anderen macht Euch auch Gedanken, ob das Haus nicht auf einen von Euch beiden laufen soll.
Das haben wir so gemacht.

Natürlich wollen Schatz und ich gemeinsam 101 Jahre alt werden, keine Frage!
Aber wir waren damals beim Hauskauf noch nicht verheiratet (wollen erst diesen Sommer heiraten).

Ich lese bei Dir nicht raus, ob ihr verheiratet seid oder nicht.
Aber uns wurde damals von vielen Seiten geraten, dass das Haus auf einen von uns laufen soll - wenn beide drin stecken, ist es umso kniffliger wenn es (Gott bewahre!!!) doch mal auseinander gehen soll.

Uns wurde immer geraten z.B. einer das Haus, der andere das Grundstück.

Wir haben es nun so gemacht: das Haus läuft auf ihn alleine, und ich spare stattdessen nach meiner Elternzeit lieber Geld weg und wir kaufen uns in einigen Jahren nochmal eine andere Immobilie. Die läuft dann auf mich alleine. Das ist praktischer.

So viel zum Hauskauf.

Zur Partnerschaft:

- ein Hauskauf ist nicht ohne und man braucht Nerven wie Drahtseile.

Bitte frage mich nicht, wie oft ich schon heulend (war zudem auch noch schwanger!!) auf Dämmwollerollen saß oder mein Schatz am liebsten die Hausbaufritzen durch den Holzhäcksler gejagt hätte oder im See ersäuft hätte.

Es passieren auch mal Pannen oder Pfusch und das muss verbessert werden, Liefertermine verspäten sich, man ist erschöpft, etwas wird falsch geliefert, oder oder oder.
Ich habe eine Wand frisch und schön gestrichen - am nächsten Tag hat einer der bauarbeiter (der Vollhonk!!) vor dieser Wand Fliesenmörtel angequirlt und alles war voller Spritzer!:-[

Dazwischen hat Schatz seinen Bürojob, ich den Haushalt und das Baby.

Da ist auch schon uns beiden mal der ein oder andere quakige Tonfall rausgerutscht - weil die Nerven blank liegen.

Und da kann es durchaus schon mal passieren, dass man abends nur noch auf der Couch liegt wie so ein Flokati und auf nichts mehr Bock hat.
Man sieht aus wie ein Schwein, hat dreckige Fingernägel und staubige Haare und trägt eine olle Armyhose und dreckige Turnschuhe.

Die Räume schauen z.T. aus wie Fukishima und man hat manchmal den Eindruck es nimmt kein Ende.

(es wird ein Ende nehmen und dann ist es super toll, aber man braucht einen langen Atem!!)

Alles in allem: es lohnt sich und wir würden es wieder machen.
(allerdings dann nur noch schlüsselfertig - und hoffentlich sind dann die Kids auch schon halbwegs erwachsen! :-p)

LG flamingoduck